Rede von Stephan Albani (CDU/CSU) – Dreißigsten Gesetzes zur Änderung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes und anderer Gesetze (30. BAföGÄndG)
Teil von Protokoll der 102. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 10: Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Dreißigsten Gesetzes zur Änderung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes und anderer Ge.
Das Protokoll 21/102 liegt bei DIP nur als Vorabfassung vor: Der Text endet vor dem Schluss der Sitzung, zu Protokoll gegebene Reden fehlen in polradar (der endgültige Bericht war für den 20.10.2026 angekündigt). Vollständig im Plenarprotokoll (PDF) ↗.
Text
Rede von Stephan Albani (CDU/CSU) – Dreißigsten Gesetzes zur Änderung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes und anderer Gesetze (30. BAföGÄndG)
Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte Sie heute mitnehmen nach Oldenburg, in meinen Wahlkreis, ins Studierendenwerk. Vor zwei Wochen habe ich dort im BAföG-Amt hospitieren dürfen. Das Team hat mir gezeigt, wie BAföG-Anträge bearbeitet werden, Schritt für Schritt, was gut läuft und wo es noch hakt.
Kollege Ebmeyer hat vorhin die Seite derer beschrieben, die BAföG beantragen. Ich schaue heute mal auf die andere Seite des Schreibtisches; denn was wir uns mitunter klarmachen müssen, ist: Jeder Antrag hat zwei Seiten. Auf der einen sitzt jemand, der studieren will, und auf der anderen jemand, der das ermöglichen möchte.
Wie sieht dieser Schreibtisch heute aus? Ein BAföG-Antrag ist selten nur ein Formular; meist ist es ein Stapel: Bescheinigungen, Einkommensteuererklärung, Steuerbescheide. Jede Seite wird geprüft, jede Akte pro Student ist ein richtiger Wälzer. Und dieser Stapel kommt auf allen Wegen: online, per E-Mail, auf Papier. Fehlt etwas, wird es nachgefordert. Dann warten die Akten, und wer studieren will, der wartet mit.
Genau hier setzt unsere Reform an. An drei Stellen wird es nun deutlich leichter:
Erstens. Künftig gibt es grundsätzlich nur noch den digitalen Weg, BAföG Digital. Das Nebeneinander von online, E-Mail, Papier hört auf – für die Ämter eine echte Entlastung. Insbesondere die Fehlerquelle beim Transfer fällt weg.
Zweitens. Das Portal prüft künftig, ob ein Antrag vollständig ist, bevor er abgeschickt wird. Daten werden direkt übernommen; sie müssen nicht händisch übernommen werden. Das spart Nachfragen, Rückfragen und damit Zeit.
Drittens. Die Leistungsnachweise nach dem vierten Semester entfallen. Jede Bescheinigung, die niemand mehr einreicht, muss auch niemand mehr prüfen. Das ist eine bürokratische Erleichterung, die wirklich wirkt.
Was heißt das am Schreibtisch? Mehr Zeit für die Menschen, für die persönliche Betreuung auch der Studenten, und schnellere Bescheide. Denn wer ein Studium beginnt, braucht das Geld zum Semesterstart, nicht erst Wochen später.
Aber Digitalisierung entlastet nicht über Nacht. Die Umstellung bedeutet zunächst Arbeit. Als Mitglied des Kuratoriums des DSW weiß ich: Die Ämter wollen diese Umstellung; sie müssen sie aber auch stemmen können. Dafür brauchen sie funktionierende Technik und ausreichend Personal. Darauf werden wir in den Ausschussberatungen auch bestehen müssen.
Vor drei Wochen haben wir Forschungseinrichtungen von Bürokratie entlastet, heute wollen wir auch die BAföG-Ämter entlasten. Ein starker Wissenschaftsstandort beginnt nicht erst im Labor. Manche Forscherkarriere beginnt mit einem BAföG-Antrag, wie wir eben gehört haben. Und für viele junge Menschen ist das der erste Antrag beim Staat. Wer erlebt, dass es schnell und zuverlässig läuft, fasst Vertrauen. Und die Menschen auf der anderen Seite des Schreibtisches können dieses Vertrauen auch vermitteln: in den Staat und in den eigenen Weg.
Zum Schluss deshalb ein Wort an alle, die in den BAföG-Ämtern arbeiten: Sie bearbeiten Jahr für Jahr Hunderttausende Anträge unter großem Zeitdruck und mit großer Sorgfalt. Von hier aus einmal einen herzlichen Dank!
Stellvertretend danke ich auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mir in Oldenburg mit großem Engagement dieses alles gezeigt haben. Ich war mit Sicherheit hier und da mit dummen Fragen nervig, aber ich komme gerne wieder, schaue mir an, ob unser Tun hier gewirkt hat, und hole mir die verbleibende Dresche ab.
Herzlichen Dank.
Relationen
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- part_of_vorgang → Migrationsbilanz für Deutschland - Kosten und Nutzen der Zuwanderung erfassen
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