Deutsches Staatsgold vollständig nach Deutschland holen
Text
Deutsches Staatsgold vollständig nach Deutschland holen
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4739
21. Wahlperiode 17.03.2026
Antrag
der Abgeordneten Peter Boehringer, Kay Gottschalk, Torben Braga, Christian
Douglas, Rainer Groß, Hauke Finger, Reinhard Mixl, Iris Nieland, Diana
Zimmer, Christian Reck, Lukas Rehm, Micha Fehre, Dr. Maximilian Krah,
Tobias Teich, Christoph Grimm, Alexander Arpaschi, Adam Balten,
Dr. Christina Baum, Marc Bernhard, Joachim Bloch, René Bochmann, Erhard
Brucker, Marcus Bühl, Tobias Ebenberger, Alexis L. Giersch, Udo Theodor
Hemmelgarn, Dr. Malte Kaufmann, Kurt Kleinschmidt, Maximilian Kneller,
Heinrich Koch, Achim Köhler, Sergej Minich, Kerstin Przygodda, Arne Raue,
Christian Reck, Dr. Rainer Rothuß, Bernd Schattner, Lars Schieske, Carina
Schießl, Sven Wendorf, Wolfgang Wiehle, Jörg Zirwes, Ulrich von Zons und
der Fraktion der AfD
Deutsches Staatsgold vollständig nach Deutschland holen
Der Bundestag wolle beschließen:
I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:
Deutschland verfügt mit 3.350 Tonnen im internationalen Vergleich über eine sehr
große Reserve an Staatsgold. Der Buchwert dieses Horts steigt seit Jahrzehnten an und
hat sich aktuell sogar in nur zwei Jahren seit Anfang 2024 auf nun etwa 460 Milliarden
Euro verdoppelt! Alleine der Aufwertungsgewinn des deutschen Goldes beträgt in der
Bundesbank-Bilanz mehr als das 150-fache des Eigenkapitals unserer Zentralbank.
Gold ist damit auch heute noch trotz offiziell fehlender Golddeckung von einst D-Mark
und derzeit Euro faktisch ein wichtiger psychologischer und materieller
Stabilitätsgarant unserer Währung. Die einzige substanzielle Position auf der Aktivseite der
Bundesbank-Bilanz ohne Gegenparteienrisiko ist eben die der Goldreserven (Aktiva A.1
Gold und Goldforderungen).1
Nach einer erfolgreichen Bürgerinitiative und Heimholung ab 2013 von großen Teilen
des deutschen Auslandsgolds lagern heute etwa 51 % des deutschen Staatsgolds in
Deutschland.2 Noch immer jedoch befinden sich 49 % im Ausland – insbesondere in
New York bei der Federal Reserve (Fed, 37 %) und in London bei der Bank of England
1 Bundesbank.de, Geschäftsbericht 2024, S. 49; https://publikationen.bundesbank.de/publikationen-de/be-
richte-studien/geschaeftsberichte/geschaeftsbericht-2024-934014 [zuletzt abgerufen am 12.03.26]
2 Ausführlich dokumentiert in Peter Boehringer „Holt unser Gold heim“, Finanzbuchverlag 2015; ISBN
Print: 978-3-89879-915-7; www.amazon.de/Holt-unser-Gold-heim-Staatsgold/dp/3898799158 [zuletzt
abgerufen am 12.03.26]
(BoE, 12 %).3 Diese noch im Ausland lagernden Tonnagen sind inzwischen etwa
225 Milliarden Euro wert – doppelt so viel wie der deutsche Gesamtbestand noch
2013.
Die Lagerung in den USA und in Großbritannien ab 1951 war zwar in den 1950er- und
1960er-Jahren während des historischen Bretton-Woods-Weltwährungssystems von
Vorteil, denn das vor allem aus deutschen Außenhandelsüberschüssen gegenüber
angelsächsischen Ländern generierte Gold wurde Deutschland bzw. technisch-bilanziell
der Deutschen Bundesbank in New York und London zum damaligen Fixkurs von 35
Dollar pro Unze zugebucht. Dieses Bretton-Woods-System besteht jedoch seit vielen
Jahrzehnten nicht mehr – es endete 1971/1973.
Gold gehört seit Jahrhunderten und auch post 1971 zum Grundbestand des Ausweises
von Souveränität bedeutender Staaten. Es ist frei vom Risiko des Ausfalls eines
Schuldners, kann nicht politisch verfügt inflationiert bzw. entwertet werden und wird
auch offiziell als Währung immer bedeutender, jüngst bestätigt im Basel-III-Akkord
durch die Zuerkennung des Tier-1-Reservestatus.4 Gold kompensiert
Entwertungsnachteile durch weltweit massive Schulden- und Inflationstendenzen – die globale
Verschuldung ist 2025 auf 346.000 Milliarden Dollar explodiert.5
Gold gilt ganz generell international als Instrument strategischer Absicherung, um sich
gegen Währungs- und Systemrisiken zu schützen – insbesondere in turbulenten Zeiten
mit ausufernder Überschuldung der Staaten; oft –wie derzeit– verbunden noch mit
geopolitischen Krisen.
Fast jeder zweite Staat bzw. deren Zentralbanken stocken daher aktuell ihre physischen
Goldvorräte auf6 ebenso wie auch immer mehr institutionelle und private Anleger. Auf
den Edelmetallmärkten sind die „Papiermärkte“ (Derivate wie Futures, Zertifikate,
Optionen, ETF, ETC) teilweise hundertfach größer als die physischen Börsen und
Lagerstätten. Immer mehr Zentralbanken, private und Industrienachfrager sehen derzeit
große Risiken, dass sie ihre nicht sauber zu- und nachgewiesene („allokierte“ und
„auditierte“) physische Gold- und Silberware in künftigen und z. T. heute schon
bestehenden Engpass-Situationen nicht mehr bekommen werden, obwohl es ihr verbrieftes
Eigentum ist.7 Der physische Besitz im eigenen Verfügungsbereich von Edelmetallware
wird bei Privatanlegern und auch bei Profis zunehmend bedeutender als der juristische
Eigentumsanspruch.
Einige Staaten bereiten für sich inzwischen erstmals nach 1971 wieder die Option
(teilweise) goldgedeckter Währungen bzw. eines internationalen Währungssystems vor.
Auch Deutschland muss sich diese Option schaffen und konsequent erhalten – wozu
das Staatsgold zwingend vollständig in inländisch-deutschen Tresoren gelagert sein
muss.
3 Bundesbank.de, Goldbestand der Deutschen Bundesbank, Stand: 31.12.2024, Überblick über die
Lagerstellenverteilung; www.bundesbank.de/resource/blob/743058/2cb2c9787c26c63f02875af537397e64/472B63F-
073F071307366337C94F8C870/goldbarrenliste-data.pdf [zuletzt abgerufen am 12.03.26]
4 Forbes.de, 12.05.2025, Gold goes full reserve asset as Basel-III elevates it to tier 1 status, 2025; www.for-
bes.com/sites/greatspeculations/2025/05/12/gold-goes-full-reserve-asset-as-basel-iii-elevates-it-to-tier-1-
status [zuletzt abgerufen am 12.03.26]
5 Reuters, 09.12.2025, Mature markets push global debt to record near $346 trillion, says IIF; www.reu-
ters.com/world/americas/mature-markets-push-global-debt-record-near-346-trillion-says-iif-2025-12-09
[zuletzt abgerufen am 12.03.26]
6 Gold.org, World Gold Council, Central Bank Gold Reserves Survey 2025; www.gold.org/goldhub/
research/central-bank-gold-reserves-survey-2025
7 EZB, Financial Stability Review, May 2025; www.ecb.europa.eu/press/financial-stability-
publications/fsr/focus/2025/html/ecb.fsrbox202505_02~7f616fcd3f.en.html [zuletzt abgerufen am 12.03.26]
Auch die Deutsche Bundesbank sieht grundsätzlich die strategische Bedeutung von
Gold8 – und sogar die Bilanz der EZB wurde aus guten Gründen bei Euro-Einführung
zum 1.1.1999 mit einigen Hundert Tonnen des wertvollen Metalls physisch
„goldkapitalisiert“. 9
Die „Goldene Währungs- und Souveränitäts-Reserve“ eines Landes muss
grundsätzlich ohne Lagerrisiko im jeweiligen Eigentümerland liegen. Der Verbleib des
deutschen Staatsgoldes im Ausland ist daher schon lange nicht mehr zu rechtfertigen. Er
stellt ein sehr einfach vermeidbares strategisches und währungspolitisches Risiko dar.
Die Bürger unseres Landes als Eigentümer des von der Bundesbank nur treuhänderisch
verwalteten Goldvermögens haben einen Anspruch darauf, dass sich ihr nationales
Vermögen ohne Drittparteienrisiko vollständig unter deutscher Hoheit auf deutschem
Boden befindet.
Das Dauer-Gegenargument der Deutschen Bundesbank, mit dem die seit Jahrzehnten
überfällige vollständige Heimholung des deutschen Staatsgolds bislang abgelehnt
wurde, lautet in verschiedenen Paraphrasen immer gleich:
„Das Gold könnte [im Falle einer weltweiten Geld- und Währungskrise] direkt in
ausländische Devisen [Dollar oder Pfund] getauscht werden. […] Wir müssen damit im
Krisenfall handeln können [sprich das deutsche Gold direkt ab der ausländischen
Lagerstelle gegen Devisen und Papiergeld eintauschen können]“.10
Diese seit 2013 und bis heute vielfach wiederholte Argumentations-„Logik“ der
Bundesbank ignoriert sowohl die grundlegende Natur guten Geldes (Papiergeld-Noten
sind ursprünglich als Goldhinterlegungsscheine entstanden) als auch vielfache
historische Geldkrisen-Erfahrung: Ausgerechnet und explizit in einer globalen Krise mit
„extremen Turbulenzen an den Devisenmärkten“11 will die Bundesbank ihr Gold im
Ausland haben? Sie will ausgerechnet die einzige Vermögensposition ohne (in
Finanzkrisen existenziell gefährliches) Drittparteienrisiko gegen bloße Forderungen auf
fremdgelagertes Gold umtauschen? Also genau in solche Lagerscheine und
Risikopapiere, die bei Weltwährungsturbulenzen jede andere Partei loswerden will.
Niemand versteht angesichts der historischen Umbrüche und Vertrauensbrüche im
internationalen Regelwerk der heutigen Zeit, warum eine allein dem deutschen Interesse
und den Bürgern verpflichtete Zentralbank ausgerechnet in einer Krisensituation die
ultimative Währung Gold gegen gerade in solchen Zeiten hoch gefährdete
„Papiergeld“-Devisen eintauschen wollte. Ganz aktuell bestätigen die vielen geradezu täglich
und immer schneller physisch Metalle abfordernden Staaten, Zentralbanken,
institutionellen und privaten Anleger den enormen Drang zum direkt im Inland physisch
greifbaren Edelmetall statt zum nicht sicher hinterlegten Derivat im Ausland.
Die Bundesbank-Dauerargumentation ist darum heute endgültig nicht mehr
nachvollziehbar. Sie ist vielmehr ahistorisch, irrational und geradezu absurd! Zudem ist Gold
problemlos auch am führenden deutschen Börsenhandelsplatz in Frankfurt am Main
handelbar, wenn man im Krisenfall wirklich ernsthaft deutsches Staatsgold verkaufen
wollte. Historische Zufälligkeiten wie Handelsplätze in New York oder London recht-
8 Vgl. etwa Jens Weidmann, 2012, damals Bundesbank-Präsident, in einer Grundsatzrede „Money creation
and responsibility“: „[Gold ist ein] zeitlose[r] Klassiker in seiner Funktion als Tausch-, Zahlungs- und
Wertaufbewahrungsmittel“ / „In its function as a medium of exchange, medium of payment and store of
value, gold is thus, in a sense, a timeless classic. […] ‘To gold they tend, on gold depend, all things!‘, says
Margaret in Goethe’s Faust.“; Weidmann, Jens: Vortrag vor dem Institut für bankhistorische Forschung,
Frankfurt a. M., 20.9.2012; https://www.bis.org/review/r120924g.pdf [zuletzt abgerufen am 12.03.26]
9 Bundesbank.de, 18.1.2015: „Im Januar 1999 wurde der deutsche Anteil an den Währungsreserven der EZB
in Höhe von 12,2 Mrd. Euro, der zu 15 % aus physischem Gold bestand (7,46 Mio. Unzen), an die EZB
übertragen.“ Entwicklung der Goldbestände; www.bundesbank.de/de/aufgaben/themen/entwicklung-
dergoldbestaende-645380 [zuletzt abgerufen am 12.03.26]
10 Vielfach wiederholtes Argument des Bundesbank-Vorstands – hier nur beispielhaft Carl-Ludwig Thiele im
Handelsblatt-Interview 19.2.2014, www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Interviews/2014_02_19_thiele_han-
delsblatt.html [abgerufen 2015]
11 Thiele, Carl-Ludwig: ebenda.
fertigen jedenfalls keine dauerhafte Lagerung ebenda: Gerade aktuell verlagert sich
ein immer größerer Teil des professionellen physischen Goldhandels weg von dort,
vor allem in Richtung Shanghai Gold Exchange. Die CME/Comex (Chicago/New
York) ist, nach zuvor bereits der LBMA (London) im Begriff, ihren bisherigen Status
als dominierender Preissetzungsmarkt für Gold zu verlieren.
In Krisen- oder Spannungsfällen kann der physische Zugriff auf im Ausland gelagertes
Gold beispielsweise durch Sanktionen blockiert werden. Die Erfahrungen der letzten
Jahre und auch in der Gegenwart zeigen in vielen Fällen, dass die freie Verfügbarkeit
eigener Reserven nur im Inland uneingeschränkt sicher gewährleistet werden kann.
Sogar bei vermeintlich rechtssicheren bzw. befreundeten Staaten, Zentralbanken und
anderen Institutionen in Übersee sowie auch in der EU kommen inzwischen
zunehmend Zweifel an der Uneinschränkbarkeit der freien Verfügung über Staatsvermögen
im Ausland auf: Die EU wollte eben erst fremdes Staatsvermögen konfiszieren12, die
Trump-Administration der USA konfisziert ebenfalls Drittstaatenvermögen.13
International laufen seit vielen Jahren Debatten über die Lagerung von Auslandsgold
speziell an den Lagerstätten New York und London – und Dutzende von Staaten haben
seit etwa 2013 ihre Goldbestände heimgeholt.14 Bis heute sehen sich die Fed und die
BoE regelmäßig mit Heimholungen von immer mehr Staaten mit Goldhaltung in New
York und London konfrontiert.15
Alleine nur die deutschen Staatsgoldbestände bei der Fed und bei der BoE sind
inzwischen 225 Milliarden Euro wert. Die USA könnten jederzeit eine reale oder fiktive
Forderung über diesen Betrag aufmachen: Falls etwa die deutsche Regierung einmal
mit der Bezahlung von US-Waffenlieferungen in die Ukraine im Rückstand sein sollte,
könnte die USA durchaus eine Art „Verrechnung“ mit deutschem Gold fordern und
auch durchsetzen. Aus US-Sicht wäre es dann „praktisch“, dass der deutsche
Zahlbetrag bereits in New York zum Einbehalten liegt. Was jahrzehntelang undenkbar
gewesen wäre, ist es im Zeitalter völlig schwindender völker- und finanzrechtlicher
Gewissheiten heute nicht mehr. Das sicherheitspolitische und institutionelle Umfeld unterliegt
aktuell rasend schnellen Veränderungen.16
Und sogar die EZB selbst führt aktuell mit der italienischen Regierung und der Banca
d´Italia einen folgenschweren Streit um die Eigentumsfrage am italienischen
Staatsgold17 – hoch relevant durchaus auch für Deutschland und die Deutsche Bundesbank
12 Handelsblatt, 18.12.25, Welche Folgen der Zugriff auf russische Vermögen hätte; www.handels-
blatt.com/politik/international/ukraine-welche-folgen-der-zugriff-auf-russische-vermoegen-haette-
03/100182346.html [zuletzt abgerufen am 12.03.26]
13 NTV, 10.1.26, „Verhandeln nicht mit Venezuela“ – Trump will Einnahmen aus Venezuelas Öl mit Dekret
sichern; www.n-tv.de/politik/Trump-will-Einnahmen-aus-Venezuelas-Oel-mit-Dekret-sichern-
id30226138.html [zuletzt abgerufen am 12.03.26]; Tagesschau, 07.01.26, Venezuela liefert Öl – Trump
kontrolliert Einnahmen; www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-venezuela-oel-100.html [zuletzt
abgerufen am 12.03.26]
14 Schon 2015 dutzendfach dokumentiert in Peter Boehringer „Holt unser Gold heim“, Finanzbuchverlag
2015; ISBN Print: 978-3-89879-915-7, S. 178 ff. / www.amazon.de/Holt-unser-Gold-heim-
Staatsgold/dp/3898799158 [zuletzt abgerufen am 12.03.26]; inzwischen verbrachten viele weitere Staaten ihre
Goldbestände aus New York und London ins eigene Land.
15 Reuters, 11.01.2026, Countries repatriating gold in wake of sanctions against Russia, study finds;
www.reuters.com/business/finance/countries-repatriating-gold-wake-sanctions-against-russia-study-2023-
07-10 [zuletzt abgerufen am 12.03.26]
16 „Der US-Präsident sieht in seiner eigenen Moral die einzige Beschränkung seiner Macht.“ Berliner
Zeitung, 10.01.26, „Trump: ‚Ich brauche kein Völkerrecht‘.“; www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-
verantwortung/trump-setzt-auf-kriege-li.10013299 [zuletzt abgerufen am 12.03.26]; „Donald Trump steckt sein
Revier in der westlichen Hemisphäre ab und nimmt sich rücksichtslos, was er will. Auf das Völkerrecht und
Allianzen pfeift er.“ DiePresse, 09.1.26, Trump zieht wie ein Raubritter durch die Welt; www.die-
presse.com/20464574/trump-zieht-wie-ein-raubritter-durch-die-welt [zuletzt abgerufen am 12.03.26]
17 Tagesschau.de, 13.12.2025, Machtkampf zwischen Rom und EZB – Wem gehört Italiens Goldschatz?;
www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/italien-gold-reserven-ezb-100.html [zuletzt abgerufen am
12.03.26]
bzgl. der gerade in Krisenzeiten so wichtigen Eigentums- und auch Besitz- bzw.
Lagerungsfrage nationalstaatlicher Goldhorte!
Die Rückführung unseres Bundesbank-Goldes ist daher ein zwingend erforderlicher
und lange überfälliger erster Schritt, um alle Zweifel zur Eigentümerschaft und
unkompromittierten jederzeitigen Verfügbarkeit des Goldes und damit die souveräne
Handlungsfähigkeit Deutschlands über das Eigentum seiner Bürger sicherzustellen.
II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
1. gemeinsam mit der Deutschen Bundesbank einen verbindlichen Zeitplan für die
Heimholung sämtlicher deutscher Auslandsgoldreserven zu erarbeiten und
zeitnah umzusetzen – also für die derzeit ca. 1.236 Tonnen bei der Fed New York
und die 404 Tonnen bei der BoE (London);
2. sicherzustellen, dass die Lagerung der Goldreserve zukünftig ausschließlich
innerhalb der Bundesrepublik Deutschland erfolgt, um für Deutschland die Option
einer (teilweisen) Golddeckung einer künftig möglicherweise wieder nationalen
Währung post Euro zu erhalten;
3. einen jährlichen Bericht der Deutschen Bundesbank an den Deutschen Bundestag
über Bestand, Lagerorte, vollständige Barrennummern und deren Feingewichte,
ggf. Transaktionen oder Verleihungen sowie über die Bewertungsentwicklung
der deutschen Goldreserve vorzulegen;
4. sich auf EU-Ebene mit Nachdruck gegen jegliche Einbeziehung nationaler
Goldreserven in europäische Haftungs- oder Vergemeinschaftungsmechanismen
auszusprechen;
5. mit der Bundesbank zu vereinbaren, die deutsche Bevölkerung transparent über
den Umfang, den Standort und die Sicherheit der Goldreserven zu informieren,
um das Vertrauen in die Stabilität der deutschen Währungspolitik zu stärken;
6. darauf hinzuwirken, die Eigentumsfrage am deutschen Gold auch gegenüber der
EZB rechtsverbindlich und dauerhaft zu klären: getrennt nach dem deutschen
Hauptbestand seit 1951/1967 von derzeit ca. 3.350 Tonnen und den 1999
vorläufig an die EZB zu deren initialer Goldkapitalisierung überschriebenen Tonnagen;
7. die Herbeiführung eines verfassungsrechtlich abzusichernden bilanziellen
Sonderstatus des treuhänderisch in der Bundesbank-Bilanz gehaltenen Bürgergolds
zu realisieren.
Berlin, den 17. März 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Begründung
Gold ist materialisierte Arbeit und verbürgt dem Individuum Freiheit und eine gewisse Unabhängigkeit. Dasselbe
gilt für Staatsgold: Auch der deutsche Goldhort ist materialisierte Substanz aus früheren Wirtschaftserfolgen im
Außenhandel der jungen Bundesrepublik der 1950er und 1960er Jahre. Zurecht verbürgt dieses Staatsgold seinen
arbeitenden Bürgern ein Stück Souveränität. Die Bundesbank verwaltet das goldene Vermögen treuhänderisch
für den deutschen Staat und das deutsche Volk.
Die Auslandsbestände des deutschen Goldes werden durch die Bundesbank keiner regelmäßigen vollständigen
physischen Buchprüfung unterzogen – faktisch hat es seit 1951 (Beginn der deutschen Auslandslagerung) noch
nie Vollaudits an den ausländischen Lagerorten gegeben. Die Bundesbank verlässt sich auf Inventarangaben aus
dem Ausland und auf minimale eigene Stichproben. Es gibt keine transparent und vollständig veröffentlichten
Barrennummernlisten des Bundesbankgoldes. Zwar gibt es lange „Barrenlisten“. Doch „Inventarnummern“
ersetzen keine Barrennummern, „Meltnummern“ sind ebenfalls keine Barrennummern, abgekürzt veröffentlichte
Nummern widersprechen den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung, Allokationsnachweise individueller
Barren zur Bundesbank-Bilanz sind nicht bekannt oder veröffentlicht, physische Vollaudits werden nicht
durchgeführt, Doppel- oder Mehrfacherfassungen von Barren(nummern) in den Bilanzen anderer Zentralbanken oder
Gold-ETFs sind darum nicht ausschließbar – nur so könnte aber Deutschlands exklusiver Eigentumsanspruch
zweifelsfrei belegt werden.
Die Bundesbank betont immer wieder, sie habe volles Vertrauen in die Fed und die BoE. Das verbliebene
deutsche Staatsgold liege in New York und London sicher. Vertrauen ist aber keine Prüfstrategie. Im Krisen- oder
Spannungsfall (ggf. auch unter heutigen Verbündeten oder Freunden) gilt, dass nur wer sein Gold selbst in der
Hand hat, Verfügungsgewalt über sein Eigentum hat. In Zeiten geopolitischer Spannungen ist das Eigentumsrecht
ohne gleichzeitigen Besitz nicht gewährleistet. Entsprechende Aussagen zur nicht ausreichenden Prüfungspraxis
durch die Bundesbank gab es u. a. durch den Bundesrechnungshof schon seit 2012.18 Geändert wurde an der
Praxis wenig.
Die Begründung, es handele sich um „Vertrauenslagerung bei Partnerstaaten“, ist weder ökonomisch noch
rechtlich noch versicherungstechnisch überzeugend. Vertrauen ersetzt keine Souveränität. Gold ist kein Anlagegut,
sondern ein strategischer Wertanker. Seine physische Verfügbarkeit im Inland ist Voraussetzung dafür, dass
unser Land in Zeiten finanzieller Instabilität, internationaler Spannungen oder systemischer Krisen handlungsfähig
bleibt.
18 Haushaltsausschuss Deutscher Bundestag, Ausschussdrucksache 5114/17; www.gata.org/files/GermanGoldAuditorsReport-10-22-2012.pdf
[zuletzt abgerufen am 12.03.26]
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
Relationen
- authored ← Achim Köhler (Antrag)
- authored ← Adam Balten (Antrag)
- authored ← Alexander Arpaschi (Antrag)
- authored ← Alexis L. Giersch (Antrag)
- authored ← Arne Raue (Antrag)
- authored ← Bernd Schattner (Antrag)
- authored ← Carina Schießl (Antrag)
- authored ← Christian Douglas (Antrag)
- authored ← Christian Reck (Antrag)
- authored ← Christina Baum (Antrag)
- authored ← Christoph Grimm (Antrag)
- authored ← Diana Zimmer (Antrag)
- authored ← Erhard Brucker (Antrag)
- authored ← Fraktion der AfD
- authored ← Hauke Finger (Antrag)
- authored ← Heinrich Koch (Antrag)
- authored ← Iris Nieland (Antrag)
- authored ← Joachim Bloch (Antrag)
- authored ← Jörg Zirwes (Antrag)
- authored ← Kay Gottschalk (Antrag)
- authored ← Kerstin Przygodda (Antrag)
- authored ← Kurt Kleinschmidt (Antrag)
- authored ← Lars Schieske (Antrag)
- authored ← Lukas Rehm (Antrag)
- authored ← Malte Kaufmann (Antrag)
- authored ← Marc Bernhard (Antrag)
- authored ← Marcus Bühl (Antrag)
- authored ← Maximilian Kneller (Antrag)
- authored ← Maximilian Krah (Antrag)
- authored ← Micha Fehre (Antrag)
- authored ← Peter Boehringer (Antrag)
- authored ← Rainer Groß (Antrag)
- authored ← Rainer Rothfuß (Antrag)
- authored ← Reinhard Mixl (Antrag)
- authored ← René Bochmann (Antrag)
- authored ← Sergej Minich (Antrag)
- authored ← Sven Wendorf (Antrag)
- authored ← Tobias Ebenberger (Antrag)
- authored ← Tobias Teich (Antrag)
- authored ← Torben Braga (Antrag)
- authored ← Udo Theodor Hemmelgarn (Antrag)
- authored ← Ulrich von Zons (Antrag)
- authored ← Wolfgang Wiehle (Antrag)
- part_of_vorgang → Deutsches Staatsgold vollständig nach Deutschland holen (Antrag)