Rede von Reinhard Grindel (CDU/CSU) – Drucksache 16/2092
Teil von Protokoll der 88. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 9: Drucksache 16/2092 –.
Text
Rede von Reinhard Grindel (CDU/CSU) – Drucksache 16/2092
Ich weiß jetzt nicht, in welchem Bereich Sie von
Einsparvorschlägen sprechen: im Bereich der
Integrationskurse? Ich bin da etwas ratlos.
(Sibylle Laurischk [FDP]: In der
Haushaltsdebatte, Herr Kollege!)
Sie wollen den Haushaltsansatz für den Bereich, über
den wir hier reden, verdreifachen. Das ist nicht nötig. Ichhabe das bereits an einem Beispiel dargelegt und gesagt,
dass etwa 40 Prozent der Teilnehmer an diesen
Integrationskursen das Sprachniveau B1 nach 600 Stunden
erreichen. Insofern ist eine Ausweitung auf 1 200 Stunden,
wie Sie es fordern, nicht nötig.
Ich sage Ihnen in aller Deutlichkeit: Wir müssen uns
sehr genau anschauen, wie sich die Zahl der
Zuwanderer, die momentan sinkt – Frau Laurischk hat das
angesprochen –, entwickelt. Wir müssen auch abwarten, ob
wir nicht durch die Verpflichtung für Altzuwanderer
mehr Kursteilnehmer haben werden. Ich kann für mich
persönlich und, wie ich denke, im Namen aller
Innenpolitiker sagen: Wir wollen an dieser Stelle eine qualitative
Verbesserung, und zwar so, wie wir es mit den Experten
auf dem Integrationsgipfel besprochen haben. Für mich
heißt das auch, dass etwas mehr Mittel erforderlich sind,
insbesondere um die Jugend- und Frauenkurse zu
verbessern und die Stundenanzahl hierfür zu erhöhen.
Ich werde mich dafür einsetzen, dass hier mehr Mittel
zur Verfügung gestellt werden.
Ich habe aber auch gesagt, dass man nicht allein den
Haushalt des Bundesinnenministers damit belasten darf.
Wenn man Integration als Querschnittsaufgabe versteht,
müssen Mittel „on top“ kommen. Ich hoffe in diesem
Sinne, dass uns der Bundesfinanzminister bei den
Integrationsbemühungen helfen wird.
Herr Präsident, ich komme zur Schlussbemerkung.
Wir wollen viel fördern. Es geht aber nicht allein um das
Fördern, sondern auch um das Fordern. Integration ist
nicht nur eine Bringschuld des Staates; sie ist auch eine
Holschuld des Zuwanderers. Wer auf Dauer in der
Aufnahmegesellschaft leben will, der muss auch einen
aktiven Beitrag leisten, damit aus dem Nebeneinander, das
noch viel zu häufig besteht, ein Miteinander wird.
Herzlichen Dank.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der SPD)