Rede von Diana Golze (DIE LINKE) – Großen Anfrage der Abgeordneten
Teil von Protokoll der 222. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 19 a und 19 b: Beratung der Großen Anfrage der Abgeordneten.
Text
Rede von Diana Golze (DIE LINKE) – Großen Anfrage der Abgeordneten
Vielen Dank, Frau Präsidentin! Liebe Frau Fischbach,
Sie haben gerade anerkannt, dass ich eine sehr fleißige
Mitarbeiterin im Ausschuss bin. Ich möchte dennoch
gern auch meine Rechte im Plenum nutzen.
Ich wollte Ihnen eine Frage stellen und Ihnen damit
die Möglichkeit geben, mir etwas zu erklären. Ich werde
Ihnen meine Meinung nun aber im Voraus mitteilen: Sie
haben das Instrument des Kinderzuschlags als das
bedeutende Mittel im Rahmen der Armutsbekämpfung
bei Alleinerziehenden gepriesen. Ist Ihnen denn
bekannt – das wollte ich Sie fragen; ich glaube aber, es ist
Ihnen nicht bekannt –, dass der Kinderzuschlag zwar
von mehr Menschen in Anspruch genommen wird, er
aber nicht dazu führt, Armut zu verhindern?
Es wird sogar ganz bewusst mit verdeckter Armut
gearbeitet. Warum? Weil es jetzt folgendes Wahlrecht gibt:
Entweder die Eltern beantragen Hartz-IV-Leistungen,
oder sie nehmen den Kinderzuschlag in Anspruch. Viele
nehmen lieber den Kinderzuschlag in Anspruch, als sich
den Repressalien der Argen auszusetzen. Das bedeutet
aber nicht, dass sie am Ende auch nur einen Cent mehr in
der Tasche haben. Viele haben mit dem Kinderzuschlagsogar weniger, als wenn sie Hartz IV-Leistungen
beziehen würden. Das ist keine Armutsbekämpfung.