Für eine nachhaltige und durchdachte Reform der Sportförderung (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/5568)
Text
Für eine nachhaltige und durchdachte Reform der Sportförderung (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/5568)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7012
21. Wahlperiode 08.07.2026
Beschlussempfehlung und Bericht
des Ausschusses für Sport und Ehrenamt (5. Ausschuss)
zu dem Antrag der Abgeordneten Christian Görke, Nicole Gohlke, Dr. Michael
Arndt, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke
– Drucksache 21/5568 –
Für eine nachhaltige und durchdachte Reform der Sportförderung
A. Problem
Der Spitzensport in Deutschland steht vor einer Reform der
Spitzensportförderung. Die antragstellende Fraktion stellt fest, dass im Zentrum der
Spitzensportförderung dessen Bedeutung für die Gesellschaft stehen müsse. Sie identifiziert
Ursachen für die Krise des deutschen Spitzensports, beispielsweise die mangelnde
Förderung für Athletinnen und Athleten und unsichere Anstellungsverhältnisse
des Leistungsportpersonals, außerdem eine fehlende Bedarfsgerechtigkeit der
Bundesförderung und mangelnde Transparenz derselben. Darüber hinaus
beschreibt sie eine nicht ausreichende Sportstättensituation im Breiten- und
Spitzensport und fordert Maßnahmen des Bundes zur Verbesserung dieser
Gesamtsituation.
B. Lösung
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen der CDU/CSU, AfD
und SPD gegen die Stimmen der Fraktion Die Linke bei Stimmenthaltung
der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.
C. Alternativen
Annahme des Antrags.
D. Kosten
Die Fraktion Die Linke fordert, die Sportförderung zu einer Pflichtaufgabe des
Bundes zu erklären und in den kommenden sechs Haushaltsjahren jeweils einen
Aufwuchs von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr festzuschreiben. Ferner soll in
einem Förderprogramm für die Sanierung von Sportstätten mindestens 1 Milliarde
Euro pro Jahr zu Verfügung gestellt werden. Weitere Kosten wurden nicht
erörtert.
Beschlussempfehlung
Der Bundestag wolle beschließen,
den Antrag auf Drucksache 21/5568 abzulehnen.
Berlin, den 8. Juli 2026
Der Ausschuss für Sport und Ehrenamt
Aydan Özoğuz
Vorsitzende
Artur Auernhammer
Berichterstatter
Lars Schieske
Berichterstatter
Bettina Lugk
Berichterstatterin
Tina Winklmann
Berichterstatterin
Christian Görke
Berichterstatter
Bericht der Abgeordneten Artur Auernhammer, Lars Schieske, Bettina Lugk, Tina
Winklmann und Christian Görke
I. Überweisung
Der Deutsche Bundestag hat den Antrag auf Drucksache 21/5568 in seiner 80. Sitzung am 21. Mai 2026 in erster
Lesung beraten und zur federführenden Beratung an den Ausschuss für Sport und Ehrenamt und zur Mitberatung
an den Haushaltsausschuss und den Ausschuss für Arbeit und Soziales überwiesen.
II. Wesentlicher Inhalt der Vorlage
Die antragstellende Fraktion Die Linke identifiziert Ursachen der Krise des Leistungssports in Deutschland.
Athletinnen und Athleten verfügten häufig weder über ein existenzsicherndes Einkommen noch über soziale
Absicherung und ausreichend Perspektiven nach der sportlichen Karriere. Gleiches gelte für das
Leistungssportpersonal, das oft prekär und befristet beschäftigt sei. Auch der Sport von Menschen mit Behinderungen werde deutlich
unterhalb des Niveaus des olympischen Bereichs gefördert. Ebenfalls kritisiert wird die Mittelvergabe aufgrund
des Potenzialanalysesystem PotAS und der Sanierungsbedarf bei den Sportstätten. Die Bundesregierung solle
daher aufgefordert werden, einen Gesetzentwurf zur nachhaltigen und zukunftsfähigen Spitzensportförderung
vorzulegen. Dieser solle statt eines zu einseitigen Schwerpunkts auf den Medaillenspiegel die
gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Sports in den Mittelpunkt der Sportförderung stellen, eine bessere Verbindung des
Leistungssports mit dem Breitensport und dem Schulsport herstellen und den Sport von Menschen mit Behinderung dem
olympischen Sport gleichstellen. Ein solcher Gesetzentwurf solle eine Mindestförderung in Höhe von mindestens
1.800 Euro für Bundeskaderathletinnen und -athleten einführen, das Leistungssportpersonal durch tarifliche
Arbeitsverträge absichern, Good Governance, und Safe Sport zu verpflichtenden Förderkriterien machen und den
Forderungen des Bundesrechnungshofes nach Transparenz der Förderung des Spitzensports nachkommen. In
einer gegebenenfalls zu schaffenden Spitzensport-Agentur müsse der organisierte Sport in allen
Entscheidungsgremien eine Stimmenmehrheit erhalten. Das Potenzialanalysesystem PotAS müsse vor Einflussnahmen auf weitere
Förderentscheidungen validiert werden. Die Förderung des Sports, insbesondere des Spitzensports, müsse zu einer
Pflichtaufgabe des Bundes werden. In den kommenden sechs Haushaltsjahren sei ein Aufwuchs von 10 Prozent
gegenüber dem Vorjahr nötig. Schließlich sei ein Förderprogramm für die Sanierung von Sportanlagen in Höhe
von mindestens 1 Milliarde Euro pro Jahr aufzulegen.
III. Stellungnahmen der mitberatenden Ausschüsse
Der Haushaltsausschuss hat den Antrag auf Drucksache 21/5568 in seiner 44. Sitzung am 8. Juli 2026 beraten.
Als Ergebnis empfiehlt der Haushaltsausschuss mit den Stimmen der Fraktionen der CDU/CSU, AfD und SPD
gegen die Stimmen der Fraktion Die Linke bei Stimmenthaltung der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, den
Antrag abzulehnen.
Der Ausschuss für Arbeit und Soziales hat den Antrag auf Drucksache 21/5568 in seiner 35. Sitzung am 8. Juli
2026 beraten. Als Ergebnis empfiehlt der Ausschuss für Arbeit und Soziales mit den Stimmen der Fraktionen
der CDU/CSU, AfD und SPD gegen die Stimmen der Fraktion Die Linke bei Stimmenthaltung der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, den Antrag abzulehnen.
IV. Beratungsverlauf und Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss
Der Ausschuss für Sport und Ehrenamt hat den Antrag auf Drucksache 21/5568 im Rahmen der öffentlichen
Anhörung am 24. Juni 2026 zum Entwurf eines Gesetzes zur Regelung der Förderung des Spitzensports und
weiterer Maßnahmen gesamtstaatlicher Bedeutung im Sport sowie zur Errichtung der Spitzensport-Agentur
(Sportfördergesetz – SpoFöG, Drucksache 21/5921) und in seiner 28. Sitzung am 8. Juli 2026 beraten. Als
Ergebnis empfiehlt der Ausschuss für Sport und Ehrenamt mit den Stimmen der Fraktionen der CDU/CSU, AfD und
SPD gegen die Stimmen der Fraktion Die Linke bei Stimmenthaltung der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN,
den Antrag abzulehnen.
Die Fraktion der CDU/CSU erklärte, der Antrag sei abzulehnen, da der von der Bundesregierung vorgelegte
Gesetzentwurf (Drucksache 21/5921) bereits viele der im Antrag genannten Petita aufgegriffen habe. Zudem habe
die Bundesregierung in Umsetzung des Koalitionsvertrages ein großzügiges Förderprogramm aufgelegt, mit dem
Maßnahmen des Sportstättenbaues finanziert würden, die in die Zuständigkeit der Länder fielen.
Die Fraktion der AfD erklärte, der Antrag sei aus ihrer Sicht abzulehnen.
Die Fraktion der SPD erklärte, dass der Antrag wichtige Aspekte der Weiterentwicklung der Sportförderung
aufgreife. Viele der vorgeschlagenen Maßnahmen seien jedoch bereits Bestandteil laufender Reformprozesse oder
würden bestehende Zuständigkeiten und finanzielle Spielräume des Bundes nicht ausreichend berücksichtigen.
Vor diesem Hintergrund lehnte die SPD-Fraktion den Antrag ab.
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hob hervor, dass es Übereinstimmung mit zahlreichen Punkten des
vorliegenden Antrages gebe. Die Vorschläge zum Schutz der Athletinnen und Athleten und Maßnahmen für
Reformen in der Sportförderung würden vielfach geteilt. Man sehe jedoch die gleichzeitig mit zwei
Bundestagsanträgen vorgelegten Konzeptvorschläge der eigenen Fraktion als deutlich zielführender an. Daher werde man in
der Schlussabstimmung im parlamentarischen Verfahren mit Stimmenthaltung votieren.
Die Fraktion Die Linke unterstrich, man wolle eine Spitzensportreform, die ihren Namen wirklich verdiene und
die nicht bloß eine neue Agentur schaffe, die zwar vielleicht das Geld besser verteile, aber die größten Probleme
des Sports nicht lösen könne. Athletinnen und Athleten und das gesamte Leistungssportpersonal müssten
ausreichend bezahlt und sozial abgesichert sein. Die Athletinnen und Athleten müssten in die Entscheidungsprozesse
wirklich eingebunden sein und der Sport der Menschen mit Behinderungen dem restlichen Sport gleichgestellt
sein. Außerdem müssten Breiten- und Schulsport besser mit dem Spitzensport verzahnt werden, was auch bedeute,
dass ausreichend Geld für die Sanierung der Sportanlagen zur Verfügung stehen müsse. Schließlich müssten die
Förderung des Sports und insbesondere des Spitzensports endlich zur Pflichtaufgabe des Bundes erklärt werden.
Der eingebrachte Antrag biete Lösungen für all diese Probleme.
Berlin, den 8. Juli 2026
Artur Auernhammer
Berichterstatter
Lars Schieske
Berichterstatter
Bettina Lugk
Berichterstatterin
Tina Winklmann
Berichterstatterin
Christian Görke
Berichterstatter
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ISSN 0722-8333
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