Regionale Überschüsse in der Stromproduktion und ihre Verwendung
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Regionale Überschüsse in der Stromproduktion und ihre Verwendung
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/799
21. Wahlperiode 08.07.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Enrico Komning, Leif-Erik Holm, Raimond Scheirich, Christian
Reck und der Fraktion der AfD
Regionale Überschüsse in der Stromproduktion und ihre Verwendung
Es ist bekannt, dass einzelne Bundesländer einen Stromüberschuss produzieren,
während andere ihren Strombedarf nicht durch eigene Produktion decken
können. Im Osten und Norden sind viele Wind- und Solarparks installiert worden,
die bei dafür günstigem Wetter sehr viel Strom erzeugen können. Der
Stromverbrauch ist hier jedoch vergleichsweise gering, weil diese Regionen relativ
dünn besiedelt sind und außerdem nicht über besonders viele große industrielle
Stromverbraucher verfügen (www.klimareporter.de/strom/reformbedarf-am-de
utschen-stromsystem-waechst).
Gleichzeitig hinkt Deutschland beim Ausbau des Übertragungsnetzes für Strom
um ungefähr sieben Jahre bzw. 5 957 Kilometer hinterher (www.bundesrechnu
ngshof.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2024/energiewende/kurzmeldun
g.html). Dieser Ausbau wäre zwingend erforderlich, wenn im Rahmen der
Energiewende innerhalb von Deutschland ein Ausgleich von
stromproduzierenden zu stromverwendenden Regionen erreicht werden soll.
Die Fragesteller sind der Auffassung, dass dieser Zustand auf die planlose und
ideologiegetriebene Vorgehensweise der Bundesregierung bei der sogenannten
sozial-ökologischen Transformation im Energiesektor bzw. auf die politisch
forcierte Energiewende zurückzuführen ist. Sie halten es für unbedingt
erforderlich, dass die Schieflage bei der Stromproduktion, da sie nun einmal
vorhanden ist, möglichst zum Vorteil der deutschen Wirtschaft und der deutschen
Industrie genutzt wird. Gerade im für die Zukunft wichtigen Bereich der
Rechenzentren droht Deutschland wegen des langsamen Netzausbaus ins Hintertreffen
zu geraten (www.zfk.de/energie/strom/rechenzentren-deutschlands-
stromnetzewerden-zum-problem).
Die Fragesteller interessieren sich vor diesem Hintergrund dafür, in welchen
Regionen Deutschlands aktuell und in Zukunft Stromüberschüsse produziert
oder erwartet werden und wie diese Überschüsse genutzt werden.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Bundesländer haben in den Jahren von 2020 bis Juni 2025 nach
Kenntnis der Bundesregierung einen Stromüberschuss produziert (bitte,
wenn möglich, bei allen Teilfragen nach Jahr und Bundesland
aufschlüsseln)?
a) Wie hoch war dieser Stromüberschuss jeweils?
b) Wie wurde nach Kenntnis der Bundesregierung mit dem überschüssigen
Strom verfahren, d. h., welcher Verwendung wurde er in welcher Menge
zugeführt (z. B. Speicherung, Transport, Export)?
c) Welche zusätzlichen Kosten sind nach Kenntnis der Bundesregierung
durch die alternativen Verwendungen überschüssigen Stroms
entstanden?
d) In welchem Umfang kam es nach Kenntnis der Bundesregierung zu
Abregelungen im Einspeisemanagement, und wie viel Energie ist durch
diese Abregelungen verloren gegangen?
2. Welche Bundesländer werden nach Kenntnis oder Schätzung der
Bundesregierung in den Jahren von 2025 bis 2035 einen Stromüberschuss
produzieren, und wie hoch wird dieser Stromüberschuss schätzungsweise jeweils
sein (bitte, wenn möglich, bei allen Teilfragen nach Jahr und Bundesland
aufschlüsseln)?
3. Welche Mengen an in Deutschland erzeugtem Strom sind in den Jahren von
2020 bis Juni 2025 jeweils zu negativen Preisen gehandelt worden, und wie
hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung insgesamt der jährliche
negative Umsatz der auf diese Art gehandelten Strommengen?
4. Sieht die Bundesregierung Möglichkeiten, lokale Überschüsse in der
Stromproduktion abseits der Speicherung beispielsweise in Batterien
wirtschaftlich in den entsprechenden Regionen zu nutzen, und wenn ja, welche?
a) Könnten lokale Überschüsse in der Stromproduktion nach Ansicht der
Bundesregierung genutzt werden, um die Ansiedelung energieintensiver
Produktionsprozesse zu unterstützen, und wenn nein, welche Gründe
sprechen dagegen?
b) Könnten lokale Überschüsse in der Stromproduktion nach Ansicht der
Bundesregierung genutzt werden, um die Ansiedelung von
Rechenzentren oder KI-Fabriken zu unterstützen, und wenn nein, welche Gründe
sprechen dagegen?
5. Gibt es Programme der Bundesregierung, deren Aufgabe es ist, regionale
Überschüsse in der Stromproduktion mittel- oder langfristig vor Ort zu
nutzen oder deren Nutzung zu unterstützen, wenn ja, welche Programme sind
das, welche Verwendungen werden jeweils unterstützt, und wie hoch sind
ggf. die finanziellen Mittel, die jeweils vom Bund eingesetzt werden?
6. Gibt es aktuell Pläne der Bundesregierung, regionale Überschüsse in der
Stromproduktion mittel- oder langfristig vor Ort zu nutzen oder deren
Nutzung zu unterstützen, wenn ja, um was für Pläne handelt es sich, welche
Verwendungen sollen jeweils unterstützt werden, und wie hoch sind ggf.
die finanziellen Mittel, die jeweils vom Bund eingesetzt werden sollen?
Berlin, den 4. Juli 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
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ISSN 0722-8333]
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