Probleme und Lösungsansätze bei Medizinprodukten in Deutschland
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Probleme und Lösungsansätze bei Medizinprodukten in Deutschland
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/143
21. Wahlperiode 13.05.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Martin Sichert, Kay-Uwe Ziegler, Dr. Christina Baum, Carina
Schießl, Alexis Giersch, Nicole Hess, Tobias Ebenberger, Claudia Weiss, Thomas
Dietz, Dr. Christoph Birghan und der Fraktion der AfD
Probleme und Lösungsansätze bei Medizinprodukten in Deutschland
In ihrer Antwort auf die Kleinen Anfrage zu möglichen Versorgungsengpässen
bei Produkten der deutschen Medizintechnik auf Bundestagsdrucksache 20/607
hat die Bundesregierung im Februar 2022 die mögliche Unterstützung durch
Förderprogramme wie KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau)-Kredite und das
Fachprogramm Medizintechnik erwähnt, ohne jedoch detaillierte Maßnahmen
zur Entlastung der Unternehmen hinsichtlich der MDR (Medical Device
Regulation)-Anforderungen zu nennen. Ferner wird dort ausgeführt, dass es
noch keine akuten Kapazitätsengpässe bei den Benannten Stellen gibt, aber
potenzielle Probleme mit Zertifizierungsstaus im Jahr 2024 möglich werden und
dass bei einem Zertifizierungsstau Produkte möglicherweise ihre
Marktfähigkeit verlieren könnten. Außerdem erwähnt die Bundesregierung Probleme bei
der vollen Funktionsfähigkeit der europäischen Datenbank für
Medizinprodukte (EUDAMED – European Database on Medical Devices), die für die
Umsetzung der MDR entscheidend sei.
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hat
einen sogenannten Mission Letter an das für Gesundheit zuständige EU-
Kommissionsmitglied geschickt, um dringend notwendige Verbesserung der
EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR) schnell anzugehen. Die
Verfügbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit von Medizinprodukten soll so sichergestellt
werden, indem unter anderem die Umsetzung des derzeitigen Rechtsrahmens
beschleunigt und die Notwendigkeit möglicher Gesetzesänderungen geprüft
werden soll (commission.europa.eu/document/download/b1817a1b-e62e-4949-
bbb8-ebf29b54c8bd_en?filename=Mission%20letter%20-%20VARHELY
I.pdf).
Sowohl die Antworten der Bundesregierung als auch die
Handlungsaufforderung der Präsidentin der Europäischen Kommission zeigen in den Augen der
Fragesteller den weiter bestehenden Handlungsbedarf bei weiter bestehenden
Problemen bei der Zulassung von und der Versorgung mit Medizinprodukten.
Die Fragesteller möchten mehr Klarheit über konkrete Maßnahmen, Zeitpläne
und Lösungsansätze erhalten, um offene Aspekte zu beleuchten und mögliche
Unsicherheiten für betroffene Unternehmen und Patienten zu verringern.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie stellt sich die aktuelle Lage die Medizinprodukte in Deutschland aus
Sicht der Bundesregierung derzeit bezüglich Zulassungsstau,
Lieferengpässen, drohenden Lieferengpässen, Verlust von Produkten auf dem Markt etc.
aktuell dar, und wie hat sich die Situation in Deutschland seit Anfang 2022
entwickelt, und welche Entwicklung erwartet die Bundesregierung für die
kommenden Jahre?
2. Gibt es aktuell konkrete Maßnahmen oder Initiativen, um die bürokratische
Belastung durch die neuen MDR-Regelungen insbesondere für kleine und
mittelständische Unternehmen (KMU) zu verringern, insbesondere
hinsichtlich der Zertifizierung und klinischen Prüfungen?
3. Sind Maßnahmen ergriffen worden oder geplant, um auf die laut
Bundesregierung erwartete erhöhte Nachfrage nach Konformitätsbewertungen ab
dem Jahr 2024 rechtzeitig zu reagieren, und ggf. welche, und sind
zusätzliche Ressourcen oder neue Benannte Stellen in Planung, um eine
rechtzeitige Zertifizierung sicherzustellen?
4. Gibt es seitens der Bundesregierung bereits Gespräche mit der
Europäischen Kommission, um eine mögliche Verlängerung der Übergangsfrist für
Bestandsprodukte in Betracht zu ziehen, und welche konkreten Umstände
müssten vorliegen, um eine Verlängerung aktiv auf europäischer Ebene
einzufordern?
5. Welchen aktuellen Stand hat die Implementierung von EUDAMED?
Berlin, den 9. Mai 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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