Genehmigungen für Waffenlieferungen an Israel
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Genehmigungen für Waffenlieferungen an Israel
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1633
21. Wahlperiode 15.09.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Lea Reisner, Doris Achelwilm, Gökay Akbulut, Desiree Becker,
Violetta Bock, Jorrit Bosch, Janina Böttger, Maik Brückner, Jörg Cezanne, Agnes
Conrad, Mirze Edis, Fabian Fahl, Katrin Fey, Kathrin Gebel, Vinzenz Glaser,
Nicole Gohlke, Christian Görke, Ates Gürpinar, Ferat Koçak, Cansin Köktürk,
Jan Köstering, Tamara Mazzi, Pascal Meiser, Stella Merendino, Sahra Mirow,
Charlotte Antonia Neuhäuser, Cansu Özdemir, Luigi Pantisano, Sören Pellmann,
Heidi Reichinnek, Zada Salihović, Lisa Schubert, Julia-Christina Stange, Ulrich
Thoden, Aaron Valent, Donata Vogtschmidt, Sarah Vollath, Sascha Wagner,
Christin Willnat, Janine Wissler, Anne Zerr und der Fraktion Die Linke
Genehmigungen für Waffenlieferungen an Israel
In Medienberichten von „SPIEGEL“ und „ZEIT“ wird über Angaben der
Bundesregierung zu Rüstungsexporten nach Israel im Jahr 2024 berichtet.
Demgegenüber hatte die Bundesregierung zuvor erklärt, dass zwischen dem 24. Mai
2024 und dem 15. Dezember 2024 keine Einzelausfuhrgenehmigungen für
Kriegswaffen nach Israel erteilt wurden (Bundestagsdrucksache 20/14661).
Aus Sicht der Fragestellenden ergeben sich daher mögliche Widersprüche.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Hat die Bundesregierung Exportgenehmigungen für Panzerabwehrwaffen
nach Israel im Jahr 2024 erteilt, und wenn ja, welche Art der
Genehmigungen wurde erteilt (bitte nach Ausfuhrlistenposition, Wert, Monat, Art
der Genehmigung, wie beispielsweise Einzel-, Sammelausfuhr-,
Reexportgenehmigung, Allgemeine Genehmigung, Bundeswehrabgabe, sowie das
Ursprungsland bei einer Reexportgenehmigung auflisten)?
2. Hat die Bundesregierung Exportgenehmigungen für Kriegswaffen nach
Israel im Jahr 2024 erteilt, und wenn ja, welche Art der Genehmigungen
wurde erteilt (bitte nach Güterart, Wert, Monat, Art der Genehmigung,
wie beispielsweise Einzel-, Sammelausfuhr-, Reexportgenehmigung,
Allgemeine Genehmigung, Bundeswehrabgabe, sowie das Ursprungsland bei
einer Reexportgenehmigung auflisten)?
3. Wenn im Jahr 2024 Exportgenehmigungen für Panzerabwehrwaffen nach
Israel erfolgt sind, wie rechtfertigt die Bundesregierung diese
Genehmigungen, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits Vorwürfe schwerer Verstöße
gegen das humanitäre Völkerrecht im Gazakrieg vorlagen und wegen
möglicher Beihilfe internationale Gerichtsverfahren gegen Deutschland
liefen?
4. Wenn im Jahr 2024 Exportgenehmigungen für Panzerabwehrwaffen nach
Israel erfolgt sind, wurden die Genehmigungen ordnungsgemäß von der
Bundesregierung gegenüber dem Wirtschaftsausschuss des Deutschen
Bundestages dokumentiert, und wenn nein, warum nicht?
5. Wenn im Jahr 2024 Exportgenehmigungen für Panzerabwehrwaffen nach
Israel erfolgt sind, welche konkreten Vorkehrungen wurden durch die
Bundesregierung getroffen, um sicherzustellen, dass deutsche
Panzerabwehrwaffen nicht bei Angriffen auf zivile Ziele verwendet werden?
6. Wann hat der Bundessicherheitsrat zuletzt über Ausfuhrgenehmigungen
für Rüstungsgüter nach Israel entschieden, und haben danach andere
Kabinettsausschüsse und bzw. oder Bundesministerien über Rüstungsexporte
nach Israel entschieden, wenn ja, welche, und warum hat nicht der
Bundessicherheitsrat entschieden?
7. Sind alle in der Antwort zu Frage 6 genannten Entscheidungen
dokumentiert, wenn ja, in welcher Form, und wenn nein, warum nicht?
8. Für welche Rüstungsgüter hat die Bundesregierung seit ihrer Antwort zu
Frage 2 der Kleinen Anfrage auf Bundestagsdrucksache 21/843 (Stichtag:
26. Juni 2025) bis zum 8. August 2025 insgesamt Ausfuhrgenehmigungen
nach Israel erteilt (bitte getrennt nach Kriegswaffen und sonstigen
Rüstungsgütern unter Angabe der KWL-Nummer [KWL = Kriegswaffenliste]
bzw. AL-Position [AL = Ausfuhrliste], die Güterbeschreibung, die
jeweilige Stückzahl, die jeweilige Genehmigungsart und den jeweiligen
Genehmigungswert auflisten; sofern eine endgültige Auswertung für den
Zeitraum noch nicht erfolgt ist, bitte die vorläufigen Zahlen angeben)?
9. Für welche Rüstungsgüter hat die Bundesregierung seit dem 9. August
2025 bis zum aktuellen Stichtag der Beantwortung dieser Kleinen Anfrage
insgesamt Ausfuhrgenehmigungen nach Israel erteilt (bitte getrennt nach
Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern unter Angabe der KWL-
Nummer bzw. AL-Position, die Güterbeschreibung, die jeweilige
Stückzahl, die jeweilige Genehmigungsart und den jeweiligen
Genehmigungswert auflisten; sofern eine endgültige Auswertung für den Zeitraum noch
nicht erfolgt ist, bitte die vorläufigen Zahlen angeben)?
10. Hat die Bundesregierung die für die Durchführung der Ausfuhr
erforderliche Genehmigung nach dem Außenwirtschaftsgesetz (AWG) für das U-
Boot nach Israel erteilt, für das 2023 eine Genehmigung der Beförderung
zur Ausfuhr nach dem Gesetz über die Kontrolle von Kriegswaffen
(KrWaffKontrG) erteilt wurde (siehe Ausschussdrucksache 20(9)336 und
Antwort auf die Schriftliche Frage 11 auf Bundestagsdrucksache
20/11318), wenn ja, wann, und mit welchem Güterwert (bitte Monat und
Jahr angeben)?
11. Wie viele Rüstungsgüter, für die in den letzten fünf Jahren eine
Ausfuhrgenehmigung nach Israel erteilt wurde, sind nach Kenntnis der
Bundesregierung zum Zeitpunkt der Beantwortung dieser Kleinen Anfrage noch
nicht vollständig ausgeführt worden (bitte das Genehmigungsdatum
angeben)?
12. Welches finanzielle Gesamtvolumen repräsentieren die in Frage 11
erfragten, noch nicht vollständig ausgelieferten, aber laut Bundesregierung
genehmigten Rüstungsgüter an Israel (bitte nach Genehmigungsjahr,
Güterkategorien und Wert in Euro aufschlüsseln)?
13. Um welche konkreten Rüstungsgüter handelt es sich bei den in Frage 11
erfragten, noch nicht vollständig ausgelieferten, aber genehmigten
Ausfuhren nach Wissen der Bundesregierung im Einzelnen (z. B.
Waffenarten, Munitionsarten, Fahrzeuge, Kommunikationssysteme,
Überwachungstechnik; bitte nach Güterart, ggf. unter Angabe der Güterposition
nach Ausfuhrliste oder KrWaffKontrG, Verwendungszweck sowie
Bestimmungsunternehmen in Israel aufschlüsseln)?
14. Welche der in Frage 11 genannten Rüstungsgüter könnten nach
Einschätzung der Bundesregierung im Gazastreifen eingesetzt werden, und welche
konkreten Kriterien zieht die Bundesregierung dabei für ihre Einschätzung
heran (z. B. Reichweite, taktischer Einsatzbereich, Plattformtyp)?
15. Plant die Bundesregierung, die Ausfuhr bereits genehmigter, aber bislang
nicht ausgelieferter Rüstungsgüter an Israel unter Vorbehalt zu stellen,
einzuschränken oder auszusetzen, und wenn nein, warum nicht?
16. Wie stellt die Bundesregierung sicher, dass genehmigte Rüstungsgüter, die
weiterhin geliefert werden dürfen, nicht im Gazastreifen zum Einsatz
kommen?
17. Aus welchen Erwägungen hält die Bundesregierung die israelische
Zusicherung vom Oktober 2024 für ausreichend („Wir können versichern, dass
alle aus Deutschland gelieferten Waffen oder sonstigen Rüstungsgüter
oder solche, die Teile aus Deutschland enthalten, ausschließlich im
Einklang mit dem humanitären Völkerrecht verwendet werden“)?
18. Wenn im Jahr 2024 Exportgenehmigungen für Panzerabwehrwaffen nach
Israel erfolgt sind, hat die Bundesregierung geprüft, ob von ihr
genehmigte Lieferungen für Panzerabwehrwaffen völkerrechtswidrig eingesetzt
wurden, etwa gegen zivile Ziele und ohne jede militärische
Notwendigkeit?
19. Welche konkreten Auswirkungen hat der am 8. August 2025 verkündete
Genehmigungsstopp auf bereits zuvor genehmigte, aber noch nicht
ausgelieferte Rüstungsexporte an Israel, und werden diese Lieferungen
weiterhin durchgeführt, vollständig ausgesetzt oder auf Einzelfallebene
überprüft?
20. Welche politischen Bedingungen knüpfte die Bundesregierung in der
Vergangenheit an die Lieferung von U-Booten (z. B. Bekenntnis zur Zwei-
Staaten-Lösung, Stopp des Siedlungsbaus, Verbesserung der humanitären
Lage in Gaza; www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama/archiv/2025/k
orruption-deutsche-u-boote-fuer-israel,israel-uboote-korruption-10
0.html), und wurden diese Bedingungen im Laufe der Verhandlungen
abgeschwächt oder fallen gelassen?
21. Werden in den Rüstungsexportberichten der Bundesregierung die erteilten
Reexportgenehmigungen aufgeführt, wenn ja, in welchen Werten sind
diese enthalten, und wenn nein, warum nicht?
Berlin, den 27. August 2025
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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