Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft: das "develoPPP"-Programm
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Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft: das "develoPPP"-Programm
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5206
21. Wahlperiode 07.04.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Denis Pauli, Rocco Kever, Matthias Rentzsch, Johann Martel,
Kay Gottschalk, Arne Raue, Dr. Alexander Wolf, Dr. Michael Espendiller und
der Fraktion der AfD
Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft: das „develoPPP“-Programm
Die Bundesregierung finanziert mit dem Programm „develoPPP“ ein
Förderinstrument des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (BMZ), das die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft in
Entwicklungs- und Schwellenländern unterstützen soll (www.bmz.de/de/theme
n/privatwirtschaft/developpp-17062). Dabei stellt das BMZ gemeinsam mit
privaten Unternehmen finanzielle und fachliche Mittel bereit, um Projekte zu
realisieren, die wirtschaftliche Aktivitäten mit entwicklungspolitischen
Effekten verknüpfen (www.developpp.de). Das Programm bietet nach eigenen
Angaben finanzielle Unterstützung von bis zu 2 Mio. Euro pro Projekt bei einem
öffentlichen Beteiligungsanteil von maximal 50 Prozent und ist in über 60
Ländern weltweit verfügbar (www.developpp.de). Das Programmsegment
„develoPPP Ventures“ richtet sich als Wachstumsförderung an innovative Start-ups
mit Entwicklungswirkung (www.developpp.de/foerderprogramm/startups/).
Laut Internetauftritt stellt im Rahmen eines Matching-Funds-Modells das BMZ
einen Zuschuss von 100 000 Euro für geeignete „Wachstumsinvestitionen“ zur
Verfügung.
Vor dem Hintergrund des Einsatzes öffentlicher Mittel, der Auswahlkriterien
für geförderte Projekte und der tatsächlichen Wirkung mit Bezug auf die
Zielsetzung dieser Förderungen auf die lokalen Wirtschaftsentwicklungen erscheint
aus Sicht der Fragesteller parlamentarische Kenntnis und Kontrolle geboten.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie definiert die Bundesregierung die Zielsetzung des Förderprogramms
„develoPPP“ im Kontext der Grundsätze der deutschen wirtschaftlichen
Zusammenarbeit und der Entwicklungspolitik?
2. Welche Haushaltsmittel wurden für „develoPPP“ im Zeitraum von
2020 bis 2025 bereitgestellt, und wie haben sich diese im Vergleich zu den
Vorjahren entwickelt?
3. Nach welchen Kriterien werden Unternehmen und Projekte für eine
Förderung im Rahmen von „develoPPP“ ausgewählt (bitte nach
Unternehmensgröße, Personalkapazität, lokalen Netzwerken aufschlüsseln)?
4. Wie viele Projekte wurden seit Beginn des Programms bis heute bewilligt,
wie hoch waren die jeweiligen bereitgestellten finanziellen Mittel, in
welchem Bereich wurden diese durchgeführt, und in welchen Ländern sind
diese umgesetzt worden?
5. Wie stellt die Bundesregierung sicher, dass die geförderten Projekte
tatsächlich einen nachweisbaren lokalen wirtschaftlichen Nutzen für die
Bevölkerung vor Ort erzeugen, welche Evaluierungskriterien liegen dieser
Nutzenanalyse zugrunde, und in welchen Zeitintervallen werden diese
durchgeführt, um ggf. nachzusteuern?
6. Welche Mechanismen existieren zur Transparenz und Kontrolle bei der
Mittelverwendung und der Umsetzung der „develoPPP“-Projekte?
7. Welche Rolle spielen dabei jeweils die Deutsche Gesellschaft für
Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH (GIZ GmbH) und die Deutsche
Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) als die beiden
öffentlichen Partner, mit denen die Unternehmen in der Projektdurchführung
kooperieren, welche zentralen Aufgaben kommen ihnen jeweils zu, und
wie unterscheiden diese sich voneinander?
8. Welche Verfahren bestehen zur Evaluierung der Wirkung des Programms
hinsichtlich der Erreichung der deutschen außenwirtschaftlichen und
entwicklungspolitischen Ziele?
9. Inwiefern ist sichergestellt, dass durch „develoPPP“ keine einseitigen
wirtschaftlichen Vorteile für deutsche Unternehmen gegenüber lokalen
Anbietern entstehen?
10. Plant die Bundesregierung, das Programm „develoPPP“ zu reformieren
oder künftig personell bzw. finanziell auszuweiten oder zu reduzieren?
11. In welchen Ländern existieren bereits Projekte, die vom
Programmsegment „develoPPP Ventures“ gefördert werden, welche finanziellen Mittel
werden hierfür bereitgestellt, und welche Projekte im Start-up-Segment
werden gefördert?
Berlin, den 31. März 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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