CO2-Bepreisung aussetzen - Deutschen Gartenbau retten, nationale Ernährungssouveränität sichern, regionale Wertschöpfung bewahren und Lebensmittelpreise stabil halten (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/5329)
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CO2-Bepreisung aussetzen - Deutschen Gartenbau retten, nationale Ernährungssouveränität sichern, regionale Wertschöpfung bewahren und Lebensmittelpreise stabil halten (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/5329)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5865
21. Wahlperiode 08.05.2026
Beschlussempfehlung und Bericht
des Ausschusses für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (10. Ausschuss)
zu dem Antrag der Abgeordneten Bernd Schuhmann, Stephan Protschka, Peter
Felser, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/5329 –
CO2-Bepreisung aussetzen – Deutschen Gartenbau retten, nationale
Ernährungssouveränität sichern, regionale Wertschöpfung bewahren und
Lebensmittelpreise stabil halten
A. Problem
Die Antragsteller erläutern, dass neben dem EU-Emissionshandel und der
nationalen CO2-Bepreisung der aktuelle Konflikt im Iran die Energiepreise stark
ansteigen ließen. Davon besonders betroffen sei der Gartenbau, der aufgrund seiner
Gewächshäuser das ganze Jahr hindurch große Mengen an Heizenergie,
Kraftstoffe und Strom benötige. Viele Gartenbaubetriebe könnten nicht mehr rentabel
wirtschaften und seien in ihrer Existenz gefährdet. Dies könne den Verlust einer
großen Zahl an Arbeitsplätzen vor allem in strukturschwachen ländlichen
Regionen zur Folge haben, zudem müsse ein noch höherer Anteil an Obst und Gemüse
importiert werden, was wiederum Auswirkungen auf die deutsche
Lebensmittelsouveränität habe. Durch längere Transportwege sei der CO2-Fußabdruck
höher, so dass sich das ursprüngliche Ziel einer CO2-Bepreisung ins Gegenteil kehre.
Um Lebensmittelpreise stabil zu halten und die Zukunft des deutschen Gartenbaus
zu sichern, müsse die Bundesregierung auf nationaler und EU-Ebene darauf
hinwirken, dass die Energiepreise nicht weiter durch zusätzliche Abgaben und
Emissionshandelszertifikate verteuert würden.
B. Lösung
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion
der AfD.
C. Alternativen
Wurden nicht erörtert.
D. Kosten
Wurden nicht erörtert.
Beschlussempfehlung
Der Bundestag wolle beschließen,
den Antrag auf Drucksache 21/5329 abzulehnen.
Berlin, den 6. Mai 2026
Der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
Hermann Färber
Vorsitzender
Artur Auernhammer
Berichterstatter
Bernd Schuhmann
Berichterstatter
Dr. Franziska Kersten
Berichterstatterin
Karl Bär
Berichterstatter
Marcel Bauer
Berichterstatter
Bericht der Abgeordneten Artur Auernhammer, Bernd Schuhmann, Dr. Franziska
Kersten, Karl Bär und Marcel Bauer
I. Überweisung
Der Deutsche Bundestag hat in seiner 72. Sitzung am 17. April 2026 den Antrag der Fraktion der AfD auf
Drucksache 21/5329 erstmals beraten und an den Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat zur
federführenden Beratung sowie zur Mitberatung an den Finanzausschuss, den Verkehrsausschuss und den Ausschuss für
Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit überwiesen.
II. Wesentlicher Inhalt der Vorlage
Mit dem vorliegenden Antrag soll festgestellt werden, dass der Gartenbau als energieintensive Branche durch EU-
Emissionshandel, nationale CO2-Bepreisung und die aktuellen geopolitischen Entwicklungen besonders
benachteiligt sei. Die wirtschaftliche Existenz vieler Betriebe sei bedroht, was zum Abbau von Arbeitsplätzen führen
könne. Zudem gebe es Auswirkungen auf die die Preise von Obst und Gemüse, die landwirtschaftliche Vielfalt
sowie die Lebensmittelsouveränität Deutschlands.
Aus diesem Grund soll die Bundesregierung dazu aufgefordert werden, die nationale CO2-Bepreisung auszusetzen
bzw. langfristig aufzuheben und sich auf Ebene der EU für eine Reform oder sogar Abschaffung des EU-
Emissionshandels einzusetzen.
III. Stellungnahmen der mitberatenden Ausschüsse
Der Finanzausschuss hat in seiner 33. Sitzung am 6. Mai 2026 mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD die Ablehnung des Antrags
der Fraktion der AfD auf Drucksache 21/5329 empfohlen.
Der Verkehrsausschuss hat in seiner 31. Sitzung am 6. Mai 2026 mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU,
SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD die Ablehnung des
Antrags der Fraktion der AfD auf Drucksache 21/5329 empfohlen.
Der Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit hat in seiner 36. Sitzung am
6. Mai 2026 mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke
gegen die Stimmen der Fraktion der AfD die Ablehnung des Antrags der Fraktion der AfD auf Drucksache
21/5329 empfohlen.
IV. Beratungsverlauf und Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss
1. Abschließende Beratung
Der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hat den Antrag der Fraktion der AfD auf Drucksache
21/5329 in seiner 24. Sitzung am 6. Mai 2026 abschließend beraten.
Die Fraktion der AfD betonte, durch den deutschen Alleingang der CO2-Besteuerung sei ein Konkurrenzdruck
aufgebaut worden, der vor allem den Gartenbau mit seinen energieintensiven Gewächshäusern belaste. In der
Gesamtbilanz dieser Betriebe würden die Energiekosten zu einer hohen Belastung führen. Es dürfe nicht sein,
dass Obst und Gemüse CO2-intensiv per Luftfracht oder per LKW aus Spanien eingeführt würden, während
regionale Produkte aus heimischer Produktion, die für die gesunde Ernährung der Bevölkerung wichtig seien, nicht
kostengünstig angeboten werden könnten. Im Vergleich zu den Niederlanden hätten die Anbauflächen für Obst
und Gemüse in Deutschland zugenommen. Deutsche Betriebe hätten hohe Summen für den Unter-Glas-Anbau
investiert, ihnen müsse die Chance gegeben werden, weiterhin lebensfähig zu sein. Um CO2 einzusparen und die
Regionalität zu fördern, solle die CO2-Bepreisung sofort ausgesetzt werden.
Die Fraktion der SPD erklärte, die Fraktionen der CDU/CSU und SPD setzten sich für gesunde Ernährung,
regionale Wertschöpfung und zukunftsfähige Betriebe ein. Daher sei im Koalitionsvertrag vereinbart, den
Selbstversorgungsgrad bei Obst und Gemüse zu erhöhen. Das solle mit dem „Maßnahmenpaket Zukunft Gartenbau“
erfolgen, unter anderem durch die Förderung von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz aus dem
Klima- und Transformationsfonds oder dem Verbundprojekt „ZukunftsInitiative NiedrigEnergieGewächshaus“
(ZINEG). Der Zentralverband Gartenbau e. V. begrüße das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung.
Außerdem sei der Umstieg auf erneuerbare Energien ein Beitrag, um die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu
verringern. Im Koalitionsvertrag sei darüber hinaus vereinbart, die Landwirtschaft ab dem Jahr 2028 nicht in das
Emissionshandelssystem der EU für Gebäude, Straßenverkehr und weitere Sektoren (ETS 2) einzubeziehen. Das
behauptete stetige Absinken des Selbstversorgungsgrades entspreche nicht den Tatsachen, dieser sei im Gegenteil
von 34,7 Prozent im Wirtschaftsjahr 2018/2019 auf 40,1 Prozent 2024/2025 gestiegen.
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stellte fest, eine Stärkung des Gartenbaus durch die Aussetzung der
CO2-Besteuerung könne nur abgelehnt werden. Der Klimawandel werde seit über 200 Jahren wissenschaftlich
beobachtet. Seit den 1960er-Jahren sei wissenschaftlich anerkannt, dass der Anstieg von Treibhausgasen in der
Atmosphäre zur Erderhitzung und damit einhergehend zu großen Problemen führe. Die Fraktion plädiere aus
diesem Grund auch dafür, den CO2-Grenzausgleichsmechanismus der EU (CBAM) nicht auszusetzen, auch wenn
die Aussetzung kurzfristig zu niedrigeren Düngemittelpreisen führen könne. Der Mechanismus sei dafür gedacht,
die weltweit unterschiedlichen Geschwindigkeiten im Klimaschutz auszugleichen und die deutsche Industrie zu
schützen, die darin schon weiter sei.
Die Fraktion der CDU/CSU stellte fest, die Lage des deutschen Gartenbaus sei ernst. Die Belastungen durch die
unbefriedigende Einkommenssituation, den Konkurrenzdruck aus dem Ausland und auch den Mindestlohn lasse
sich nicht leugnen. In anderen Staaten werde mit anderen Methoden produziert. Im Grunde genommen werde
nicht Obst und Gemüse importiert, sondern viel Wasser. Die größte Herausforderung sei aber der Klimawandel,
das zeige aktuell das extrem trockene Wetter. Daher müsse der heimische Anbau mit anderen Maßnahmen
gestärkt werden. Es bedürfe Fördermittel für den klimafreundlichen Umbau der Betriebe, Unterstützung der
Forschung zu neuer Technik und Investitionen für nachhaltigeren Unter-Glas-Anbau. All diese Maßnahmen könnten
aus den Einnahmen durch die CO2-Bepreisung bezahlt werden.
Die Fraktion Die Linke bekräftigte, das größte Problem der deutschen Landwirtschaft sei der Klimawandel.
Wer die CO2-Besteuerung abschaffen wolle, erkenne entweder den Ernst der Situation nicht oder verschließe
davor mutwillig die Augen. Die Situation des Gartenbaus werde vielmehr durch die hohe Marktmacht der
Discounter verursacht, die die Preise drückten. Auch höhere Förderung der Betriebe könne hier nicht helfen.
Abhilfe bei steigenden Energiepreisen solle durch die Abkehr von fossilen Energieträgern geschaffen werden. Der
Antrag müsse abgelehnt werden.
2. Abstimmungsergebnis
Der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat beschloss mit den Stimmen der Fraktionen
CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD, dem
Deutschen Bundestag zu empfehlen, den Antrag auf Drucksache 21/5329 abzulehnen.
Berlin, den 6. Mai 2026
Artur Auernhammer
Berichterstatter
Bernd Schuhmann
Berichterstatter
Dr. Franziska Kersten
Berichterstatterin
Karl Bär
Berichterstatter
Marcel Bauer
Berichterstatter
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Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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