Rede von Gabriele Groneberg (SPD) – Plenarprotokoll 16/95
Teil von Protokoll der 95. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages.
Text
Rede von Gabriele Groneberg (SPD) – Plenarprotokoll 16/95
Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben viel Zeit
gehabt, um uns mit der Situation im Sudan, im Südsudan
und in Darfur zu beschäftigen. Dazu ist auch schon viel
gesagt worden. Natürlich ist auch deutlich gemacht
worden, dass die Diskussion für die Menschen draußen
deswegen so verwirrend ist, weil es um zwei vollkommen
unterschiedliche Regionen geht, nämlich Südsudan und
Darfur.
Darfur steht für Krieg, Mord, Gewalt, Not, Hunger
und für Menschen, die seit Jahren aus ihrer Region vor
allem in die Nachbarländer flüchten. Die Nachbarländer
haben – Herr Raidel hat es schon angesprochen – damit
ihre eigenen Probleme. Lange Zeit galt dies auch für den
Südsudan.
Als wir uns mit unserer Entscheidung vom April 2005
entschlossen haben, uns an der friedenssichernden
Mission UNMIS zu beteiligen, haben wir natürlich auch eine
Reihe von Aufgaben übernommen. Ich will deutlich
herausstellen, was wir im Bereich der Folgearbeiten –
darunter fallen der Wiederaufbau und existenzsichernde
Maßnahmen für die Bevölkerung – leisten.
Für uns ist es selbstverständlich, dass wir uns nicht
nur an den Einsätzen zur Absicherung des Friedensab-
Gabriele Gronebergkommens beteiligen. Für uns ist ebenfalls ganz wichtig,
die Bedingungen für die Menschen vor Ort zu
verbessern, damit eine friedliche Entwicklung möglich sein
kann.
(Beifall bei der SPD sowie des Abg. Hartwig
Fischer [Göttingen] [CDU/CSU])
Ich muss ganz offen sagen: Es macht mich jedes Mal
geradezu fassungslos, wenn ich die Vertreter der
Fraktion Die Linke zu diesem Thema sprechen höre. Wie
kann man einen zivilen Friedensdienst fordern, wenn
noch nicht einmal die Sicherheit vor Ort für diejenigen,
die diese Hilfe leisten wollen, gewährleistet ist?
(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU sowie
bei Abgeordneten der FDP)
Es ist doch verantwortungslos, Menschen dort
hinzuschicken und zu sagen: „Dann macht mal!“, wenn die
notwendigen Bedingungen für die Arbeit vor Ort von
uns nicht gewährleistet werden. Ich finde das
unverantwortlich; es tut mir leid. Ich bin mir sicher, die anderen
Kollegen sehen das ebenso.
(Beifall bei der SPD, der CDU/CSU, der FDP
und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Humanitäre Hilfe und Nothilfe werden von uns und
den anderen internationalen Gebern seit Jahren geleistet,
und das wohlgemerkt nicht nur für den Südsudan,
sondern vor allen Dingen auch für die Region Darfur. Diese
Hilfe ist aber eben keine dauerhafte Aufbauhilfe; durch
sie wird zum Beispiel keine Infrastruktur geschaffen.