Schriftliche Frage 118 von Kerstin Przygodda (AfD): Hat die Bundesregierung irgendwelche konkreten Hinweise darauf, dass – wie Bundesministerin Karin Prien vor einigen Wochen öffentlich in den…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 11. Mai 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.
Text
Schriftliche Frage 118 von Kerstin Przygodda (AfD): Hat die Bundesregierung irgendwelche konkreten Hinweise darauf, dass – wie Bundesministerin Karin Prien vor einigen Wochen öffentlich in den…
Frage 118 (Kerstin Przygodda, AfD):
Hat die Bundesregierung irgendwelche konkreten Hinweise darauf, dass – wie Bundesministerin Karin Prien vor einigen Wochen öffentlich in den Raum stellte – der Arbeitsmarkt in Deutschland auf das Potenzial gut ausgebildeter Frauen verzichtet, und wenn ja, welche sind dies (www.tage sschau.de/inland/gesellschaft/equal-pay-day-prie n-100.html)?
Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Katja Mast vom 15. Mai 2026:
In Deutschland ist die Erwerbsbeteiligung von Frauen in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Betrug die Erwerbstätigenquote von Frauen (im Alter von 20 bis 64 Jahren) im Jahr 2015 noch 73,6 Prozent, lag sie im Jahr 2025 bei 77,7 Prozent und damit deutlich über dem EU- Durchschnitt von 71,3 Prozent. Jedoch arbeitetet fast die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen (im Alter von 20 bis 64 Jahren) in Deutschland im Jahr 2025 in Teilzeit (49 Prozent). Das ist weit über dem EU-Durchschnitt von 27,5 Prozent. Insbesondere viele Frauen mit Betreuungspflichten arbeiten in Teilzeit. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf Basis von Auswertungen des Mikrozensus wünschten sich im Jahr 2025 rund 1,8 Millionen Frauen, die derzeit nicht erwerbstätig sowie nicht kurzfristig für den Arbeitsmarkt verfügbar sind (sogenannte Stille Reserve) eine Arbeit. Rund 62 Prozent hatten eine mittlere oder hohe Qualifikation. Zu den Hauptgründen für die Inaktivität am Arbeitsmarkt gaben rund 31 Prozent der Frauen in der Altersgruppe der 25- bis 59-Jährigen in der „Stillen Reserve“ an, dass sie aufgrund von Betreuungspflichten derzeit keine Arbeit aufnehmen können. Eine Modellberechnung von Prof. Tom Krebs, die im „Strategierahmen für die ökonomische Gleichstellung 2030“ (vgl. www.publikationen-bun desregierung.de/pp-de/publikationssuche/oekonomische-gleichstellung- 2390874) erschienen ist, zeigt: Wenn es bedarfsdeckende Angebote für Kinderbetreuung und zur Unterstützung der häuslichen Pflege gäbe, würden bis 2030 zusätzliche 600.000 Vollzeitäquivalente in der Frauenerwerbstätigkeit entstehen und das Bruttoinlandsprodukt um jährlich 60 Mrd. Euro (1,5 Prozent) steigen. Ziel der Bundesregierung ist es, die wirtschaftliche Eigenständigkeit von Frauen zu stärken. Ihnen soll es leichter und lohnender gemacht werden, substantiell erwerbstätig zu sein.
Relationen
- asked ← Kerstin Przygodda (Schriftliche Frage)
- part_of → Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 11. Mai 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung