Entschließung des Bundesrates "Solidarität mit den Opfern digitaler Gewalt - Unterstützung des digitalen Gewaltschutzgesetzes"
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Entschließung des Bundesrates "Solidarität mit den Opfern digitaler Gewalt - Unterstützung des digitalen Gewaltschutzgesetzes"
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ISSN 0720-2946
Bundesrat Drucksache 170/26 (Beschluss)
27.03.26
Beschluss
des Bundesrates
Entschließung des Bundesrates "Solidarität mit den Opfern
digitaler Gewalt - Unterstützung des digitalen
Gewaltschutzgesetzes"
Der Bundesrat hat in seiner 1063. Sitzung am 27. März 2026 beschlossen, die aus
der Anlage ersichtliche Entschließung zu fassen.
Drucksache 170/26 (Beschluss)
Anlage
Entschließung des Bundesrates "Solidarität mit den Opfern
digitaler Gewalt - Unterstützung des digitalen
Gewaltschutzgesetzes"
1. Der Bundesrat verurteilt alle Formen sexualisierter Gewalt. Dazu gehört auch
bild-basierte sexualisierte Gewalt, insbesondere die Herstellung und
Verbreitung pornografischer und sonstiger persönlichkeitsrechtsverletzender
Deepfakes. Er stellt fest, dass digitale Gewalt ganz überwiegend Frauen und
Mädchen trifft und in ihren Auswirkungen physischer Gewalt in nichts
nachsteht.
2. Der Bundesrat erklärt seine Solidarität mit allen Betroffenen digitaler Gewalt.
Er unterstreicht, dass der Schutz der Persönlichkeitsrechte im digitalen Raum
ein gesamtgesellschaftliches Anliegen ist, das über die Strafverfolgung hinaus
Prävention, Opferschutz und Medienkompetenz erfordert.
3. Der Bundesrat begrüßt ausdrücklich das Vorhaben der Bundesjustizministerin,
ein digitales Gewaltschutzgesetz vorzulegen, und bittet die Bundesregierung,
den Gesetzentwurf zügig zu verabschieden. Dabei sollte der Entwurf
insbesondere sicherstellen, dass
– die Herstellung und Verbreitung pornografischer und sonstiger
persönlichkeitsrechtsverletzender Deepfakes als eigenständiger Straftatbestand erfasst
und einer schuldangemessenen Strafdrohung unterstellt wird,
– die bestehenden Schutzlücken bei der unbefugten Anfertigung sexualisierter
Bildaufnahmen in öffentlich zugänglichen Bereichen, bei durch Kleidung
bedeckten, aber sexuell konnotierten Körperbereichen sowie beim nicht
einvernehmlichen Teilen intimer Aufnahmen wirksam geschlossen werden,
und
– Betroffenen wirksame zivilrechtliche Instrumente an die Hand gegeben
werden, um die Löschung rechtswidriger Inhalte und die Sperrung von
Accounts durchzusetzen.
4. Der Bundesrat verweist darauf, dass er bereits in seiner 1046. Sitzung am
5. Juli 2024 einen Gesetzentwurf zum strafrechtlichen Schutz von
Persönlichkeitsrechten vor Deepfakes beschlossen (BR-Drs. 222/24 (Beschluss)) und in
seiner 1056. Sitzung am 11. Juli 2025 erneut eingebracht hat (BR-Drs. 272/25
(Beschluss)). Er erwartet, dass die Ergebnisse dieser Beratungen in den
Regierungsentwurf einfließen.
5. Der Bundesrat verweist ferner auf die EU-Richtlinie 2024/1385 zur
Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt und mahnt eine zügige
nationale Umsetzung der dort enthaltenen Verpflichtungen an.
Relationen
- part_of_vorgang → Entschließung des Bundesrates "Solidarität mit den Opfern digitaler Gewalt - Unterstützung des digitalen Gewaltschutzgesetzes" (Beschlussdrucksache)