Schriftliche Frage 181 von Dr. Michael Arndt (DIE LINKE): Inwieweit beteiligt sich die Bundesregierung an der Bekämpfung und Eindämmung des Ebola- Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 8. Juni 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Text
Schriftliche Frage 181 von Dr. Michael Arndt (DIE LINKE): Inwieweit beteiligt sich die Bundesregierung an der Bekämpfung und Eindämmung des Ebola- Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und…
Frage 181 (Dr. Michael Arndt, Die Linke):
Inwieweit beteiligt sich die Bundesregierung an der Bekämpfung und Eindämmung des Ebola- Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda, und mit welchem konkreten Beitrag beteiligen sich deutsche Bundesinstitute und Forschungseinrichtungen, ggf. in Verbindung mit Pharmaunternehmen, derzeit an der Entwicklung eines Pan-Ebola-Impfstoffs?
Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Dr. Bärbel Kofler vom 10. Juni 2026:
Die Bundesregierung beteiligt sich an der Bekämpfung und Eindämmung des Ebola-Ausbruchs in Zentral- und Ostafrika durch eine Reihe verschiedener Maßnahmen. So wurde eine laufende afrikaweite Förderung zur Bewältigung akuter Gesundheitskrisen um weitere 2 Mio. Euro aufgestockt und dabei auch ein Beitrag zur Aufrechterhaltung der Basisgesundheitsversorgung für die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten geleistet. Weitere 2 Mio. Euro werden kurzfristig dem Nothilfefonds der Weltgesundheitsorganisation (WHO Contingency Funds for Emergencies – CFE) zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus gehört Deutschland zu den größten Gebern des Nothilfefonds der Vereinten Nationen (Central Emergency Response Fund – CERF), der bereits 10 Mio. US-Dollar für die Bekämpfung des Ebola Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo zur Verfügung gestellt hat. Der ebenfalls aus Mitteln der humanitären Hilfe geförderte Disaster Response Emergency Fund (DREF) des Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) hat bislang mehr als 2,5 Mio. Schweizer Franken (CHF) für die Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs in der Region ausgeschüttet. Der Pandemiefonds der Weltbank (Pandemic Fund) stellt 220,6 Mio. US-Dollar durch kurzfristige Reprogrammierung von Projekten und schnelle Bewilligung von Förderanträgen bereit. Hier ist Deutschland nach den USA und der EU drittgrößter Geber. Unterstützungsmaßnahmen sind auch über bestehende bilaterale und regionale Projekte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit angelaufen, insbesondere zur Pandemieprävention mit der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC), der Afrikanischen Union (AU) sowie über die „Schnell Einsetzbare Expertengruppe Gesundheit“ (SEEG), aber auch über multilaterale Mechanismen und in Programmen mit Organisationen der Vereinten Nationen und Nichtregierungsorganisationen über die strukturbildende Übergangshilfe. So wird aktuell u. a. Schutzausrüstung beschafft, Schulungen zum sicheren Umgang mit Ebola-Verdachtsfällen vorbereitet sowie über die EAC die länderübergreifende Zulassung eines möglichen Impfstoffs und spezifischer Medikamente vorangetrieben. An mehreren Grenzübergängen in der betroffenen Region werden mit deutscher Unterstützung mobile Labore aktiviert, die schnelle Labordiagnostik und damit mittelfristig eine effektivere Eindämmung grenzüberschreitender Übertragungsketten ermöglichen können. Auch die Kompetenzen und das Wissen spezialisierter deutscher Fachinstitutionen wie das Robert Koch-Institut und das Bernhard-Nocht- Institut für Tropenmedizin zu Labordiagnostik, Infektionsprävention und -kontrolle (IPC) sowie Risikokommunikation werden genutzt, um auf den Ebola-Ausbruch zu reagieren. Da aktuell viele Verdachtsfälle nicht schnell überprüft werden können und es insbesondere auch an Tests mangelt, bereitet die Bundesregierung die Umsetzung einer Lieferung von PCR-Tests zur Typisierung von 1000 Proben an das Referenzlabor in Kinshasa vor. Auch auf die Anfrage des Global Outbreak Alert and Response Network (GOARN) wurde reagiert und Fachexpertinnen und -experten angeboten (Modellierung und Feldepidemiologie). Die Impfallianz Gavi, die Deutschland signifikant unterstützt, stellt bis zu 50 Mio. US-Dollar aus einem Krisennotfallfonds (First Response Fund) zur Unterstützung der Produktion vielversprechender Impfstoffkandidaten (40 Mio. US-Dollar) sowie für die Ausbruchsreaktion vor Ort (10 Mio. US-Dollar) bereit. Gavi verwaltet außerdem den weltweiten Ebola-Impfstoffbestand (Ervebo, rund 500.000 Dosen). Die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI), dessen größter Geber Deutschland ist, stellt u. a. bis zu 62 Mio. US-Dollar für die Weiterentwicklung von drei Impfstoff-Kandidaten bereit, die spezifisch gegen das Bundibugyo-Virus (BDBV) gerichtet sind. Vertreterinnen und Vertreter des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte und des Paul-Ehrlich-Instituts sind in verschiedenen europäischen und internationalen Gremien vertreten, die in die Planung klinischer Studien z. B. zur Behandlung von Infektionen mit dem BDBV involviert sind. Daneben beteiligen sie sich im Ständigen Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB), welches sich mit dem Management und der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Krankheiten durch hochpathogene Erreger befasst. Auf übergeordneter Ebene trägt Deutschlands langjährige Zusammenarbeit zu Pandemievorsorge und zur Pharma- und Impfstoffproduktion in Afrika mit der zuständigen afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa Centres for Disease Control and Prevention (Africa CDC) zur Bekämpfung dieser Epidemie bei.
Relationen
- asked ← Michael Arndt (Schriftliche Frage)
- part_of → Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 8. Juni 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung