polradar

Schriftliche Frage 103 von Lars Haise (AfD): Erkennt die Bundesregierung in der Kinderlosenquote der Bevölkerung ein wirtschaftliches und kulturelles Problem, und wenn ja, welche Bemühu…

dip / schriftliche_frage 12.09.2025 · WP 21 · Original ↗

Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 8. September 2025 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Im Graph öffnen

Text

Schriftliche Frage 103 von Lars Haise (AfD): Erkennt die Bundesregierung in der Kinderlosenquote der Bevölkerung ein wirtschaftliches und kulturelles Problem, und wenn ja, welche Bemühu… Frage 103 (Lars Haise, AfD): Erkennt die Bundesregierung in der Kinderlosenquote der Bevölkerung ein wirtschaftliches und kulturelles Problem, und wenn ja, welche Bemühungen unternimmt sie, um die Ursachen und Beweggründe für Kinderlosigkeit zu identifizieren und diese zu beseitigen? Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Michael Brand vom 11. September 2025: Für Deutschland wie für jedes Land gilt, dass Kinder die Zukunft eines Landes und einer Gesellschaft sind. Deshalb nimmt die Bundesregierung die sogenannte Kinderlosenquote, die nach Daten des Statistischen Bundesamtes seit Jahrzehnten auf einem relativ vergleichbaren Niveau liegt, in ihrer aktuellen Bedeutung wie langfristigen Wirkung sehr ernst. Dies wurde von allen Bundesregierungen sowohl materiell als auch ideell aus guten Gründen betont. Der Staat kann dabei nur die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Kinderwünsche bestmöglich erfüllt werden können und Kinder das Leben der Familien und auch unsere Gesellschaft bereichern. Ursachen für Kinderlosigkeit sind vielseitig und sehr individuell. Da vor allem Mütter in steigendem Umfang erwerbstätig sind, kommt der flächendeckenden Schaffung von Kindertagesbetreuung eine besondere Rolle zu. Für den Ausbau und den Erhalt eines bedarfsgerechten Angebots an Kindertagesbetreuung ist vorgesehen, dass der Bund von 2026 bis 2029 zusätzliche Mittel von insgesamt 3,76 Mrd. Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität zur Verfügung stellt. Darüber hinaus werden von den Ländern Milliarden an Investitionen in Bildung und Betreuung aus dem Finanzierungspaket für Infrastrukturinvestitionen mobilisiert. Der ab dem Schuljahr 2026/2027 geltende, sukzessiv umgesetzte Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter bedeutet eine weitere deutliche Verbesserung zur Vereinbarkeit von Beruf und Elternschaft. Insgesamt mobilisieren Bund, Länder und Kommunen jedes Jahr einen dreistelligen Milliardenbetrag für die finanzielle Unterstützung von Kindern und ihren Familien. Diese Familienleistungen sind entweder als eigenständige Leistungen für Familien ausgestaltet oder berücksichtigen als Komponente von allgemeinen staatlichen Leistungen die familiäre Lebenssituation. Der Familienreport 2024 enthält eine Zusammenstellung zentraler familienbezogener Leistungen (Quelle: www.bmbfsfj.bun d.de/bmbfsfj/service/publikationen/familienreport-2024-239470), diese beinhaltet das Kindergeld (2022: 52 Mrd. Euro), das Elterngeld (2022: 7,6 Mrd. Euro), den Kinderzuschlag (2022: 1,3 Mrd. Euro), den Unterhaltsvorschuss (2022: 2,5 Mrd. Euro), den steuerlichen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende (2022: 1,1 Mrd. Euro), die Ausgaben für Kindertagesbetreuung (2022: 43 Mrd. Euro), die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosen (2022: 890 Mio. Euro), die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (2022: 986 Mio. Euro), die beitragsfreie Mitversicherung nicht erwerbstätiger Familienmitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung (2022: 24,1 Mrd. Euro), die Beiträge des Bundes für Kindererziehungszeiten an die gesetzliche Rentenversicherung (2022: 16,8 Mrd. Euro) und die Kinderzulage im Rahmen der Altersvorsorgezulage (2022: 1,3 Mrd. Euro). Hinzu kommen die zahlreichen Angebote für Kinder von Unternehmen und Einrichtungen von Bund, Ländern und Kommunen wie auch der privaten Wirtschaft und zahllosen, vom Bund steuerlich geförderten Vereinen, die für Millionen Kinder und Jugendliche besondere Vergünstigungen vorsehen und damit den Eltern finanzielle Entlastung bieten. Die Bundesregierung wird auch weiterhin materielle und ideelle Möglichkeiten nutzen, um eine kinderfreundliche Gesellschaft zu fördern.

Relationen