Schriftliche Frage 35 von Achim Köhler (AfD): Hat die Bundesregierung Kenntnis über den Verbleib von etwa einem Drittel der ca. 700 vietnamesischen Auszubildenden an der Brillat-Savarin-…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 3. November 2025 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern.
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Schriftliche Frage 35 von Achim Köhler (AfD): Hat die Bundesregierung Kenntnis über den Verbleib von etwa einem Drittel der ca. 700 vietnamesischen Auszubildenden an der Brillat-Savarin-…
Frage 35 (Achim Köhler, AfD):
Hat die Bundesregierung Kenntnis über den Verbleib von etwa einem Drittel der ca. 700 vietnamesischen Auszubildenden an der Brillat-Savarin- Schule, das laut Berichten spurlos verschwunden ist, und hat sie Maßnahmen zusammen mit den zuständigen Behörden in den Bundesländern ergriffen, um die rund 16.000 angeworbenen vietnamesischen Auszubildenden bundesweit zu schützen, und wenn ja, welche Maßnahmen sind dies konkret, und wenn nein, warum nicht (www.zei t.de/news/2025-10/01/rbb-berufsschulen-vermisse n-hundertevietnamesische-azubis; www.businesshumanrights.org/de/neuste-meldungen/deutschlan d-vietnamesischeazubis-laut-bericht-modernem-m enschenhandel-und-prek%C3%A4renarbeitsbedin gungen-ausgesetzt/)?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Christoph de Vries vom 3. November 2025:
Die Bundesregierung kommentiert keine Presseberichterstattung. Unabhängig davon liegt die Verantwortung für die Verfolgung möglicher Straftaten in der Zuständigkeit der Bundesländer. Die Bundespolizei unterstützt die Visastellen in deutschen Auslandsvertretungen in Vietnam mit dem Ziel der Verhinderung von Visumsmissbrauch. In diesem Zusammenhang hat die Bundespolizei mittels Warnhinweis den eigenen Bereich sensibilisiert. Mit gleichermaßen vom Phänomen betroffenen weiteren Behörden in Deutschland sowie mit Visastellen anderer Schengen-Staaten steht die Bundespolizei fortwährend im Informationsaustausch. Werden der Bundespolizei im Rahmen der gesetzlich zugewiesenen Aufgaben Sachverhalte im Zusammenhang mit Opfern von Menschenhandel bekannt, arbeitet sie unmittelbar mit den zuständigen Fachberatungsstellen zusammen. Seit 2022 besteht eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung zwischen der Bundespolizei und dem Koordinierungskreis gegen Menschenhandel – KOK e. V. Diese bildet die Basis, um sich bei Phänomen bezogenen Verdachtsfällen von Menschenhandel und (sexueller) Ausbeutung sowie Gewalt gegen Migrantinnen und Migranten auf regionaler und lokaler Ebene abzustimmen. Zur weiteren Verbesserung der Bekämpfung und Prävention von Menschenhandel und Ausbeutungskriminalität durch und zum Nachteil von vietnamesischen Staatsangehörigen in Deutschland wurden von 2022 bis 2024 beim Bundeskriminalamt das internationale, operative Projekt „PAYDAY“ sowie das Forschungsprojekt „MAViet“ eingerichtet. Diese Projekte hatten zum Ziel, Strafverfolgungs- und sonstige Zusammenarbeitsbehörden im In- und Ausland in diesem Phänomenbereich zu sensibilisieren und Bekämpfungsstrategien zu erarbeiten. Darüber hinaus wird auf die Antwort auf die Schriftliche Frage 84 der Abgeordneten Lamya Kaddor auf Bundestagsdrucksache 21/2387 verwiesen.
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