Frage von Dr. Ophelia Nick (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mit Antwort – Schriftliche Antworten auf Fragen der Fragestunde (Drucksache 21/6835)
Teil von Protokoll der 88. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages. Zu Protokoll gegeben (Anlage), nicht im Plenum gesprochen.
Text
Frage von Dr. Ophelia Nick (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mit Antwort – Schriftliche Antworten auf Fragen der Fragestunde (Drucksache 21/6835)
Welche Rolle spielt nach Auffassung der Bundesregierung das Lebensmittelhandwerk für unsere Ernährungssicherung in Krisen- und Katastrophenfällen – unter Lebensmittelhandwerk meine ich inhabergeführte kleine und mittelständische Betriebe, die noch selbst mit handwerklichem Wissen und handwerklichen Herstellungsverfahren etwa Getreide vermahlen, Brot backen, Bier brauen oder Käse herstellen –, und mit welchen Maßnahmen über einzelne Bürokratieentlastungen und Modellprojekte hinaus will die Bundesregierung das Lebensmittelhandwerk stärken, damit es diese Rolle gegebenenfalls auch vollumfänglich wahrnehmen kann?
Antwort der Parl. Staatssekretärin Silvia Breher:
Regionale Wertschöpfungsketten sind ein wichtiger Baustein für nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme. Gerade das Lebensmittelhandwerk zeigt, wie das in der Praxis funktioniert. Getreide wird vor Ort vermahlen, Brot gebacken, Bier gebraut oder Käse hergestellt – oft aus Rohstoffen aus dem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb oder direkt von Betrieben aus der Region. Vermarktet werden die Produkte ebenfalls häufig regional. Das schafft kurze Wege, stärkt die heimische Wirtschaft und macht unsere Lebensmittelversorgung widerstandsfähiger. Denn wo Transportwege kurz sind, wirken sich Krisen und Störungen deutlich weniger aus. Die Produktions- und Vermarktungswege sind kurz, Störungen, die etwa den Transport betreffen, selten. Daher spielen regionale Wertschöpfungsketten hinsichtlich der Krisen- und Ernährungssicherheit eine wichtige Rolle.
Die Bundesregierung unterstützt das Lebensmittelhandwerk gezielt im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK).
Im Förderbereich „Integrierte ländliche Entwicklung“ (ILE) stärken insbesondere zwei Maßnahmen regionale Strukturen: Zum einen die Förderung von Kleinstunternehmen der Grundversorgung, die dazu beiträgt, die Versorgung mit frischen, regionalen Lebensmitteln in ländlichen Regionen zu sichern. Zum anderen die Förderung lokaler Basisdienstleistungen, die handwerkliche Betriebe der Lebensmittelproduktion unterstützt und damit nachhaltige und krisensichere Versorgungsstrukturen stärkt.
Für diese beiden Fördermaßnahmen haben Bund und Länder im Jahr 2024 gemeinsam gut 37 Millionen Euro bereitgestellt. Mit den Maßnahmen leistet die Bundesregierung einen wichtigen Beitrag zur Sicherung und Verbesserung der Lebensmittelversorgung und der Ernährungssicherung in ländlichen Gebieten.
Relationen
- asked ← Ophelia Nick (Frage)
- part_of → Protokoll der 88. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages