Nutzung von Liegenschaften und Verkehrswegen durch die Bundeswehr in Hamburg
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Nutzung von Liegenschaften und Verkehrswegen durch die Bundeswehr in Hamburg
Deutscher Bundestag Drucksache 21/6179
21. Wahlperiode 01.06.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Cansu Özdemir, Desiree Becker, Gökay Akbulut, Violetta Bock,
Janina Böttger, Maik Brückner, Clara Bünger, Mirze Edis, Katrin Fey, Vinzenz
Glaser, Jan Köstering, Ina Latendorf, Charlotte Antonia Neuhäuser, Lea Reisner,
Zada Salihović, David Schliesing, Ulrich Thoden, Donata Vogtschmidt, Christin
Willnat und der Fraktion Die Linke
Nutzung von Liegenschaften und Verkehrswegen durch die Bundeswehr
in Hamburg
Die fortschreitende Aufrüstung und der geplante personelle Aufwuchs der
Bundeswehr haben weitreichende Auswirkungen auf die Länder und Kommunen.
Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, die Bundeswehr personell und materiell
auszubauen. Das bedeutet konkret eine Ausweitung der Verteidigungsausgaben
auf bis zu 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bis zum Jahr 2029 und
eine Anhebung des Personals der Bundeswehr bis 2035 auf mindestens
255 000. Dafür werden verpflichtende Musterungen junger Männer eingeführt,
für die auch in den jeweiligen Bundesländern Musterungskapazitäten aufgebaut
werden müssen, entweder durch Ausbau, Neuerwerb oder Reaktivierung
bestehender Liegenschaften. Auch die Freie und Hansestadt Hamburg ist als
bedeutender Verkehrs- und Logistikstandort von diesen Entwicklungen betroffen.
Insbesondere im Kontext der sogenannten Drehscheibe Deutschland sowie der
militärischen Mobilitätsstrategien von NATO und EU gewinnt Hamburg als
Standort für Truppenverlegungen und Materialtransporte an Bedeutung. Am
27. Oktober 2025 teilte das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) mit,
dass mit einem Moratorium die Umwandlung von militärisch genutzten
Liegenschaften in eine zivile Nachnutzung ausgesetzt wurde (www.bmvg.de/de/pr
esse/moratorium-konversion-liegenschaften-6035758). Die betroffenen
Liegenschaften werden der sogenannten strategischen Liegenschaftsreserve der
Bundeswehr zugeführt. In Hamburg ist nach den den Fragestellenden vorliegenden
Informationen derzeit ein Objekt in der Müggenburgerstraße 23 betroffen.
Zudem stellt sich die Frage, in welchem Umfang zivile Nutzungen beeinflusst
werden und welche konkreten Auswirkungen die militärischen Planungen auf
die Nutzung öffentlicher Räume und Infrastruktur haben. Vor diesem
Hintergrund besteht ein erhebliches öffentliches Interesse an Transparenz hinsichtlich
der Planungen der Bundeswehr in Hamburg sowie deren konkreter Umsetzung.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Liegenschaften der Bundeswehr bzw. des Bundesministeriums der
Verteidigung befinden sich aktuell im Gebiet der Freien und Hansestadt
Hamburg (bitte Adresse, Fläche und Nutzungsstatus angeben), und wer ist
jeweils für die Verwaltung zuständig?
2. Welche dieser Liegenschaften
a) werden derzeit aktiv genutzt,
b) sind ungenutzt oder nur teilweise genutzt und
c) sollen in den kommenden Jahren reaktiviert, erweitert oder umgenutzt
werden?
3. Welche Liegenschaften in Hamburg sind Bestandteil der sogenannten
strategischen Liegenschaftsreserve der Bundeswehr oder sollen dieser
zugeführt werden?
4. Wie hoch ist aktuell der militärische Anteil
a) des Militärstraßengrundnetzes in Hamburg am Gesamtstraßennetz in
Hamburg (bitte in Kilometern und Prozent angeben) und
b) an der Nutzung des Schienenstreckennetzes in Hamburg?
5. Welche Vereinbarungen bestehen zwischen der Bundeswehr bzw. dem
Bundesministerium der Verteidigung und der Freien und Hansestadt
Hamburg hinsichtlich
a) der Nutzung von Verkehrswegen für militärische Zwecke,
b) der Vereinfachung militärischer Transporte und
c) der Beteiligung an Infrastrukturmaßnahmen?
6. Welche Auswirkungen haben geplante militärische Nutzungen auf
bestehende zivile Nutzungen von Flächen oder Infrastruktur in Hamburg?
7. Wie ist die jeweilige (mögliche) Umweltbelastung der vom Moratorium
betroffenen Liegenschaften in Hamburg, und inwiefern gibt es dabei
besonders auffällige Liegenschaften (bitte einzeln mit den jeweiligen [
möglichen] Umweltbelastungen aufführen)?
8. In welcher Form sind sowohl die Anwohnenden als auch die
Unternehmen und Personen in den derzeitig zwischengenutzten Liegenschaften der
Bundeswehr in den Prozess der Reaktivierungspläne eingebunden?
9. Welche Rolle spielt der Hamburger Hafen in militärischen Logistik- und
Verlegekonzepten der Bundeswehr sowie im Rahmen internationaler
Verpflichtungen (z. B. NATO, EU Military Mobility)?
10. Welche Kapazitäten zur Musterung und Personalgewinnung bestehen
derzeit in Hamburg, und welche Erweiterungen sind geplant?
11. Von welchen Investitionen für den Um- und Neubau von
Bundeswehreinrichtungen in Hamburg im Zeitraum von 2026 bis 2029 geht die
Bundesregierung aus (bitte nach Jahren und Liegenschaften aufschlüsseln)?
12. Von welchen finanziellen Aufwendungen für militärische
Infrastrukturmaßnahmen in Hamburg geht die Bundesregierung in den kommenden
Jahren aus?
Berlin, den 19. Mai 2026
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333
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