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Schriftliche Frage 57 von Jamila Schäfer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Welche konkreten Vorhaben verfolgt die Bundesregierung zur Aufarbeitung der deutschen Kolonialzeit, vor dem Hintergrund der Absicht aus dem…

dip / schriftliche_frage 13.06.2025 · WP 21 · Original ↗

Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 10. Juni 2025 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Auswärtigen Amts.

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Schriftliche Frage 57 von Jamila Schäfer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Welche konkreten Vorhaben verfolgt die Bundesregierung zur Aufarbeitung der deutschen Kolonialzeit, vor dem Hintergrund der Absicht aus dem… Frage 57 (Jamila Schäfer, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Welche konkreten Vorhaben verfolgt die Bundesregierung zur Aufarbeitung der deutschen Kolonialzeit, vor dem Hintergrund der Absicht aus dem Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, dass die Aufarbeitung des Kolonialismus intensiviert werden soll und der Äußerungen der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Reem Alabali-Radovan, dass die Aufarbeitung in Deutschland Teil einer interessensgeleiteten Außenpolitik im Wettbewerb mit China und Russland in Afrika ist? Antwort des Staatssekretärs Dr. Géza Andreas von Geyr vom 10. Juni 2025: Die Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte bleibt gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die die Bundesregierung im Dialog mit den Nachfolgestaaten und -gesellschaften ehemaliger deutscher Kolonien offen und ehrlich weiter voranbringen will. Zur Aufarbeitung der deutschen Kolonialvergangenheit unterstützt die Bundesregierung die Förderung unabhängiger wissenschaftlicher Forschung (AA-finanziertes DAAD-Forschungsstipendienprogramm „German Colonial Rule“, Projekt zur juristisch-historischen Aufarbeitung der Kolonialvergangenheit „German Colonialism and the (Criminal) Law“ mit der Humboldt-Universität Berlin). Das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaft der Bundeswehr beteiligt sich u. a. im Forschungsverbund „Militär, Krieg und Gewalt in Kolonialen Kontexten“ und arbeitet an einem eigenen Forschungsprojekt zu „Deutsches Militär im kolonialen Einsatz 1880 bis 1914“. Die Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit ist in die Ausbildung junger Diplomatinnen und Diplomaten integriert. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) setzt sich mit kolonialen Kontinuitäten in der Entwicklungspolitik und möglichen Auswirkungen auf die weitere Gestaltung der Zusammenarbeit mit den Partnerländern auseinander. Die Bundesregierung bemüht sich um eine verantwortungsvolle Rückgabe von menschlichen Gebeinen und von Kulturgütern aus kolonialem Kontext. Sie steht im partnerschaftlichen Dialog mit verschiedenen Herkunftsländern und nimmt dabei auch die Bedürfnisse der Herkunftsgesellschaften in den Blick. Mit der 2020 von Bund, Ländern und Kommunen eingerichteten Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten wird aktuell die Schaffung einer Anlaufstelle für den Umgang mit menschlichen Überresten vorbereitet. Die Bundesregierung fördert insbesondere die Provenienzforschung, die in den meisten Fällen die Voraussetzung für Rückgaben darstellt.

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