Sicherheit der Versorgung mit Gas
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Sicherheit der Versorgung mit Gas
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1137
21. Wahlperiode 05.08.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Michael Kellner, Dr. Julia Verlinden, Dr. Alaa Alhamwi, Katrin
Uhlig, Dr. Sandra Detzer, Julian Joswig, Sandra Stein, Kassem Taher Saleh,
Johannes Wagner, Katharina Beck, Rebecca Lenhard, Felix Banaszak, Stefan
Schmidt und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Sicherheit der Versorgung mit Gas
Gasspeicher leisten einen zentralen Beitrag zur Versorgungssicherheit von
Industrie, Gewerbe und privaten Haushalten in Deutschland. Insbesondere in der
Heizperiode und bei möglichen Versorgungsengpässen dienen sie als
strategische Reserve. Die Politik der vergangenen Bundesregierung, insbesondere
des damaligen Bundesministers für Wirtschaft und Klimaschutz Dr. Robert
Habeck, hat – unter großem Einsatz auch der Mitarbeiter des jetzigen
Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie – in den vergangenen zwei Jahren
maßgeblich dazu beigetragen, Lieferwege zu diversifizieren und die Speicher
gezielt zu füllen (www.businessinsider.de/politik/drei-jahre-gaskrise-afd-will-z
urueck-zu-russlands-gas-rueckblick-auf-ein-drama/).
Aktuelle Berichte zeigen, dass die Füllstände der Speicheranlagen derzeit
unterdurchschnittlich ausfallen (www.rnd.de/wirtschaft/gasspeicher-was-die-niedr
igen-fuellstaende-fuer-die-preise-bedeuten-ZTN2ONIFKRFKJCKTTKD47KB
RHA.html). Marktanreize zum Einspeichern scheinen aktuell nicht
auszureichen. Hinzu kommt, dass die Bundesregierung Anfang Mai 2025 die gesetzlich
vorgeschriebenen Füllstandsvorgaben für strategisch wichtige Speicher – etwa
für die Anlage in Rehden – auf nur noch 45 Prozent gesenkt hat (www.rnd.de/
wirtschaft/gasspeicher-was-die-niedrigen-fuellstaende-fuer-die-preise-bedeute
n-ZTN2ONIFKRFKJCKTTKD47KBRHA.html). Der Gaseinkäufer Trading
Hub Europe (THE) soll künftig nach Kenntnis der Fragesteller nur noch im
Notfall im staatlichen Auftrag eingreifen. Vor diesem Hintergrund stellen sich
Fragen zur zukünftigen Versorgungssicherheit und zum Selbstverständnis der
Bundesregierung bezüglich ihrer Rolle in der Energieversorgung Deutschlands.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie stellt sich nach Kenntnis der Bundesregierung der aktuelle Füllstand
der Gasspeicher in Deutschland im Vergleich zu den Vorjahreswerten im
Juli 2021 bis 2024 dar?
2. Mit welchen Füllständen der Gasspeicher rechnet die Bundesregierung
zum Beginn der kommenden Heizperiode im Herbst und Winter
2025/2026?
3. Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus der Warnung
der Initiative Energien Speichern (INES) (vgl. https://energien-speicher
n.de/ines-gas-szenarien-juli-update-zeigt-schleppende-befuellung-der-gass
peicher-in-deutschland/)?
4. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der aktuelle Füllstand
des Porenspeichers im niedersächsischen Rehden?
5. Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Füllstände in
unseren europäischen Nachbarländern, mit denen wir über Gasleitungen
verbunden sind, und welche Füllstandsvorgaben haben die jeweiligen Länder
nach Kenntnis der Bundesregierung?
6. Womit begründet die Bundesregierung die Absenkung der
Speicherfüllstandsmengen von 90 Prozent auf 80 Prozent zum 1. November 2025?
7. Plant die Bundesregierung weitere Anpassungen der
Speicherfüllstandsmengen nach § 35b des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG), und wenn ja,
inwiefern, und hält die Bundesregierung diese neuen Vorgaben für
ausreichend, um auch bei einem sehr langen und sehr kalten Winter die
Versorgungssicherheit für Haushalte, Gewerbe und Industrie im kommenden
Winter zu gewährleisten?
8. Plant die Bundesregierung aktuell weitere Maßnahmen, um die Füllstände
zu verbessern, und wenn ja, welche, und wenn nein, warum nicht?
9. Sieht sich die Bundesregierung in der Verantwortung, die Abhängigkeit
Deutschlands von fossilem Gas zu verringern, etwa durch verstärkte
Sanierungsprogramme und Sanierungsförderung für Gebäude oder
Programme zum Austausch von Gasheizungen?
10. Plant die Bundesregierung Anpassungen der gesetzlichen Vorgaben zur
Gasspeicherumlage (insbesondere § 35e EnWG)?
11. Welche konkreten zusätzlichen Programme sind derzeit geplant oder in
Umsetzung, um den Gasverbrauch in Deutschland zu reduzieren?
12. Welche konkreten Gesetzesvorhaben plant die Bundesregierung
einzubringen, um den Gasverbrauch in Deutschland zu reduzieren, und sind
Gesetzesinitiativen geplant, die die zukünftige Abhängigkeit Deutschlands
von fossilem Gas erhöhen könnten?
13. Welche Auswirkungen auf den Gasverbrauch im Jahr 2026 hat die
Abschaffung der Gasspeicherumlage schätzungsweise nach Kenntnis der
Bundesregierung?
Berlin, den 29. Juli 2025
Katharina Dröge, Britta Haßelmann und Fraktion
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ISSN 0722-8333]
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