Verbleib der beschafften Dosen von Lagevrio (Molnupiravir) (Antwort zu Drs. 21/172)
Text
Verbleib der beschafften Dosen von Lagevrio (Molnupiravir) (Antwort zu Drs. 21/172)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/337
21. Wahlperiode 28.05.2025
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Martin Sichert, Kay-Uwe Ziegler,
Dr. Christina Baum, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/172 –
Verbleib der beschafften Dosen von Lagevrio (Molnupiravir)
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Bezugnehmend auf die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage
auf Bundestagsdrucksache 20/7473 streben die Fragesteller eine
Aktualisierung des Informationsstands und eine Einschätzung zur aktuellen Situation
und zu zukünftigen Maßnahmen an.
Laut dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat Deutschland im
vierten Quartal 2021 rund 80 000 Therapieeinheiten des Arzneimittels Lagevrio
beschafft, von denen seinerzeit noch rund 30 000 beim Großhandel, der mit
der Lagerung beauftragt war, lagerten. Im Februar 2023 lehnte der Ausschuss
für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) den
Zulassungsantrag für Lagevrio ab, da der klinische Nutzen bei der Behandlung
von COVID-19 nicht eindeutig festgestellt werden konnte. Infolge dieser
Entscheidung zog der Hersteller, Merck Sharp & Dohme, im Juni 2023 den
Zulassungsantrag auf europäischer Ebene zurück. Daraufhin stellte die
Bundesregierung die Abgabe des Arzneimittels ein. Bereits ausgelieferte Packungen
konnten laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in
der Apotheke entsorgt werden. Eine Rückgabe an den Großhandel sei nicht
vorgesehen (www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/Arzneimittelinformationen/lagev
rio-ablehnung-zulassung.html).
1. Wie viele Dosen wurden insgesamt beschafft (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
Auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 1 der Kleinen Anfrage der
Fraktion der AfD „Beschaffung und Einsatz von Lagevrio mit dem Wirkstoff
Molnupiravir“ auf Bundestagsdrucksache 20/7473 wird verwiesen.
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Gesundheit
vom 28. Mai 2025 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
2. Wie viele Dosen kamen nach Kenntnis der Bundesregierung bei Patienten
zum Einsatz (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
3. Wie viele Dosen wurden an Apotheken ausgeliefert, und wie viele davon
nach Kenntnis der Bundesregierung von den Apotheken vernichtet (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
Die Fragen 2 und 3 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Auf Bestellung von Apotheken wurden insgesamt ca. 50 000 Therapieeinheiten
des Arzneimittels Lagevrio® von dem pharmazeutischen Großhandel an
Apotheken ausgeliefert. Verordnungszahlen liegen aus datentechnischen Gründen
nicht vor. Gegebenenfalls von den Apotheken beim pharmazeutischen
Großhandel bestellte, aber nicht an Patientinnen und Patienten abgegebene
Therapieeinheiten wurden nach ihrem Verfall in den Apotheken entsorgt. Eine
gesonderte Vergütung fand hierzu nicht statt. Da Apotheken gemäß der aufgrund des
§ 5 Absatz 2 Satz 1 Nummer 6 Buchstabe a und b des Infektionsschutzgesetzes
in Verbindung mit § 2 Absatz 2 der Medizinischer Bedarf
Versorgungssicherstellungsverordnung (MedBVSV) erlassenen Allgemeinverfügung des
Bundesministeriums für Gesundheit zum Bezug und zur Anwendung
monoklonaler Antikörper und zum Bezug und zur Abgabe antiviraler, oral
einzunehmender Arzneimittel gegen COVID-19 in der jeweils gültigen Fassung max.
zwei Therapieeinheiten des Arzneimittels bevorraten duften und zu einer
bedarfsgerechten Bestellung angehalten waren, wird davon ausgegangen, dass es
sich hier nur um geringe Mengen handelte.
4. Wie viele Dosen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung vom
Großhandel vernichtet (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
Nach Kenntnis der Bundesregierung wurden ca. 30 000 Therapieeinheiten des
Arzneimittels Lagevrio® von den pharmazeutischen Großhandlungen entsorgt.
5. Wer hat die Kosten für die Vernichtung nach Kenntnis der
Bundesregierung jeweils bezahlt?
Die Entsorgungskosten sind mit der Vergütung an den pharmazeutischen
Großhandel bei Abgabe des Arzneimittels abgegolten.
6. Was haben die Beschaffung, der Einsatz und die Vernichtung von
Lagevrio nach Kenntnis der Bundesregierung wen gekostet (bitte nach
öffentlichen Haushalten, Krankenversicherungen, Patienten, Großhändlern,
Apotheken und sonstigen aufschlüsseln)?
Über den Preis von Lagevrio® wurde mit dem pharmazeutischen Unternehmer
vertraglich Vertraulichkeit vereinbart.
Für den Aufwand, der den Apotheken im Zusammenhang mit der erfolgten
Abgabe entstanden ist, erhielten Apotheken eine Vergütung in Höhe von 30 Euro
zuzüglich Umsatzsteuer je abgegebener Packung. Sofern die Abgabe im Wege
des Botendienstes der Apotheke erfolgte, erhielten Apotheken eine zusätzliche
Vergütung in Höhe von 8 Euro einschließlich Umsatzsteuer je erbrachtem
Botendienst.
Die Lagerkosten sind mit der Vergütung an den pharmazeutischen Großhandel
bei Abgabe des Arzneimittels abgegolten.
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ISSN 0722-8333]
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