Verkürzte Grundausbildung und Anpassung der soldatischen Basisausbildung an die Anforderungen moderner Kriegsführung
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Verkürzte Grundausbildung und Anpassung der soldatischen Basisausbildung an die Anforderungen moderner Kriegsführung
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7487
21. Wahlperiode 06.08.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Daniel Zerbin, Jan Ralf Nolte und der Fraktion der AfD
Verkürzte Grundausbildung und Anpassung der soldatischen Basisausbildung
an die Anforderungen moderner Kriegsführung
Durch den Ukraine-Krieg zeigt sich ein deutlich differenzierteres Abbild in
Bezug auf die Ausbildungsbedingungen in Spannungs- und Verteidigungsfällen,
als es in Friedenszeiten erfordert wird. Sowohl die ukrainischen als auch die
russischen Streitkräfte haben während des Krieges Ausbildungsmodelle
entwickelt, die sie befähigen, zeitnah große Personalbestände für die Front
auszubilden und zu mobilisieren.
Parallel dazu wird in Medienberichten und Stellungnahmen ukrainischer
Soldaten wiederholt darauf hingewiesen, dass Teile der durch NATO-Staaten
vermittelten Ausbildung nach der Rückkehr in die Ukraine ungenügend waren und
teilweise modifiziert wurden (www.fr.de/politik/ukraine-soldaten-nato-trainin
g-weicht-von-kriegsszenarien-russland-putin-92551746.html). Insbesondere in
den Bereichen der Drohnenabwehr, des Verhaltens unter permanenter
Bedrohung durch Aufklärungs- und Kamikazedrohnen, des Tarnens und Täuschens
sowie des Schutzes vor modernster Sensor- und Störtechnik. Das
Erfahrungspotenzial der Ukraine, besonders im Bereich der Drohnentechnik, liefert einen
taktischen Mehrwert in naher Zukunft (vgl.: https://militaeraktuell.at/en/reisne
r-ukraine-must-retrain-soldiers-after-nato-training/).
Die agileren Ausbildungsmodelle veranschaulichen auch einen
Anpassungsbedarf der Bundeswehr, um die Landes- und Bündnisverteidigung vollumfänglich
zu gewährleisten. Somit ergibt sich neben Fragen zum Personalumfang,
Material und Mobilmachungsfähigkeit auch die Frage nach der Fähigkeit der
Bundeswehr, im Spannungs- und Verteidigungsfall in kurzer Zeit große Zahlen von
Wehrpflichtigen, Reservisten, Ungedienten und sonstigen kurzfristig
Einberufenen militärisch auszubilden.
Insbesondere ist dabei von Bedeutung, ob es innerhalb der Bundeswehr bereits
Ansätze für eine verkürzte soldatische Basisausbildung gibt, welche
Ausbildungsinhalte als unerlässlich erachtet werden und inwieweit Erkenntnisse aus
dem Ukraine-Konflikt in solche Planungen eingeflossen sind.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche strukturellen Vorhaben sind derzeitig und werden zukünftig in
Bezug auf eine verkürzte soldatische Grund- oder Basisausbildung im
Spannungs- und Verteidigungsfall angestrebt?
2. Wird es für den Spannungs- oder Verteidigungsfall beabsichtigt, gesonderte
Ausbildungsgänge mit reduziertem Zeitansatz einzuführen?
a) Wenn ja, welche Ausbildungsinhalte würden in einem verkürzten
Ausbildungsmodell zwingend vermittelt werden?
b) Wenn ja, welche Inhalte würden gegenüber der regulären
Grundausbildung entfallen?
c) Welche Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg fließen
nach Auffassung der Bundesregierung im Umgang mit der Bedrohung
durch Aufklärungs-, FPV (First Person View)-, Kamikaze- und
Abwurfdrohnen in die soldatische Grundbefähigung, und welche Fertigkeiten in
Bezug auf Drohnenkriegsführung sind hierbei unabdingbar?
d) Inwieweit werden gegebenenfalls weitere Kenntnisse aus dem Krieg in
Bereichen der Tarnung, Täuschung, Stellungsbau, Schutz vor
Aufklärung aus der Luft und Verhalten unter permanentem Drohnendruck die
soldatische Grundausbildung optimieren?
e) Wird eine kontinuierliche Optimierung der Ausbildungsinhalte
angestrebt?
3. Für welche Personalkategorien (Wehrpflichtige, Reservisten, Ungediente,
freiwillig Dienstleistende, Quereinsteiger und sonstige kurzfristig
Einberufene) werden in welchem Umfang entsprechende Ausbildungsmodelle
betrachtet?
a) Wie wird die Staffelung der unterschiedlichen Ausbildungszeiten
argumentiert?
b) Welche Kerninhalte werden in der jeweiligen Kategorie vermittelt?
4. Welchen Mehraufwand würde das Konzept einer verkürzten Ausbildung im
personellen, infrastrukturellen und materiellen Bereich voraussichtlich
verursachen, und welche Kapazitäten stehen zur freien Verfügung?
5. Welche Zielgröße an ausgebildeten Soldaten pro Jahr könnte die
Bundeswehr gegenwärtig im Spannungs- und Verteidigungsfall ausbilden, und
welche Zielgröße wird langfristig angestrebt?
Berlin, den 28. Juli 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333
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