Nordrhein-Westfalens mieten- und wohnungspolitische Entwicklung
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Nordrhein-Westfalens mieten- und wohnungspolitische Entwicklung
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1222
21. Wahlperiode 13.08.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Lea Reisner, Caren Lay, Mirze Edis, Dr. Fabian Fahl, Katrin Fey,
Kathrin Gebel, Ates Gürpinar, Mareike Hermeier, Cansin Köktürk, Jan Köstering,
Sonja Lemke, Sahra Mirow, Charlotte Antonia Neuhäuser, Lisa Schubert, Ulrich
Thoden, Sascha Wagner und der Fraktion Die Linke
Nordrhein-Westfalens mieten- und wohnungspolitische Entwicklung
Die Bundesregierung möchte laut Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und
SPD „Wohnen für alle Menschen bezahlbar, verfügbar und umweltverträglich
gestalten“ (vgl. Koalitionsvertrag „Verantwortung für Deutschland“, S. 17).
Doch die Realität in Nordrhein-Westfalen sieht anders aus: Die Mieten steigen
weiter – nicht nur in Köln, Düsseldorf und Münster, sondern zunehmend auch
im Ruhrgebiet und in ländlichen Regionen. In mehreren Städten des Landes
zahlen Mieterinnen und Mieter inzwischen mehr als 40 Prozent ihres
Einkommens für die Wohnkosten (vgl. www.wdr.de/nachrichten/landespolitik/mietprei
se-nrw-mieten-wohnungen-studie-100.html). Gleichzeitig sinkt der Bestand an
Sozialwohnungen, während Baulandpreise und energetische Sanierungskosten
weiter steigen. Damit droht bezahlbarer Wohnraum für viele Menschen in
Nordrhein-Westfalen zum Luxus zu werden.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Angebotsmieten
in den kreisfreien Städten Bielefeld, Bochum, Bonn, Dortmund, Duisburg,
Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herne, Köln, Krefeld,
Mönchengladbach, Mülheim an der Ruhr, Münster, Oberhausen,
Remscheid, Solingen und Wuppertal sowie in den jeweils angrenzenden
Kreisen – namentlich den Kreisen Gütersloh, Warendorf, Ennepe-Ruhr-Kreis,
Rhein-Sieg-Kreis, Unna, Wesel, Mettmann, Rhein-Kreis Neuss,
Recklinghausen, Rhein-Erft-Kreis, Kleve, Viersen, Borken, Coesfeld,
Oberbergischer Kreis und Rheinisch-Bergischer Kreis – in den letzten 20 Jahren
entwickelt (bitte in 10-Jahresschritten für 2004, 2014 und 2024 angeben)?
2. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die landesweite
Angebotsmiete in Nordrhein-Westfalen in den letzten zehn Jahren entwickelt
(bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
3. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung die
durchschnittlichen Angebotsmieten in Nordrhein-Westfalen in diesen Jahren (bitte
nach Landkreisen und kreisfreien Städten aufschlüsseln)?
4. Welche zehn Landkreise bzw. kreisfreien Städte haben in Nordrhein-
Westfalen innerhalb der letzten 20 Jahre den höchsten Mietenanstieg zu
verzeichnen (bitte nach Kommunen aufschlüsseln und dabei sowohl den
absoluten als auch den prozentualen Anstieg der Miete innerhalb der
Zeiträume von 2004 bis 2014, von 2014 bis 2024 und von 2004 bis 2024
angeben)?
5. Welche zehn Kommunen weisen nach Kenntnis der Bundesregierung in
Nordrhein-Westfalen aktuell die höchsten Angebotsmieten auf?
6. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Bestandsmieten in
Nordrhein-Westfalen in den letzten zehn Jahren entwickelt (bitte nach
Jahren aufschlüsseln)?
7. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Baulandpreise in
Nordrhein-Westfalen innerhalb der letzten 20 Jahre entwickelt (bitte nach
Jahren und nach Landkreisen aufschlüsseln)?
8. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Leerstandsquote von
Wohnungen in Nordrhein-Westfalen seit 2011 entwickelt (bitte
landesweite Quote, Quote in Landkreisen sowie kreisfreien Städten und Gründe für
den Leerstand aufschlüsseln)?
9. Wie viele neue Sozialwohnungen wurden nach Kenntnis der
Bundesregierung innerhalb der letzten zehn Jahre in Nordrhein-Westfalen bewilligt
(bitte einzeln nach Jahren und Art der Förderung – Belegungsbindungen,
Modernisierungen, Eigentumsförderung, Neubau – aufschlüsseln)?
10. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der Bestand an
Sozialwohnungen innerhalb der letzten 20 Jahre in Nordrhein-Westfalen
entwickelt (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
11. Wie hoch war der jährliche Anteil der Kofinanzierung in Nordrhein-
Westfalen zu Mitteln des Bundes für sozialen Wohnungsbau seit 2020
(bitte nach Jahren absolut und prozentual aufführen)?
12. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil am
Haushaltseinkommen, der in Nordrhein-Westfalen für Wohnen ausgegeben
wird (bitte angeben: durchschnittlich; Anteil und Anzahl derer, die mehr
als 30 Prozent ausgeben; Anteil und Anzahl derer, die mehr als 40 Prozent
ausgeben)?
13. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Entwicklung der
Haushaltseinkommen in Nordrhein-Westfalen im Verhältnis zur
Entwicklung der Angebotsmieten in den Jahren 2004, 2014 und 2024 gestaltet
(bitte jeweils prozentual aufschlüsseln)?
14. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl der
Menschen, die aufgrund ihrer Einkommensverhältnisse Anrecht auf einen
Wohnberechtigungsschein in Nordrhein-Westfalen haben?
15. Welche Kommunen in Nordrhein-Westfalen verfügen nach Kenntnis der
Bundesregierung über ein gerichtsfestes „schlüssiges Konzept“ zur
Ermittlung der Angemessenheitsgrenzen für die Übernahme der Kosten der
Unterkunft beim Bezug von Bürgergeld, und in welchen Kommunen liegt
ein solches Konzept nicht vor?
16. Wie viele Wohnungen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung seit
2020 in Nordrhein-Westfalen fertiggestellt (bitte Gesamtzahl angeben und
einzeln nach Jahren und Landkreisen aufschlüsseln)?
17. Wie viele Wohnungen wurden in Nordrhein-Westfalen seit 2020
abgerissen?
18. In welcher Höhe wurden nach Kenntnis der Bundesregierung die Gelder
für die Städtebauförderung zur (Re-)Finanzierung für Abriss von
Wohnungen verwendet, und wie viele Wohnungen wurden so gefördert
abgerissen (bitte nach Jahren seit 2020 aufschlüsseln)?
19. Wie hoch waren die nach Nordrhein-Westfalen ausgezahlten
Bundesfördermittel für den Wohnungs- und den Städtebau seit 2020 insgesamt (bitte
einzeln nach Jahren aufschlüsseln und alle Programme, inklusive KfW-
Programme (KfW = Kreditanstalt für Wiederaufbau) und energetische
Sanierungsprogramme, einbeziehen)?
20. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der
Wohngeldbeziehenden in Nordrhein-Westfalen seit 2020 entwickelt, wie die Zahl
der Wohngeldanträge und die durchschnittliche Dauer der Bearbeitung
von Wohngeldanträgen?
21. Welche Auswirkungen auf den Personalbedarf in den Wohngeldstellen der
Kommunen in Nordrhein-Westfalen sind nach Kenntnis der
Bundesregierung infolge der Ausweitung des berechtigten Personenkreises für das
Wohngeld entstanden, und inwieweit werden zusätzliche Personal- und
Verwaltungskosten durch den Bund ausgeglichen?
22. Wie hat sich die jährliche Zahl von Zwangsräumungen in Nordrhein-
Westfalen entwickelt (bitte Gesamtzahl nach Kreisen, kreisfreien Städten
und den Jahren 2004, 2014 und 2024 aufschlüsseln)?
23. Wie hat sich die Zahl der wohnungs- bzw. obdachlosen Menschen in
Nordrhein-Westfalen entwickelt (bitte Gesamtzahl nach Kreisen,
kreisfreien Städten und den Jahren 2004, 2014 und 2024 aufschlüsseln)?
Berlin, den 12. August 2025
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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