Deutsche Landwirtschaft nach den Ernteausfällen unterstützen - Krisenbeihilfen nutzen
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Deutsche Landwirtschaft nach den Ernteausfällen unterstützen - Krisenbeihilfen nutzen
Deutscher Bundestag Drucksache 21/8133
21. Wahlperiode 22.09.2026
Antrag
der Abgeordneten Bernd Schattner, Stephan Protschka, Peter Felser, Christian
Reck, Danny Meiners, Steffen Janich, Enrico Komning, Julian Schmidt, Dr. Michael
Blos, Enrico Komning, Dario Seifert, Lars Schieske, Stefan Schröder, Alexander
Arpaschi, Adam Balten, Dr. Christina Baum, Carsten Becker, Dr. Christoph
Birghan, Joachim Bloch, Dr. Michael Blos, René Bochmann, Erhard Brucker,
Thomas Dietz, Boris Gamanov, Udo Theodor Hemmelgarn, Stefan Henze, Karsten
Hilse, Dr. Malte Kaufmann, Dr. Michael Kaufmann, Kurt Kleinschmidt, Heinrich
Koch, Andreas Paul, Arne Raue, Dr. Rainer Rothfuß, Manfred Schiller, Dr. Paul
Schmidt, Martina Uhr, Sven Wendorf, Jörg Zirwes, Ulrich von Zons und der
Fraktion der AfD
Deutsche Landwirtschaft nach den Ernteausfällen unterstützen – Krisenbeihilfen
nutzen
Der Bundestag wolle beschließen:
I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise im Nahen Osten führen auch in der
deutschen Landwirtschaft zu erheblichen Kostensteigerungen und damit zu einer
Verschlechterung der Wettbewerbsbedingungen im europäischen Binnenmarkt.
Die Europäische Kommission hat mit dem „Middle East Crisis Temporary State
Aid Framework“ (METSAF) einen befristeten beihilferechtlichen Rahmen
geschaffen, der den Mitgliedstaaten ausdrücklich die Möglichkeit eröffnet,
besonders von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Nahost-Krise betroffene
Wirtschaftsbereiche zeitlich befristet durch staatliche Beihilfen zu unterstützen
(https://competition-policy.ec.europa.eu/state-aid/legislation/metsaf_en). Der
Anwendungsbereich des METSAF umfasst insbesondere die Landwirtschaft
sowie weitere energie- und kostenintensive Wirtschaftszweige. Zugelassen sind
zeitlich befristete Beihilfen zur Abfederung gestiegener Kosten für Energie,
Kraftstoffe und Betriebsmittel.
Mehrere Mitgliedstaaten nutzen die durch den METSAF eröffneten
beihilferechtlichen Spielräume bereits und haben entsprechende nationale
Unterstützungsprogramme bei der Europäischen Kommission zur Genehmigung eingereicht. So hat
die Europäische Kommission für Spanien ein umfangreiches nationales
Unterstützungsprogramm für die Landwirtschaft genehmigt (https://www.agrar-
heute.com/politik/duenger-diesel-teuer-erstes-eu-land-zahlt-landwirten-550-
millionen-641019).
Die Bundesregierung hat bislang keine vergleichbaren Maßnahmen für die
deutsche Landwirtschaft angekündigt oder bei der Europäischen Kommission
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orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
angemeldet. Hierdurch drohen deutschen landwirtschaftlichen Betrieben
Wettbewerbsnachteile gegenüber Betrieben in anderen Mitgliedstaaten, die die durch den
METSAF eröffneten Spielräume bereits nutzen.
II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
1. die durch den befristeten Beihilferahmen der Europäischen Kommission
für die Nahost-Krise (Middle East Crisis Temporary State Aid
Framework – METSAF) eröffneten Möglichkeiten zur Unterstützung der
Landwirtschaft umfassend zu nutzen;
2. unverzüglich ein nationales Hilfsprogramm für landwirtschaftliche
Betriebe bei der Europäischen Kommission zur Genehmigung anzumelden,
um die krisenbedingt gestiegenen Kosten für Betriebsmittel,
insbesondere für Mineraldünger, Energie und Kraftstoffe, abzufedern;
3. die Unterstützung so auszugestalten, dass die Hilfen unbürokratisch,
zielgerichtet und zeitnah bei den landwirtschaftlichen Betrieben ankommen;
4. die Höhe der bereitgestellten Mittel an den tatsächlichen wirtschaftlichen
Belastungen der Landwirtschaft auszurichten und hierfür die nach dem
METSAF zulässigen Beihilfespielräume vollständig auszuschöpfen;
5. dem Deutschen Bundestag zeitnah ein Konzept vorzulegen, wie die
Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft gegenüber
Mitgliedstaaten erhalten werden kann, die die durch den METSAF
eröffneten Unterstützungsmöglichkeiten bereits nutzen.
Berlin, den 22. September 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Begründung
Die landwirtschaftliche Produktion ist in besonderem Maße von den Preisen für Energie, Kraftstoffe und
Mineraldünger abhängig. Diese Betriebsmittel stellen einen erheblichen Anteil der Produktionskosten dar und können
kurzfristig weder substituiert noch in vollem Umfang durch Effizienzsteigerungen kompensiert werden. Die im
Zuge der Krise im Nahen Osten entstandenen Marktverwerfungen haben zu deutlichen Preissteigerungen bei
zentralen Betriebsmitteln geführt. In einzelnen Bereichen haben sich die Kosten für Düngemittel und Energie im
Vergleich zu den Vorkrisenniveaus spürbar erhöht (https://de.statista.com/infografik/27354/preise-fuer-land-
wirtschaftliche-duengemittel-im-globalen-handel/). Da landwirtschaftliche Erzeuger ihre Verkaufspreise
aufgrund der Marktstruktur nur eingeschränkt an steigende Produktionskosten anpassen können, wirken sich diese
Entwicklungen unmittelbar auf die betriebliche Liquidität und Investitionsfähigkeit aus.
Mit dem Middle East Crisis Temporary State Aid Framework (METSAF) hat die Europäische Kommission
einen befristeten Krisenrahmen geschaffen, der den Mitgliedstaaten gezielte nationale Unterstützungsmaßnahmen
zur Abfederung außergewöhnlicher Kostensteigerungen ausdrücklich ermöglicht. Hierzu zählen insbesondere
Beihilfen zur teilweisen Kompensation krisenbedingter Mehrkosten bei Energie und Betriebsmitteln
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orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
(https://competition-policy.ec.europa.eu/state-aid/legislation/metsaf_en). Der Rahmen eröffnet dabei sowohl die
Möglichkeit individuell nachgewiesener Kostenkompensation als auch pauschalierter Unterstützungsmodelle
auf Grundlage sektoraler Verbrauchs- oder Kostenschätzungen innerhalb festgelegter Höchstgrenzen. Die
Instrumente sind als zeitlich befristete Stabilisierungshilfen ausgestaltet und dienen der Vermeidung
schwerwiegender wirtschaftlicher Verwerfungen im europäischen Binnenmarkt.
Die Nutzung dieser Möglichkeiten durch einzelne Mitgliedstaaten kann zu unterschiedlichen wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen innerhalb der Europäischen Union führen. Vor diesem Hintergrund ist eine vergleichbare
Nutzung der beihilferechtlichen Spielräume auch in Deutschland sachgerecht. Die vorgeschlagenen Maßnahmen
dienen ausschließlich der zeitlich befristeten Abfederung außergewöhnlicher Kostensteigerungen und stellen
keine dauerhafte Marktintervention dar. Ziel ist die Stabilisierung der betrieblichen Liquidität sowie die
Sicherung fairer Wettbewerbsbedingungen im europäischen Binnenmarkt.
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orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Relationen
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