Rede von Ruben Rupp (AfD) – Plenarprotokoll 21/100
Teil von Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages.
Text
Rede von Ruben Rupp (AfD) – Plenarprotokoll 21/100
Sehr geehrter Herr Präsident! Geehrte Kollegen
Abgeordnete! Wenn in Deutschland etwas nicht funktioniert,
hat die Bundesregierung die – vermeintliche – Lösung
parat: ein neues Gesetz. Wenn es danach immer noch
nicht funktioniert, wird, wie heute, weiter mit
Gesetzesänderungen herumgedoktert. Und wenn auch das nichts
bringt, kommt die nächste digitale
Infrastrukturausbaustrategie bestimmt.
Liebe Kollegen der Regierungsfraktionen, die Bürger
wollen kein Herumdoktern an Gesetzen, sie wollen keine
weitere Infrastrukturstrategie, und sie wollen auch keine
Sonntagsreden wie heute – sie brauchen einfach besseren
oder überhaupt erst mal verfügbaren Empfang. Das
brauchen wir in Deutschland jetzt.
Da die SPD mit Herrn Wiese heute für sich reklamiert
hat, die irdischen Probleme zu adressieren – wie
Gendern, Gender-Pay-Gap, Steuererhöhungen, links-grüne
Energiewende, höhere Energiekosten und mehr illegale
Massenmigration –, sage ich Ihnen: Das ist das Gegenteil
davon, die Probleme der Bürger ernst zu nehmen. Sie
kennen die Probleme der Bürger gar nicht – Sie sind
das Problem.
Das TKG-Änderungsgesetz enthält zwar durchaus
Dinge, die in die richtige Richtung gehen:
Genehmigungen sollen schneller erteilt werden, der Glasfaserausbau
in Gebäuden soll einfacher werden. Das unterstützen wir
in der Sache.
Aber, meine Damen und Herren, ein besseres
Telekommunikationsgesetz bringt noch kein besseres
Mobilfunknetz. Das merkt jeder, der einmal mit dem Zug oder
mit dem Auto durch Deutschland fährt. Ich mache das
regelmäßig, viele Bürger auch. Da erleben Sie die
deutsche Digitalisierung in der ursprünglichsten Form: erst
5G, dann Edge und dann gar kein Empfang mehr. Das
Problem ist also nicht nur, wie schnell wir einen neuen
Mast genehmigen, das Problem ist auch: Was passiert,
wenn der Netzbetreiber, bei dem man ist, an diesem Ort
schlicht kein vernünftiges Netz anbietet?
Genau deshalb haben wir als AfD bereits mit unserem
Antrag „Mobilfunklücken schließen – Nationale
Netzabdeckung für alle Bürger“ gefordert, endlich ein
grundsätzliches lokales Roaming – begrenzt auf 4G, 5G, in
unterversorgten Gebieten, marktwirtschaftlich
verträglich – einzuführen. Wenn bei einem Dorf ein Telekom-
Mast steht, aber der O2-Telefónica-Kunde dort keinen
Empfang hat, dann erklären Sie diesem Bürger einmal,
warum wir aus Wettbewerbsgründen lieber Funklöcher
nebeneinander verwalten, anstatt vorhandene
Infrastruktur vernünftig zu nutzen!
Wir fordern in unserem Antrag nicht, dass der Staat
überall selbst ein Netz bauen soll; aber er sollte dafür sorgen,
dass vorhandene Netze dort genutzt werden können, wo
der Markt dauerhaft keine vernünftige Versorgung durch
mehrere Anbieter hervorbringt.
Und dreimal dürfen Sie raten: Diesen sinnvollen
Antrag der AfD, der die mobile Grundversorgung im
ländlichen Bereich deutlich verbessern würde, haben alle
etablierten Parteien hier im Parlament abgelehnt. Das
spricht nicht gerade dafür, dass Sie es ernst meinen mit
einer guten und schnellen Mobilfunkversorgung für alle
Bürger in Deutschland.
Was dagegen im Änderungsgesetz sinnvoll ist, ist, dass
die Informationslage verbessert werden soll. Wir wollen
wissen, wo gebaut wird, und auch, wann gebaut wird und
welche Infrastruktur bereits vorhanden ist. Das heißt
konkret: Wenn die eine Firma die Straße heute aufreißt und
sechs Monate später eine andere Firma sie für das
Glasfaserkabel wieder aufreißt, dann schütteln nicht nur viele
Anwohner den Kopf, sondern dann haben wir ein
erhebliches Organisationsproblem. Und das besteht schon seit
Jahren. Nur, die Regierungen – der CDU/CSU und SPD
sowie der Ampelparteien – sind das Problem, obwohl sie
es kannten, viele Jahre nicht angegangen. Jetzt kommt ein
bisschen Bewegung rein. Besser jetzt als nie. Aber viel zu
spät, liebe Kollegen! Das hätte schon zu Angela Merkels
Zeit, vor über einem Jahrzehnt, passieren müssen.
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