Schriftliche Frage 67 von Dr. Kirsten Kappert-Gonther (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Inwiefern nutzt Deutschland seine Mitgliedschaft bzw. seine Sitze in den Steuerungsgremien multilateraler Gesundheits- und Entwicklungsorgan…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 21. September 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
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Schriftliche Frage 67 von Dr. Kirsten Kappert-Gonther (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Inwiefern nutzt Deutschland seine Mitgliedschaft bzw. seine Sitze in den Steuerungsgremien multilateraler Gesundheits- und Entwicklungsorgan…
Frage 67 (Dr. Kirsten Kappert-Gonther, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Inwiefern nutzt Deutschland seine Mitgliedschaft bzw. seine Sitze in den Steuerungsgremien multilateraler Gesundheits- und Entwicklungsorganisationen (GFATM, Gavi, WHO, Pandemic Fund, GFF, UNFPA), um das Thema der Verankerung von WASH (Wasser, Sanitärversorgung, Hygiene) in Gesundheitseirichtung zu verankern und finanziell zu hinterlegen?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Johann Saathoff vom 22. September 2026:
Im Rahmen des Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria (GFATM) sind Hygiene und Sanitärversorgung Bestandteil integrierter, krankheitsspezifischer Maßnahmen und der Förderung widerstandsfähiger und nachhaltiger Gesundheitssysteme. So werden u. a. Hygieneinfrastruktur in medizinischen Kliniken und Laboren sowie Hygieneaufklärung unterstützt. Deutschland nutzt seine Mitgliedschaft in den Steuerungsgremien von Gavi, der Impfallianz, ausdrücklich dafür, Impfprogramme in starke, resiliente Gesundheitssysteme einzubetten, in denen WASH als Grundvoraussetzung für sichere und qualitativ hochwertige Versorgung verstanden wird. Über seinen Sitz im Gavi Board und deutsche Kernbeiträge an Gavi setzt sich Deutschland dafür ein, dass infrastrukturelle Engpässe – einschließlich fehlender WASH Strukturen in Gesundheitseinrichtungen – als Hindernis für wirksame Impfprogramme adressiert und entsprechende Investitionen gemeinsam mit den Partnern geplant werden. Auch im Rahmen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist WASH in Gesundheitseinrichtungen fest verankert. Gemeinsam mit der WHO und UN-Water unterstützt die Bundesregierung eine verbesserte Datengrundlage zum Ziel für nachhaltige Entwicklung 6 „Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen“ über die Integrated Monitoring Initiative for SDG 6. Damit wird die Datengrundlage zu WASH in Gesundheitseinrichtungen global verbessert. WASH ist kein eigenständiger Förderschwerpunkt des Pandemic Fund, der auf die Stärkung von Pandemieprävention und -vorsorge abzielt, wird jedoch in mehreren Projekten berücksichtigt. Deutschland ist im Verwaltungsrat des Fonds vertreten und an Förderentscheidungen beteiligt. Die Global Financing Facility (GFF) berücksichtigt WASH als integralen Bestandteil qualitativ hochwertiger und resilienter Gesundheitssysteme. Dies umfasst u. a. Maßnahmen wie den Bau und die Sanierung von Krankenhäusern sowie die Bereitstellung von Hygiene- und Laborausstattung. Deutschland kommentiert als Geber und Gremienmitglied Länderanträge und muss diesen zustimmen. Gemeinsam mit dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) stellt die Bundesregierung sicher, dass WASH-Dienste die spezifischen und intimen Bedürfnisse von Frauen und Mädchen abdecken. UNFPA verfügt über kein Mandat für Infrastruktur. Im WASH- Sektor liegt der Schwerpunkt von UNFPA daher überwiegend auf Interessenvertretung, Wissensgenerierung und Sensibilisierung.
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