Die Drohnenkapazitäten der Bundeswehr - Ausstattung, Einsatzfähigkeit und Zukunftsperspektiven
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Die Drohnenkapazitäten der Bundeswehr - Ausstattung, Einsatzfähigkeit und Zukunftsperspektiven
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/423
21. Wahlperiode 06.06.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Jan Ralf Nolte, Rüdiger Lucassen, Hannes Gnauck, Kurt
Kleinschmidt, Jörg Zirwes, Andreas Paul, Heinrich Koch, Dr. Daniel Zerbin,
Thomas Ladzinski, Martin Hess, Gerold Otten, Christian Zaum, Mirco Hanker,
Sven Wendorf und der Fraktion der AfD
Die Drohnenkapazitäten der Bundeswehr – Ausstattung, Einsatzfähigkeit und
Zukunftsperspektiven
Drohnen sind ein zentraler Bestandteil moderner Kriegsführung und haben in
den letzten Jahren eine stetig wachsende Bedeutung erlangt. Ihre
Einsatzmöglichkeiten reichen von Aufklärung und Überwachung bis hin zur gezielten
Bekämpfung feindlicher Kräfte. Die Entwicklungen im Ukraine-Krieg haben
gezeigt, dass unbemannte Systeme eine entscheidende Rolle in der Kriegsführung
spielen und konventionelle Gefechtsstrategien erheblich beeinflussen können
(vgl. www.reservistenverband.de/magazin-loyal/die-drohnenarme-armee/).
Vor diesem Hintergrund stellt sich den Fragestellern die Frage, wie die
Bundeswehr in diesem Bereich aufgestellt ist. Eine leistungsfähige Drohnenflotte ist
nicht nur für die Landes- und Bündnisverteidigung von großer Bedeutung,
sondern auch für internationale Einsätze. Auch vor dem Hintergrund geplanter
Beschaffungen im Bereich Loitering Munition („Kamikazedrohnen“) ergeben sich
Fragen (vgl. www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bundeswehr-angriffsdrohn
en-100.html).
Dennoch gibt es Berichte über Defizite in der Drohnenstrategie der
Bundeswehr, etwa hinsichtlich der Anzahl einsatzbereiter Systeme, der elektronischen
und ballistischen Abwehrfähigkeiten und der Integration neuer Technologien
(vgl. www.reservistenverband.de/magazin-loyal/die-drohnenarme-armee/).
Während einige NATO-Partner massiv in Drohnentechnologie investieren,
scheint Deutschland in diesem Bereich hinterherzuhinken. Verzögerte
Beschaffungsprozesse, fehlende einheitliche Konzepte und bürokratische Hürden
werden als Ursachen genannt. Zudem gibt es Kritik an den ineffizienten Strukturen
des Bundeswehr-Beschaffungssystems, das durch langwierige Verfahren,
überholte Regularien und mangelnde Innovationsförderung gekennzeichnet ist.
Experten bemängeln, dass Deutschland sein Potenzial zur Entwicklung und
Nutzung moderner Drohnentechnologie nicht ausreichend ausschöpfe (vgl. www.ta
gesschau.de/wirtschaft/ruestung-bundeswehr-102.html).
Es ist daher in den Augen der Fragesteller notwendig, den aktuellen Stand der
Drohnenausstattung und Drohnenplanung der Bundeswehr kritisch zu
hinterfragen, strukturelle Hindernisse zu analysieren und mögliche Handlungsfelder für
eine Verbesserung zu identifizieren.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie bewertet die Bundesregierung die aktuelle Ausstattung der
Bundeswehr mit Drohnen hinsichtlich Anzahl, Typen und Einsatzbereitschaft?
2. Wie viele der vorhandenen Drohnen sind derzeit tatsächlich einsatzfähig?
3. Welche Drohnensysteme sind konkret in den verschiedenen
Teilstreitkräften im Einsatz?
4. Welche Rolle spielt Drohnenabwehr in der strategischen Planung der
Bundeswehr, und welche Maßnahmen wurden seit 2022 ergriffen, um die
Drohnenabwehr in allen Teilstreitkräften zu verbessern?
5. Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um die elektronische
Kriegsführungskompetenz der Bundeswehr zu verbessern?
6. Wurde Drohnenrüstung in den Sondervermögen der Bundeswehr
berücksichtigt, und wenn nein, warum nicht?
7. Welche Beschaffungsvorhaben für Drohnen sind derzeit geplant, und
wann ist mit der Indienststellung neuer Systeme zu rechnen?
8. Wie viele der geplanten Eurodrohnen sollen der Bundeswehr zur
Verfügung stehen, und wann erfolgt die erste Auslieferung?
9. Warum wird die Eurodrohne erst 2030 einsatzbereit sein (www.reservisten
verband.de/magazin-loyal/die-drohnenarme-armee/)?
10. Wie hoch ist die derzeitige Ausfallrate der Bundeswehr-Drohnen aufgrund
technischer Mängel?
11. Welche Lehren zieht die Bundesregierung aus dem Einsatz von Drohnen
im Ukraine-Krieg für die Bundeswehr, gibt es Pläne zur Erprobung und
Beschaffung von FPV-Drohnen (FPV =First Person View) für die
Bundeswehr, und wenn nein, warum nicht?
12. Welche Rolle spielen Loitring Munition (vgl. www.reservistenverband.de/
magazin-loyal/die-drohnenarme-armee/) in den aktuellen Planungen der
Bundeswehr, und wenn sie keine Rolle spielen, warum nicht?
13. Wie ist der Stand der Taskforce „Drohne“, und welche Ergebnisse wurden
bislang erzielt (www.reservistenverband.de/magazin-loyal/die-drohnenar
me-armee/)?
14. Warum gibt es bis heute keine einheitliche „Bereichsrichtlinie“ für den
Einsatz von Drohnen in der Bundeswehr?
15. Wie viele Bodenkontrollstationen für Drohnen sind derzeit im Bestand der
Bundeswehr?
16. Welche Unternehmen beliefern die Bundeswehr aktuell mit
Drohnentechnologie?
17. Werden Start-ups bei der Entwicklung militärischer Drohnentechnologie
gefördert, und wenn ja, inwiefern?
18. Welche Produktionskapazitäten für Drohnen existieren derzeit in
Deutschland?
19. Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um eine resiliente
Drohnenproduktion in Deutschland aufzubauen?
20. Welche NATO- und EU-Projekte zur Drohnenentwicklung unterstützt die
Bundesregierung?
21. Inwiefern profitiert die Bundeswehr von der NATO-Drohnenflotte RQ-4D
„Phoenix“?
22. Warum konnte die Bundeswehr bislang keine eigene HALE-Drohne
(HALE = High Altitude Long Endurance) beschaffen (vgl. www.reservist
enverband.de/magazin-loyal/die-drohnenarme-armee/#:~:text=Mit%20der
%20Beschaffung%20einer%20HALE,Phoenix%E2%80%9C%20zuminde
st%20bei%20der%20Milit%C3%A4rallianz)?
23. Wie stellt sich die Bundesregierung die Zukunft der Drohneneinbindung
in der Bundeswehr bis 2035 vor?
24. Welche Strategien verfolgt die Bundeswehr zur Abwehr feindlicher
Drohnen?
25. Gibt es Überlegungen, eine eigenständige Drohneneinheit innerhalb der
Bundeswehr zu schaffen?
26. Welche Ausbildungsmaßnahmen für Drohnenoperateure existieren
derzeit, und wie viele Soldaten wurden in den letzten fünf Jahren
ausgebildet?
27. Wie bewertet die Bundesregierung die Herausforderungen bei der
Integration von Drohnen in die Gefechtsführung der Bundeswehr, ist geplant,
Drohnentruppen als eigene Truppengattung zu etablieren, wie das in
ukrainischen und russischen Streitkräften passiert, und wenn nein, warum
nicht?
28. Welche Maßnahmen sind geplant, um strukturelle Ineffizienzen in der
Drohnenbeschaffung zu beseitigen?
29. Behindern bürokratische Prozesse die schnelle Bereitstellung und
Nutzung neuer Drohnentechnologien?
30. Welche konkreten Schritte unternimmt die Bundesregierung, um die
Innovationsfähigkeit im Bereich militärischer Drohnentechnologie zu stärken?
31. Wie bewertet die Bundesregierung das Potenzial deutscher Unternehmen
wie Quantum Systems für die Weiterentwicklung und Produktion
moderner Drohnen?
32. Gibt es Pläne zur stärkeren Zusammenarbeit mit der deutschen
Privatwirtschaft und mit Universitäten zur Förderung von Drohnentechnologie?
33. Welche Hürden bestehen derzeit für eine effizientere und flexiblere
Beschaffungsstrategie der Bundeswehr im Bereich Drohnen?
34. Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um das Problem der
„Silo-Strukturen“ innerhalb der Bundeswehr bei der Drohnenentwicklung
zu lösen (vgl. www.tagesschau.de/wirtschaft/ruestung-bundeswehr-10
2.html)?
35. Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz in der Drohnenstrategie der
Bundeswehr, und welche Schritte sind geplant, um deren Einsatz zu
erweitern?
36. Welche Rolle spielen sogenannte Kleinstdrohnen (z. B. FPV-Drohnen) in
den strategischen Planungen der Bundeswehr?
37. Plant die Bundesregierung, die Beschaffung von Kleinstdrohnen massiv
auszuweiten, um auf moderne Formen der Drohnenkriegsführung zu
reagieren?
38. Wie bewertet die Bundesregierung den taktischen Unterschied zwischen
großen, bewaffneten Drohnen und massenhaft eingesetzten
Kleinstdrohnen?
39. Welche operativen Erfahrungen hat die Bundeswehr bislang mit
Schwärmen von Kleinstdrohnen gesammelt oder analysiert?
40. Welche internationalen Entwicklungen im Bereich massenhafter Einsatz
von Kleinstdrohnen (z. B. aus der Ukraine oder aus Israel) fließen in die
Konzeptentwicklung der Bundeswehr ein?
41. Welche Hersteller sollen konkret mit der Lieferung von Loitering
Munition beauftragt werden (vgl. www.hartpunkt.de/bundeswehr-will-loiterin
g-munition-von-helsing-und-stark-beschaffen/#:~:text=Unter%20Loiterin
g%20Munition%20System%20versteht,oder%20kurz%20LMS%20bezeic
hnet%20werden)?
42. Welche spezifischen Systeme sollen von diesen Herstellern geliefert
werden, und in welchen Stückzahlen?
43. Was ist nach derzeitiger Planung die maximale Zielgröße
(Gesamtstückzahl) für Loitering Munition, sofern die Systeme den Erwartungen
entsprechen?
44. Bis wann rechnet die Bundesregierung mit einer vollständigen
Ausstattung der Bundeswehr mit Loitering Munition?
45. Bedeutet die Aussage, dass alle Soldaten künftig Drohnen bedienen
sollen, dass diese Systeme ähnlich wie Maschinengewehre oder
Handgranaten zur regulären Gruppenausstattung gehören sollen (vgl. augengeradeau
s.net/2025/04/schnelle-beschaffung-von-loitering-munition-bundeswehr-st
eigt-in-den-drohnenkrieg-ein-neufassung/)?
46. Welche Ausbildungskonzepte sind für den Umgang mit Drohnen auf
Truppen- und Gruppenebene vorgesehen?
47. In welchen Truppengattungen soll der Drohneneinsatz standardisiert in die
Ausbildung aufgenommen werden?
48. Welche Lehrgänge sind aktuell für die Bedienung von Drohnen
vorgesehen (Lehrgangsdauer, Lehrgangsinhalte, Lehrgangsstruktur)?
49. An welchen Standorten finden diese Lehrgänge statt oder sollen diese
stattfinden?
50. Wie hoch ist aktuell die Kapazität an Ausbildungsplätzen für
Drohnenbediener bzw. Drohnenpiloten?
51. Welche Plangrößen verfolgt die Bundeswehr für die jährliche
Ausbildungskapazität in diesem Bereich bis 2030?
52. Wie ist geplant, Industrieprozesse so zu flexibilisieren, dass kurzfristige
Produktionsanpassungen im Stil der Ukraine möglich sind?
Berlin, den 26. Mai 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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