Verwendung von Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für Verwaltungskosten des Deutschen Volkshochschul-Verbandes e.V. seit 1977
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Verwendung von Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für Verwaltungskosten des Deutschen Volkshochschul-Verbandes e.V. seit 1977
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4162
21. Wahlperiode 17.02.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Matthias Rentzsch, Rocco Kever, Denis Pauli, Johann
Martel, Kay Gottschalk, Arne Raue, Martina Uhr, Dr. Alexander Wolf und
der Fraktion der AfD
Verwendung von Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung für Verwaltungskosten des Deutschen
Volkshochschul-Verbandes e. V. seit 1977
Am 19. Dezember 1977 bewilligte das Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erstmals Mittel für das Projekt
„Zuschuss zu den Verwaltungskosten des Deutschen Volkshochschul-Verbandes
e. V.“ (vgl. www.transparenzportal.bund.de/de/detailsuche/DE-1-197726938?pr
oject_status=finished&date_max=1982-12-31).
Dieses Projekt lief über einen Zeitraum von mehr als 35 Jahren bis zum 21.
Juni 2013. In dieser Zeit entstanden Gesamtausgaben in Höhe von
23 156 795,77 Euro, finanziert aus öffentlichen Ausgaben für
Entwicklungszusammenarbeit (Official Development Assistance (ODA)).
Trägerorganisation war DVV International e. V., eine Förderregion war dem
Projekt nicht zugeordnet. Die Mittel dienten ausdrücklich der Finanzierung von
Verwaltungskosten, nicht der unmittelbaren Projektarbeit vor Ort.
Was ursprünglich als begrenzte Maßnahme begann, entwickelte sich damit zu
einer jahrzehntelangen Dauerfinanzierung administrativer Strukturen, ohne
klare regionale Zuordnung und ohne unmittelbaren Entwicklungsbezug im
klassischen Sinne.
Vor dem Hintergrund wachsender sozialer Herausforderungen im Inland –
insbesondere steigender Altersarmut und zunehmender finanzieller Belastungen
für Steuerzahler – erscheint nach Ansicht der Fragesteller eine kritische
Aufarbeitung solcher langfristigen Förderpraxis geboten. Insbesondere stellt sich die
Frage, inwiefern die Finanzierung von Verwaltungskosten über Jahrzehnte
hinweg mit den Zielen, dem Effizienzgebot und der Glaubwürdigkeit der
deutschen Entwicklungszusammenarbeit vereinbar ist.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Auf welcher fachlichen und entwicklungspolitischen Grundlage wurde
das Projekt „Zuschuss zu den Verwaltungskosten des Deutschen
Volkshochschul-Verbandes e. V.“ im Jahr 1977 bewilligt?
2. Welche konkreten Ziele verfolgte das BMZ mit der Finanzierung reiner
Verwaltungskosten im Rahmen der ODA?
3. Aus welchen Gründen wurde das Projekt über einen Zeitraum von mehr
als 35 Jahren fortgeführt?
4. Welche inhaltlichen oder wirtschaftlichen Evaluationen wurden während
der Laufzeit durchgeführt und mit welchen Ergebnissen?
5. Wie rechtfertigt die Bundesregierung, dass einem Projekt keine
Förderregion zugeordnet war, obwohl es als Entwicklungszusammenarbeit
deklariert wurde?
6. Welche messbaren entwicklungspolitischen Wirkungen wurden durch die
Finanzierung der Verwaltungskosten von DVV International e. V. erzielt?
7. In welchem Verhältnis standen die Verwaltungskosten zu den tatsächlich
umgesetzten Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit?
8. Welche Kontrollmechanismen stellte das BMZ sicher, um eine dauerhafte
institutionelle Selbstfinanzierung zu verhindern?
9. Wie viele und welche vergleichbaren Projekte existieren oder existierten,
bei denen über Jahre hinweg Verwaltungskosten ohne regionale
Projektbindung aus ODA-Mitteln finanziert werden oder wurden?
10. Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus diesem Fall für die
zukünftige Ausgestaltung und Begrenzung von ODA-finanzierten
Verwaltungsausgaben?
Berlin, den 4. Februar 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333
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