Rede von Eduard Oswald (CDU/CSU) – Drucksache 16/9482
Teil von Protokoll der 193. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 3 a: Drucksache 16/9482 –.
Text
Rede von Eduard Oswald (CDU/CSU) – Drucksache 16/9482
Kollege Wissing, wie unschwer zu erraten ist, stehe
ich als CSU-Abgeordneter zu dem Paket, das wir bereits
im Mai dieses Jahres auf den Weg gebracht haben. Als
CSU sind wir aber nun einmal mit der CDU zusammen;
Sie haben den CDU-Parteitag in Stuttgart erwähnt.
Außerdem bilden wir eine Koalition mit der SPD. Von
daher ist es so, dass wir den Willensbildungsprozess nicht
im Bundestag austragen, sondern innerhalb der Fraktion
und innerhalb der Koalition. So ist das nun einmal. Eine
Koalition muss Geschlossenheit darstellen, weil sie
sonst nicht handlungsfähig ist. Deswegen geben wir das
Ziel unserer Partei „Mehr Netto vom Brutto“ in der
Koalition aber nicht auf.
Sehen Sie, Sie sind in Bayern mit meinen CSU-
Kollegen in einer Koalition. Auch da wird es so sein, dass Sie
nicht anders als vereinbart stimmen, sondern sich
ebenfalls koalitionstreu verhalten. Wenn ich mich an die
Zeiten erinnere, in denen wir eine Koalition gebildet haben,
muss ich sagen: Auch wir waren nicht immer ein Herz
und eine Seele, aber wir haben uns immer
zusammengerauft und gute Ergebnisse hervorgebracht.
Ich prophezeie Ihnen: Wir haben einen langen Atem.
Wir sind die Partei der Nachhaltigkeit. Wir setzen uns
auch in dieser Frage durch. – Vielen Dank für Ihre
Zwischenfrage.
(Beifall bei der CDU/CSU – Dr. Heinrich L.
Kolb [FDP]: Jetzt sehe ich die Nachhaltigkeit
mit anderen Augen!)
Die Fragen, die uns gestellt werden, lauten: Wie
verbinden wir unsere klare ordnungspolitische Linie mit der
nötigen Flexibilität? Wie schaffen wir es, Impulse zu
setzen, ohne gleichzeitig die Schleusen für sinnlose
Geldausgaben zu öffnen?
(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und
der SPD)
Wie handeln wir angemessen, ohne die Lage
schlechterzureden, als sie ist, und sie dadurch noch weiter zu
verschlechtern? Das sind doch die zentralen Fragen. Für
mich ist entscheidend, dass die deutsche Wirtschaft aus
dem aktuellen Abschwung – Kollege Dr. Wissing, jetzt
sind Sie wieder ganz bei mir – strukturell gestärkt und
nicht geschwächt hervorgeht. Auch dies erfordert eine
konjunkturgerechte Wachstumspolitik, die auf
Maßnahmen setzt, die auch langfristig sinnvoll sind.
Deswegen bitte ich Sie, im ersten Schritt dem heute
vorliegenden Gesetzentwurf der Koalition zuzustimmen.