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Schriftliche Frage 58 von Dr. Rainer Rothfuß (AfD): Wurde nach Kenntnis der Bundesregierung ein wesentlicher Teil der westlichen Fernmelde- und Cybersicherheitsarchitektur, insbesondere auch i…

dip / schriftliche_frage 13.09.2024 · WP 20 · Original ↗

Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 9. September 2024 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern und für Heimat.

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Schriftliche Frage 58 von Dr. Rainer Rothfuß (AfD): Wurde nach Kenntnis der Bundesregierung ein wesentlicher Teil der westlichen Fernmelde- und Cybersicherheitsarchitektur, insbesondere auch i… Frage 58 (Dr. Rainer Rothfuß, AfD): Wurde nach Kenntnis der Bundesregierung ein wesentlicher Teil der westlichen Fernmelde- und Cybersicherheitsarchitektur, insbesondere auch im Banken- und Finanzwesen, auf die in der Mathematik unbewiesene Annahme gestützt, dass eine Primfaktorzerlegung (Faktorisierungsverfahren) einer großen Zahl nur langsam und ineffizient gelingen kann, obwohl nach meiner Ansicht gerade die Mathematik der einzige Wissenschaftsbereich ist, welcher definitive und unwiderlegbare Beweisführung pro oder contra einer These erlaubt und es daher meiner Ansicht nach mindestens unklug oder gefährlich erscheint, große Teile der Sicherheit auf eine unklare mathematische Sachlage aufgrund fehlender Beweise zu stützen, und hätte es nach Einschätzung der Bundesregierung das Bekanntwerden einer schnellen und effizienten Methode zur Primfaktorzerlegung großer Zahlen mittels beispielsweise des dem „Qubit“ zu Grunde liegenden geometrischen Zahlensystems, d. h. also auch ohne „Quanten“-Computer, Auswirkungen für die Integrität des gesamten westlichen Wirtschafts-, Finanz- und Kommunikationswesens, falls dieses Wissen den Weg zu Hackergruppen findet, und wenn ja, welche (www.cybersecur ity.blog.aisec.fraunhofer.de/post-quanten-kryptog rafie/)? Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Johann Saathoff vom 10. September 2024: Verschlüsselungsalgorithmen bestehen in der Regel aus der Kombination eines symmetrischen Verfahrens mit einem asymmetrischen Verfahren. Asymmetrische Verfahren dienen dabei dem Austausch eines symmetrischen Schlüssels, den die Kommunikationspartner dann für die eigentliche Verschlüsselung ihrer Daten nutzen können. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt in der Technischen Richtlinie TR-02102 (www.bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehme n-und-Organisationen/Standards-und-Zertifizierung/Technische-Richtlin ien/TR-nach-Thema-sortiert/tr02102/tr02102_node.html) unter anderem auch den Algorithmus RSA (benannt nach seinen Erfindern Ronald Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman), neben einer Reihe weiterer asymmetrischer Verschlüsselungsverfahren. Die Sicherheit all dieser asymmetrischer kryptografischer Verfahren basiert auf speziellen mathematischen Problemen, von denen man annimmt, dass sie sehr schwierig zu lösen sind. Mit dem Faktorisierungsproblem, die Grundlage von RSA, beschäftigen sich seit Jahrzehnten viele exzellente Mathematiker und nach wie vor ist kein effizienter Faktorisierungsalgorithmus für so große Zahlen, wie sie bei RSA verwendet werden, bekannt. Asymmetrische Kryptographie, insbesondere RSA und Verfahren basierend auf dem diskreten Logarithmus-Problem, sind weltweit seit vielen Jahren ein zentraler Bestandteil zur Absicherung digitaler Kommunikationswege. Es ist bekannt, dass ein ausreichend starker Quantencomputer das Faktorisierungsproblem und das diskrete Logarithmus-Problem effizient lösen kann. Um dieser potentiellen Bedrohung zu begegnen, werden derzeit auf internationaler Ebene neue asymmetrische Algorithmen standardisiert. Auch die Sicherheit dieser neuen Algorithmen basiert auf mathematischen Problemen, für die die weltweite Forschungsgemeinschaft nach aktuellem Stand keine effizienten Lösungsalgorithmen kennt.

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