Rede von Dr. Inge Gräßle (CDU/CSU) – Plenarprotokoll 21/100
Teil von Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages.
Text
Rede von Dr. Inge Gräßle (CDU/CSU) – Plenarprotokoll 21/100
Herr Präsident! Herr Minister! Liebe Kolleginnen und
Kollegen! Ich war kurzzeitig verunsichert, ob ich mich
nicht in der Debatte vertan habe.
(Heiterkeit des Abg. Thorsten Frei [CDU/
CSU])
Die Grünen haben über das Heizungsgesetz gesprochen –
dafür wäre, Herr Minister, ja Ihre Kollegin zuständig –,
Die Linke hat über soziale Kriterien gesprochen – dafür
wäre ja die Frau Bundesministerin des Sozialen
zuständig –,
(Tino Chrupalla [AfD]: Die SPD hat über
Migration geredet!)
und die AfD redet über Berlin – dafür wären ja nun der
Berliner Senat und der Regierende Bürgermeister
zuständig.
(Tino Chrupalla [AfD]: Der ist gerade Tennis
spielen!)
Also, um das einmal zu sagen: Herr Minister,
offensichtlich haben Sie ein tolles Gesetz vorgelegt; dazu gibt es
einfach nichts mehr zu sagen.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der SPD)
Also haben Sie alles richtig gemacht.
Wir reden über ein Gesetz, das für die Modernisierung
dieses Landes wesentlich ist.
Telekommunikationsdienste, Glasfaser: Das heißt nicht, dass man jetzt einfach
besser Netflix streamen kann, sondern es bedeutet den
Ausbau von Diensten – Robotik, KI-Nutzung – via
Glasfaser, via schnelles Internet. Ohne Glasfaser keine
Robotik, ohne Glasfaser keine KI-Nutzung.
Und natürlich muss das der Kick-off, das Startsignal,
für neue Dienste sein, die sich jetzt erst noch entwickeln.
Es ist wie im Straßenbau: Ich baue eine Straße, und dann
werden darauf verschiedene Automodelle fahren – auch
Modelle, die noch gar nicht entwickelt sind.
Also: Heute ist ein guter Tag, und dieses Gesetz ist ein
wichtiges Gesetz. Deswegen möchte ich auch einen
Werbeblock für die Nutzung von Glasfaser einschieben.
Natürlich haben wir in Deutschland ein gut funktionierendes
Kupferkabelnetz. Wenn ich es mit Europa vergleiche,
stelle ich fest: Bei uns ist die Qualität des
Kupferkabelnetzes besser als anderswo. Das ist gleichzeitig ein
Problem; denn es hemmt jetzt beim Glasfaserausbau.
Deswegen möchte ich die Menschen ermutigen, das
Glasfasernetz auch zu nutzen. Sie werden es brauchen.
Und sobald es einen Roboter gibt, der Hausarbeit
erledigt, kommt mir einer ins Haus.
(Zuruf von der AfD: Jetzt sind wir bei der
Hausarbeit! Bleiben Sie mal beim Thema!)
Dazu brauche ich aber erst Glasfaser. Bei mir wird das
nicht angeboten. Ich hoffe, dass es noch kommt.
Das ist ein wichtiges Gesetz, weil Glasfaser im Keller
nichts nützt. Es muss in die Wohnung, und hier bringt
uns dieses Gesetz die entscheidenden Schritte voran.
Und jetzt möchte ich auch noch ein paar Sätze zu dem
blühenden Unsinn, den ich hier sonst noch gehört habe,
sagen.
Erstens. Natürlich, liebe AfD, gibt es R-Gespräche
noch. Es gibt Anbieter wie BT aus Großbritannien,
Southern Phone aus Australien und 1pMobile. Und natürlich
muss auch für diese wenigen Anbieter das Thema R-
Gespräch im Verbraucherschutz geregelt werden. Also, es
macht wirklich Sinn, die R-Gespräche dadrin zu haben.
Zweitens: das überragende öffentliche Interesse. Auch
in der AfD gibt es Juristen, die das erklären könnten. Da
kann ich nur sagen: Beratung hilft nicht immer; aber in
dem Fall hilft sie vielleicht. Denn natürlich brauchen wir
bei Konflikten beim Ausbau eine Entscheidungshilfe für
die Verwaltung. Und das Wort „überragend“ ist eine
Entscheidungshilfe für die Verwaltung und bringt uns bei
Konflikten voran, damit es schneller geht.
Relationen
- part_of → Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
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