Verbreitung von Selbstverteidigungsmitteln und Entwicklung der Kleinen Waffenscheine seit 2015 vor dem Hintergrund des Sicherheitsgefühls in der Bevölkerung
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Verbreitung von Selbstverteidigungsmitteln und Entwicklung der Kleinen Waffenscheine seit 2015 vor dem Hintergrund des Sicherheitsgefühls in der Bevölkerung
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5208
21. Wahlperiode 07.04.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Bastian Treuheit, Martin Hess, Sascha Lensing, Andreas
Mayer, Lukas Rehm, Raimond Scheirich und der Fraktion der AfD
Verbreitung von Selbstverteidigungsmitteln und Entwicklung der Kleinen
Waffenscheine seit 2015 vor dem Hintergrund des Sicherheitsgefühls in der
Bevölkerung
Ein aktueller Zeitungsbericht beschreibt ein wachsendes
Unsicherheitsempfinden in der deutschen Bevölkerung. In diesem Zusammenhang wird auch auf
einen deutlichen Anstieg der Zahl Kleiner Waffenscheine verwiesen, die sich
seit 2015 von rund 286 000 auf über 900 000 Erlaubnisse im Jahr 2025 mehr
als verdreifacht haben soll (vgl. www.bild.de/politik/von-abwehrspray-bis-zwil
le-deutschland-bewaffnet-sich-69b7bbe2e74d99f444f824bf). Der Kleine
Waffenschein berechtigt zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und
Signalwaffen in der Öffentlichkeit.
Auch aktuelle Umfragen deuten auf ein erhöhtes Unsicherheitsgefühl in der
Bevölkerung hin. So zeigt der ARD-„Deutschlandtrend“ vom November 2025,
dass sich rund die Hälfte der Befragten im öffentlichen Raum unsicher fühlt
und das Sicherheitsgefühl damit weiter gesunken ist (www.welt.de/newsticker/
dpa_nt/infoline_nt/panorama_nt/article690cedc60580923d09989be4/umfrage-s
icherheitsgefuehl-in-deutschland-sinkt.html?utm_source=chatgpt.com). Ein
gestiegenes Sicherheitsbedürfnis wird mit einer verstärkten Nutzung und mit
dem Erwerb von Selbstverteidigungsmitteln in Verbindung gebracht. Die
Datenlage zur Verbreitung von Selbstverteidigungsmitteln ist begrenzt. Vor
diesem Hintergrund ist für die Fragesteller von Interesse, wie sich die Verbreitung
entsprechender Gegenstände seit 2015 entwickelt hat und welche Erkenntnisse
der Bundesregierung hierzu vorliegen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie viele gültige Kleine Waffenscheine waren jeweils zum Stichtag 31.
Dezember der Jahre von 2015 bis 2025 im Nationalen Waffenregister
gespeichert, und wie hat sich dieser Bestand im genannten Zeitraum entwickelt
(bitte nach Jahren aufschlüsseln) hinsichtlich
a) der Anzahl der neu erteilten Kleinen Waffenscheine,
b) der Anzahl der widerrufenen oder zurückgenommenen Kleinen
Waffenscheine sowie sonstiger Abgänge (z. B. Verzicht, Tod) und welche
Erkenntnisse zu den maßgeblichen Gründen für den Widerruf oder die
Rücknahme vorliegen (z. B. fehlende waffenrechtliche Zuverlässigkeit,
strafrechtliche Auffälligkeiten),
c) des sich daraus ergebenden jährlichen Nettozuwachses bzw.
Nettorückgangs?
2. Wie verteilen sich die in Frage 1 genannten Bestände jeweils nach
Bundesländern (bitte für alle genannten Stichtage ausweisen)?
3. Welche demografischen Merkmale (insbesondere Alter in Gruppen,
Geschlecht und Staatsangehörigkeit) der Inhaber Kleiner Waffenscheine
werden im Nationalen Waffenregister grundsätzlich erfasst, und welche davon
kann die Bundesregierung für die Jahre von 2015 bis 2025 statistisch
auswerten (bitte nach Jahr ausweisen und etwaige Einschränkungen erläutern)?
4. Auf welche amtlichen oder externen Datenquellen stützt sich die
Bundesregierung bei der Bewertung der Verbreitung erlaubnisfreier
Selbstverteidigungsmittel seit 2015, und welche Datenlücken bestehen hierbei?
5. Welche Zeitreihen oder Studien zum subjektiven Sicherheitsgefühl bzw. zur
Kriminalitätsfurcht liegen der Bundesregierung seit 2015 vor, und welche
zentralen Entwicklungen lassen sich daraus insbesondere im Zeitverlauf
sowie nach Wohnortgröße (Stadt bzw. Land) ableiten?
6. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zur Entwicklung des
subjektiven Sicherheitsgefühls seit 2015 vor, und inwieweit sieht sie einen
Zusammenhang zwischen den Veränderungen dieses Sicherheitsgefühls und
der zunehmenden Verbreitung von Selbstverteidigungsmitteln bzw. Kleinen
Waffenscheinen?
Berlin, den 2. April 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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