Michael Succow Stiftung
Text
Michael Succow Stiftung
Tätigkeit: Nichtregierungsorganisation (NGO)
Die Succow Stiftung ist eine national wie international operativ wirkende Stiftung. Sie folgt dem Leitgedanken: Erhalten, Haushalten, Werthalten. Die Stiftung setzt Projekte auf vier Kontinenten zu Klimaschutz, Schutzgebieten, zukunftsfähiger Landnutzung sowie zur Nachwuchsförderung um. Sie pflegt enge Kooperationen mit wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Institutionen, allen voran im Rahmen des Greifswald Moor Centrum und Biosphere.Centre. Die Michael Succow Stiftung verfolgt dabei satzungsgemäß vier übergeordnete Ziele:
1. Entwicklung und Förderung von Welterbegebieten, Nationalparken und Biosphärenreservaten auf nationaler und internationaler Ebene
2. Schutz und Entwicklung von Feuchtgebieten, insbesondere von Mooren und Sümpfen
3. Förderung des Naturschutzgedankens durch wissenschaftliche Leistungen, ökologische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit
4. Förderung internationaler Beziehungen in Naturschutz und Ökologie
Zum Zwecke der Interessenvertretung werden Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Bundesregierung, insb. der Ministerien, sowie Mitgliedern des Deutschen Bundestages geführt. Diese dienen der fachlichen Erläuterung von Notwendigkeiten innerhalb einer Vielzahl von Politikfeldern, die für den Natur-und Klimaschutz von Bedeutung sind. Dabei geht es unter anderem um nationalen und internationalen Natur-, Umwelt- und Klimaschutz, mit Schwerpunkt Schutzgebiete und Moorschutz und nachhaltige Landnutzung. Zweck der Interessenvertretung ist es naturschutzfachlichen und wissenschaftliche Erkenntnisse und Informationen in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen. Im Zuge dessen werden bilaterale Gespräche geführt, öffentliche Fachveranstaltungen und Podien durchgeführt, zu denen Regierungsmitglieder, Abgeordnete sowie Vertreterinnen und Vertreter der Ministerien eingeladen werden, aber auch unmittelbar schriftliche Stellungnahmen und Gutachten veröffentlicht und/oder an Abgeordnete sowie an die Bundesregierung übermittelt werden.
Interessenbereiche: EU-Gesetzgebung; Artenschutz/Biodiversität; Entwicklungspolitik; Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz; Land- und Forstwirtschaft; Klimaschutz; Wissenschaft, Forschung und Technologie
Regelungsvorhaben:
- ambitionierte Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung auf Moorflächen, Wiedervernässung als Voraussetzung für Moorrestaurierung in der WVO: Die MSS wirbt dafür, die Ziele der WVO auf Moorflächen ambitioniert umzusetzen und Wiedervernässung als Voraussetzung/zwingende Maßnahme für Moorrestaurierung zu definieren, auch die Zielwerte für die Wiedervernässung bis 2030, 2040 und 2050 deutlich anzuheben.
- Definition von guter fachlicher Praxis für Moorbodennutzung im BBodSchG/BBodSchV: Die MSS wirbt dafür, eine gute fachliche Praxis für Moorbodennutzung zu definieren, die den Erhalt des Kohlenstoffvorrates durch Wasserstands Regulierung vorsieht. Außerdem weitere Instrumente zum Schutz der Moorböden zu definieren, bspw. durch Ausweisung von Bodenschutzgebieten.
- Sicherung von Moorflächen für Naturentwicklung im Flächenbedarfsgesetz/Gesetz für grüne Infrastruktur: Die MSS wirbt dafür, Moorflächen für Naturentwicklung und -wiederherstellung zu sichern und das überragende öffentliche Interesse für Moorbodenschutz gesetzlich festzulegen.
- Ermöglichung von Paludikultur im BNatSchG und Nutzung von Synergien von Gewässerschutz, Naturschutz und Klimaschutz: Die MSS wirbt dafür, die gezielte Kultivierung inkl. Ernte und Nutzung von geschützten Arten (z.B. Torfmoose) für die Anlage von Paludikulturflächen, die ggf. als geschützte Biotope eingestuft werden könnten (Röhrichte), zu ermöglichen, den Umbruch von Dauergrünland für die Anlage von Paludi-Dauerkulturen zu ermöglichen und die Genehmigung von Wasserrückhalt im Moor in Synergie mit Natur- und Gewässerschutz zu ermöglichen.
- Stärkung der Kompetenzen von Wasser-u. Bodenverbände im Bereich Wasserrückhalt: Die MSS wirbt dafür, die Kompetenzen von Wasser-und Bodenverbänden im Bereich Wasserrückhalt zu stärken, auch im Zusammenhang mit der Bewirtschaftung von Moorstandorten.
- Priorisierung von Wiedervernässungsvorhaben und modifizierte Genehmigungsverfahren im WHG: Die MSS wirbt dafür, Spielräume zu schaffen für Abwägungen zugunsten von Wiedervernässungsvorhaben und neue/modifizierte Genehmigungsverfahren zu etablieren und gesetzlich zu verankern.
- Berücksichtigung von Moorflächen im BauBG: Die MSS wirbt dafür, Moorflächen bei der Aufstellung und Genehmigung von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen stärker zu berücksichtigen und die Möglichkeit von Wiedervernässungsmaßnahmen in der Zukunft zu sichern.
- Mindestschutz für Moorböden in der GAP, Förderung von Paludikultur und Abschaffung der Zahlungen für entwässerungsbasierte Moornutzung: Die MSS wirbt dafür, ein Verschlechterungsverbot für den Zustand der organischen Böden und eine sukzessive Steigerung zu einem effektiven Schutz (Verbesserungsgebot) bis 2030 festzulegen. Der GLÖZ 2 sollte insofern angepasst werden, dass Zahlungen für entwässerungsbasierte Moornutzung zukünftig auslaufen.
Die MSS wirbt außerdem für eine klare Definition des Begriffs Paludikultur im Nationalen Strategieplan zur GAP und für die Förderung der Transformation der entwässerten Nutzung landwirtschaftlicher Flächen in Feuchtgebieten und Mooren in eine nasse Nutzung zur Erreichung bestehender Klimaschutzziele.
- Förderung des Moorbodenschutzes im BWaldG: Die MSS wirbt dafür, das Absterben von Bäumen nach Wiedervernässung nicht als Waldumwandlung zu definieren, sowie Moore als Waldbestandteile zu definieren. Außerdem sollte das BWaldG Vorgaben zur Waldbewirtschaftung in Einzugsgebieten von Mooren, um die Wasserverfügbarkeit zu verbessern.
- Anerkennung und Implementierung von Paludikulturen im GAPDZV: Die MSS wirbt dafür, die generelle Beihilfefähigkeit für Paludikulturen zu ermöglichen und diese als landwirtschaftliche Tätigkeit anzuerkennen.
- EEG. Wiedervernässung der Böden auf entwässerten Photovoltaik Standorten: Die MSS wirbt dafür, bei Bauvorhaben für Moor-PV auf entwässerten Standorten die Möglichkeit einer zukünftigen Wiedervernässungsmaßnahme zu sichern und verbindliche Qualitätsstandards hydrologischer und bodenkundlicher Gutachten bei der Planung der Anlagen festzulegen.
- Klimaschutzprogramm der Bundesregierung: Das Klimaschutzprogramm ist das strategische Maßnahmenpaket der Bundesregierung, mit dem Deutschland seine verbindlichen Klimaschutzziele erreichen will . Der Kern des Programms besteht darin, den Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2030 um 65 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken und bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen.
Relationen
Keine Relationen.