Beteiligung von Stakeholdern an der Nationalen Tourismusstrategie
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Beteiligung von Stakeholdern an der Nationalen Tourismusstrategie
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4231
21. Wahlperiode 23.02.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Stefan Schmidt, Matthias Gastel, Victoria Broßart, Denise
Loop, Julian Joswig und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Beteiligung von Stakeholdern an der Nationalen Tourismusstrategie
Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD wurde vereinbart, eine
neue Tourismusstrategie zu erarbeiten, die sowohl wirtschaftliche als auch
nachhaltige Belange berücksichtigen sollte und die Themen
Tourismusakzeptanz, Lebensraumgestaltung sowie Digitalisierung in den Fokus nimmt (vgl.
Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, S. 13). Nach nur neun
Monaten Arbeitszeit wurde die Nationale Tourismusstrategie am 28. Januar 2026 im
Kabinett beschlossen und der Öffentlichkeit vorgestellt. Der beschleunigte und
nach Ansicht der Fragestellenden wenig transparente Prozess zur Erstellung
sowie die inhaltliche Grundausrichtung der Nationalen Tourismusstrategie mit
einem „klaren Kurs auf Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit“ (vgl. www.bund
eswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2026/01/202601
28-nationale-tourismusstrategie-setzt-klaren-kurs-auf-wachstum-und-wettbewe
rbsfaehigkeit.html) werfen bisher leider unzureichend beantwortete Fragen
(vgl. Antwort auf die Schriftliche Frage 62 auf Bundesdrucksache 21/3772)
auf, insbesondere die Frage, welche Stakeholder seitens des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie an der Erstellung der Nationalen
Tourismusstrategie beteiligt wurden.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. a) Welchen Stellenwert nehmen Klima- und Umweltschutz ein, und
inwiefern wird dieser Stellenwert in der Beteiligung der Stakeholder
deutlich?
b) Welchen Stellenwert nimmt das Thema „nachhaltige Mobilität“ (z. B.
Bahnverkehr, öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), Radverkehr
und Shared Mobility) ein, und inwiefern wird dieser Stellenwert in der
Beteiligung der Stakeholder deutlich?
c) Welchen Stellenwert nehmen Reise- und Verbraucherschutzrechte ein,
und inwiefern wird dieser Stellenwert in der Beteiligung der
Stakeholder deutlich?
d) Welchen Stellenwert nehmen die Rechte und Interessen von
Arbeitnehmenden sowie das Thema Fachkräftesicherung ein, und inwiefern
wird dieser Stellenwert in der Beteiligung der Stakeholder deutlich?
e) Welchen Stellenwert nehmen digitale und innovative Geschäftsmodelle
ein, und inwiefern wird dieser Stellenwert in der Beteiligung der
Stakeholder deutlich?
2. a) Welche Stakeholder wurden im Prozess zur Erstellung der neuen
Nationalen Tourismusstrategie seitens des Bundesministeriums für Wirtschaft
und Energie aktiv konsultiert und beteiligt (bitte einzeln nach Termin,
Stakeholder und Gesprächsinhalt aufschlüsseln)?
b) Welche Stakeholder haben unaufgefordert Stellungnahmen eingereicht
oder Gesprächstermine zur Nationalen Tourismusstrategie angefragt
und wurden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
berücksichtigt, und aus welchen Gründen (bitte nach Stakeholdern und
Zeitpunkt der Kontaktaufnahme aufschlüsseln)?
c) Welche Stakeholder haben unaufgefordert Stellungnahmen eingereicht
oder Gesprächstermine zur Nationalen Tourismusstrategie angefragt,
wurden jedoch vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
nicht berücksichtigt, und aus welchen Gründen (bitte nach Stakeholdern
und Zeitpunkt der Kontaktaufnahme aufschlüsseln)?
d) Welche konkreten inhaltlichen Vorschläge der in Frage 2a erfragten
Stakeholder wurden in die Nationale Tourismusstrategie aufgenommen
(bitte die jeweiligen Vorschläge den einzelnen Stakeholdern zuordnen
und die Aufnahme begründen)?
3. Welche Kriterien haben zur Auswahl beziehungsweise zur
Nichtberücksichtigung der in Frage 2a erfragten Stakeholder geführt (bitte alle Kriterien
benennen)?
4. Inwiefern wurden Vertreterinnen und Vertreter vonseiten der Kommunen
und der Bundesländer beteiligt, und wenn nein, aus welchen Gründen
nicht?
5. Inwiefern wurden Vertreterinnen und Vertreter aus der Wissenschaft und
Forschung beteiligt, und wenn nein, aus welchen Gründen nicht?
6. Aus welchen Gründen erfolgte keine intensivere inhaltliche Beteiligung des
Deutschen Bundestages, und inwieweit ist eine Beteiligung bzw.
Einbindung des Parlaments in Zukunft geplant?
7. Aus welchen Gründen erfolgte keine intensivere inhaltliche Beteiligung des
zuständigen Ausschusses für Tourismus, abgesehen von mündlichen
Berichten seitens des Bundesministeriums?
8. Wurden darüber hinaus weitere Ausschüsse des Deutschen Bundestages
beteiligt, und wenn nein, aus welchen Gründen nicht?
9. a) Aus welchen Gründen schafft die Bundesregierung mit dem
sogenannten Tourismuspolitischen Forum erneut ein neues Gremium?
b) Welchen Mehrwert erwartet sich die Bundesregierung gegenüber
etablierten Gremien, wie der Nationalen Plattform Zukunft des Tourismus
oder dem Tourismusbeirat?
c) Welche Akteure sollen im neuen Gremium beteiligt werden, und in
welcher Form soll diese Beteiligung stattfinden?
d) Welche Akteure werden im Vergleich zum Tourismusbeirat und zur
Nationalen Plattform Zukunft des Tourismus künftig nicht mehr
Mitglied im Tourismuspolitischen Forum sein, und aus welchen Gründen?
e) Welche Kriterien führen grundsätzlich zur Auswahl bzw. zur
Nichtauswahl von Teilnehmenden?
f) Zu welchem Zeitpunkt soll das neue Gremium die Arbeit aufnehmen?
g) Zu welchen geplanten Gesetzesvorhaben soll das Gremium beratend
tätig werden?
Berlin, den 13. Februar 2026
Katharina Dröge, Britta Haßelmann und Fraktion
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ISSN 0722-8333
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