Verwendung deutscher Steuermittel für Kühlschrankförderung in Kolumbien
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Verwendung deutscher Steuermittel für Kühlschrankförderung in Kolumbien
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3259
21. Wahlperiode 15.12.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Arne Raue, Rocco Kever, Denis Pauli, Matthias Rentzsch,
Johann Martel, Martina Uhr, Dr. Alexander Wolf, Dr. Malte Kaufmann, Dr. Michael
Espendiller und der Fraktion der AfD
Verwendung deutscher Steuermittel für Kühlschrankförderung in Kolumbien
Im Rahmen der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit unterstützt die
Bundesregierung eine Vielzahl internationaler Projekte. Im Rahmen des Projekts
„Kolumbianisches NAMA –Grüne Kühlschränke für Haushalte“, das von der
Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
gemeinsam mit kolumbianischen Partnern umgesetzt wird, hat die
Bundesregierung beispielsweise in den Jahren von 2019 bis 2022 in Kolumbien Projekte
zur Förderung energieeffizienter Kühlschränke mit deutschen Steuermitteln
finanziell unterstützt (www.bmz.de/de/laender/kolumbien/kernthema-klima-
undenergie-just-transition-15078). Die erklärten Ziele dieser Maßnahmen waren
unter anderem die Reduktion von Treibhausgasemissionen, die Steigerung der
Energieeffizienz in privaten Haushalten sowie die Unterstützung der lokalen
Industrie. Dies sollte durch den Austausch alter Kühlgeräte gegen neue,
klimafreundlichere Modelle, den Aufbau von Recyclinginfrastrukturen sowie die
Förderung lokaler Produzenten erreicht werden (www.giz.de/de/weltweit/8721
0.html).
Vor dem Hintergrund begrenzter Haushaltsmittel und wachsender
innenpolitischer Herausforderungen, wie etwa der wachsenden Altersarmut, steigenden
Energiekosten, maroden Verkehrsinfrastruktur oder dem
Wirtschaftsabschwung, wirft diese Förderpraxis bei den Fragestellern eine Reihe
grundlegender Fragen auf, sowohl im Hinblick auf die entwicklungspolitische
Zielgenauigkeit als auch auf die Angemessenheit und Verhältnismäßigkeit des
Mitteleinsatzes. Es stellt sich ihnen die Frage, inwiefern die Förderung von
Kühlschränken einen messbaren Beitrag zu den erklärten entwicklungspolitischen und
klimapolitischen Zielen leistet und ob der Mitteleinsatz in einem sinnvollen
Verhältnis zum tatsächlichen entwicklungspolitischen Bedarf sowie zu den
Wirkungen steht.
Angesichts der hohen Abgabenlast der deutschen Steuerzahler sowie im Lichte
multipler nationaler Herausforderungen, etwa im sozialen Bereich oder der
Energieversorgung, erscheint es den Fragestellern geboten, die internationale
Mittelverwendung kritisch zu hinterfragen und auf ihre Effizienz sowie ihren
Einklang mit den Interessen der eigenen Bürger hin zu prüfen. Insbesondere
gilt es nach ihrer Auffassung aus demokratischer und haushaltspolitischer
Sicht, kritisch zu hinterfragen, in welchem Umfang finanzielle Mittel für diese
Zwecke bereitgestellt wurden und wie transparent solche Förderentscheidungen
getroffen werden, nach welchen Kriterien Projekte ausgewählt und bewertet
werden, inwieweit eine regelmäßige Evaluierung und Erfolgskontrolle
stattfindet und wie die amtierende Bundesregierung ihre Entwicklungspolitik
zukünftig gestalten wird.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Weshalb hält die Bundesregierung Kühlgeräteförderung in Kolumbien für
ein geeignetes Mittel der deutschen Entwicklungs- oder Klimapolitik?
2. In welcher Höhe wurden in den Jahren von 2014 bis 2024 Mittel aus dem
Bundeshaushalt für Projekte zur Förderung energieeffizienter Kühlgeräte
in Kolumbien, nachfolgend Kühlschrankförderprojekte genannt,
bereitgestellt (bitte nach Jahren, Höhe der Förderung und Haushaltstitel
aufschlüsseln)?
3. Welche Behörden, Institutionen und Unternehmen waren an der
Umsetzung dieser Kühlschrankförderprojekte im Auftrag der Bundesregierung
mit welchem zeitlichen Volumen involviert?
4. Welche in- bzw. ausländischen Unternehmen oder
Nichtregierungsorganisationen erhielten im Rahmen dieser Kühlschrankförderprojekte welche
direkten oder indirekten finanziellen Zuwendungen aus dem
Bundeshaushalt?
5. In welchem Umfang wurden welche Termine in Verbindung mit o. g.
Kühlschrankförderprojekten im Sinne dieser Kleinen Anfrage in
Kolumbien durchgeführt (bitte nach Datum, Teilnehmerkreis, mit den Terminen
verbundenen finanziellen Aufwendungen aufschlüsseln)?
6. Welche konkreten Ziele sollten mit den o. g. Kühlschrankförderprojekten
in Kolumbien erreicht werden, und inwieweit wurden diese nach
Einschätzung der Bundesregierung aus heutiger Sicht tatsächlich
verwirklicht?
7. Wie viele Kühlgeräte wurden im Rahmen der Fördermaßnahmen im Sinne
dieser Kleinen Anfrage seit dem Beginn des Förderprogramms insgesamt
verteilt, ersetzt oder recycelt?
8. Nach welchen Kriterien wurde ausgewählt, welche Endverbraucher in den
Genuss der Neugeräte kommen?
9. Welche Wirkung auf die globale CO2-Bilanz wurde durch die
Bundesregierung im Vorfeld der Projekte kalkuliert, und welche realen
Einsparungen wurden bisher gemessen bzw. evaluiert?
10. Welche Treibhausgasreduktion wurde pro eingesetzten Euro deutscher
Steuergelder durch diese Projekte konkret erreicht?
11. In welchem Verhältnis stehen die Emissionseinsparungen dieser
Kühlschrankförderprojekte nach Kenntnis der Bundesregierung zu den
Gesamtemissionen Kolumbiens?
12. Erfolgten die Vergaben adäquat zu den in der Europäischen Union für
Ausschreibungsverfahren geltenden Regelungen?
13. Wenn keine Ausschreibungen erfolgt sind, weshalb sind diese nicht
erfolgt, wonach wurden die Lieferanten alternativ ausgewählt, und wurden
mehrere Anbieter angefragt?
14. Welche Kontrollmechanismen bestehen, um sicherzustellen, dass die für
Kühlschrankförderprojekte im Sinne dieser Kleinen Anfrage
bereitgestellten Mittel zweckentsprechend und effizient verwendet wurden?
15. Wurden Projekte zur Förderung energieeffizienter Kühlgeräte in
Kolumbien von unabhängigen Gutachtern evaluiert, und wenn ja, inwiefern (bitte
ggf. nach Ergebnissen und Kosten aufschlüsseln)?
16. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über mögliche Fälle von
nicht zweckentsprechender oder nicht effizienter Verwendung von
Haushaltsmitteln für Kühlschrankförderprojekte im Sinne dieser Kleinen
Anfrage?
17. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über mögliche Fälle von
Fehlverwendung, Unterschlagung oder Korruption im Zusammenhang mit
den deutschen Fördergeldern für Kühlschrankförderprojekte im Sinne
dieser Kleinen Anfrage?
18. Verwaltungskosten in welcher Höhe fielen auf deutscher und nach
Kenntnis der Bundesregierung auf kolumbianischer Seite im Rahmen von
Kühlschrankförderprojekten im Sinne dieser Kleinen Anfrage an?
19. Wie bewertet die Bundesregierung die Akzeptanz dieser
Fördermaßnahmen im Sinne dieser Kleinen Anfrage in der deutschen Bevölkerung?
20. Welche Alternativen zur Förderung energieeffizienter Kühlgeräte wurden
geprüft, und warum wurden diese ggf. verworfen?
21. Welche Kooperationen mit internationalen Organisationen gab es bei der
Umsetzung der Fördermaßnahmen im Sinne dieser Kleinen Anfrage?
22. In welchen Regionen außerhalb Kolumbiens plant die Bundesregierung
ggf. zukünftig, Kühlschrankförderprojekte im Sinne dieser Kleinen
Anfrage finanziell zu fördern?
23. Welche Kühlschrankförderprojekte im Sinne dieser Kleinen Anfrage hat
die Bundesregierung ggf. in der Vergangenheit außerhalb Kolumbiens
finanziert (bitte ggf. nach Empfängerland, Projektnamen, Höhe der
Förderung und Haushaltstitel aufschlüsseln)?
24. Welche Kühlschrankförderprojekte im Sinne dieser Kleinen Anfrage
fördert die Bundesregierung gegenwärtig außerhalb Kolumbiens (bitte nach
Empfängerland, Projektnamen, Höhe der Förderung und Haushaltstitel
aufschlüsseln)?
25. Wie hoch war der Eigenanteil Kolumbiens bei der Finanzierung von
Kühlschrankförderprojekten im Sinne dieser Kleinen Anfrage?
26. Welche Bedingungen oder Auflagen (z. B. Rückbau alter Kühlschränke,
Verwendung bestimmter Technologien) waren mit der Förderung
verbunden?
27. Nach welchen Umwelt- und Effizienzstandards wurden die geförderten
Kühlgeräte zertifiziert?
28. Wie hoch schätzt die Bundesregierung die durchschnittliche Lebensdauer
der geförderten Kühlgeräte ein?
29. Welche Kommunikationsmaßnahmen (z. B. PR-Kampagnen,
Veranstaltungen) wurden mit deutschen Haushaltsmitteln flankierend zu diesen
Kühlschrankförderprojekten in Kolumbien finanziert?
30. Welche Lehren zieht die Bundesregierung aus den bisherigen Erfahrungen
mit derartigen Projektfinanzierungen?
Berlin, den 2. Dezember 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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