Jung und rechtsextrem - Zur Zunahme rechtsextremer Einstellungen und Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen
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Jung und rechtsextrem - Zur Zunahme rechtsextremer Einstellungen und Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1251
21. Wahlperiode 18.08.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Marlene Schönberger, Schahina Gambir, Marcel Emmerich,
Dr. Irene Mihalic, Nyke Slawik, Dr. Konstantin von Notz, Lamya Kaddor,
Dr. Anna Lührmann, Lukas Benner, Leon Eckert, Filiz Polat, Ayşe Asar, Dr. Lena
Gumnior, Sven Lehmann, Rebecca Lenhard, Stefan Schmidt und der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Jung und rechtsextrem – Zur Zunahme rechtsextremer Einstellungen und
Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Der Verfassungsschutzbericht verzeichnet für das Jahr 2024 einen
alarmierenden Anstieg des rechtsextremen Personenpotenzials um 23,7 Prozent auf
50 250 sowie der Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund um 47,4 Prozent
auf 37 835 innerhalb eines Jahres. Darunter waren 1 281 Gewalttaten,
einschließlich sechs versuchter Tötungsdelikte (www.verfassungsschutz.de/Shared
Docs/publikationen/DE/verfassungsschutzberichte/2025-06-10-verfassungssch
utzbericht-2024.pdf?__blob=publicationFile&v=4, S. 4). Diese Zahlen
verdeutlichen die zunehmende Radikalisierung und Gewaltbereitschaft im Bereich des
Rechtsextremismus. Rechtsextremismus bleibt damit, auch nach Einschätzung
der Sicherheitsbehörden, die größte Gefahr für unsere Demokratie.
Rechtsextremistinnen und Rechtsextremisten gefährden die Sicherheit vieler
gesellschaftlicher Gruppen und all diejenigen, die sich für eine offene Gesellschaft
einsetzen.
Es ist zu beobachten, dass sich insbesondere unter Jugendlichen und jungen
Erwachsenen rechtsextreme Einstellungen verbreiten, sie sich radikalisieren und
gewalttätig werden (www.zdfheute.de/panorama/kriminalitaet/rechtsexterme-ju
gendgruppen-verfassungsschutz-radikalisierung-queerfeindlichkeit-100.html).
Sogar rechtsterroristische Jugendgruppen mehren sich. Das belegen z. B. die
am 21. Mai 2025 stattgefundenen Razzien gegen die mutmaßliche
rechtsextreme Terrorgruppe „Letzte Verteidigungswelle“, die maßgeblich aus
Minderjährigen besteht, zwei Anschläge verübt habt und mindestens einen weiteren
Anschlag geplant haben soll (www.zdfheute.de/politik/deutschland/letzte-vertei
digungswelle-rechtsextrem-terroristische-vereinigung-minderjaehrige-10
0.html).
Weitere aktionsorientierte rechtsextreme Gruppen mit vornehmlich jungen
Mitgliedern sind u. a. „Jung und Stark“, „Der Störtrupp“, „Elblandrevolte“ und
„Deutsche Jugend Voran“. Laut Rechtsextremismusforscher Prof. Dr. Matthias
Quent setzen sich in manchen ländlichen Gegenden rechtsextreme
Jugendkulturen so stark durch, dass sich nichtrechtsextreme Menschen dort verstecken
müssen (www.deutschlandfunk.de/rechtsextremismus-an-deutschen-schulen-lo
est-besorgnis-aus-100.html).
Rechtsextreme Jugendgruppen wie die „Letzte Verteidigungswelle“ nutzen
gezielt und erfolgreich digitale Räume wie soziale Medien, Gaming-Plattformen
oder Messenger-Dienste, um Kinder und Jugendliche mit niedrigschwelligen
Inhalten anzusprechen und schnell und umfassend zu mobilisieren und zu
radikalisieren (www.spiegel.de/panorama/justiz/letzte-verteidigungswelle-bundesa
nwaltschaft-geht-gegen-rechtsextreme-gruppe-vor-a-b13ad488-477f-4bd1-bd3
c-e2a6afe0551e, www.zdfheute.de/politik/deutschland/letzte-verteidigungswell
e-rechtsextrem-terroristische-vereinigung-minderjaehrige-100.html). Laut dem
Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS) ist Telegram dabei
„zur wichtigsten Plattform für Verschwörungsideologien und
Rechtsextremismus“ geworden (https://report.cemas.io/telegram/). Auch Europol hat zuletzt in
einer Mitteilung am 3. Juni 2025 davor gewarnt, dass rechtsextreme
Organisationen Kinder über Internetplattformen radikalisieren. Zu den
Manipulationstaktiken gehört der Mitteilung zufolge der Einsatz von KI-generierten (KI =
Künstliche Intelligenz) Bildern, Texten und Videos. Neben zielgruppengerecht
aufbereiteten visuellen Inhalten werde teils auch terroristisches Material mit
Gaming-Elementen verknüpft. Die Europol-Direktorin hält daher eine
Zusammenarbeit mit Online-Plattformen und Online-Unternehmen für unerlässlich,
um eine Radikalisierung von Minderjährigen zu verhindern (www.europol.euro
pa.eu/media-press/newsroom/news/europol-coordinates-operation-against-terro
rist-content-online-targeting-minors).
Der Hass auf queere Menschen ist eine zentrale ideologische Gemeinsamkeit
rechtsextremer Jugendgruppen. Die bundesweiten Fallzahlen über Politisch
motivierte Kriminalität (PMK) aus dem Jahr 2024 zeigen, dass die
Hasskriminalität von rechts sowohl in der Kategorie „Geschlechtsbezogene Diversität“
um über 95 Prozent angestiegen ist als auch in der Kategorie „Sexuelle
Orientierung“ insbesondere im Bereich rechtsmotivierter Straftaten, um knapp
60 Prozent (vgl. www.bka.de/DE/UnsereAufgaben/Deliktsbereiche/PMK/PMK
Zahlen2024/PMKZahlen2024_node.html). CeMAS dokumentierte zwischen
Juni und September 2024 rechtsextreme Mobilisierungen gegen Christopher-
Street-Day(CSD)-Demonstrationen in 28 deutschen Städten (https://cemas.io/bl
og/rechtsextreme-mobilisierung-gegen-csds-2025/). Auch 2025 kam es zu
Mobilisierungen, Drohungen und Angriffen gegen CSD-Demonstrationen
durch Rechtsextremistinnen und Rechtsextremisten u. a. in Wernigerode
(Sachsen-Anhalt), Emden (Niedersachsen), Soest (Nordrhein-Westfalen),
Wetzlar (Hessen), Berlin-Marzahn sowie auf das Vielfaltsfest „Bad Freienwalde ist
bunt“ in Brandenburg.
Die rechtsextremen Jugendgruppen teilen ebenso Feindbilder von
Zugewanderten und insbesondere Geflüchteten. So sollen Mitglieder der
rechtsterroristischen Gruppe „Letzte Verteidigungswelle“ im Januar 2025 versucht haben, eine
Geflüchtetenunterkunft anzuzünden. Dabei hinterließen die Täterinnen und
Täter Schriftzüge wie „Deutschland den Deutschen“ und „NS-Gebiet“. Einen
weiteren Brandanschlag auf eine Geflüchtetenunterkunft soll die Gruppe geplant
haben (www.zdfheute.de/politik/deutschland/letzte-verteidigungswelle-rechtse
xtrem-terroristische-vereinigung-minderjaehrige-100.html). Politisch
motivierte Angriffe auf Geflüchtetenunterkünfte haben enorm zugenommen. Im Jahr
2024 waren es 255, während es im Vorjahr noch 176 Angriffe waren (www.zdf
heute.de/politik/deutschland/fluechtlingsheime-angriffe-anstieg-100.html).
Trotz dieser „massiven quantitativen und qualitativen Radikalisierung im
rechten Bereich“ (www.deutschlandfunk.de/rechtsextremismus-an-deutschen-schul
en-loest-besorgnis-aus-100.html) enthält der Koalitionsvertrag zwischen CDU,
CSU und SPD keine konkreten Maßnahmen oder eine erkennbare, kohärente
Strategie zur Bekämpfung des zunehmenden Rechtsextremismus Jugendlicher
und junger Erwachsener. Unsere demokratische Gesellschaft muss alle ihr zur
Verfügung stehenden Mittel nutzen, um junge Menschen vor dem Einfluss
rechtsextremer Ideologien zu schützen und sie in ihrer demokratischen
Entwicklung zu stärken.
Auch vor dem Hintergrund sehr ernster Warnungen des Bundeskriminalamts
(BKA) stellt sich die Frage, ob der Bundesregierung die Gefahr der
rechtsextremen Radikalisierung junger Menschen in ihrem ganzen Ausmaß bewusst
ist, welche konkreten Erkenntnisse sie dazu hat und welche Strategien und
Maßnahmen sie ergreift, um ihr effektiv entgegenzuwirken.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche rechtsextremen und rechtsterroristischen Jugendgruppen sind der
Bundesregierung bekannt (bitte nach Vereinen, Jugendorganisationen von
Parteien, losen Organisationsstrukturen sowie nach Bundesländern und
Mitgliederzahlen aufschlüsseln)?
2. Welche Daten erhebt die Bundesregierung zur Zahl rechtsextremistisch
motivierter Straftaten und Vorfälle, an denen Jugendliche und junge
Erwachsene beteiligt sind, und wie hat sich diese Zahl in den letzten fünf
Jahren entwickelt (bitte nach Altersgruppen: unter 14 Jahren, 14 bis 17,
18 bis 25 Jahre, Geschlecht und Bundesländern aufschlüsseln)?
3. Welche empirischen Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über die
Verbreitung und Häufigkeit von rechtsextremen Äußerungen und
Handlungen unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Schulen,
Freizeitaktivitäten und Sportvereinen vor (bitte nach Bundesländern
aufschlüsseln)?
4. Wie groß schätzt die Bundesregierung aktuell die Zahl junger
gewaltbereiter Rechtsextremistinnen und Rechtsextremisten ein (bitte nach
Altersgruppen: unter 14 Jahren, 14 bis 17, 18 bis 25 Jahre, Geschlecht und
Bundesländern aufschlüsseln), und wie hat sich diese in seit 2015 entwickelt?
5. Wie oft wurden seit 2015 Waffen bei rechtsextremen Jugendlichen und
jungen Erwachsen beschlagnahmt (bitte nach Anzahl der Waffen pro
Person, Jahr und Altersgruppen: unter 14 Jahren, 14 bis 17, 18 bis 25 Jahre
aufschlüsseln), und wie viele davon wurden mit einer Waffenerlaubnis
erlangt, und wenn der Waffenbesitz unerlaubt war, welche Erkenntnisse hat
die Bundesregierung über deren Beschaffung?
6. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung zur mutmaßlichen
rechtsterroristischen Jugendgruppe „Letzte Verteidigungswelle“?
a) Wie viele Mitglieder hat die Gruppe, und wie stellt sich deren
Altersstruktur dar (bitte nach Altersgruppen: unter 14 Jahren, 14 bis 17,
18 bis 25 Jahre, Geschlecht und Bundesländern aufschlüsseln)?
b) Was wurde bei den Durchsuchungen am 21. Mai 2025 festgestellt,
insbesondere im Hinblick auf beschlagnahmte Waffen, Explosivstoffe
und Vermögenswerte (bitte nach Anzahl und Art der Gegenstände
aufschlüsseln)?
c) Wie viele der sichergestellten Waffen wurden mit einer legalen
Waffenerlaubnis besessen, wie viele ohne, und welche Erkenntnisse hat
die Bundesregierung über die Beschaffung illegaler Waffen und
Explosivstoffe durch Mitglieder der Gruppe?
d) Sind die Beschuldigten schon vorher polizeilich einschlägig in
staatsschutzrelevanten Ermittlungen und Sachverhalten festgestellt worden,
und wenn ja, in welchen?
e) Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zum
Radikalisierungsprozess der Mitglieder vor, insbesondere zur Rolle sozialer
Medien, Online-Foren oder Messenger-Dienste?
f) Wie ist der aktuelle Stand des strafrechtlichen Verfahrens gegen die
mutmaßlichen Mitglieder der Gruppe?
g) Befinden sich die Beschuldigten weiterhin in Untersuchungshaft und
bzw. oder wurden andere Maßnahmen angeordnet?
7. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über Entwicklungen und
Veränderungen in Bezug auf die rechtsextreme Radikalisierung von
Jugendlichen und jungen Erwachsenen und die Heranführung an
rechtsextreme Inhalte seit 2015?
8. Welchen Einfluss auf das Radikalisierungspotenzial junger Menschen
sieht die Bundesregierung in der COVID-19-Pandemie und den daraus
folgenden Einschränkungen für Kinder und Jugendliche?
9. Welche spezifischen Förderprogramme unterstützt die Bundesregierung
zur Prävention von Rechtsextremismus bei Jugendlichen und jungen
Erwachsenen, und wie werden diese auf ihre Reichweite, Wirksamkeit und
nachhaltige Wirkung hin evaluiert (bitte nach Bundesländern
aufschlüsseln)?
10. Fördert die Bundesregierung Pilotprojekte zur frühen Erkennung von
Radikalisierungstendenzen bei Kindern und Jugendlichen in Schulen,
Jugendzentren oder Sportvereinen, wenn ja, welche (bitte nach
Bundesländern aufschlüsseln), und wenn nein, warum nicht?
11. Welche Angebote zur Deradikalisierung und zum Ausstieg aus
rechtsextremen Milieus fördert die Bundesregierung speziell für Jugendliche,
und wie werden diese evaluiert (bitte nach Bundesländern aufschlüsseln)?
12. Welche speziell auf ländliche Gebiete zugeschnittenen Maßnahmen plant
die Bundesregierung, um junge Menschen vor der Gefahr rechtsextremer
Radikalisierung zu schützen (bitte nach Bundesländern aufschlüsseln)?
13. Wie unterstützt die Bundesregierung lokale zivilgesellschaftliche
Initiativen, die sich in ländlichen Räumen gegen rechtsextreme Jugendkulturen
und Jugendstrukturen engagieren (bitte nach Bundesländern
aufschlüsseln)?
14. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die Vernetzung
rechtsextremer Jugendlicher und Jugendgruppen mit etablierten rechtsextremen
Strukturen wie Parteien und Kameradschaften (bitte nach Bundesländern
aufschlüsseln)?
15. Inwiefern beobachtet die Bundesregierung die inhaltliche und bzw. oder
organisationale Zusammenarbeit bzw. Überschneidungen rechtsextremer
Akteure mit Akteuren anderer Phänomenbereiche (Linksextremismus,
religiös begründeter Extremismus, auslandsbezogener Extremismus,
sonstiger Extremismus), und welche ideologischen Gemeinsamkeiten (z. B.
Antisemitismus) stellt sie dabei fest?
16. Welche Standards und Programme zur Fortbildung von Lehrkräften und
Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern existieren auf
Bundesebene, um rechtsextreme Tendenzen bei Schülerinnen und Schülern zu
erkennen und effektiv darauf zu reagieren?
17. Inwieweit evaluiert die Bundesregierung Erkenntnisse und
Handlungsempfehlungen zivilgesellschaftlicher Projekte zur Jugend-
Extremismusprävention systematisch, und inwiefern bezieht sie diese Erkenntnisse in
die Entwicklung bundespolitischer Strategien ein?
18. Welche konkreten Pläne hat die Bundesregierung, die langfristige
Finanzierung von zivilgesellschaftlichem Engagement im Bereich der
Rechtsextremismusprävention im Jugendbereich über Einzelprojektförderungen
hinaus zu sichern?
19. Welche Strategien verfolgt die Bundesregierung, um der Radikalisierung
junger Menschen durch rechtsextreme Inhalte in sozialen Medien (z. B. X,
TikTok, Instagram, YouTube), digitalen Plattformen im Gaming-Bereich
(z. B. Twitch, Discord) und Messenger-Diensten (z. B. Telegram, Whats-
App) entgegenzuwirken?
20. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über Rechtsextreme, die
gezielt Kinder und Jugendliche über digitale Kanäle ansprechen, und welche
Maßnahmen ergreift sie gegen deren Aktivitäten?
21. Hält die Bundesregierung die bestehenden rechtlichen Regelungen
hinsichtlich der Bekämpfung von Rechtsextremismus auf Online-Plattformen
und Messenger-Diensten für ausreichend und die zuständigen
Aufsichtsbehörden für ausreichend ausgestattet, diese auch tatsächlich um- und
gegenüber den Unternehmen durchzusetzen?
a) Wie wirkt die Bundesregierung auf Betreiberinnen und Betreiber
sozialer Netzwerke (z. B. Meta, Google, ByteDance), digitaler Plattformen
im Gaming-Bereich (z. B. Twitch, Discord) und von Messenger-
Diensten (z. B. Telegram, WhatsApp) ein, um gezielt die Verbreitung
von rechtsextremen Inhalten, die junge Menschen adressieren, zu
unterbinden?
b) Inwieweit prüft die Bundesregierung Möglichkeiten, rechtsextreme
Jugendgruppen und Jugendnetzwerke, auch hinsichtlich ihrer
Aktivitäten im digitalen Raum, effektiver zu verbieten?
22. Werden die Kürzungen im geplanten Haushalt 2026 bezüglich der Titel
„Untersuchungen und Aufklärung über innenpolitische Grundsatzfragen
sowie Förderung innenpolitischer Maßnahmen“ und „Zuschüsse für
Investitionen an Öffentliche Einrichtungen zur gesellschaftspolitischen
und demokratischen Bildungsarbeit“ sowie die Kürzung des Etats der
Bundeszentrale für politische Bildung anderweitig ausgeglichen, um der
Zunahme rechtsextremer Einstellungen entgegenzuwirken, wenn ja, wo,
wenn nein, warum nicht, und was plant die Bundesregierung dann, um
Rechtsextremismus nachhaltig entgegenzuwirken?
23. Plant die Bundesregierung die Einsetzung einer bzw. eines Beauftragten
der Bundesregierung gegen Rechtsextremismus und für
Demokratieförderung, und wenn nein, warum nicht?
24. Inwiefern bewertet die neue Bundesregierung die Maßnahmen, die das
Bundesministerium des Innern und für Heimat im Jahr 2022 im Rahmen
eines Aktionsplans gegen Rechtsextremismus und im Februar 2024 mit
einem weiteren Maßnahmenpaket zum Schutz gegen Rechtsextremismus
vorgestellt hat, insbesondere im Hinblick auf die Radikalisierung junger
Menschen, als noch aktuell und ausreichend, und welche konkreten
Ergebnisse und Umsetzungen dieser Maßnahmen sind bislang im Bereich
der Jugend-Extremismusprävention feststellbar?
25. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung zu rechtsextremen
Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die im öffentlichen Dienst des Bundes
tätig sind oder ihre Ausbildung machen (bitte nach Behörde und Anzahl
aufschlüsseln)?
26. Welche Strategie verfolgt die Bundesregierung, um bundesweit
Teilnehmerinnen und Teilnehmer von queeren Veranstaltungen, insbesondere
CSDs, vor rechtsextremen Angriffen und Bedrohungen zu schützen und
einen störungsfreien Ablauf der Veranstaltungen zu gewährleisten?
a) Inwiefern wird in Zusammenarbeit mit den Ländern an der
Sensibilisierung von Sicherheitsbehörden und der Entwicklung von effizienten
Schutzkonzepten gearbeitet?
b) Inwiefern plant die Bundesregierung, die Empfehlungen des
Arbeitskreises „Bekämpfung homophober und transfeindlicher Gewalt“ im
Auftrag der Innenministerkonferenz umzusetzen und eine bundesweite
Meldestelle für queerfeindliche Straftaten einzuführen, um LSBTIQ-
feindliche Hasskriminalität besser zu erfassen?
27. Wie begründet die Bundesregierung die Zunahme an politisch motivierten
Angriffen auf Geflüchtetenunterkünfte, und welche Strategie verfolgt die
Bundesregierung, um bundesweit Menschen in Geflüchtetenunterkünften
vor rechtsextremen Angriffen und Bedrohungen zu schützen?
28. Inwiefern arbeitet die Bundesregierung mit der EU (insbesondere
Europol) und den EU-Mitgliedstaaten zusammen, um rechtsextreme
Radikalisierung und rechtsextremen Terrorismus durch Jugendliche und junge
Erwachsene zu bekämpfen?
Berlin, den 15. August 2025
Katharina Dröge, Britta Haßelmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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