LNG-Terminal Mukran/Sassnitz und Ostsee-Anbindungsleitung (OAL) - Kostenstreit, Betrieb und ungeklärte Risiken für Umwelt und Tourismus
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LNG-Terminal Mukran/Sassnitz und Ostsee-Anbindungsleitung (OAL) - Kostenstreit, Betrieb und ungeklärte Risiken für Umwelt und Tourismus
Deutscher Bundestag Drucksache 21/8742
21. Wahlperiode 21.10.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dario Seifert, Marcel Queckemeyer, Sebastian Münzenmaier,
Erhard Brucker, Manfred Schiller, Thomas Stephan, Leif-Erik Holm, Dr. Malte
Kaufmann, Marc Bernhard, Bernd Schattner und der Fraktion der AfD
LNG-Terminal Mukran/Sassnitz und Ostsee-Anbindungsleitung (OAL) –
Kostenstreit, Betrieb und ungeklärte Risiken für Umwelt und Tourismus
Das private LNG-Terminal „Deutsche Ostsee“ in Mukran auf Rügen wird von
der Deutsche ReGas GmbH betrieben und ist über die rund 50 Kilometer lange
Ostsee-Anbindungsleitung (OAL) durch den ökologisch hochsensiblen
Greifswalder Bodden an das Gasfernleitungsnetz bei Lubmin angeschlossen. Die
Genehmigung erfolgte 2024 im beschleunigten Verfahren nach dem LNG-
Beschleunigungsgesetz, ohne dass eine reguläre
Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde. Die Fraktion der AfD hat bereits mit ihrem Antrag
auf Bundestagsdrucksache 20/14130 (https://dserver.bundestag.de/btd/20/141/2
014130.pdf) die Wiedereinführung der UVP-Pflicht für LNG-Terminals
gefordert.
Zwischen der Deutsche ReGas GmbH und dem Betreiber der OAL, der
GASCADE Gastransport GmbH, besteht ein Rechtsstreit über die
Betriebskosten der Anbindungsleitung. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat die Deutsche
ReGas GmbH zur Zahlung von rund 70 Mio. Euro für den OAL-Betrieb
verurteilt. Über eine mögliche Bundesgarantie zur Absicherung der OAL sowie über
den Verfahrensstand hat die Bundesregierung bereits in ihren Antworten auf
Schriftliche Fragen Auskunft gegeben (Bundestagsdrucksache 21/4115, https://
dserver.bundestag.de/btd/21/041/2104115.pdf, Frage 92; und
Bundestagsdrucksache 21/3520: https://dserver .bundestag.de/btd/21/035/2103520.pdf,
Frage 65). Zur Auslastung der Gasinfrastruktur hat die Bundesregierung zudem
auf eine Kleine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
geantwortet (Drucksache 21/5802: https://dserver.bundestag.de/btd/21/058/2105802.pdf)
Trotz dieser bisherigen parlamentarischen Befassung sind zentrale Fragen zum
Kostenstreit, zur Wirtschaftlichkeit, zum Umweltschutz, zu den kommunalen
Lasten und zur Sicherheit der Anlage weiterhin ungeklärt.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie ist nach Kenntnis der Bundesregierung der aktuelle Verfahrensstand
des Rechtsstreits zwischen der Deutsche ReGas GmbH und der
GASCADE Gastransport GmbH nach dem Urteil des Oberlandesgerichts
Düsseldorf?
2. In welcher Höhe und mit welchen Bedingungen besteht eine
Bundesgarantie zugunsten der GASCADE Gastransport GmbH im Zusammenhang
mit der OAL?
Vorabfassung - w
ird durch die lektorierte Version ersetzt.
3. Welches finanzielle Risiko trägt der Bund, sollte die Deutsche ReGas
GmbH zahlungsunfähig werden?
4. Wie hoch war die Auslastung des LNG-Terminals Mukran im ersten und
zweiten Halbjahr 2026 jeweils in Prozent der Kapazität?
5. Welche Gründe nennt die Bundesregierung für etwaige Schwankungen
der Auslastung?
6. Welche langfristigen Abnahmeverträge (Take-or-Pay) bestehen für das
Terminal, und in welchem Umfang wurden diese 2026 tatsächlich
abgerufen?
7. Wie bewertet die Bundesregierung die Wirtschaftlichkeit des Terminals
im Vergleich zu Pipelinegas-Importen?
8. Welche Kosten sind dem Bund und den Netznutzern durch die Anbindung
des Terminals bislang insgesamt entstanden?
9. Ist eine nachträgliche Umweltverträglichkeitsprüfung für das Terminal
und die OAL vorgesehen, und wenn nein, warum nicht?
10. Welche Ergebnisse liegen aus dem laufenden Umweltmonitoring zum
LNG-Terminal im Greifswalder Bodden vor?
11. Welche Ergebnisse liegen aus dem laufenden Umweltmonitoring zur
Ostsee-Anbindungsleitung (OAL) im Greifswalder Bodden vor?
12. Welche Auswirkungen des LNG-Terminals auf Fauna und Flora,
insbesondere auf Schweinswale und Vogelschutzgebiete, wurden bislang
festgestellt?
13. Welche Auswirkungen der Ostsee-Anbindungsleitung (OAL) auf Fauna
und Flora im Greifswalder Bodden, insbesondere auf Schweinswale und
Vogelschutzgebiete, wurden bislang festgestellt?
14. Wie schätzt die Bundesregierung die aus dem LNG-Terminal
resultierenden Folgen für den lokalen Tourismus ein?
15. Welche finanziellen und infrastrukturellen Belastungen sind der Stadt
Sassnitz und dem Landkreis Vorpommern-Rügen durch Terminal, OAL
und Hafenausbau nach Kenntnis der Bundesregierung entstanden?
16. In welchem Umfang beteiligt sich der Bund an der Kompensation
kommunaler Lasten bezüglich des LNG-Terminals in Mukran?
17. Welche Sicherheitsvorkehrungen bestehen zum Schutz der OAL und des
Terminals vor Sabotage, insbesondere nach den Angriffen auf die Nord-
Stream-Pipelines?
18. Welche Behörden sind für die Überwachung der Sicherheit zuständig, und
wie oft fanden 2026 Kontrollen statt?
19. Gab es 2026 sicherheitsrelevante Vorfälle an OAL oder Terminal?
20. Wie bewertet die Bundesregierung das Risiko einer dauerhaften
Abhängigkeit von einem einzelnen privaten Betreiber für ein als kritisch
eingestuftes Infrastrukturprojekt?
Berlin, den 19. Oktober 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333
Vorabfassung - w
ird durch die lektorierte Version ersetzt.
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