Aktueller Stand und Kosten von Straßenbauprojekten im Freistaat Bayern (Antwort zu Drs. 21/4590)
Text
Aktueller Stand und Kosten von Straßenbauprojekten im Freistaat Bayern (Antwort zu Drs. 21/4590)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4928
21. Wahlperiode 20.03.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Victoria Broßart, Leon Eckert, Swantje
Henrike Michaelsen, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN
– Drucksache 21/4590 –
Aktueller Stand und Kosten von Straßenbauprojekten im Freistaat Bayern
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) enthält eine Vielzahl von
Straßenbauprojekten in Bayern. Einige davon finden sich schon seit Jahrzehnten im
Programm des Bundes, teilweise beruhen sie auf Annahmen und
Kostenschätzungen, die ebenfalls schon seit Jahren nicht aktualisiert wurden. Trotz hohen
Sanierungsbedarfs, insbesondere bei Brücken im Autobahn- und
Bundesstraßennetz, investiert die Bundesregierung auch in den Aus- und Neubau des
Straßennetzes. Allein im Dezember 2025 hat der Bundesminister für Verkehr,
Patrick Schnieder, 23 Straßenbauvorhaben die Freigabe erteilt. Davon
betreffen sechs Projekte den Freistaat Bayern, darunter fünf Bundesstraßen und eine
Autobahn. Nach Auffassung der Fragestellenden sind die Kosten für
Straßenbauvorhaben in den letzten Jahren durch Inflation und Steigerungen bei den
Material- und Planungskosten deutlich gestiegen. Gleichzeitig ist der Erhalt
der Bundesfernstraßen massiv unterfinanziert: in dieser Legislatur fehlen in
Bayern allein für die Bundesfernstraßen über 40 Prozent der für die Erhaltung
der Bundesstraßen erforderlichen Mittel, das entspricht 668 Mio. Euro. Das
Bundesministerium für Verkehr (BMV) selbst warnt vor „spürbare[r],
kurzfristige[r] Verschlechterung des Fahrbahnzustands bis hin zu verkehrlichen
Einschränkungen“ im Bereich Bundesstraßen. Die vorhandenen
Haushaltsmittel sollten deshalb besser in den Erhalt statt in den Neubau investiert werden.
1. Wie viele Straßenprojekte aus dem Bundesverkehrswegeplan 2030
befinden sich derzeit in der baulichen Umsetzung in Bayern (bitte unter der
Nennung der im BVWP zugrunde gelegten Baukosten, aktueller
Kostenschätzung, der Regierungsbezirke und Landkreise in Bayern sowie der
PRINS (Projektinformationssystem)-Dringlichkeitseinstufungen
auflisten)?
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr vom 19. März 2026
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
2. Um welchen Betrag hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die
voraussichtliche Kostenberechnung der bayerischen Straßenbauprojekte aus
dem Bundesverkehrswegeplan 2023 nach dem letzten offiziellen
Kenntnisstand in den Jahren 2014, 2017 und 2022 verändert, und was hat nach
Kenntnis der Bundesregierung zu dieser Änderung geführt (bitte nach
Regierungsbezirken und Landkreisen in Bayern sowie PRINS-
Dringlichkeitseinstufungen auflisten)?
Die Fragen 1 und 2 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Das Netz der Bundesfernstraßen wird nach den Maßgaben des Bedarfsplans für
die Bundesfernstraßen ausgebaut, den der Deutsche Bundestag auf Grundlage
des verkehrsträgerübergreifenden Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2030
beschlossen hat.
Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) informiert den Haushaltsausschuss
des Deutschen Bundestages jährlich über den aktuellen Projekt- und
Kostenstand aller im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen enthaltenen Vorhaben.
Der Bericht gibt umfassend Auskunft zu den Projektkosten, den
Planungsständen, der Projektkostenentwicklung sowie ggf. den Gründen für
Kostenfortschreibungen der nach Dringlichkeitskategorien eingeordneten Maßnahmen.
Auf den aktuellen Bericht über die Gesamtmittelbedarfe für die Aus- und
Neubauvorhaben der geltenden Bedarfspläne von Schiene, Straße und Wasserstraße
vom 6. Oktober 2025 wird verwiesen (Ausschussdrucksache 21(8)1790).
Eine Differenzierung der Vorhaben nach Regierungsbezirken und Landkreisen
ist für die übergeordnete Verkehrswegeplanung des Bundes nicht relevant. Die
Bundesregierung führt daher keine nach Regionen gegliederten
Projektübersichten.
3. Welche Mittel sind nach Kenntnis der Bundesregierung im aktuellen
Haushalt des Bundes für die Umsetzung des Bedarfsplans für
Bundesfernstraßen in Bayern vorgesehen?
Die Mittelansätze für Maßnahmen in Bayern sind in der Anlage zum
Einzelplan 12, Verkehrswegeinvestitionen des Bundes, jeweils in Spalte 15 der
Tabellen 1 und 2 der Teile A1 und A2 enthalten.
4. Bei welchen Projekten hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung
infolge von Kostensteigerung das Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV)
gegenüber der BVWP-Bewertung geändert, und bei welchen Projekten liegt
das NKV unter 1,0 (bitte nach Regierungsbezirken und Landkreisen in
Bayern und aktuellen NKV auflisten)?
5. Welche Straßenbauprojekte des BVWP in Bayern befinden sich in der
Leistungsphase 1 bis 2 (bitte genaue Projektbezeichnung, aktualisierte
Baukosten, Datum der letzten Kostenfortschreibung angeben)?
6. Welche Straßenbauprojekte des BVWP in Bayern haben die
Leistungsphase 1 bis 2 abgeschlossen und bisher noch keine
Finanzierungsvereinbarung für die Leistungsphase 3 bis 4 erhalten (bitte genaue
Projektbezeichnung, aktualisierte Baukosten, Datum der letzten
Kostenfortschreibung angeben)?
7. Welche Straßenbauprojekte des BVWP in Bayern befinden sich aktuell
in der Leistungsphase 3 bis 4 (bitte genaue Projektbezeichnung,
aktualisierte Baukosten, Datum der letzten Kostenfortschreibung angeben)?
8. Welche Straßenbauprojekte des BVWP in Bayern haben die
Leistungsphase 3 bis 4 abgeschlossen und bisher keine
Baufinanzierungsvereinbarung (bitte genaue Projektbezeichnung, aktualisierte Baukosten, Datum
der letzten Kostenfortschreibung sowie Gründe für die fehlende
Baufinanzierungsvereinbarung angeben)?
Die Fragen 4 bis 8 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Entsprechend des Maßgabebeschlusses des Haushaltsausschusses des
Deutschen Bundestages vom 20. März 2024 (Ausschussdrucksache 20(8)6037) hat
das Bundesministerium für Verkehr im Rahmen des
verkehrsträgerübergreifenden Investitionsrahmenplanes (IRP) 2025–2029 sowie dem Finanzierungs- und
Realisierungsplan (FRP) 2025–2029 der Autobahn GmbH des Bundes Nutzen-
Kosten-Berechnungen nach der Bundesverkehrswegeplanmethodik unter
Verwendung aktualisierter Kosten- und Wertansätze sowie eines aktualisierten
Verkehrsmengengerüstes für alle potenziellen Aus- und Neubauvorhaben (Tabelle
„Bedarfsplan: Teil B – Planungsprojekte für die bis 2029 bestandskräftiges
Baurecht erwartet wird“) durchgeführt und dem Haushaltsausschuss des
Deutschen Bundestages in seiner 26. Sitzung am 17. Dezember 2025 über die
Ergebnisse berichtet (Ausschussdrucksache 21(8)3376).
Die Maßnahmendossiers einschließlich der Angabe von NKV-Ergebnissen für
Projekte mit fortgeschrittenem Planungsstand (Leistungsphase 3 und 4) sind
veröffentlicht unter: www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/G/nkv-dossiers-202
5.html. Die Autobahn GmbH des Bundes bzw. die Länder planen
eigenverantwortlich nach den Maßgaben des Bedarfsplans für die Bundesfernstraßen. Der
Bund schließt keine „Finanzierungsvereinbarungen“ zu Maßnahmenplanungen
mit der Autobahn GmbH des Bundes bzw. den Ländern ab.
Für die Projekte mit einem frühen Planungsstand (Leistungsphase 1 und 2)
wird ein aktuelles NKV im Zuge der nachfolgenden konkreten
Projektplanungen ermittelt.
Die Bayerische Straßenbauverwaltung hat die Planungen für die B 279,
Ortsumgehung (OU) von Saal a. d. Saale in Abstimmung mit dem BMV wegen
einem NKV kleiner eins vorerst ruhend gestellt.
9. Bei welchen Straßenbauprojekten des BVWP in Bayern werden aktuell
aufgrund von Bürgerentscheiden die Planungen pausiert oder nicht
weiterverfolgt (bitte nach Regierungsbezirken und Landkreisen in Bayern
auflisten)?
Die Planungen folgender Maßnahmen in Bayern ruhen derzeit aufgrund der
Ergebnisse von Bürgerentscheiden:
• B 13, OU Schlungenhof (Stadt Gunzenhausen)
• B 13, OU Holzkirchen, OU Großhartpenning und OU Kurzenberg (Markt
Holzkirchen)
• B 299, OU Tacherting/Trostberg, Teilabschnitt Trostberg (Stadt Trostberg)
10. Wie hoch sind die finanziellen Bedarfe für den Bedarfsplan für die
Bundesfernstraßen in Bayern im Zeitraum der mittelfristigen Finanzplanung
des Bundeshaushalts 2026 bei Fortsetzung aller in Bau befindlichen
Projekte sowie bei angenommenem Baustart aller weiteren Projekte nach
Abschluss der Planung, und in welcher Höhe sind die Investitionen in
der aktuellen mittelfristigen Finanzplanung in Projekte des Bedarfsplans
für die Bundesfernstraßen in Bayern entsprechend dem Haushalt für
2026 vorgesehen (bitte jeweils in Jahresscheiben auflisten; bei Angabe
der mittelfristigen Finanzplanung bitte die Mittel summiert über alle
Haushaltstitel, die in den Bedarfsplan investiert werden, angeben)?
Der Finanzbedarf für Bundesfernstraßenmaßnahmen sind im IRP 2025–2029
sowie im FRP 2025–2029 dargestellt. Auf die Veröffentlichungen wird
verwiesen: www.bmv.de/SharedDocs/DE/Publikationen/G/investitionsrahmenplan-20
25-2029.pdf?__blob=publicationFile; www.autobahn.de/storage/user_upload/q
bank/FRP_Autobahn_GmbH_2025-2029.pdf.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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