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Auswirkungen von größeren Ansitzdrückjagden auf Tierschutzaspekte und Wildbretqualität im Bereich der Liegenschaften der Bundesforstbetriebe (Antwort zu Drs. 21/2744)

dip / drucksache 26.11.2025 · WP 21 · 21/2948 · Antwort · Original ↗

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Auswirkungen von größeren Ansitzdrückjagden auf Tierschutzaspekte und Wildbretqualität im Bereich der Liegenschaften der Bundesforstbetriebe (Antwort zu Drs. 21/2744) [Deutscher Bundestag Drucksache 21/2948 21. Wahlperiode 26.11.2025 Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stephan Protschka, Peter Felser, Julian Schmidt, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD – Drucksache 21/2744 – Auswirkungen von größeren Ansitzdrückjagden auf Tierschutzaspekte und Wildbretqualität im Bereich der Liegenschaften der Bundesforstbetriebe V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r Im Rahmen der Verwaltungsjagden der Länder und des Bundes haben Ansitzdrückjagden bzw. Bewegungsjagden hinsichtlich des Jagderfolges in den letzten Jahren eine erhebliche Bedeutung erlangt. Bereits mit zwei bis drei gut organisierten Bewegungsjagden im Winter können beträchtliche Teile der Jagdstreckenziele erreicht werden. Auf diese Weise können zahlreiche Einzelansitze und damit verbundene kontinuierliche Störungen des Wildes vermieden werden. Gemeinschaftliche Ansitzdrückjagden werden insbesondere im Januar als besonders effizient eingeschätzt, weil sie den Jagderfolg im Vergleich zu anderen Monaten und Jagdmethoden deutlich steigern können (www.jagdkonzept.de/post/bewegungsjagd-im-januar). Trotz dieser Vorteile können insbesondere größere Ansitzdrückjagden – oftmals mit duzenden teilnehmenden Jägern – auch mit negativen Effekten hinsichtlich der Tierschutzaspekte und hinsichtlich der Wildbretqualität verbunden sein. Bezogen auf den Tierschutz ist insbesondere problematisch, wenn auf Wild in Bewegung schlecht geschossen wird. Dabei können auch geringe Abweichungen von der optimalen Trefferlage bereits zulasten des Tierwohles führen. Darüber hinaus ist wissenschaftlich bewiesen, dass stressbedingt hohe Adrenalinpegel einen negativen Einfluss auf die Wildbretqualität haben können. Daher ist es bereits im Vorfeld einer Jagd wichtig, diese so zu organisieren, dass das Wild möglichst keinem unnötigen Stress ausgesetzt wird (Golter, S., 2019: Drückjagden – Gute Organisation verbessert die Wildbretqualität. Der Jäger in Baden-Württemberg 11, S. 14 bis 16). Ein weiterer Aspekt, der sich negativ auf die Wildbretqualität auswirkt, ist, wenn durch schlechtes Aufbrechen teils weich geschossener Stücke in Kombination mit verzögerter Anlieferung und Weiterverarbeitung erhöhte Keimgehalte im Wildbret entstehen. Dem Bericht eines Praktikers aus Bayern zufolge können mit dieser Problematik erhebliche Wildbretverluste mangels Verwertbarkeit verbunden sein (Klimke, V., 2020: Im Namen des Waldes. Wild und Hund 4, S. 20 bis 25). Die Fragesteller halten es in diesem Zusammenhang für wichtig, die genannten kritischen Aspekte, die insbesondere mit größeren Ansitzdrückjagden ver- Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 26. November 2025 übermittelt. Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext. bunden sein können, näher zu hinterfragen und zu analysieren, um die Jagd als Kulturgut mit hohen ethischen Ansprüchen auf wildbiologischer Grundlage aufrechterhalten und weiterentwickeln zu können. 1. Wie haben sich die Teilnehmerzahlen bei gemeinschaftlichen Ansitzdrückjagden in den letzten 20 Jahren im Bereich der Liegenschaften der Bundesforstbetriebe entwickelt (wenn möglich, bitte nach Bundesforstbetrieben aufschlüsseln)?  Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben trägt mit ihrer Sparte Bundesforst die Verantwortung für 17 Bundesforstbetriebe. Bei Ansitzdrückjagden in den Bundesforstbetrieben hat in den letzten 20 Jahren eine konstante Anzahl an Personen teilgenommen. Da die Bundesforstbetriebe über ganz Deutschland verteilt sind und diese in Größe, Nutzungsart, waldbaulicher Ausgangssituation, Wildvorkommen sowie Wildpopulation sehr variieren, nehmen sehr unterschiedlich viele Personen an Jagden teil. Teilweise werden Liegenschaften auch mehrfach bejagt. Eine Aufschlüsselung nach einzelnen Bundesforstbetrieben wurde über den Zeitraum nicht vorgehalten. 2. Inwiefern spielten und spielen bei dieser Organisationsform der Jagd (im Vergleich zu Einzelansitzen) neben wildbiologischen und ökologischen Faktoren auch betriebswirtschaftliche bzw. organisatorische Gründe eine Rolle (beispielsweise im Zusammenhang mit der Entwicklung des Personalbestandes der Bundesforstbetriebe)?  Die möglichst effektive und effiziente Organisation der Jagd wird auf Grundlage neuester wildbiologischer und ökologischer Erkenntnisse sowie unter Berücksichtigung der jeweiligen Nutzererfordernisse durchgeführt. Besonders berücksichtigt wird dabei auch die häufig militärische Nutzung der Liegenschaften. Betriebswirtschaftliche Gründe spielen eine weit untergeordnete Rolle und beeinflussen nicht die Jagdmethode. 3. Wie hat sich in den letzten 20 Jahren der Anteil der auswärtigen Jagdgäste an den gemeinschaftlichen Ansitzdrückjagden entwickelt (neben dem eigenen Personal und neben Jagderlaubnisscheininhabern werden im Rahmen der gemeinschaftlichen Ansitzdrückjagden oftmals auch auswärtige Jagdgäste einbezogen, jeder Inhaber eines gültigen Jagdscheines, ausgenommen des Jugendjagdscheines, kann sich nach Angabe der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben für die Teilnahme an Gesellschaftsjagden in bestimmten Bundesforstbetrieben bewerben)? Die Bundesforstbetriebe beteiligen neben ortskundigen Jägern und Jägerinnen unter anderem auch Angehörige der Bundeswehr und Gaststreitkräfte an Jagden. Die Zahl hat in den letzten 20 Jahren wenig variiert. Absolut entscheidend ist für die Bundesforstbetriebe, dass sich alle an der Jagd Teilnehmenden absolut vorbildlich verhalten. Verstöße gegen Sicherheitsbestimmungen, Tierschutz oder sonstige Anweisungen der Jagdleitung führen zum Ausschluss von der Jagd. 4. Werden die von den Fragestellern in der Vorbemerkung thematisierten kritischen Aspekte (beispielsweise die Beeinträchtigung der Wildbretqualität durch schlechte Treffpunktlagen) systematisch erfasst, und wenn ja, a) wie haben sich in diesem Zusammenhang die Wildbretverluste mangels Verwertbarkeit in den letzten 20 Jahren entwickelt (wenn möglich, bitte nach den einzelnen Bundesforstbetrieben aufschlüsseln), Nein. Auswertungen über Wildbretqualität unter Berücksichtigung der Jagdmethode liegen nicht vor. Die Bundesforstbetriebe legen aber großen Wert darauf, dass nicht nur waidgerecht, sondern auch so gejagt wird, dass das Wildbret als hochwertiges Lebensmittel bestmöglich vermarktet werden kann. b) gibt es einen statistischen Zusammenhang zwischen den prozentualen Wildbretverlusten und der Anzahl der an den jeweiligen Jagden teilnehmenden Jäger (wenn möglich, bitte nach den einzelnen Bundesforstbetrieben für die letzten 20 Jahre aufschlüsseln)? Ein statistischer Zusammenhang zwischen der Anzahl an Jagden Teilnehmender und der Treffpunktlage der Schüsse auf dem Wildkörper bei einer Ansitzdrückjagd kann nicht hergestellt werden. Die Gesamtschießleistung ist nicht unmittelbar abhängig von der Größe einer Gruppe, sondern insbesondere von der professionellen Organisation der Jagd sowie von den individuellen Schießfertigkeiten. 5. Kam es bei der Vermarktung von Wildbret, das im Rahmen von Ansitzdrückjagden im Bereich der Liegenschaften der Bundesforstbetriebe zur Strecke kam, im Vergleich zu dem im Rahmen von Einzelansitzen erlegten Wild in den letzten 10 Jahren zu einer geringeren Nachfrage bzw. zu Preisabschlägen, und wenn ja, warum? Nein. Unabhängig von der Art der Jagd wird die Mehrzahl des erlegten Wildes über den Wildhandel vermarket. Hierzu wurden Vorverkaufsverträge verhandelt und abgeschlossen. Dies sichert den Wildabsatz zu festen Preisen. 6. Welche organisatorischen Maßnahmen (Jagdpausen zum zwischenzeitlichen Bergen und Aufbrechen des erlegten Wildes, Legen einer symbolischen Strecke etc.) werden bei den Ansitzdrückjagden im Bereich der Liegenschaften der Bundesforstbetriebe ergriffen, um eine möglichst hohe Qualität des Wildbrets gewährleisten zu können? Die Behandlung von Wildbret als hochwertiges Lebensmittel hat einen hohen Stellenwert. Die jeweilige Jagdleitung weist vor Beginn der Jagd auf die Verpflichtung hin, sämtliche wildbrethygienischen Vorgaben zu beachten. Je nach den örtlichen und witterungsbedingten Voraussetzungen werden unterschiedliche organisatorische Maßnahmen ergriffen, um eine hohe Wildbretqualität sicherzustellen. Dazu gehören die fachgerechte und zügige Versorgung sowie die anschließende zeitnahe Kühlung ohne Unterbrechung der Kühlkette. Zudem wird eine hohe Wildbretqualität auch durch die ausschließliche Verwendung von bleifreier Munition unterstützt. 7. Welche Standards gelten im Bereich der Bundesforstbetriebe für den erforderlichen Schießnachweis (waidgerechtes Schießen erfordert regelmäßiges Training unter möglichst realistischen Bedingungen und die Fähigkeit, gerade auch bei Ansitzdrückjagden verantwortungsvoll mit seinem Können und seiner Ausrüstung sicher zu handeln)? Die Voraussetzung für die Teilnahme an einer Jagd beim Bundesforst ist neben einem gültigen deutschen Jagdschein die Vorlage eines aktuellen Schießnachweises. Die Schießfertigkeit muss in Bezug auf die sichere Schussabgabe mit einem hochwildtauglichen Kaliber sowohl auf ein stehendes Ziel als auch auf ein sich bewegendes Ziel nachgewiesen werden. 8. Muss ein Schießnachweis von ausländischen Teilnehmern (beispielsweise Jäger aus den Niederlanden oder aus Dänemark) an Ansitzdrückjagden im Bereich der Liegenschaften der Bundesforstbetriebe erbracht werden, wenn ja, wie werden diese Standards gewährleistet, und wenn nein, warum nicht? Wollen ausländische Personen an Jagden bei Bundesforstbetrieben teilnehmen, müssen sie zur Berechtigung einen aktuellen Schießnachweis vorlegen. Dieser muss dem in der Antwort zu Frage 7 beschriebenen Standard entsprechen. Die Bundesforstbetriebe prüfen die Schießnachweise jeweils im Vorfeld, damit sichergestellt ist, dass alle an einer Jagd Teilnehmenden über die notwendigen Schießfertigkeiten verfügen. Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de ISSN 0722-8333]

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