Förderung emissionsfreier Busantriebe verstetigen (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/5492)
Text
Förderung emissionsfreier Busantriebe verstetigen (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/5492)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/6348
21. Wahlperiode 09.06.2026
Beschlussempfehlung und Bericht
des Verkehrsausschusses (15. Ausschuss)
zu dem Antrag der Abgeordneten Victoria Broßart, Swantje Henrike Michaelsen,
Matthias Gastel, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 21/5492 –
Förderung emissionsfreier Busantriebe verstetigen
A. Problem
Die Initianten haben einen Antrag eingebracht, der die Forderung an die
Bundesregierung beinhaltet, die Mittel für die Förderung von Bussen mit emissionsfreien
Antrieben deutlich zu erhöhen. Zudem wird gefordert, die Mittel müssten in eine
gesetzlich verankerte, bis 2035 bestehende Förderung überführt werden, um
Planungssicherheit für Kommunen und Verkehrsunternehmen zu schaffen. Weiter
solle die Ladeinfrastruktur in Betriebshöfen als förderfähige Maßnahme ins
Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) aufgenommen werden, um den
Verkehrsunternehmen den initialen Schritt zu emissionsfreien Bussen zu
ermöglichen. Gesetzliche Hürden bei der Errichtung von Netzanschlüssen für
Ladeinfrastruktur auf Betriebshöfen sollten gemäß dem Antrag zügig abgebaut sowie
Baugenehmigungen für Ladeinfrastruktur beschleunigt, vereinheitlicht und priorisiert
werden. Der Anrechnungsfaktor der THG-Quote für Strom in Elektrofahrzeugen
solle von 3 auf 5 angehoben werden, um die Wirtschaftlichkeit von Elektrobussen
zu verbessern und die Elektromobilität im ÖPNV zu stärken.
B. Lösung
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen der CDU/CSU, AfD
und SPD gegen die Stimmen der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei
Stimmenthaltung der Fraktion Die Linke.
C. Alternativen
Annahme des Antrags.
D. Kosten
Wurden nicht erörtert.
Beschlussempfehlung
Der Bundestag wolle beschließen,
den Antrag auf Drucksache 21/5492 abzulehnen.
Berlin, den 20. Mai 2026
Der Verkehrsausschuss
Tarek Al-Wazir
Vorsitzender
Michael Donth
Berichterstatter
Bericht des Abgeordneten Michael Donth
I. Überweisung
Der Deutsche Bundestag hat den Antrag auf Drucksache 21/5492 in seiner 75. Sitzung am 24. April 2026 beraten
und zur federführenden Beratung an den Verkehrsausschuss sowie zur Mitberatung an den Haushaltsausschuss,
den Ausschuss für Wirtschaft und Energie und den Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und
nukleare Sicherheit überwiesen.
II. Wesentlicher Inhalt der Vorlage
Der Antrag beinhaltet im Wesentlichen die Forderung, die Mittel für die Förderung von Bussen mit
emissionsfreien Antrieben deutlich zu erhöhen. Die Mittel müssten in eine gesetzlich verankerte bis 2035 bestehende
Förderung überführt werden, um Planungssicherheit für Kommunen und Verkehrsunternehmen zu schaffen. Zudem
solle die Ladeinfrastruktur in Betriebshöfen als förderfähige Maßnahme ins
Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) aufgenommen werden, um den Verkehrsunternehmen den initialen Schritt zu emissionsfreien
Bussen zu ermöglichen. Gesetzliche Hürden bei der Errichtung von Netzanschlüssen für Ladeinfrastruktur auf
Betriebshöfen sollten zügig abgebaut sowie Baugenehmigungen für Ladeinfrastruktur beschleunigt, vereinheitlicht
und priorisiert werden. Schließlich solle der Anrechnungsfaktor der THG-Quote für Strom in Elektrofahrzeugen
von 3 auf 5 angehoben werden, um die Wirtschaftlichkeit von Elektrobussen zu verbessern und die
Elektromobilität im ÖPNV zu stärken.
III. Stellungnahmen der mitberatenden Ausschüsse
Der Haushaltsausschuss hat in seiner 38. Sitzung am 20. Mai 2026 mit den Stimmen der Fraktionen der
CDU/CSU, AfD und SPD gegen die Stimmen der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei Stimmenthaltung
der Fraktion Die Linke beschlossen, die Ablehnung des Antrags auf Drucksache 21/5492 zu empfehlen.
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie hat in seiner 35. Sitzung am 20. Mai 2026 mit den Stimmen der
Fraktionen der CDU/CSU, AfD und SPD gegen die Stimmen der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei
Stimmenthaltung der Fraktion Die Linke beschlossen, die Ablehnung des Antrags auf Drucksache 21/5492 zu
empfehlen.
Der Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit hat in seiner 37. Sitzung am
20. Mai 2026 mit den Stimmen der Fraktionen der CDU/CSU, AfD und SPD gegen die Stimmen der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei Stimmenthaltung der Fraktion Die Linke beschlossen, die Ablehnung des
Antrags auf Drucksache 21/5492 zu empfehlen.
IV. Beratungsverlauf und Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss
Der Verkehrsausschuss hat den Antrag auf Drucksache 21/5492 in seiner 32. Sitzung am 20. Mai 2026 beraten.
Die Fraktion der CDU/CSU bekundete, der Umstieg auf emissionsfreie Busantriebe müsse in der Tat verstetigt
und gefördert werden. Für den vorliegenden Antrag sehe man aber aktuell keinen Bedarf. Im Zuge der
Haushaltsberatungen für 2026 sei entschieden worden, die Förderung des Ankaufs von Bussen mit alternativen Antrieben
auf einem sehr hohen Niveau weiterzuführen. Die Regierungskoalition unternehme bereits sehr viel, um die
Umrüstung auf emissionsfreie Busse voranzutreiben. Im Hinblick auf die aktuellen Herausforderungen für den
Bundeshaushalt seien aber in dem Antrag darüber hinaus erhobene Forderungen unrealistisch. Zudem beträfen viele
der in dem Antrag genannten Maßnahmen Zuständigkeiten von Ländern und Kommunen.
Die Fraktion der AfD ging auf energiepolitische Fragen ein und bekundete, sie habe nichts gegen den Einsatz
von E-Bussen einzuwenden. Gerade im innerstädtischen Betrieb könne dieser sinnvoll sein. Sie spreche sich aber
dafür aus, dass die Kommunen darüber selbst entscheiden sollten. Diese sollten dazu nicht gezwungen oder durch
Förderrichtlinien beeinflusst werden.
Die Fraktion der SPD stellte fest, auch in den letzten Jahren habe man die Förderbedingungen weiterentwickelt.
Der Antrag beinhalte einige Punkte, über die man nachdenken könne. Die meisten Forderungen in dem Antrag
seien aber unrealistisch und zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht umsetzbar. Zudem beträfe ein Teil der
Forderungen auch Regelungen, die von den Ländern zu treffen wären.
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN begrüßte, dass es einen neuen Förderaufruf für die Förderung von
emissionsfreien Bussen gegeben habe. Im Rahmen der Förderung würden nun 1.900 Busse gefördert, aber in
Deutschland seien 78.000 Busse unterwegs, was bedeute, dass trotz der Förderung noch eine große Aufgabe
verbleibe. Sie bemängelte fehlende Planungssicherheit, da sich die Unternehmen nicht darauf verlassen könnten, dass
es einen nächsten Förderaufruf geben werde.
Die Fraktion Die Linke sprach sich dafür aus, nicht nur die Umstellung von Busantrieben zu erörtern, sondern
auch den wichtigen Ausbau des ÖPNV. Im Bereich des Ausbaus geschehe nicht genug, was Kürzungen des
Angebots zur Folge habe. Sie kritisierte einzelne Forderungen aus dem Antrag, unter anderem betreffend eine
Beschleunigung des Planungsverfahrens sowie eine Beseitigung gesetzlicher Hürden für den Netzausbau. Die
Richtung des Antrags finde man aber richtig, weshalb man sich enthalten werde.
Der Verkehrsausschuss empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen der CDU/CSU, AfD und SPD gegen die
Stimmen der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei Stimmenthaltung der Fraktion Die Linke die Ablehnung
des Antrags auf Drucksache 21/5492.
Berlin, den 20. Mai 2026
Michael Donth
Berichterstatter
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ISSN 0722-8333
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