Angriffe auf diplomatische Vertretungen und Diplomaten
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Angriffe auf diplomatische Vertretungen und Diplomaten
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/803
21. Wahlperiode 08.07.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Markus Frohnmaier, Heinrich Koch, Gerold Otten, Jan Wenzel
Schmidt, Diana Zimmer, Udo Theodor Hemmelgarn und der Fraktion der AfD
Angriffe auf diplomatische Vertretungen und Diplomaten
Gemäß Artikel 22 Absatz 2 des Wiener Übereinkommens hat der
„Empfangsstaat […] die besondere Pflicht, alle geeigneten Maßnahmen zu treffen, um die
Räumlichkeiten der Mission vor jedem Eindringen und jeder Beschädigung zu
schützen und um zu verhindern, dass der Friede der Mission gestört oder ihre
Würde beeinträchtigt wird“ (vgl. www.personenstandsrecht.de/Webs/PERS/D
E/uebereinkommen/_documents/vereinte-nationen/ue01.html).
Dennoch kommt es auch in Deutschland zu Angriffen auf Vertretungen
ausländischer Staaten sowie ihrer Diplomaten oder auf andere ausländische
Einrichtungen, etwa Kulturinstitute, wie nicht zuletzt der Angriff auf das Collegium
Hungaricum 2023 in Berlin im Kontext von Strafverfahren gegen deutsche
mutmaßliche Linksextremisten, wie zum Beispiel Maja T., in Ungarn zeigt
(vgl. ungarnheute.hu/news/der-praesident-besucht-die-roemische-niederlassun
g-der-in-berlin-angegriffenen-ungarischen-institution-25099/). Die
Bundesregierung ist nach Auffassung der Fragesteller aufgefordert, Täter mit allen
rechtsstaatlichen Mitteln zu verfolgen und diplomatische Vertretungen aller
ausländischen Staaten bestmöglich zu schützen.
Die Fragesteller haben Angriffe gegen diplomatische Vertretungen bzw.
Diplomaten in mehreren Kleinen Anfragen (zuletzt auf den Bundestagsdrucksachen
20/9502; 20/5686; 20/5289, Schriftliche Frage 34; 19/3433) erfragt, ebenso wie
Ausweisungen von ausländischen Diplomaten aus Deutschland, die nach
Auffassung der Fragesteller ebenfalls einen Eindruck von der
politischgesellschaftlichen Qualität der diplomatischen Beziehungen zwischen
Deutschland und den ausländischen Staaten geben.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Kam es im Zusammenhang mit den Demonstrationen vor der ungarischen
Botschaft in Berlin sowie vor dem Generalkonsulat in Hamburg zu
politisch motivierten Straftaten (vgl. taz.de/Inhaftierte-Linke-in-Ungarn/!6092
374/; und wenn ja, bitte aufschlüsseln und die Kategorie der Politisch
motivierten Kriminalität [PMK] nennen)?
2. Wurde der mutmaßlich linksextremistische Angriff auf das Collegium
Hungaricum 2023 in Berlin aufgeklärt, und kam es zu einem
Strafverfahren (vgl. ungarnheute.hu/news/der-praesident-besucht-die-roemische-nied
erlassung-der-in-berlin-angegriffenen-ungarischen-institution-25099/; und
wenn ja, mit welchem Ausgang)?
3. Kam es im Zusammenhang mit der Inhaftierung der deutschen
mutmaßlich linksextremen Person Maja T. in Ungarn zu weiteren Straftaten gegen
ungarische Einrichtungen in Deutschland, ungarische Diplomaten bzw.
gegen ungarische Einrichtungen im Ausland durch deutsche
Linksextremisten (vgl. ungarnheute.hu/news/der-praesident-besucht-die-roemische-n
iederlassung-der-in-berlin-angegriffenen-ungarischen-institution-25099/;
und wenn ja, bitte darstellen)?
4. Hat sich die Bundesregierung zu den mutmaßlichen Straftaten von
Maja T. und anderen Mitgliedern der mutmaßlich linksextremistischen
sogenannten Hammerbande positioniert (wenn ja, wann, wie, wo und durch
wen; und wenn nein, bitte begründen)?
5. Wie viele Diplomaten welcher Staaten wurden seit 2023 aus Deutschland
mit welcher Begründung ausgewiesen (bitte gemäß der Fragestellung
aufschlüsseln)?
6. Wie viele deutsche Diplomaten wurden seit 2023 aus welchen Staaten mit
welcher Begründung ausgewiesen (bitte gemäß der Fragestellung
aufschlüsseln)?
7. Wie oft wurde der deutsche Botschafter oder der deutsche Vertreter seit
2023 in welchen Staaten aus welchen Gründen einbestellt (bitte gemäß der
Fragestellung aufschlüsseln)?
8. Wie oft wurden Botschafter bzw. Vertreter welcher Staaten seit 2023 aus
welchen Gründen in Deutschland einbestellt (bitte gemäß der
Fragestellung aufschlüsseln)?
9. Entstanden seit dem Jahr 2023 Demonstrationsschäden bzw. Schäden
durch Ausschreitungen an ausländischen Botschaften, diplomatischen
Vertretungen oder Kultureinrichtungen ausländischer Staaten in Deutschland,
wenn ja, in welcher Höhe, und welche Kosten wurden ggf. hierfür
ausländischen Staaten erstattet (bitte nach Jahresscheiben aufschlüsseln)?
10. Entstanden seit 2023 durch Demonstrationen bzw. Ausschreitungen
Schäden an deutschen Auslandsvertretungen (Botschaften sowie Konsulaten)
oder deutschen Kultureinrichtungen im Ausland, und wenn ja, in welcher
Höhe (in welcher Höhe hat es ggf. eine Kostenerstattung durch
ausländische Staaten gegeben; bitte nach Jahresscheiben aufschlüsseln)?
11. Welche Erstattungen als Ex-Gratia-Zahlungen (Entschädigungszahlung
auf Kulanzbasis) an welche ausländischen Staaten gab es seit dem 1.
Januar 2023 durch die Bundesrepublik Deutschland infolge der Schäden an
ausländischen Botschaften und Konsulaten in Deutschland (bitte nach
Jahr, Staat und Summe aufschlüsseln)?
12. Wie hoch waren in der Summe seit dem 1. Januar 2023 die Schäden
(inklusive der Maßnahmen, die nach Eintreten des Schadens zwecks
Verbesserung der Sicherheit ergriffen wurden) an deutschen
Auslandsvertretungen im Ausland, welche durch Demonstrationen, Angriffe oder sonstige
Gewalteinwirkungen zustande kamen (bitte nach Jahresscheiben und
Standort der deutschen Auslandsvertretung aufschlüsseln sowie angeben,
durch wen die Schäden verursacht wurden)?
13. Ist eine vollständige Erfassung der durch physische Gewalteinwirkung
entstandenen Schäden an deutschen Botschaften und Konsulaten geplant
(vgl. Bundestagsdrucksache 19/3433, S. 2), wenn ja, bis wann, und wenn
nein, warum nicht?
14. Sind nach Kenntnis der Bundesregierung seit dem 24. Februar 2022
Schäden an der deutschen Botschaft in Kiew entstanden bzw. an den deutschen
Konsulaten in der Ukraine (wenn ja, wann, durch wen, und wie hoch ist
die geschätzte Schadenssumme)?
15. Wie viele gegen Botschaften, andere diplomatische Vertretungen
ausländischer Staaten sowie ihre Kultureinrichtungen und bzw. oder Diplomaten
gerichtete politisch motivierte Straftaten gab es seit dem 1. Januar 2023
(bitte nach Jahren, Staaten sowie den Kategorien der Politisch motivierten
Kriminalität aufschlüsseln; vgl. Bundestagsdrucksache 20/5686 und die
Antwort der Bundesregierung zu Frage 34 auf Bundestagsdrucksache
20/5289)?
Berlin, den 25. Juni 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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