Zur Entwicklung, Förderung und strategischen Einordnung von Technologien zur Stromerzeugung aus Fließgewässern ("Energyfish" und vergleichbare Ansätze)
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Zur Entwicklung, Förderung und strategischen Einordnung von Technologien zur Stromerzeugung aus Fließgewässern ("Energyfish" und vergleichbare Ansätze)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7163
21. Wahlperiode 16.07.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Stefan Schröder, Nicole Höchst, Dr. Michael Kaufmann, Adam
Balten, Dr. Christoph Birghan, Dr. Ingo Hahn, Andreas Mayer, Robin Jünger,
Dr. Paul Schmidt, René Bochmann, Sven Wendorf, Maximilian Kneller und der
Fraktion der AfD
Zur Entwicklung, Förderung und strategischen Einordnung von Technologien zur
Stromerzeugung aus Fließgewässern („Energyfish“ und vergleichbare Ansätze)
Die Nutzung von Strömungsenergie in Fließgewässern durch innovative
Technologien wie die sogenannte Energyfish-Anlage (https://energyminer.eu) stellt
in den Augen der Fragesteller einen interessanten Ansatz dar, um das Spektrum
erneuerbarer Energien zu erweitern. Ein erstes Pilotprojekt bei Sankt Goar am
Rhein zeigt, dass eine kontinuierliche Stromerzeugung mit vergleichsweise
geringen Eingriffen in die Gewässerstruktur möglich sein kann (www.zdfheut
e.de/wissen/schwarmkraftwerk-rhein-goar-energie-wasserkraft-100.html). Die
dortige Landesregierung scheint das Projekt mit Wohlwollen zu begleiten
(https://mkuem.rlp.de/service/pressemitteilungen/detail/katrin-eder-weltweit-er
stes-energyfish-schwarmkraftwerk-liefert-klima-und-umweltfreundlichen-stro
m-aus-dem-rhein). Nach öffentlich verfügbaren Angaben wird das Projekt
„Energyfish“ im Rahmen der Initiative „Blaue Bioökonomie“ gefördert, die
nach eigener Darstellung vom Bundesministerium für Forschung, Technologie
und Raumfahrt unterstützt wird (https://blaue-biooekonomie.de/projekte/energy
fish). Gleichzeitig werfen erste Erfahrungswerte und Abschätzungen bei den
Fragestellern Fragen hinsichtlich der tatsächlichen Energieausbeute, der
Wirtschaftlichkeit sowie der Skalierbarkeit dieser Technologie auf. Nach öffentlich
verfügbaren Angaben liegt die Leistung einzelner Module im Kilowattbereich
(https://blaue-biooekonomie.de/projekte/energyfish), sodass auch bei einer
großflächigen Installation entlang geeigneter Flussabschnitte nur ein begrenzter
Beitrag zur Gesamtstromerzeugung zu erwarten sein könnte. Vor dem
Hintergrund der gegenwärtigen energiepolitischen Herausforderungen sowie der
Notwendigkeit eines effizienten und zielgerichteten Einsatzes öffentlicher Mittel
stellen sich den Fragestellern die Fragen, welche Erkenntnisse der
Bundesregierung zu solchen Technologien vorliegen, inwieweit über die öffentlich
ausgewiesene Förderung im Rahmen der „Blauen Bioökonomie“ hinaus eine
Befassung oder Unterstützung durch die Bundesregierung besteht und welche
strategische Bewertung sie hierzu vornimmt.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Bundesministerien befassen sich gegebenenfalls aktuell mit der
Förderung, fachlichen Begleitung, Bewertung oder auf sonstige Weise von
Technologien zur Stromerzeugung aus Fließgewässern, und worin besteht
die jeweilige Zuständigkeit oder Rolle (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
2. Gibt es konkrete Programme, Initiativen oder Förderungen der
Bundesregierung, die Projekte wie die „Energyfish“-Technologie begleiten, und
wenn ja, in welchem Umfang ist die Bundesregierung an der
Finanzierung, Begleitung oder Bewertung entsprechender Projekte beteiligt?
3. Welche konkrete Rolle spielt die in der Vorbemerkung der Fragesteller
genannte Initiative „Blaue Bioökonomie“ bei der Förderung des Projekts
„Energyfish“, und welche Ziele, Fördergegenstände sowie erwarteten
Ergebnisse verbindet die Bundesregierung mit dieser Förderung?
4. Welche Haushaltsmittel wurden in den letzten fünf Jahren für Projekte zur
Nutzung von Strömungsenergie in Fließgewässern bereitgestellt (bitte
nach Ressorts und Programmen aufschlüsseln)?
5. Nach welchen Kriterien werden Projekte in diesem Bereich (vgl. Frage 4)
für eine Förderung ausgewählt?
6. Inwieweit werden Ergebnisse aus Pilotprojekten ähnlich dem in der
Vorbemerkung der Fragesteller genannten „Energyfish“-Projekt in Sankt Goar
gegebenenfalls systematisch ausgewertet und in politische
Entscheidungsprozesse eingebunden?
7. In welchem Umfang kooperiert die Bundesregierung gegebenenfalls mit
Landesregierungen bei der Umsetzung entsprechender Projekte,
insbesondere im Hinblick auf Genehmigungsverfahren und Flächennutzung?
8. Welche Abstimmungsprozesse bestehen gegebenenfalls zwischen Bund
und Ländern hinsichtlich der Nutzung von Bundeswasserstraßen für
derartige Technologien?
9. Ist die Bundesregierung in Genehmigungs- oder Planungsverfahren für
konkrete Projekte eingebunden?
10. Welche strategische Bedeutung misst die Bundesregierung neuen
Technologien zur Nutzung von Strömungsenergie im Gesamtkontext der
sogenannten Energiewende bei?
11. Gibt es seitens der Bundesregierung eine ressortübergreifende Strategie
für die Entwicklung und mögliche Skalierung solcher Technologien?
12. Hat sich die Bundesregierung zum Beitrag solcher Technologien zur
Versorgungssicherheit und Netzstabilität eine eigene Auffassung erarbeitet,
und wenn ja, welche?
13. Welche Rolle spielen gegebenenfalls industriepolitische Erwägungen
(z. B. Aufbau neuer Wertschöpfungsketten, Exportpotenziale) bei der
möglichen Förderung entsprechender Projekte?
14. Welche deutschen Unternehmen und Forschungseinrichtungen sind nach
Kenntnis der Bundesregierung in diesem Bereich tätig, und in welcher
Form werden diese gegebenenfalls unterstützt?
15. Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung Kooperationen mit
europäischen oder internationalen Partnern bei der Entwicklung vergleichbarer
Technologien?
Berlin, den 23. Juni 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333
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