Rede von Detlef Seif (CDU/CSU) – Dr. Gottfried Curio, Dr. Bernd Baumann,
Teil von Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 36: Dr. Gottfried Curio, Dr. Bernd Baumann,.
Text
Rede von Detlef Seif (CDU/CSU) – Dr. Gottfried Curio, Dr. Bernd Baumann,
Frau Kollegin, ich empfehle Ihnen: Lesen Sie die
Sitzungsprotokolle der letzten Jahre und meine
Redebeiträge! Das, was die AfD in solchen Debatten vorbringt, ist
natürlich menschenfeindlich und ist auch nicht
hinzunehmen.
(Beifall bei der CDU/CSU – Lachen des Abg.
Dr. Bernd Baumann [AfD])
Aber das ist nicht das heutige Thema. Für mich ist das
heutige Thema die Migrationswende. Und wir liefern.
(Lamya Kaddor [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Das bringt doch gar nichts!)
Da Sie auf den Anspruch auf Asyl abheben: Sind Sie sich
bewusst, dass 60 bis 70 Prozent der Menschen, die zurzeit
zu uns kommen,
(Filiz Polat [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]:
Afghanen, Syrer, Iraner, Iraker!)
überhaupt keinen Schutzanspruch haben und ihre
Asylanträge abgelehnt werden? Viele machen sich auf den
Weg aus wirtschaftlichen Gründen, weil sie wissen,
(Filiz Polat [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]:
Afghanen, Syrer, Iraner und Iranerinnen,
Jesidinnen!)
dass sie hier in der Europäischen Union aufgrund des
aktuellen Systems eine Zukunft haben. Fragen Sie
Migrationsforscher.
Wenn Sie mich mit dem Wort „christlich“ ansprechen:
Das aktuelle System ist höchst unchristlich, weil wir
nämlich Schlepper fördern, weil wir die Systematik
fördern.
(Filiz Polat [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]:
Sie bezahlen die libysche Küstenwache!)
Sie verschließen davor die Augen, dass auch das Sterben
im Mittelmeerraum letztlich auf diese Politik
zurückzuführen ist.
(Filiz Polat [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]:
Wir müssen zurückkommen zum „Wir
schaffen das“! Wirklich, wenn wir das nicht
hinkriegen! – Gegenruf des Abg. Thorsten Frei [CDU/
CSU])
Die Menschen wissen, sie können das machen und
werden am Ende des Tages Erfolg haben.
Ich bin dafür, dass wir die besonders bedrohten
Menschen, die schwachen Menschen, die kranken Menschen
mehr in den Fokus nehmen. Viele Menschen aus richtig
isolierten und bedrohten Regionen, wie zum Beispiel im
Jemen, haben überhaupt nicht die Chance. Aus Nigeria
kommen nur die Leute aus relativ sicheren Gebieten über
Schlepper zu uns. Aus den unsicheren Gebieten findet
fast keiner den Weg in die Europäische Union. Da muss
ein wirklich grundsätzlicher Wechsel stattfinden. Diese
Schwierigkeiten und das Problem, das in Ausgleich zu
bringen, haben Sie nie zur Kenntnis genommen. Aber
genau das ist der Punkt. Wir sind hier christlich
unterwegs. Wir wollen ein effektives, humanitäres System, das
aber die Belastungsgrenzen unserer Gesellschaft nicht
übersteigt.
Vor allen Dingen blenden Sie auch die Problematik der
Sicherheit aus.
(Lamya Kaddor [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Kirchen distanzieren sich!)
Bei Zuströmen, die man nicht kontrollieren kann, –
Relationen
- part_of → Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
- part_of_vorgang → Maßnahmen für eine wirkliche Migrationswende
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