Die mieten- und wohnungspolitische Entwicklung in Rheinland-Pfalz
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Die mieten- und wohnungspolitische Entwicklung in Rheinland-Pfalz
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1533
21. Wahlperiode 09.09.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Julia-Christina Stange, Caren Lay, Nicole Gohlke, Dr. Michael
Arndt, Anne-Mieke Bremer, Maik Brückner, Mandy Eißing, Katrin Fey, Kathrin
Gebel, Christian Görke, Ates Gürpinar, Maren Kaminski, Ina Latendorf,
Sonja Lemke, Stella Merendino, Sören Pellmann, Evelyn Schötz und
der Fraktion Die Linke
Die mieten- und wohnungspolitische Entwicklung in Rheinland-Pfalz
Die Bundesregierung möchte laut Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und
SPD „Wohnen für alle Menschen bezahlbar, verfügbar und umweltverträglich
gestalten“ (vgl. Koalitionsvertrag „Verantwortung für Deutschland“, S. 17).
Doch die Realität in Rheinland-Pfalz sieht anders aus: Die Mieten sind
flächendeckend teurer geworden – Spitzenreiter ist laut Immobilien-Preisspiegel 2025
die Landeshauptstadt Mainz mit bis zu 19,50 Euro pro Quadratmeter. In Bingen
betrug der Mietenanstieg durchschnittlich 9 Prozent (www.swr.de/swraktuell/rh
einland-pfalz/immobilien-preisspiegel-2025-mieten-steigen-kaufen-stabile-prei
se-rheinland-pfalz-100.html). Mit Zweibrücken, Pirmasens und Kaiserslautern
liegen 2025 gleich drei Städte mit den bundesweit höchsten Mietsteigerungen
im Vergleich zum Vorjahr in Rheinland-Pfalz (www.swr.de/swraktuell/rheinlan
d-pfalz/mieten-steigen-in-rlp-am-staerksten-besonders-zweibruecken-pirmasen
s-kaiserslautern-100.html). Schon 2022 mussten Haushalte in Rheinland-Pfalz
durchschnittlich 28,4 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens für die Miete
aufwenden – das war etwas mehr als der bundesweite Durchschnitt (www.statis
tik.rlp.de/nachrichten/nachichtendetailseite/mietbelastungsquote-in-rheinland-p
falz-leicht-ueber-bundesdurchschnitt). Die Mietbelastung dürfte sich angesichts
steigender Mieten seither noch weiter erhöht haben. Gleichzeitig sinkt der
Bestand an Sozialwohnungen, während Baulandpreise und energetische
Sanierungskosten weiter steigen. Damit droht bezahlbarer Wohnraum für viele
Menschen in Rheinland-Pfalz zum Luxus zu werden.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Angebotsmieten
in den kreisfreien Städten Bad Neuenahr-Ahrweiler, Altenkirchen
(Westerwald), Alzey, Bad Dürkheim, Bad Kreuznach, Wittlich, Birkenfeld,
Cochem, Kirchheimbolanden, Bitburg, Frankenthal (Pfalz), Germersheim,
Kaiserslautern, Kusel, Ingelheim am Rhein, Koblenz, Mainz, Neuwied,
Simmern/ Hunsrück, Bad Ems, Ludwigshafen am Rhein, Landau in der
Pfalz, Pirmasens, Speyer, Trier, Daun, Montabaur, Worms, Zweibrücken
in den letzten 20 Jahren entwickelt (bitte in Zehn-Jahresschritten 2004,
2014, 2024 angeben)?
2. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die landesweite
Angebotsmiete in Rheinland-Pfalz in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte
nach Jahren aufschlüsseln)?
3. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die
durchschnittlichen Angebotsmieten in Rheinland-Pfalz im Jahr 2025 (bitte nach
Landkreisen und kreisfreien Städten aufschlüsseln)?
4. Welche zehn Landkreise bzw. kreisfreien Städte haben in Rheinland-Pfalz
innerhalb der letzten 20 Jahre den höchsten Mietenanstieg zu verzeichnen
(bitte Kommunen, absoluten als auch prozentualen Anstieg der Miete
innerhalb der Zeiträume 2004 bis 2014, 2014 bis 2024 und 2004 bis 2024
angeben)?
5. Welche zehn Kommunen weisen nach Kenntnis der Bundesregierung in
Rheinland-Pfalz aktuell die höchsten Angebotsmieten auf?
6. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Bestandsmieten in
Rheinland-Pfalz in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte nach Jahren
aufschlüsseln)?
7. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Baulandpreise in
Rheinland-Pfalz innerhalb der letzten 20 Jahre entwickelt (bitte nach
Jahren und nach Landkreisen aufschlüsseln)?
8. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Leerstandsquote von
Wohnungen in Rheinland-Pfalz seit 2011 entwickelt (bitte landesweite
Quote, Quote in Landkreisen sowie kreisfreien Städten und Gründe für
den Leerstand aufschlüsseln)?
9. Wie viele neue Sozialwohnungen wurden nach Kenntnis der
Bundesregierung innerhalb der letzten zehn Jahre in Rheinland-Pfalz bewilligt (bitte
einzeln nach Jahren und Art der Förderung [Belegungsbindungen,
Modernisierungen, Eigentumsförderung, Neubau] aufschlüsseln)?
10. Wie hat sich der Bestand an Sozialwohnungen nach Kenntnis der
Bundesregierung innerhalb der letzten 20 Jahre in Rheinland-Pfalz entwickelt
(bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
11. Wie hoch war der jährliche Anteil der Kofinanzierung in Rheinland-Pfalz
zu Mitteln des Bundes für sozialen Wohnungsbau seit 2020 (bitte nach
Jahren, absolut und prozentual aufführen)?
12. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil am
Haushaltseinkommen, der in Rheinland-Pfalz für Wohnen ausgegeben wird
(bitte angeben: durchschnittlich; Anteil und Anzahl, der bzw. die mehr als
30 Prozent ausgibt; Anteil und Anzahl, der bzw. die mehr als 40 Prozent
ausgibt)?
13. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Entwicklung der
Haushaltseinkommen in Rheinland-Pfalz im Verhältnis zur Entwicklung
der Angebotsmieten in den Jahren 2004, 2014 und 2024 gestaltet (bitte
jeweils prozentual aufschlüsseln)?
14. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl der
Menschen, die aufgrund ihrer Einkommensverhältnisse Anrecht auf einen
Wohnberechtigungsschein in Rheinland-Pfalz haben?
15. Welche Kommunen in Rheinland-Pfalz verfügen nach Kenntnis der
Bundesregierung über ein gerichtsfestes „schlüssiges Konzept“ zur Ermittlung
der Angemessenheitsgrenzen für die Übernahme der Kosten der
Unterkunft beim Bezug von Bürgergeld, und in welchen Kommunen liegt ein
solches Konzept nicht vor?
16. Wie viele Wohnungen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung seit
2020 in Rheinland-Pfalz fertiggestellt (bitte Gesamtzahl und einzeln nach
Jahren und Landkreisen aufschlüsseln)?
17. Wie viele Wohnungen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung in
Rheinland-Pfalz seit 2020 abgerissen?
18. In welcher Höhe wurden nach Kenntnis der Bundesregierung Finanzmittel
für die Städtebauförderung zur (Re-)Finanzierung für den Abriss von
Wohnungen verwendet, und wie viele so geförderte Wohnungen wurden
abgerissen (bitte nach Jahren seit 2020 aufschlüsseln)?
19. Wie hoch waren die nach Rheinland-Pfalz ausgezahlten
Bundesfördermittel für den Wohnungs- und den Städtebau seit 2020 insgesamt (bitte
einzeln nach Jahren aufschlüsseln und alle Programme, inklusive KfW-
Programme [KfW = Kreditanstalt für Wiederaufbau], und energetischen
Sanierungsprogramme einbeziehen)?
20. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der
Wohngeldbeziehenden in Rheinland-Pfalz seit 2020, wie die Zahl der
Wohngeldanträge und wie die durchschnittliche Dauer der Bearbeitung von
Wohngeldanträgen entwickelt?
21. Welche Auswirkungen auf den Personalbedarf in den Wohngeldstellen der
Kommunen in Rheinland-Pfalz sind nach Kenntnis der Bundesregierung
infolge der Ausweitung des berechtigten Personenkreises für das
Wohngeld entstanden, und inwieweit werden zusätzliche Personal- und
Verwaltungskosten durch den Bund ausgeglichen?
22. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die jährliche Zahl von
Zwangsräumungen in Rheinland-Pfalz entwickelt (bitte Gesamtzahl, nach
Kreisen und kreisfreien Städten und den Jahren 2004, 2014 und 2024
aufschlüsseln)?
23. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der
wohnungsbzw. obdachlosen Menschen in Rheinland-Pfalz entwickelt (bitte
Gesamtzahl nach Kreisen und kreisfreien Städten und den Jahren 2004, 2014 und
2024 aufschlüsseln)?
Berlin, den 28. August 2025
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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