29. Bericht der Bundesregierung zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik für das Jahr 2025
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29. Bericht der Bundesregierung zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik für das Jahr 2025
Deutscher Bundestag Drucksache 21/6300
21. Wahlperiode 27.05.2026
Unterrichtung
durch die Bundesregierung
29. Bericht der Bundesregierung zur Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik
für das Jahr 2025
Inhal tsverzeichnis
Seite
Einleitung ...................................................................................................... 3
1 Finanzielle Ressourcen ................................................................... 4
2 Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik ...................................... 6
2.1 Wissenschaftsdiplomatie ................................................................... 6
2.1.1 Hochschulkooperation und Forschungsmobilität ............................. 6
2.1.2 Europäischer Forschungs- und Hochschulraum ............................... 7
2.1.3 Weitere regionale Schwerpunkte der Wissenschaftsdiplomatie ....... 7
2.1.4 Archäologische Forschung und Kulturerhalt .................................... 8
2.2 Deutsche Auslandsschulen, Deutsche Sprache und
(berufliche) Bildung ......................................................................... 8
2.2.1 Auslandschulwesen und Deutsch als Fremdsprache ........................ 8
2.2.2 Förderung Deutscher Minderheiten .................................................. 9
2.2.3 Internationaler Jugendaustausch ....................................................... 9
2.2.4 Berufliche Bildung ........................................................................... 9
2.2.5 Bildung für nachhaltige Entwicklung ............................................... 10
2.3 Kulturdiplomatie ............................................................................... 10
2.3.1 Sprache, Kultur, Fachkräfte .............................................................. 10
2.3.2 Ukraine, Osteuropa und weitere regionale Schwerpunkte ................ 11
2.3.3 Internationale Museumskooperation ................................................ 12
2.3.4 Rückführung von Kulturgütern......................................................... 13
2.4 Kampf gegen Antisemitismus und Antiziganismus,
Holocausterinnerung ......................................................................... 13
2.5 Medien- und Filmförderung .............................................................. 14
Zugeleitet mit Schreiben des Auswärtigen Amts vom 27. Mai 2026 gemäß 15. Juni 1994 (Bundestagsdrucksache
12/7890).
Seite
3 Strategische Kommunikation......................................................... 14
3.1 Kampf gegen Desinformation ........................................................... 15
3.2 Werben für Deutschland ................................................................... 15
3.3 Einsatz für Medienfreiheit ................................................................ 16
Anhang .......................................................................................................... 17
Abkürzungsverzeichnis ............................................................................... 26
Einleitung
Das Colégio Humboldt in São Paulo, der Deutsche Pavillon der Kunstbiennale in Venedig, das
Wissenschaftszentrum G-WAC zur Pandemiebekämpfung in Kumasi in Ghana und das Max Mueller Bhavan (Goethe-Institut)
in New Delhi – sie alle sind Teile eines großen Ganzen: nämlich des Netzwerks der Auswärtigen Kultur- und
Bildungspolitik Deutschlands.
Die Bundesregierung verfolgt mit diesem Netzwerk, zu dem auch die deutschen Auslandsschulen, der Deutsche
Akademische Austauschdienst, das Deutsche Archäologische Institut und viele andere Einrichtungen zählen,
das Ziel, deutsche Interessen im Ausland zu vertreten, das Verständnis für Deutschland zu fördern und
wissenschaftliche Zusammenarbeit zu ermöglichen.
Im Koalitionsvertrag heißt es:
„Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik ist zentraler Bestandteil der deutschen Außenpolitik, wichtiges
Element der Soft Power Deutschlands und damit ein strategisches Instrument im globalen Wettbewerb um
Ansehen, Einfluss, Narrative, Ideen und Werte.“
(S. 129).
Der Beitrag der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik zu Deutschlands Soft Power ist elementar geworden
vor dem Hintergrund der epochalen Umbrüche, die Deutschland und die Welt seit Beginn dieses Jahrzehnts
erleben. Russlands völkerrechtswidriger Angriffskrieg auf die Ukraine vor rund vier Jahren hat die Grundfesten
der regelbasierten internationalen Ordnung erschüttert und die internationalen Kräfteverhältnisse grundlegend
verschoben. Im Systemwettbewerb zwischen liberalen Demokratien und einer wachsenden Zahl an Autokratien
muss sich Deutschland behaupten und investiert maßgeblich in seine Verteidigungsfähigkeit. Im Lichte des
internationalen Wettbewerbs um Ressourcen, Rohstoffe und Fachkräfte ist es für Deutschland unerlässlich, sich
im Sinne der eigenen Interessen und Werte klar zu positionieren und für sich zu werben.
Dazu leisten die Netzwerke und Instrumente der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik einen großen Beitrag.
Sie wirken sowohl langfristig als auch unmittelbar auf und mit den einzelnen Schülern, Forschern, Studierenden
sowie kunst- oder literaturaffinen Menschen. Dabei bewegen sich die Arbeitsfelder der Auswärtigen Kultur- und
Bildungspolitik im Rahmen des Dreiklangs von Sicherheit, Freiheit und Wohlstand in Deutschland als
außenpolitischer Zielvorgabe der Bundesregierung. Zur stärkeren inhaltlichen Ausrichtung der Auswärtigen Kultur- und
Bildungspolitik an diesen Zielen hat der Bundesminister des Auswärtigen Dr. Johann David Wadephul einen
umfassenden Strategieprozess angestoßen. Im Zuge seiner Strukturreform wird das Auswärtige Amt (AA) seine
kommunikativen Instrumente weiter bündeln und schärfen. Teile der regionalen Projektarbeit werden künftig
noch stärker bilateral in Wert gesetzt, die Zielvorgaben für die Arbeit der Mittler noch klarer bestimmt.
So ist die Freiheit von Kunst und Kultur, von Wissenschaft und Forschung, die in Deutschland umfänglich
geschützt und garantiert wird, zentral für den Einsatz unserer Mittler und Partner auch an schwierigen Standorten.
Diese Freiheiten zu gewähren ist Auftrag der Deutschen Auslandschulen, Wissenschaftsorganisationen und
Goethe-Institute. Gleichzeitig sind diese Freiheiten ein zentraler Faktor der Attraktivität Deutschlands, für die
unsere Mittler im Ausland werben.
Neben Teilen der Wissenschaftsdiplomatie und der Kulturdiplomatie (2. Kapitel) werden auch Projekte und
Initiativen der Strategischen Kommunikation (3. Kapitel) aus dem Haushalt des Auswärtigen Amts für
Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik gefördert. Sie alle zahlen auf dasselbe Ziel ein, nämlich Deutschlands Bild in
der Welt zu gestalten, das Vertrauen in Deutschland zu mehren und Deutschlands Soft Power zu stärken. So
verfolgt die Strategische Kommunikation den Auftrag, über Public Diplomacy Menschen weltweit über
Deutschland zu informieren, auch und gerade über Social Media. Jede der rund 230 Auslandsvertretungen der
Bundesrepublik Deutschland ist Teil des Public Diplomacy Netzwerks und hat die Aufgabe, im virtuellen
Dickicht aus immer mehr künstlicher und absichtlich verfälschter Information sichtbar zu machen, was unsere
Stärken sind und wofür sich Deutschland einsetzt. Damit trägt die Strategische Kommunikation im Zeitalter von
Bots, Desinformation und hybriden Angriffen auch zur Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland bei.
Gleichzeitig unterstützt Deutschland zahlreiche Initiativen zur Stärkung der Medienfreiheit weltweit.
Dieser Bericht blickt auf den Zeitraum des zurückliegenden Jahres 2025 zurück und nimmt vor allem jene
Instrumente der Auswärtigen Kultur und Bildungspolitik und Strategischen Kommunikation in den Blick, die im
Berichtszeitraum beispielhafte Ergebnisse erzielt haben und als Leuchttürme der Arbeit gelten. Der Bericht
strebt nicht an, alle Akteurinnen und Akteure und Aktivitäten zu umfassen.
Vor dem Hintergrund des anhaltenden Angriffskriegs gegen die Ukraine war im vergangenen Jahr der
unverminderte Einsatz der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik für unsere ukrainischen Partner von besonderer
strategischer und sicherheitspolitischer Bedeutung. Dazu zählte unter anderem die gezielte Förderung
ukrainischer Wissenschaftsstandorte sowie die Unterstützung der ukrainischen Kunst- und Kultur- und -szene.
Großen Stellenwert nahmen im Berichtszeitraum auch das 60. Jubiläum der bilateralen Beziehungen zwischen
Deutschland und Israel sowie der Einsatz für Holocaust-Erinnerung und Antisemitismusbekämpfung ein. Da
dem Thema Religions- und Weltanschauungsfreiheit eine zunehmend wichtige Bedeutung zukommt, sei an
dieser Stelle darauf verwiesen, dass das AA noch im laufenden Jahr einen gesonderten Bericht zur Religions-
und Weltanschauungsfreiheit vorlegen wird.
Die Auswärtige Kultur und Bildungspolitik hat sich im vergangenen Jahr zudem zur Aufgabe gemacht, die
Unterstützung resilienter Strukturen in Kultur, Zivilgesellschaft und Bildung in den Staaten Osteuropas zu
verfolgen. Die Einrichtung der Deutschen Schule in Riga sowie der Aufbau einer neuen Präsenz des Goethe-Instituts
in Chisinau/Moldau (mit feierlicher Eröffnung im Januar 2026) und der stete Einsatz gegen Desinformation, für
freie Presse und Medienkompetenz u. a. in den Baltischen Staaten belegen dies.
Grundlegend für alle Bemühungen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik als integralem Bestandteil der
Außenpolitik ist Deutschlands Verankerung in der Europäischen Union. Sie bestimmt nicht nur den außen- und
sicherheitspolitischen Handlungsrahmen, sondern auch die Formulierung außenpolitischer Interessen im
Abgleich mit der EU. Dem entspricht die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik, indem sie den regen
innereuropäischen Austauschs in den Bereichen Wissenschaft, Schulen, Kunst und Kultur gezielt fördert. Dies drückt
sich einerseits in der verstetigten Konsolidierung des europäischen Forschungs- und Hochschulraums aus, aber
auch in der Tatsache, dass in keiner anderen Region mehr Haushaltsmittel für die Auswärtige Kultur- und
Bildungspolitik aufgewendet werden als in Europa.
Das transatlantische Verhältnis zu den USA stellte im Berichtszeitraum einen weiteren zentralen Bezugspunkt
dar. So wurden im Laufe des Jahres 2025 weitere sichtbare Schritte für eine breitere Aufstellung deutscher
Einrichtungen in den USA erreicht. Dazu zählt nicht zuletzt das im Oktober 2025 eröffnete Goethe-Institut in
Houston (Texas), ein weiteres soll 2026 in St. Louis (Missouri) folgen. Im Berichtszeitraum wurde zudem ein
verstärkter Fokus auf Multiplikatoren aller politischen Lager gelegt sowie die Arbeit in den Bundesstaaten im
Mittleren Westen und der Austausch auf subnationaler und kommunaler Ebene ausgebaut.
Vor dem Hintergrund großer Machtverschiebungen und geopolitischer Umbrüche wird für die deutsche
Außenpolitik auch die Konzentration auf strategische Partner wie Indien und Brasilien immer wichtiger. Im
internationalen Wettbewerb um die schlauesten Köpfe, aber auch die Herzen unserer Partner weltweit, wirbt die
Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik für den Standort Deutschland.
Im folgenden Bericht sind sowohl Initiativen und Projekte der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik aus
dem Geschäftsbereich des AAs, als auch die maßgeblichen Beiträge anderer Ministerien aufgeführt, darunter
vor allem des Ministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), des Beauftragten für Kultur
und Medien (BKM), des Ministeriums für Bildung, Frauen, Senioren, Familie und Jugend (BMBFSFJ) , des
Ministeriums des Innern (BMI) sowie auch des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (BMZ).
1 Finanzielle Ressourcen
Die Bundesregierung stellte im Jahr 2025 fast 2 Mrd. Euro für die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik und
Strategische Kommunikation zur Verfügung. Davon beliefen sich die finanziellen Mittel des AA,
eingeschlossen der Aktivitäten des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), auf rund 981,5 Mio. Euro (49,4 Prozent).
Erhebliche Anteile trugen auch die Haushalte des BMFTR mit 476 Mio. Euro und des BKM mit 431 Mio. Euro
bei. Die weiteren Mittel verteilten sich auf die Haushalte des BMBFSFJ und des BMI.
Abbildung Ausgaben für Auswärtige Kulturpolitik 2025
nach Bundesministerium (in T Euro)
Im Haushalt 2025 hat das Auswärtigen Amt zehn institutionell geförderten Mittlerorganisationen eine
Bundesförderung von insgesamt 517 Mio. Euro für Personalkosten, Ausstattung, operative Mittel, Programmarbeit und
Investitionen zur Verfügung gestellt. Auf das Goethe-Institut entfielen hiervon mit 230,7 Mio. Euro (rund
44,7 Prozent der Mittel). Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) erhielt mit 208 Mio. Euro rund
40 Prozent der institutionellen Fördermittel. Einzelmaßnahmen finanzierte das AA im vergangenen Jahr mit
rund 109 Mio. Euro. Die Ausgaben für das Auslandsschulwesen und die Deutschen Partnerschulen beliefen sich
2025 auf 282 Mio. Euro.
Weitere Ausgaben entfielen auf Kulturbaumaßnahmen im Ausland und den Haushalt des DAI.
Abbildung Ausgaben des Auswärtigen Amts 2025
nach Förderbereichen
2 Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik
2.1 Wissenschaftsdiplomatie
Deutschlands Investition in die Wissenschaftsdiplomatie macht den größten Posten der Auswärtigen Kultur- und
Bildungspolitik aus – und das aus gutem Grund: Durch den internationalen akademischen Austausch und
wissenschaftliche Kooperationen baut Deutschland Brücken zwischen Zivilgesellschaften. Deutschland präsentiert
sich nicht nur als führender Wissenschaftsstandort. Es setzt sich zudem weltweit für seine demokratischen
Werte und Prinzipen, wie die Wissenschaftsfreiheit, ein und arbeitet an gemeinsamen Lösungen und Ideen im
Umgang mit neuen Technologien, mit Blick auf die Energiesicherheit, die Bedrohungen durch Pandemien oder die
Erderwärmung. Internationale wissenschaftliche Kooperation schafft Vertrauen und stabilisiert in Krisen
politische Beziehungen.
2.1.1 Hochschulkooperation und Forschungsmobilität
2.1.1.1 Deutscher Akademischer Austauschdienst und Alexander von Humboldt-Stiftung
Die Mittlerorganisationen Deutscher Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Alexander von Humboldt-
Stiftung (AvH) leisten einen wesentlichen Beitrag zur deutschen Wissenschaftsdiplomatie.
Der DAAD ist die weltweit größte Förderorganisation für akademischen Austausch und zählt allein 460.000
Alumni, darunter Regierungschefs, Minister, Universitätspräsidenten. Mit der im Berichtszeitraum
verabschiedeten Strategie 2030 richtet der DAAD seine Arbeit konsequent auf die Stärkung des Wissenschafts- und
Innovationsstandorts Deutschland sowie auf internationale Kooperation bei der Bewältigung globaler
Herausforderungen aus. Zugleich fördert er demokratische Werte, Wissenschaftsfreiheit und gesellschaftlichen
Zusammenhalt. Der DAAD beging 2025 sein 100-jähriges Bestehen mit rund 13.500 Teilnehmenden in nahezu 100
Veranstaltungen im In- und Ausland.
Die AvH setzte 2025 im Rahmen ihrer strategischen Weiterentwicklung auf Exzellenz, Resilienz und
Wissenschaftsfreiheit. Mit ihrer Netzwerkarbeit und ihren Förderprogrammen für international herausragende
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – darunter Humboldt-Forschungsstipendien, -preise und -professuren,
internationale Klimaschutzstipendien sowie die neue Global Minds Initiative Germany stärkt sie die globale
Vernetzung des Forschungsstandorts Deutschland. Neue Initiativen wie das Humboldt Placement Scheme fördern den
Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Dabei ist die internationale Vernetzung der
deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen nicht nur Grundvoraussetzung für Spitzenwissenschaft, sie ist
auch ein Sicherheitsfaktor, um sensible Forschungsfelder mit zu gestalten.
Beide Mittlerorganisationen unterstützen mit Schutzstipendien Forscherinnen, Forscher und Studierende, deren
wissenschaftliche Freiheit und professionelles Fortkommen aufgrund politischer Krisen, Verfolgung oder
Konflikten bedroht ist. Die Philipp Schwartz-Initiative konnte im Berichtszeitraum 118 Stipendien gewähren. Das
vom DAAD koordinierte Hilde-Domin-Programm unterstützte 2025 insgesamt 180 gefährdete Studierende und
Promovierende.
Um Hochschulkooperation und Forschungsmobilität zu fördern, haben die Wissenschaftsministerinnen und
-minister von Bund und Ländern in ihrer Strategie für die Internationalisierung der Hochschulen in Deutschland
(2024 bis 2034) den Fokus auf die Attraktivität des deutschen Wissenschaftsstandorts für internationale
Studierende und Forschende, die Steigerung der Mobilität deutscher Studierender und Forschender sowie die
Vertiefung europäischer und internationaler Kooperationen gelegt. Mit der Global Minds Initiative Germany werden
attraktive Karriereperspektiven in Deutschland ausgebaut: Seit Programmstart im Juli 2025 wurden bereits
168 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 34 Ländern ausgewählt. Das Kompetenzzentrum
Internationale Wissenschaftskooperationen (KIWi) des DAAD unterstützt deutsche Hochschulen außerdem bei der
Anbahnung, Durchführung und Intensivierung ihrer internationalen Aktivitäten.
Das BMFTR fördert zudem das Europäische Hochschulinstitut in Florenz, die Deutsch-Französische
Hochschule und das deutsch-französische Forschungszentrum Centre Marc Bloch.
Zur Werbung für Deutschland als attraktiven Standort für Forschung und Innovation trägt neben den derzeit
fünf vom AA koordinierten Deutschen Wissenschafts- und Innovationshäusern (DWIH) in New York, San
Francisco, São Paulo, New Delhi und Tokyo auch die Marketinginitiative „Research in Germany“ des BMFTR
bei. Unter deren Flagge führte das BMFTR 2025 die Kampagne „Energy of the Future“ in Anlehnung an das
Wissenschaftsjahr durch.
2.1.2 Europäischer Forschungs- und Hochschulraum
Auch die Umsetzung des Europäischen Forschungsraums (EFR) stärkt den freien Austausch von Wissen,
Technologien und Forschenden innerhalb der EU. Im Mai 2025 wurde die zweite „ERA Policy Agenda 2025–2027“
mit 19 Maßnahmen verabschiedet. Diese setzt neue Schwerpunkte, beispielsweise in den Bereichen Künstliche
Intelligenz, Vertrauen in die Wissenschaft und Forschungssicherheit. Wichtigstes Instrument auf EU-Ebene zur
Umsetzung des EFR ist das laufende EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizont Europa“.
Es ist das weltweit größte Einzelförderprogramm für Forschung und Innovation mit einem Gesamtbudget von
rund 95,5 Mrd. Euro (Laufzeit 2021 bis 2027). Es ermöglicht Förderung von Grundlagenforschung über
angewandte Forschung bis hin zum Transfer in den Markt und die Gesellschaft.
Auf europäischer Ebene ist auch Erasmus+, in der Federführung des BMBFSFJ, ein wichtiger Faktor. Das
Bildungsprogramm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport beschreibt eine Erfolgsgeschichte, zu
der auch derzeit 73 Europäische Hochschulallianzen gehören. Deutsche Hochschulen sind an fast all diesen
Allianzen beteiligt und werden mit Mitteln des BMFTR über ein Begleitprogramm des DAAD unterstützt. Im
aktuellen Förderzeitraum 2024 bis 2030 sind hierfür 63 Mio. Euro vorgesehen. Im aus dem Bologna-Prozess
entstandenen Europäischen Hochschulraum arbeitet Deutschland gemeinsam mit weiteren 46 europäischen
Staaten an Reformen und Initiativen im Hochschulbereich (zu Erasmus+ siehe auch 2.2.4 Berufliche Bildung).
2.1.3 Weitere regionale Schwerpunkte der Wissenschaftsdiplomatie
Vor dem Hintergrund des immer härter ausgetragenen globalen Wettbewerbs um Talente und intellektuelle
Ressourcen ist die engere Vernetzung mit strategischen Partnern von besonderem außenpolitischem Interesse. In
der Zusammenarbeit mit Afrika und dem Nahen Osten steht dabei die internationale Umsetzung der Hightech
Agenda Deutschland durch Exzellenz- und Innovationsförderung im Vordergrund. Dafür wurde im
Berichtszeitraum weiter am Aufbau von nachhaltigen Strukturen und gemeinsamen Exzellenzinitiativen mit
Allianzeinrichtungen gearbeitet, z. B. durch das DAAD-Fachzentrum – Just Energy Transition in Südafrika im Rahmen des
DAAD-Programms „Fachzentren Afrika – Centres of African Excellence“.
Des Weiteren stärkt die Bundesregierung gezielt die Kooperation deutscher Hochschulen im Nahen Osten und
der Türkei mit der German Jordanian University (GJU), der German International University (GIU) und der
German University in Cairo (GUC), der German University of Technology in Oman (GUtech) und der
Türkisch-Deutschen Universität (TDU). Über Programme des DAAD werden diese Partnerschaften finanziell und
strukturell unterstützt.
An den fünf „Maria Sibylla Merian Centres for Advanced Studies“ in Indien, Mexiko, Brasilien, Ghana und
Tunesien forschen Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler gemeinschaftlich zu selbstgewählten
Schwerpunktthemen der Geistes- und Sozialwissenschaften. Im Jahr 2025 startete die Abschlussphase des Merian
Centres CALAS in Guadalajara (Mexiko) mit dem Ziel, die Verstetigung von Teilen des Projekts nach Ende der
BMFTR-Förderung vorzubereiten. Zwei weitere Merian Centres, MECILA in Brasilien und MIASA in Ghana,
wurden im Jahr 2025 erfolgreich evaluiert, so dass sie nach dem Abschluss ihrer Hauptphase eine letzte
Förderphase beantragen können.
Zum Wiederaufbau des ukrainischen Wissenschaftssystems fördert das BMFTR seit 2024 vier
deutschukrainische Exzellenzkerne in Lwiw (zwei Exzellenzkerne), Kyjiw und Charkiw. Ihre Implementierungsphase
dauert bis zu vier Jahre und wird mit bis zu 2,5 Mio. Euro pro Vorhaben finanziert. Der DAAD förderte 2025
zudem aus AA-Mitteln zwei Zentren zu interdisziplinären Ukrainestudien in Deutschland mit 1,1 Mio. Euro
sowie das Sonderprogramm „Zukunft Ukraine – Forschungsstipendien für Masterstudierende und
Doktoranden“.
Das vom AA geförderte und vom UNHCR umgesetzte DAFI-Programm ermöglichte 2025 rund 6.000
anerkannten Flüchtlingen in 58 Aufnahmeländern ein Hochschulstudium und stärkt damit Bildungschancen,
gesellschaftliche Teilhabe und Entwicklungsperspektiven weltweit.
Auch das BMZ unterstützt verschiedene DAAD-Programme zur internationalen Vernetzung und Stärkung von
Hochschulen des globalen Südens. Mit dem Georg Forster-Forschungsförderprogramm fördert das BMZ über
die AvH-Stiftung herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Entwicklungs- und
Schwellenländern. Im Berichtszeitraum wurden 46 Georg Forster-Forschungsstipendien sowie zwei Georg Forster-
Forschungspreise verliehen.
Ein Leuchtturmprojekt im Bereich transnationale Bildung in Südamerika ist das Deutsch-Argentinische
Hochschulzentrum (DAHZ). Es wurde als binationales „Public-Private-Partnership“ der deutschen und der
argentinischen Regierung und sowie des Deutsch-Argentinischen Vereins zur Förderung von Wissenschaft und
Technologie (ACTAA – Asociación Argentino Alemana de Ciencia y Tecnología) ins Leben gerufen. Das
Zentrumfördert die Entwicklung innovativer, gemeinsamer Studiengänge, die Ausbildung mehrsprachiger und interkulturell
versierter Fachkräfte sowie die Internationalisierung der Hochschulen beider Länder.
2.1.4 Archäologische Forschung und Kulturerhalt
Im Berichtszeitraum vergab das Deutsche Archäologische Institut erstmals wieder Forschungsstipendien in
Syrien. Weiterhin wurden Fortbildungsmaßnahmen zum Kulturerhalt durchgeführt. Bei einer Drohnen-
Befliegung der Altstadt von Damaskus wurde mit der Erhebung von Daten begonnen, die ein exaktes
Schadensbild der UNESCO-Welterbestätte zeichnen. Zudem sollen über den Aufbau eines digitalen Geo-
Informationssystems die kommunalen Behörden dabei unterstützt werden, eine moderne, städtische
Infrastruktur zu entwickeln. Diese Maßnahmen sollen Bleibeanreize für junge Syrerinnen und Syrer setzen und zum
Wiederaufbau beitragen.
Im Berichtszeitraum zudem besonders hervorzuheben, ist das Jubiläum deutscher Grabungen im griechischen
Olympia. Mit einem Festakt am 4. Oktober 2025 wurde die langjährige deutsch-griechische Kooperation
gewürdigt.
Aus dem Kulturerhaltprogramm des Auswärtigen Amtes konnten 2025 unter anderem Projekte in Kambodscha
(Restaurierung Tempelanlage Angkor Wat), Myanmar (Restaurierung eines historischen Gebäudes und Nutzung
als Kulturzentrum), Namibia (Restaurierung Alte Feste Windhuk) oder in Mauretanien (Digitalisierung
historischer Manuskripte) gefördert werden. Das Kulturerhaltprogramm unterstützte auch die Ausstellung „Planet
Africa – Eine archäologische Zeitreise“, die Ergebnisse archäologischer Forschung in Afrika 2025 in drei
Museen in Deutschland und an fünf afrikanischen Standorten präsentierte.
2.2 Deutsche Auslandsschulen, deutsche Sprache und (berufliche) Bildung
2.2.1 Auslandschulwesen und Deutsch als Fremdsprache
Eines der wichtigsten Instrumente zur langfristigen Bildung von Netzwerken und Gewinnung von Fachkräften
sind die deutschen Auslands- und Partnerschulen. Aktuell zählt die Bundesregierung 135 Deutsche
Auslandsschulen und rund 2.000 Partnerschulen weltweit. Jedes Jahr erwerben rund 80.000 Menschen einen
Schulabschluss oder ein Zertifikat, das sie zum Studieren und Arbeiten in Deutschland befähigt.
2.2.1.1 Zentralstelle für das Auslandsschulwesen
Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), eine Abteilung des Bundesamts für Auswärtige
Angelegenheiten (BfAA), betreut die schulische Arbeit im Ausland.
Im Berichtszeitraum konzentrierte sich die Förderung von Deutsch als Fremdsprache und des
Auslandsschulwesens darauf, den „Masterplan für die Auslands- und Partnerschulen“ umzusetzen, der am 18. Dezember 2024
vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Kernanliegen des Masterplans ist die Stärkung der Rolle der deutschen
Sprache als Brücke zu Deutschland und der Ausbau der Handlungs-, Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des
Auslandsschulwesens trotz begrenzter Haushaltsmittel. Vor diesem Hintergrund haben das AA und die ZfA im
Jahr 2025 mit einer kritischen Überprüfung des Auslandsschulnetzes begonnen, die in den kommenden Jahren
fortgeführt wird. Ziel ist eine strategischere Ausrichtung des Netzwerkes auf Wachstumsregionen auf politische
Prioritäten der Bundesregierung, insbesondere der Fachkräftegewinnung. Mit der Deutschen Berufsschule
Hongkong und der Deutschen Internationalen Schule Riga wurde das Auslandsschulnetz 2025 um zwei Schulen
an strategischen Standorten erweitert.
Ein weiterer zentraler Akteur zur Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache ist das Goethe-Institut. Es hat im
Berichtszeitraum 100.000 Schulen weltweit bei der Aufbereitung und Durchführung des Deutsch-Unterrichts
unterstützt und betreut die sog. „Fit-Schulen“ im Partnerschulnetzwerk „PASCH“. (Siehe auch Kapitel 2.3.1.1
Goethe-Institut)
2.2.1.2 Initiativen zur Lehrkräfteförderung und Wirtschaftskooperation
Als konkrete Hürde für den Ausbau des weltweiten Deutschunterrichts identifiziert der Masterplan den Mangel
an qualifizierten Deutschlehrkräften in vielen Ländern. Um diesem Mangel zu begegnen, arbeitet das AA in
Kooperation mit den Mittlerorganisationen an einer Deutschlehrkräftestrategie.
Diese soll ab 2026 in den drei Pilotländern Brasilien, Kenia und Lettland umgesetzt werden und Best-Practice-
Beispiele für ein weltweites Handeln liefern.
Eine 2025 durchgeführte Umfrage des AA und der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter den
Mitgliedsunternehmen der Auslandshandelskammern (AHK) bestätigte, dass bereits viele erfolgreiche
Kooperationen zwischen den Deutschen Auslandsschulen und der deutschen Wirtschaft existieren. Um
Wirtschaftskooperationen im gesamten „PASCH“-Netzwerk zu intensivieren, entwickelte das AA mit den PASCH-Partnern
2025 das Konzept „Partnerschulen und Wirtschaft“, welches als Handreichung für die deutschen
Auslandsvertretungen, Mittlerorganisationen und die Partnerschulen dient. So möchte die Bundesregierung Berufs- und
Bildungsbiographien mit Deutschlandbezug noch effektiver fördern und hochqualifizierte Fachkräfte gewinnen.
2.2.2 Förderung Deutscher Minderheiten
Das AA verantwortete bis 2025 Projekte zur Förderung deutscher Minderheiten in Mittel- und Osteuropa sowie
Zentralasien über deutsche Auslandsvertretungen und Mittlerorganisationen. Diese Projektförderung ging
gemäß Koalitionsvertrag zum Ende des Berichtszeitraums auf das BMI über.
Das Bundesministerium des Innern (BMI) fördert in Mittel- und Osteuropa sowie in den Nachfolgestaaten der
Sowjetunion neben identitätsstiftenden, verbandsstärkenden und sozial- humanitären Maßnahmen vor allem
nachhaltige Projekte in der Jugend- und Spracharbeit. Die Vermittlung von Sprachkenntnissen als
identitätsstiftendes Element und die Vermittlung eines positiven Deutschlandbildes tragen dazu bei, dass Angehörige
deutscher Minderheiten in ihren Heimatländern als Multiplikatoren wirken können.
Die deutsche Minderheit in Dänemark (Bund deutscher Nordschleswiger) unterhält eigene Kindergärten,
Büchereien und Schulen mit Lehrkräften, die aus dem Land Schleswig-Holstein entsandt werden. Auf Grundlage eines
Verwaltungsabkommens erstattet das BMI dem Land Schleswig-Holstein anteilig anfallende Sozialleistungen
für diese Lehrkräfte. Zudem betreibt die deutsche Minderheit in Dänemark kirchliche und soziale Arbeit und
bietet in vielen Vereinen sportliche, sprachliche und kulturelle Aktivitäten an. Diese werden u. a. aus Mitteln
des Königreichs Dänemark, des Landes Schleswig-Holstein und aus Mitteln des BMI gefördert.
2.2.3 Internationaler Jugendaustausch
Das BMBFSFJ förderte im Jahr 2025 zahlreiche Jugendbegegnungen und Fachkräfteprogramme mit nahezu
100 Partnerländern.
Neben dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk und dem Deutsch-Griechischen Jugendwerk wird hier für den
Berichtszeitraum vor allem das Deutsch-Französische Jugendwerk hervorgehoben: Seine Arbeitsschwerpunkte
lagen im Jahr 2025 bei den Themen Demokratie und Frieden, Umweltverantwortung und Erinnerungsarbeit.
Gemeinsam mit dem französischen Außenministerium finanziert das AA trilaterale Programme des Deutsch-
Französischen Jugendwerks mit Staaten in Mittelosteuropa, Südosteuropa und dem Maghreb.
Im Rahmen des 70. Jubiläums des deutsch-israelischen Jugendaustauschs kamen im Mai 2025 rund 150 junge
Menschen zum Deutsch-Israelischen Jugendkongress in Berlin zusammen. Die Ergebnisse des Kongresses
wurden Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, dem israelischen Staatspräsidenten Isaac Herzog und
Bundesministerin Karin Prien vorgestellt. Im Rahmen einer Israel-Reise von Ministerin Prien im Oktober 2025 bestand
zudem politischer Konsens über einen zügigen Ausbau des Jugendaustauschs.
Auch das AA fördert internationale Jugendbegegnungen, u. a. die Internationalen Jugendbegegnungsstätten in
Auschwitz und Kreisau.
2.2.4 Berufliche Bildung
Die zentrale Anlaufstelle zur internationalen Berufsbildungszusammenarbeit ist die Zentralstelle für
internationale Berufsbildungskooperation (GOVET). Sie unterstützt in 15 Sprachen das BMBFSFJ, AA und die
deutschen Botschaften bei ihrer Arbeit. Im Berichtszeitraum betreute GOVET über 40 ausländische Delegationen in
Deutschland. Das BMBFSFJ unterhielt 2025 Berufsbildungskooperationen mit 11 Partnerstaaten.
Die BMBFSFJ-Initiative „iMOVE: Training – Made in Germany“ veröffentlichte in 2025 iMOVE Marktstudien
für den Export beruflicher Aus- und Weiterbildung zu Brasilien und Usbekistan. Insgesamt stellt iMOVE
Bildungsmarktstudien zu 31 Ländern zur Verfügung. Delegationsreisen begleitete iMOVE nach Angola und
Namibia, Vietnam, Kambodscha und Laos sowie Albanien. Messeteilnahmen fanden in Indien und Tansania statt.
Die Nachfrage nach Erasmus+1 Auslandaufenthalten für Auszubildende und Personal in der Berufsbildung ist
im Jahr 2025 erneut deutlich angestiegen. Die Anzahl der bewilligten Teilnehmenden lag bei 60.051 und damit
fast 30 Prozent höher als im Vorjahr. Der Trend der steigenden Nachfrage nach internationalen Lern- und
Arbeitserfahrungen im berufsbildenden Sektor setzt sich somit weiter fort. (siehe auch AusbildungWeltweit im
Anhang.)
Auch die Zusammenarbeit mit Israel in der Berufsbildung stach im Berichtszeitraum heraus: Hervorzuheben
sind gemeinsame Workshops mit ConAct, um Berufsbildungspersonal im Umgang mit den Auswirkungen des
7. Oktobers 2023 in der Berufsschule und am Ausbildungsplatz zu stärken.
Das Programm hat sein Netzwerk mit Israel weiter ausgebaut, den Austausch intensiviert, u. a. mit Beteiligung
an wissenschaftlichen Publikationen, Delegationsreisen und virtuellem Informationsaustausch.
2.2.5 Bildung für nachhaltige Entwicklung
Im Rahmen des UNESCO-Programms „Bildung für nachhaltige Entwicklung: die globalen Nachhaltigkeitsziele
verwirklichen (BNE 2030)“ fand im Berichtszeitraum in Kooperation mit der Deutschen UNESCO-
Kommission und der vhs Köln zum dritten Mal ein sogenanntes internationales Education for Sustainable
Development-Community-Event zum Thema „Fostering Diversity for Democracy and the Planet“ statt. Dabei stand
die Vernetzung mit Luxemburg, Belgien und den
Niederlanden im Fokus. Mit dem Regierungswechsel 2025 ist die Zuständigkeit für dieses Thema vom BMBF
auf das BMBFSFJ übergegangen.
2.3 Kulturdiplomatie
2.3.1 Sprache, Kultur, Fachkräfte
2.3.1.1 Goethe-Institut
Das Goethe-Institut (GI) ist fraglos eine der zentralen Mittlerorganisationen der Auswärtigen Kultur und
Bildungspolitik. Es stützt sich bei seiner Arbeit auf 154 Institute in 100 Ländern und zahlreiche
Partnereinrichtungen. Das Goethe-Institut führt dabei nicht nur in den eigenen Präsenzen und Partnerorganisationen Spracharbeit
durch, sondern vermittelt die Deutsche Sprache an Schulen weltweit (siehe 2.2.1 Auslandschulwesen und
Deutsch als Fremdsprache).
Die Marke Goethe-Institut ist international so klar profiliert und etabliert, dass ihr Beitrag zum Deutschlandbild
im Ausland kaum überschätzt werden kann. Im Berichtszeitraum verzeichneten die Goethe-Institute mit Blick
auf die Vermittlung der Deutschen Sprache 256.000 Sprachkursteilnehmende weltweit. Zudem wurden 1,1 Mio.
Deutschprüfungen an GIen und bei Kooperationspartnern abgelegt. Über 100.000 Schulen weltweit werden bei
der Durchführung eines qualitativen Deutschunterrichts unterstützt.
Im Berichtszeitraum hat das GI zudem mit neuen Standorten in Houston (USA) und Eriwan (Armenien) seine
im Jahr 2023 angestoßene Strukturreform weiter umgesetzt und sein internationales Netzwerk vergrößert. Die
Erweiterung soll sich auch in den kommenden Jahren auf Schlüsselregionen und zentrale Partner Deutschlands
erstrecken. So wird in den Staaten Osteuropas sowie in den USA das Netz der GIe auch künftig weiter
ausgebaut.
Gleichzeitig bleibt das Institut auch bei wichtigen globalen Partnern Deutschlands stark vertreten, darunter
Indien und Brasilien. So hat das GI Bangalore im Januar des Berichtszeitraums den Gastlandauftritt Deutschlands
bei der 9. Ausgabe des Kerala Literature Festivals kuratiert, an dem über 700.000 Besucherinnen und Besucher
teilnahmen. Das GI ist ferner bestrebt, gerade auch in Indien neue Zielgruppen zu erreichen. So sollen zum
Beispiel verstärkt Menschen in ländlichen Räumen angesprochen werden. Dazu bereitet das GI eine
Zusammenarbeit mit circa 6.000 Rural Libraries vor, die von rund 5 Millionen Kindern und Jugendlichen im südindischen
Bundesstaat Karnataka genutzt werden.
1 Zu Erasmus+ siehe auch unter 2.1.2 Europäischer Forschungs- und Hochschulraum.
Teil der Strukturreform war es ebenso, die Sprachvermittlung im Sinne der Fachkräftegewinnung weiter zu
stärken. Mit Beratungs-, Informations- und Lernangeboten wurden jährlich über 30.000 Personen in Drittstaaten
und Deutschland erreicht. Das Projekt „Fit für den Deutschen Arbeitsmarkt“ bietet eine kostenlose sprachliche
Vorbereitung für Fachkräfte aus Brasilien, Kolumbien und Mexiko. In Vietnam organisierten GI und AA
gemeinsam mit der Außenhandelskammer und der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) einen
sogenannten „Fachkräftebus", um in verschiedenen Regionen des Landes – auch abseits der großen Städte – für
Arbeits- und Studienmöglichkeiten in Deutschland zu werben.
Mit rund 22.500 Veranstaltungen in den Bereichen Kultur und Medien erreichte das GI weltweit circa 6,7
Millionen Menschen. Ein besonderes Beispiel stellte im Jahr 2025 die gemeinsam mit einem ukrainischen Partner
entwickelte und in mehreren Sprachen (u. a. Serbisch, Rumänisch, Türkisch, Englisch) verfügbare Ausstellung
„Fakeless“ dar, die sich durch Lernangebote generationenübergreifend den Themen Medienkompetenz und
Desinformation widmete. Das Projekt „Kreativkompass Georgien“ förderte die Kultur- und Kreativwirtschaft in
Georgien. Die Theaterkoproduktion „Herscht 07769“ thematisiert künstlerisch das Thema illiberale Tendenzen
und gesellschaftliche Spannungen und verbindet Partner in Budapest und Deutschland.
2.3.1.2 Institut für Auslandsbeziehungen und weitere Einrichtungen
Das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) ist ein weiterer zentraler Akteur der Auswärtigen Kultur- und
Bildungspolitik. Der deutsche Beitrag zur 61. Kunstbiennale Venedig mit den deutschen Künstlerinnen Sung Tieu
und Henrike Naumann wurde im Berichtszeitraum vorbereitet und wird ab 9. Mai 2026 in Venedig präsentiert.
Neben der Betreuung des Deutschen Pavillon der Kunstbiennale Venedig liegt der Fokus des ifa auch auf
Sammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst und deren Ausstellungen. 21 vom ifa organisierte
Tourneeausstellungen erreichten im Berichtzeitraum weltweit rund 200.000 Besucherinnen und Besucher. Mit einem
Residenzprojekt, das sich unter anderem der Rolle von Kunst im Krieg widmete, unterstützte das ifa ukrainische
Künstlerinnen und Künstler und deren Ausstellung „Meaning after Loss“ in Kyjiw.
Das ifa betreut zudem im Rahmen seiner zivilgesellschaftlichen Arbeit eine ganze Reihe an Programmen und
Schutzstipendien, darunter die Martin-Roth-Initiative (MRI). Sie ermöglichte im Berichtszeitraum 133
bedrohten Kunstschaffenden aus 33 Ländern temporäre Aufenthalte zur freien Fortführung ihrer Arbeit. Eine
Ausstellung über die Herausforderungen zur Einschränkung von Kunstfreiheit mit dem Titel „Once We Were Trees,
Now We Are Birds“ zeigte im Berichtszeitraum Kunstwerke von rund 50 Stipendiatinnen und Stipendiaten der
Initiative.
Der Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. (VATMH) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin, der
den transatlantischen Dialog zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten fördert. Im Jahr 2025
organisierte das Thomas Mann House anlässlich des 150. Geburtstages von Thomas Mann ein vielfältiges Programm.
Zu den Höhepunkten dieses Jubiläumsjahres gehörte auch die Wiedereröffnung des Thomas Mann House nach
den schweren Bränden in Los Angeles.
Die Kulturakademie Tarabya ist im Laufe der 15 Jahre ihres Bestehens zu einem festen Bestandteil der
türkischen Kunst- und Kulturlandschaft geworden. So entstand neben vielen anderen Werken im Rahmen des Ko-
Produktionsstipendiums von Elif Sözer und Zeynep Özden im Berichtszeitraum das Theaterstück „Ivi war hier“.
Im Berichtszeitraum förderten das AA und BKM in den Bereichen Kunst, Literatur und Sprache zahlreiche
weitere Residenzen, Übersetzer- und Literaturpreise, die nicht im Detail im Bericht erläutert, aber im Anhang
einzeln aufgeführt werden.
2.3.2 Ukraine, Osteuropa und weitere regionale Schwerpunkte
Eines der Flaggschiffe der Projektarbeit des AAs ist ohne Zweifel das 2014 vom Deutschen Bundestag
geschaffene Programm zum „Ausbau der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft in den Ländern der Östlichen
Partnerschaft und Russland“. Das Programm unterstützte auch 2025 Zivilgesellschaften bei der demokratischen
Entwicklung und den andauernden Transformationsprozessen in den Programmländern Armenien,
Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Moldau und Ukraine. Bei Russland bezog sich die Förderung wie in den vorherigen
Berichtszeiträumen auf das russische Exil. Förderziele waren insgesamt die Stärkung von Pluralismus, die
Schaffung von Zukunftsperspektiven, die Anregung von Wertediskursen sowie die Förderung von Dialog und
Verständigung. 2025 wurden daher vor allem Projekte priorisiert, die den Erhalt und Wiederaufbau
zivilgesellschaftlicher Netzwerke im Kontext europäischer Kooperationen unterstützen, Resilienz gegen
Desinformationskampagnen aufbauen und unabhängige, neutrale und inklusive Berichterstattung fördern sowie die politische
und gesellschaftliche Teilhabe von Frauen, vulnerablen und marginalisierten Gruppen stärken. Mit einem Etat
von 10,5 Mio. Euro wurden über 90 Projekte umgesetzt.
Mithilfe des vom AA mitgegründeten Übersetzungsnetzwerks Traduki werden Übersetzungen,
Residenzaufenthalte und den kulturellen Austausch zwischen den Ländern Südosteuropas und dem deutschsprachigen Raum
gefördert. Kosovo trat im Berichtszeitraum dem Netzwerk als Beobachter bei, was damit Partner aus 14
Ländern umfasst.
Das deutsch-israelische „Dreifachjubiläum“ – 60 Jahre diplomatische Beziehungen, 70 Jahre Jugendaustausch
und 50 Jahre Wissenschaftlich-Technologische Zusammenarbeit – gab 2025 Anlass für zahlreiche
Veranstaltungen in Israel und Deutschland, um die Breite und Tiefe der gesellschaftlichen Beziehungen zwischen beiden
Ländern zum Ausdruck zu bringen.
Zukunftsgerichteter Schwerpunkt lag auf der weiteren Vernetzung der jungen Zivilgesellschaft mit
Begegnungsveranstaltungen und -projekten, zum Beispiel des Deutsch-Israelischen Zukunftsfonds (DIZF) zu sozialem
Engagement Jugendlicher. Festivals, Ausstellungen und Konzerte in Israel sowie Begegnungsreisen nach
Deutschland, etwa anlässlich der Frankfurter Buchmesse, unterstützten die internationale Vernetzung
israelischer Kunst- und Kulturschaffender. Die Feierlichkeiten zum Jubiläum der wissenschaftlich-technologischen
Zusammenarbeit wurden in Berlin und am Weizmann-Institut in Rehovot begangen.
Der Deutsch-Französische Bürgerfonds, der aus dem Aachener Vertrag entstanden ist und auf deutscher Seite
durch das BMBFSFJ finanziert wird, stärkt die Zusammenarbeit mit Städten und Kommunen in Frankreich. Im
Berichtszeitraum wurden über 680 Projekte in allen Bundesländern bzw. französischen Regionen durchgeführt.
Um Deutschlands Netzwerk in den USA zu erweitern, hat das AA im Berichtszeitraum verschiedene
Besucherreisen für Multiplikatoren aus den USA durchgeführt. Darunter war eine Gruppe von Abgeordneten des US-
Bundesstaats Florida mit besonderem Interesse an Raumfahrtthemen, die im November Berlin und Frankfurt
besuchte. Im Oktober 2025 trafen sich rund 30 Bürgermeister aus den USA und Deutschland zu einem
„Mayor‘s Roundtable“ in Bremen, zu dem das AA in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städtetag und der freien
Hansestadt eingeladen hatte.
Seit 2025 begleitet das AA den gesellschaftlichen Wiederaufbau in Syrien. Dazu dient u. a. das
Förderprogramm ZANMO zur Stärkung zivilgesellschaftlicher Zusammenarbeit in Nah- und Mittelost. Zudem unterstützt
das AA in ganz Afrika, im Nahen und Mittleren Osten kulturelle und zivilgesellschaftliche Initiativen der
Medienfreiheit und des Medienpluralismus. Damit werden Räume des öffentlichen Diskurses geschaffen sowie
Partnerschaften mit deutschen Organisationen etabliert oder wiederbelebt. Zudem stärkte das AA im 2025 unter
anderem Partnerschaften zwischen Nichtregierungsorganisationen aus Deutschland und südlichen Mittelmeer-
Anrainern im Rahmen des Anna-Lindh-Netzwerks. Zivilgesellschaftliche Initiativen in Kenia wurden im
Bereich Fortbildung und Vernetzung unterstützt.
Gemeinsam mit Syrien initiierte Deutschland im Frühjahr 2025 – im Rahmen seiner Bemühungen um die
multilaterale Kulturdiplomatie – eine viel beachtete Resolution des UNESCO-Exekutivrates.
Damit ist die UNESCO nach dem Sturz des Assad-Regimes in Syrien wieder aktiv und bringt sich insbesondere
für Kulturgüterschutz, Aufbau des Bildungs- und eines pluralistischen Mediensektors ein.
2.3.3 Internationale Museumskooperation
Die Bund-Länder-geförderte Stiftung Preußischer Kulturbesitz engagiert sich mit ihren Museen, Bibliotheken,
Archiven und Forschungsinstitutionen unter anderem aktiv im internationalen Kulturgutschutz. Sie untersteht
der Rechtsaufsicht des BKM. Die Gemäldegalerie eröffnete im Februar 2025 eine große Sonderausstellung mit
Werken des ukrainischen Odesa Museums, die im Kontext des russischen Angriffskrieges außer Landes
gebracht und in der Gemäldegalerie kunsthistorisch untersucht sowie konservatorisch behandelt wurden. Neben
Kooperationen mit den Nationalmuseen in Abu Dhabi, Bagdad, Damaskus und Teheran kooperierte das
Vorderasiatische Museum zuletzt intensiv mit dem Archäologischen Museum Şanlıurfa (Türkei). Mehrere Museen
beteiligten sich an einer Sonderausstellung am CSMVS in Mumbai, die im Dezember 2025 eröffnete. Das
Rathgen-Forschungslabor wirkte mit zahlreichen Projekten im Bereich des nachhaltigen Kulturgutschutzes
intensiv am internationalen wissenschaftlichen Austausch mit.
Die als gemeinnützige GmbH gegründete und vom AA geförderte Agentur für Internationale
Museumskooperation hat im Jahr 2025 das Portfolio ihrer Serviceangebote an die deutschen Museen aufgebaut und zahlreiche
Pilotprojekte in Kenia, der Ukraine und in China durchgeführt.
Sie ist dabei, sich national und international einen Namen zu machen. Zu den Dienstleistungen der Agentur
gehören unter anderem Delegationsreisen zur Anbahnung von Kooperationsprojekten oder die Förderung und
Unterstützung von Begegnungen deutscher Museen mit internationalen Partnern, aus denen sich internationale
Kooperationsvorhaben entwickeln sollen. Im Herbst 2025 haben sich fast ein Dutzend deutscher Museen um
eine Förderung bei der Agentur beworben.
TheMuseumsLab ist ein Austausch- und Weiterbildungsprogramm für Fellows im Bereich
Museumsmanagement (Nachwuchsführungskräfte) und beschäftigt sich u. a. mit den Themen Provenienzforschung,
Digitalisierung und Sammlungsobjekte in europäischen Museen aus kolonialen Kontexten. Das Programm bringt
Museumsmitarbeitende aus Afrika und Europa zusammen, um Verbindungen zwischen Menschen, Institutionen und
Kontinenten herzustellen. Partner sind das Museum für Naturkunde (MfN), das Leibniz Institute for Evolution
and Biodiversity Science und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD).
2.3.4 Rückführung von Kulturgütern
Das von BKM finanzierte Deutsche Zentrum Kulturgutverluste ist ein nationaler und internationaler
Ansprechpartner für die Umsetzung der Washingtoner Prinzipien zu NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut sowie
der „Gemeinsamen Erklärung“ von 1999. Die Schiedsgerichtsbarkeit NS-Raubgut trat im Dezember 2025 an die
Stelle der seit 2003 bestehenden „Beratenden Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe NS-
verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts, insbesondere aus jüdischem Besitz“.
Vor dem Hintergrund des 80. Jahrestags des Zweiten Weltkriegs bekräftigten Deutschland und Polen bei ihren
Regierungskonsultationen am 1. Dezember 2025 in Berlin die Verpflichtung zur Lösung der Frage der
Rückgabe von Kulturgütern, die unrechtmäßig aufgrund von Besatzung oder Krieg verbracht wurden. Um den Prozess
zum Thema Kulturgutrückführungen voranzubringen, wurde eine entsprechende Arbeitsgruppe eingerichtet. In
diesem Geist übergab Deutschland zunächst 73 Pergamente aus dem Zentralarchiv für historische
Aufzeichnungen in Warschau und den „Kopf des Hl. Jakobus d. Ä.“, Teil einer Skulptur aus der Marienburg (Malbork).
Im Oktober 2025 wurden die „Gemeinsamen Leitlinien zum Umgang mit Kulturgütern und menschlichen
Überresten aus kolonialen Kontexten“ von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden verabschiedet. Die
Fortschreibung der „Ersten Eckpunkte“ aus dem Jahr 2019 ist eine sich primär an öffentliche Museen,
Sammlungen und ihre Träger richtende Handlungsempfehlung. Die Leitlinien betonen das Ziel verstärkter Rückgaben
und unterstreichen die Notwendigkeit eines partnerschaftlichen Austauschs mit Herkunftsstaaten und -
gesellschaften sowie das Bemühen um transparente Offenlegung von Informationen. Sie benennen Abläufe und
Beteiligungen auf deutscher Seite (Bund, Länder, Kommunen) auch im Kontakt mit Herkunftsstaaten und -
gesellschaften. Die Rückführung menschlicher Überreste wird besonders priorisiert. Hierzu finanziert das AA
gemeinsam mit BKM ein Projekt bei der Kontaktstelle für Kulturgüter und menschliche Überreste aus
kolonialen Kontexten, das zur Vorbereitung einer zentralen Anlaufstelle dient. Strukturierter zwischenstaatlicher
Austausch mit Herkunftsstaaten zu Kulturgütern aus kolonialen Kontexten und menschlichen Überresten erfolgte
bei den Besuchen von nationalen Kommissionen im März aus Tansania und im Juni aus Kamerun.
Der von BKM geförderte Fachbereich „Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ des Deutschen
Zentrums Kulturgutverluste fördert zudem Provenienzforschungsprojekte zu Kulturgütern und menschlichen
Überresten aus kolonialen Kontexten. Der 2024 gestartete deutsch-französische Provenienzforschungsfonds zur
Förderung von Projekten zu Kulturgütern aus Subsahara-Afrika wird bis Ende 2026 fortgesetzt.
2.4 Kampf gegen Antisemitismus und Antiziganismus, Holocausterinnerung
Der Kampf gegen Antisemitismus, der Einsatz für jüdisches Leben und das Bekenntnis zum Existenzrecht und
zur Sicherheit des Staates Israel sind tragende Elemente in der AKBP der Bundesrepublik Deutschland. Dabei
steht das Engagement der Bundesregierung gegen Antisemitismus, für jüdisches Leben, gegen Antiziganismus,
für die Sinti und Roma und für eine zukunftsgerichtete Holocaust-Erinnerung im Kontext der deutschen
historischen Verantwortung für die Verbrechen von NS-Deutschland und des deutschen Engagements für
Menschenrechte und für offene, demokratische Gesellschaften. Vor diesem Hintergrund nimmt der Ausbau der
europäischen und internationalen Zusammenarbeit eine zentrale Rolle ein – sowohl bilateral als auch innerhalb der EU
und internationalen Organisationen einschließlich der Internationalen Allianz für Holocaust-Gedenken (IHRA).
Während das AA in diesem Kontext zahlreiche Initiativen unterstützt, hat im Berichtszeitraum vor allem ein
Ausstellungsprojekt um den Dokumentarfilm „Shoah“ von Claude Lanzmann für Aufmerksamkeit gesorgt:
Während die Dokumentation mit seinem umfangreichen Audio-Archiv bereits 2023 in das Register des
Weltdokumentenerbes aufgenommen wurde, konnte nun die Grundlage für eine dauerhafte Zugänglichkeit des
Lanzmann-Audio-Archivs als herausragender Bestand historischer Stimmen im Kontext des Holocaust gelegt
werden. Der Bundesminister des Auswärtigen Dr. Johann David Wadephul hat die Ausstellung am 27. November
2025 eröffnet.
Weitere bekannte Projekte mit Schwerpunkt Bildungs- und Vermittlungsarbeit sind das vom Auswärtigen Amt
unterstützte mehrjährige „Asking the Pope for Help“ zur Editierung der in den Vatikanischen Archiven
befindlichen Bittschriften von verfolgten Juden an Papst Pius XII. sowie das Programm „Jugend erinnert international“,
dessen zweite Phase 2025 beendet wurde.
Auch das BMFTR unterstützt Forschungsverbünde an Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen, die
zu Themen wie Antisemitismusprävention in der Bildung, Umgang mit antisemitischen Vorfällen sowie
Reaktionen von Jüdinnen und Juden auf antisemitische Erfahrungen forschen. Die Forschungsverbünde werden durch
das „Forschungsnetzwerk Antisemitismus im 21. Jahrhundert (FonA21)“ begleitet, welches der Vernetzung
sowie dem Transfer der Forschungsergebnisse in Politik, Praxis und Gesellschaft dient.
Deutschland ist außerdem – vertreten durch das BMFTR – einer von derzeit zehn Mitgliedsstaaten des 2025
gegründeten europäischen Forschungsinfrastruktur-Konsortiums European Holocaust Research Infrastructure
(EHRI) und beteiligt sich an dessen Finanzierung. Ziel der EHRI ist es, die weltweit verstreuten Dokumente und
Quellen zum Holocaust zusammenzuführen, sie für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich zu machen und
dauerhaft für die Nachwelt zu bewahren.
2.5 Medien- und Filmförderung
Die Deutsche Welle (DW) ist der Auslandssender Deutschlands und die einzige öffentlich-rechtliche
Rundfunkanstalt in der Zuständigkeit des Bundes. Die DW wurde im Jahr 2025 mit rund 425 Mio. Euro aus dem Haushalt
des BKM finanziert. Hinzu kommen Projektmittel u. a. vom AA und vom BMZ. Der durch BKM ko-finanzierte
Filmförderungsfonds EURIMAGES unterstützt die Produktion, Vermarktung und Verbreitung von
internationalen Ko-Produktionen im Bereich Kinofilm. Der Fonds förderte im Berichtsjahr mit 27,6 Mio. Euro insgesamt
62 Spielfilme, 20 Dokumentationen und 9 Animationsfilme. 2025 feierte EURIMAGES ein herausragendes Jahr
bei den Filmfestspielen von Cannes: Neun Auszeichnungen wurden an Filme verliehen, die von dem Fonds als
Koproduktion unterstützt wurden. 18 geförderte Filme wurden in den offiziellen und parallelen Sektionen der
78. Filmfestspiele von Cannes ausgewählt.
Das Ministerkomitee des Europarats verabschiedet am 26. November 2025 den endgültigen Text des
„Übereinkommens über die Koproduktion audiovisueller Werke in Form von Serien“ offiziell. Mit dem internationalen
Übereinkommen wird erstmals ein verbindlicher Rechtsrahmen geschaffen für Serien Ko-Produktionen. Ziel ist
die Sicherung kultureller Vielfalt und die Stärkung unabhängiger Produzenten. Das Übereinkommen enthält
u. a. Regelungen zum erleichterten Zugang zu staatlichen Fördermitteln, sowie zur fairen Verteilung von
Rechten und Transparenzpflichten. Das Übereinkommen steht ab dem Frühjahr 2026 sämtlichen Mitgliedstaaten des
Europarats zur Unterzeichnung und Ratifizierung offen.
Das NIPKOW Programm, ein Stipendienprogramm zur Fortbildung von professionellen Film- und
Medienschaffenden, konnte aus 677 Bewerbern zehn Stipendiaten im Jahr 2025 fördern.
3 Strategische Kommunikation
Die Strategische Kommunikation im AA weiter zu stärken, ist eines der Vorhaben im Rahmen der im
November 2025 vom Bundesminister des Auswärtigen Dr. Johann David Wadephul angekündigten Strukturreform des
Ministeriums. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund eines immer herausfordernden Umfelds nötig, in dem
autoritäre Staaten gezielt auch gegen Deutschland kommunikativ arbeiten. So hat Russland in seinem
Staatshaushalt für das Jahr 2026 eine Erhöhung von 54 Prozent für Kommunikation vorgesehen. Auch die
Volksrepublik China investiert deutlich mehr in strategische Kommunikation: Weltweit begegnen wir beim Einsatz für
deutsche Interessen zunehmend robust vorgetragenen chinesischen Narrativen.
Ziel der Strategischen Kommunikation ist es, u. a. über Public Diplomacy ausländische Öffentlichkeiten noch
wirksamer von Deutschlands Positionen zu überzeugen, für Deutschland als attraktiven Partner zu werben sowie
gegnerische Informationsmanipulation zu entkräften und ihr durch die Unterstützung unabhängiger Medien
präventiv entgegenzuwirken. Die rund 230 Auslandsvertretungen der Bundesrepublik fungieren dabei als
Kommunikatoren deutscher Interessen und politischer Absichten. Die Mittler und Netzwerke der Auswärtigen
Kultur- und Bildungspolitik bleiben dabei nicht außen vor. Sie sind essentielle Synapsen, die auch im Rahmen
der Public Diplomacy in Gesellschaften im Ausland hineinwirken.
3.1 Kampf gegen Desinformation
Ausländische Informationsmanipulation und Desinformation betrifft alle Bereiche der deutschen Außen- und
Sicherheitspolitik. Im Rahmen des globalen Einsatzes zur Stärkung der Demokratie fördert das AA Projekte mit
dem Ziel, Resilienz gegenüber Desinformation in besonders anfälligen Weltregionen zu entwickeln,
insbesondere durch die gezielte Schaffung von Medienkompetenz oder die Unterstützung von unabhängigem Journalismus.
Ein prominentes Beispiel hierfür ist die sogenannte Resilienzinitiative für das Baltikum als Reihe Projekte, die
seit bereits zehn Jahren fortgeführt und deren Wirksamkeit aktuell mit positivem Ergebnis evaluiert wurde. Sie
bettet sich ein in einen breiteren Ansatz zur Bekämpfung ausländischer Desinformation. So verfolgt das AA im
Umgang mit ausländischer Desinformation folgende fünf Prioritäten:
1. der Ausbau der eigenen Analysefähigkeiten zur besseren und schnellen Aufdeckung von
Desinformationskampagnen ausländischer Akteure.
2. die Stärkung der eigenen aktiven Kommunikation, auch in Reaktion auf Desinformationsnarrative.
3. die Förderung von Projekten zur Stärkung der gesellschaftlichen Resilienz.
4. die Stärkung des Austauschs mit internationalen Partnern, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu
Desinformationsakteuren und -mechanismen. Insbesondere innerhalb der EU und dabei im Format des Weimarer
Dreiecks findet ein enger Austausch von Informationen und Erfahrungswerten statt.
5. arbeitet das AA gemeinsam mit seinen Partnern daran, die Kosten für die Urheber der
Informationsmanipulation zu erhöhen. Hierfür besteht auf EU-Ebene die Möglichkeit, Sanktionen zu verhängen.
Zudem hat das AA im Jahr 2025 zwei Desinformationskampagnen im Rahmen eines nationalen
Attribuierungsverfahrens Russland zuordnen können. Die Aufklärung über die Mechanismen der ausländischen
Informationsmanipulation tragen zur Transparenz bei.
3.2 Werben für Deutschland
Zur Vermittlung eines positiven Deutschlandbilds und das Werben für den Standort Deutschland, aber auch als
präventives Instrument gegen Desinformation und Informationsmanipulation, setzt das AA auf umfassende und
authentische Auslandskommunikation.
Das AA produziert in seiner Content Factory in Zusammenarbeit mit einer beauftragten Agentur professionell
aufbereitete Inhalte für die digitale politische Kommunikation unserer Botschaften und Generalkonsulate.
Besondere Resonanz erlangte im Mai 2025 der mit Wim Wenders konzipierte und von ihm gedrehte Kurzfilm „Die
Schlüssel zur Freiheit“ zum 80. Jahrestag des Kriegsendes in Europa. Abgeleitet aus der nationalen Erfahrung
des Verlusts und der Wiedererlangung von Freiheit etablierte das AA damit bei unseren internationalen
Zielgruppen unter dem wiederkehrenden Motto „We Invest in Freedom“ eine positive, aktive Erzählung von
Deutschlands Rolle in einer Welt im Umbruch. Die Online-Plattform deutschland.de erreichte insbesondere mit
ihren vielsprachigen Social-Media-Kanälen u.a. mit einer Kampagne zum Wirtschaftsstandort Deutschland und
einem digitalen Magazin zu Chancen für Fachkräfte im Handwerk (3,5 Millionen Aufrufe in 13 Sprachen) ein
breites internationales Publikum. Sie trägt inzwischen zudem maßgeblich zur Darstellung vertrauenswürdiger
Informationen zu Deutschland durch KI-Anwendungen bei.
Das AA unterhält fünf Regionale Deutschlandzentren in Dakar, Pretoria, Kairo, Mexiko und Singapur. Sie
stärken durch eigene Kommunikation, Content-Erstellung für unsere Botschaften und Generalkonsulate sowie
durch Fortbildungen und Social Media-Beratungen die regionale, politische Auslandskommunikation der
Bundesregierung. Bei knapp 8.000 Ausspielungen im Jahr 2025 (Posts, Videos, Tweets etc.) entfallen auf die
eigenen Kanäle der Regionalen Deutschlandzentren circa 4,2 Mio. Follower. Ihre Posts wurden im Berichtszeitraum
über 140 Millionen Mal angezeigt.
Das Besucherprogramm ist ein Kommunikationsinstrument zur Vermittlung eines differenzierten und
attraktiven Deutschlandbildes., das ganz speziell auf hochrangige Multiplikatoren zugeschnitten ist.
Im Berichtszeitraum organisierte das AA insgesamt 46 Reisen nach Deutschland vorrangig zu den Themen
Desinformation, Resiliente Gesellschaft, Zeitenwende, Klima/Energiewende sowie Fachkräfte-Einwanderung/Migration.
3.3 Einsatz für Medienfreiheit
Die Bundesregierung setzt sich in vielfältiger Weise für Medienfreiheit und unabhängigen Journalismus ein, um
destabilisierender Desinformation entgegenzuwirken und demokratische Resilienz global und regional zu
stärken. Beispielhaft genannt sei die Hannah-Arendt-Initiative (HAI), 2025 wurden 1552 Personen und 304 Medien
unterstützt.
Eine der Zielgruppen waren im Berichtszeitraum ukrainische Kriegsberichterstatter, die bspw. Hilfen zu
technischer Ausstattung, medizinisch-psychologische Betreuung, Auszeitstipendien sowie Versicherungen bei
Fronteinsätzen erhielten. Eine Ausstellung über ihre Lebenswirklichkeit „The Only Material“ wurde u. a. im Berliner
Museum für Kommunikation gezeigt.
Anhang
Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH)
Die AvH fördert langfristige Wissenschaftskooperationen zwischen herausragenden internationalen und
deutschen Forschenden. Ihr weltweites Netzwerk umfasst mittlerweile fast 32.000 Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler aller Fachgebiete aus mehr als 140 Ländern, unter ihnen 63 Nobelpreisträgerinnen und -preisträger.
Die Stiftung fördert keine Projekte, sondern länder- sowie disziplinenübergreifend Personen. Sie baut Vertrauen
auf bei wissenschaftlichem Personal weltweit und stärkt den Wissenschaftsstandort Deutschland durch
internationalen Forschungsaustausch.
Allianz der Wissenschaftsorganisationen
Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen ist ein Zusammenschluss der zehn bedeutendsten Wissenschafts-
und Forschungsorganisationen Deutschlands. Gemeinsam beraten und bearbeiten die Mitglieder der Allianz
aktuelle Themen und nehmen öffentlichkeitswirksam Stellung zu wichtigen Fragen der Wissenschaftspolitik.
Die Allianzmitglieder sind umfangreich international tätig und stehen mit dem AA in intensivem Austausch.
Arolsen Archives – International Center on Nazi Persecution (Internationaler Suchdienst)
Als Organisation mit internationalem Charakter finden die Arolsen Archives ihre Rechtsgrundlage im
Übereinkommen über den Internationalen Suchdienst. Die Aufsicht über die Arbeit der Arolsen Archives obliegt einem
internationalen Ausschuss aus Vertreterinnen und Vertretern von elf Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland.
Die Arolsen Archives wurden bis 2023 jährlich aus dem Haushalt von BKM finanziert (seit 2024 aus dem
Haushalt des AA).
Aufgabe der Arolsen Archives mit Sitz im nordhessischen Bad Arolsen ist es, Opfern der NS- Verfolgung und
deren Angehörigen bei der Aufklärung von persönlichen Schicksalen zu helfen. Noch immer erreichen
die Einrichtung rund 20.000 Suchanfragen pro Jahr aus aller Welt, die sie mithilfe ihres umfangreichen Archivs
– circa 30 Mio. Dokumente, die zum Teil zum UNESCO-Weltdokumentenerbe „Memory of the World“ gehören –
beantwortet. Ein Großteil der Dokumente ist mittlerweile für die Öffentlichkeit online zugänglich. Die Arolsen
Archives unterstützen die Forschung und tragen damit sowie mit verschiedenen, auch international
ausgerichteten Informations- und Bildungsprojekten (z. B. „Every name counts“ und „StolenMemory“) zu
Debatten um Erinnerung und Aufklärung bei.
Barenboim-Said Akademie (BSA)
Die Barenboim-Said Akademie (BSA) ist eine vom Pianisten und Dirigenten Daniel Barenboim gegründete,
staatlich anerkannte Musikhochschule in Berlin vorwiegend für Studierende aus Israel, den palästinensischen
Gebieten und der gesamten MENA-Region. Sie folgt der Idee von Daniel Barenboim und seinem
palästinensischen Freund und Literaturwissenschaftler Edward Said, dass die Musik Kommunikation auch über politische
und religiöse Unterschiede möglich macht. Die BSA gehört damit seit ihrer Gründung zu den visionären
Modellen für ein friedliches Miteinander von Juden und Muslimen und genießt dafür weltweit hohes Ansehen.
Neben der musikalischen Ausbildung erhalten die Studierenden auch eine umfassende
humanistischgeisteswissenschaftliche Bildung. Musikalische Außenwirkung erlangt die BSA einerseits über regelmäßige
Konzerte der Studierenden im Pierre-Boulez-Saal und durch die internationalen Konzerte des West-Eastern-
Divan Orchestra, das neben den aktuellen Studierenden auch Alumni und weitere langjährig mitwirkende
israelische und arabische Musikerinnen und Musiker vereint. Die BSA ist zudem durch eine Vielzahl von Vorträgen,
Symposien und anderen Veranstaltungen ein lebendiger Ort für künstlerischen und intellektuellen Austausch,
für internationale Begegnungen und Debatten. BKM fördert die Akademie seit 2017 institutionell. Das AA
unterstützt die Studierenden der Akademie mit einem Stipendienprogramm und fördert gleichzeitig die
angegliederte Musikschule in Ramallah, die Nachwuchs aus den Palästinensischen Gebieten auf hohem Niveau
ausbildet.
AusbildungWeltweit
Als einziges Bundesprogramm fördert die BMBFSFJ-Initiative AusbildungWeltweit die internationale Mobilität
in der Berufsbildung. Komplementär zu Erasmus+ ermöglicht AusbildungWeltweit angehenden Fachkräften
den Erwerb internationaler Berufskompetenzen in außereuropäischen Regionen. Damit leistet das Programm
einen Beitrag zur Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Programmübergreifende
Unterstützung zur Internationalisierung der Berufsausbildung bietet der „Beratungsservice für Auslandsaufenthalte in
der Ausbildung“ im Auftrag des BMBFSFJ. Alle Angebote zur Förderung der internationalen Mobilität in der
Berufsbildung werden von der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB)
umgesetzt.
Casa di Goethe
Die Casa di Goethe ist Deutschlands einziges Museum im Ausland. Sie befindet sich in den Räumen der
deutschen Künstler-Wohngemeinschaft, in der Goethe in Rom lebte, und setzt sich in seiner Dauerausstellung mit
Goethes italienischer Reise, seinem Wirken und seiner Rezeption in Italien in vielen Kunst- und Kulturformaten
auseinander. Breitgefächerte Sonderausstellungen und Veranstaltungen beschäftigen sich besonders mit dem
deutsch-italienischen und europäischen Kulturaustausch. Die Casa di Goethe dient der Pflege und
Fortentwicklung deutscher Kultur-, Wissenschafts- und Forschungstradition und erschließt neues Publikum für deutsche
Kultur.
Centre Marc Bloch
Das Centre Marc Bloch e. V. ist ein deutsch-französisches Forschungszentrum für Geistes- und
Sozialwissenschaften und ist als „An-Institut“ eng mit der Humboldt-Universität zu Berlin verbunden. Es betreibt mit circa
176 Mitarbeitenden interdisziplinär ausgerichtete Forschung und Nachwuchsförderung. Im Zentrum steht dabei
der Austausch zwischen deutscher und französischer Wissenschaftskultur unter Konkretisierung europäischer
und globaler Zusammenarbeit in verstetigten Formen. Finanziert wird das CMB paritätisch deutsch-französisch
durch das BMFTR, das französische Außen- und Forschungsministerium sowie das CNRS (nationales
Forschungszentrum).
Deutsche Akademie Rom Villa Massimo und Deutsche Akademie Rom Casa Baldi
Der Rompreis der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo ist die bedeutendste Auszeichnung für deutsche
Künstlerinnen und Künstler im Ausland. In der Villa Massimo stehen den Preisträgerinnen und Preisträgern
großzügige Wohn-Ateliers in einem weit angelegten Park zur Verfügung, es finden zahlreiche öffentliche
Veranstaltungen statt. Seit 2008 existiert zudem das Praxisstipendium. Damit verbunden ist ein siebenwöchiger
Aufenthalt für Personen aus den angewandten Bereichen des künstlerischen Schaffens. Die Deutsche Akademie
Rom Casa Baldi hat ihren Sitz in Olevano Romano etwa eine Stunde von Rom entfernt und beherbergt zwei
Stipendiatinnen und Stipendiaten für jeweils drei Monate. Die Deutsche Akademie Rom verwaltet zudem auch
die Villa Serpentara, die der Berliner Akademie der Künste zugeordnet ist. Das Haus, in dem eine Stipendiatin
bzw. ein Stipendiat für drei Monate aufgenommen wird, befindet sich ebenfalls in Olevano Romano.
Deutscher Akademische Austauschdienst (DAAD)
Der DAAD vertritt als Verein der deutschen Hochschulen und Studierendenschaften rund 250 Hochschulen und
über 100 Studierendenschaften. Er fördert die Internationalisierung von Wissenschaft und Hochschulen,
gestaltet den Austausch zwischen Hochschulen und Politik und unterstützt die internationale akademische
Zusammenarbeit. Weltweit ist der DAAD mit über 50 Auslandsbüros vertreten und hat seit 1925 mehr als drei
Millionen Akademikerinnen und Akademiker gefördert. Zu den über 460.000 Alumni zählen 23
Nobelpreisträgerinnen und -träger. Die Förderprogramme des DAAD reichen von Auslandssemestern für junge Studierende bis hin
zum Promotionsstudium, vom Praktikum bis hin zur Gastdozentur, vom Informationsbesuch bis hin zum
Aufbau von Hochschulen im Ausland. Als Nationale Agentur setzt der DAAD zudem das EU-Programm Erasmus+
um und realisiert internationale Projekte im Auftrag der EU.
Deutsche Akademische Flüchtlingsinitiative Albert Einstein des UNHCR (DAFI)
Mit der Deutschen Akademischen Flüchtlingsinitiative Albert Einstein des UNHCR (DAFI) finanziert das AA
ein Sur-Place-Stipendienprogramm, das anerkannten Geflüchteten das Studium an einer Hochschule in ihrem
Aufnahmeland ermöglicht. Seit Gründung des Programms im Jahr 1992 haben rund 27.000 Flüchtlinge dank
DAFI Zugang zu Hochschulausbildung erhalten.
Deutsch-Amerikanische Fulbright-Kommission
Die Deutsch-Amerikanische Fulbright-Kommission (Fulbright Germany) ist eine bi-nationale Institution mit
Sitz in Berlin, die vom AA und vom US-Außenministerium gemeinsam getragen wird und vom BMFTR
weitere Mittel erhält. Sie ermöglicht den akademischen und kulturellen Austausch zwischen den USA und
Deutschland. Fulbright Germany vergibt jährlich fast 700 Stipendien und Reisestipendien für Studien-, Forschungs-,
Lehr- und Weiterbildungsaufenthalte in den USA und Deutschland. Seit 1952 haben über 40.000 deutsche und
US-amerikanische Fulbright-Stipendiaten und Stipendiatinnen einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der
transatlantischen Beziehungen geleistet.
Deutsches Archäologisches Institut (DAI)
Das 1829 in Rom als „Instituto di corrispondenza archeologica“ gegründete Forschungsinstitut ist eine
nachgeordnete Behörde im Geschäftsbereich des AAs. Heute ist das Deutsche Archäologische Institut (DAI) mit seiner
Zentrale in Berlin, drei Kommissionen, sieben Abteilungen und vier Außenstellen sowie zahlreichen
Forschungsstellen im In- und Ausland präsent. Das DAI ist die größte Forschungseinrichtung seiner Art in
Deutschland und eine der bedeutendsten weltweit. Zu den Aufgaben des DAI zählen Kulturerhalt und Schutz des
kulturellen Erbes sowie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und des internationalen
wissenschaftlichen Austauschs. Damit schafft das DAI eine wichtige Grundlage für den Dialog zwischen Kulturen und für die
internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit. Das DAI fördert und beteiligt sich an internationalen
Studiengängen und bildet in seinen Forschungsprojekten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus.
Mit dem Projekt KulturGutRetter, einem Mechanismus für die schnelle Hilfe zum Schutz und Erhalt von
Kulturerbe in Krisensituationen weltweit, hilft das DAI mit Teams von Fachleuten aus Deutschland im Rahmen der
internationalen Katastrophenhilfe und auf Bitte eines betroffenen Landes vor Ort bei der
Schadensdokumentation und -bewertung sowie der Durchführung von Notmaßnahmen am gebauten Erbe sowie für mobiles Erbe wie
Sammlungen, Bibliotheken oder Archive. Das DAI stellt der internationalen Fachwelt bedeutende analoge und
digitale Forschungsinfrastrukturen zur Verfügung. Mit der digitalen Plattform iDAI.world wurde ein
umfangreiches Portal für digitales archäologisches Wissen aufgebaut. Schließlich ist das DAI wichtiger Partner der
internationalen Wissenschaftslandschaft und der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Es steht für
wissenschaftliche Exzellenz, aber auch für ganz konkrete Vertrauensarbeit gegenüber Regierungen und den Menschen vor
Ort.
Deutsche Auslandsgesellschaft (DAG)
Die wesentliche Aufgabe der Deutschen Auslandsgesellschaft e. V. (DAG) in Lübeck liegt in der Organisation
und Durchführung von Fortbildungsmaßnahmen für Deutschlehrkräfte sowie in der Bereitstellung von
Angeboten für Studierende mit der Berufsperspektive Deutschlehrkraft aus Belarus, Dänemark, Estland, Färöer,
Finnland, Island, Lettland, Litauen, Norwegen, Polen, Russland und Schweden. In Kooperation mit der Universität
Kiel wird die DAG die Internationale Tagung der Deutschlehrenden 2025 in Lübeck ausrichten.
Deutsche Auslandsschulen
Die Deutschen Auslandsschulen sind Orte der Begegnung und des interkulturellen Dialogs. An den derzeit
135 Deutschen Auslandsschulen auf 5 Kontinenten lernen rund 82.000 Schülerinnen und Schüler, davon etwa
zwei Drittel Kinder nichtdeutscher Herkunft. Die Schulen werden von privaten Trägervereinen geführt und von
der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen betreut. Zum weltweiten Schulnetzwerk der Initiative „Schulen:
Partner der Zukunft“ (PASCH) mit über 2.000 Schulen im Ausland gehören außerdem Schulen, die das
Deutsche Sprachdiplom anbieten, sowie die Deutsch-Profil-Schulen mit besonders ausgeprägtem Deutschunterricht
und die vom Goethe-Institut geförderten Fit-Schulen.
Deutsch-Französische Hochschule
Die Deutsch-Französische Hochschule wird von den Regierungen Frankreichs und Deutschland getragen und
paritätisch von beiden Ländern finanziert. Die DFH ist ein Netzwerk von 210 Hochschuleinrichtungen aus
Deutschland und Frankreich, die insgesamt 199 integrierte binationale und trinationale Studiengänge anbieten.
Aktuell sind rund 6.000 Studierende eingeschrieben.
Deutsch-Hebräischer Übersetzerpreis
Der Deutsch-Hebräische Übersetzerpreis würdigt die besondere Rolle der Literaturübersetzerinnen und -übersetzer
bei der Vermittlung deutscher und israelischer Literatur und Kultur.
Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG)
Die Deutsch-Israelische Gesellschaft e. V. (DIG) ist mit rund 10.000 Mitgliedern eine der größten bilateralen
zivilgesellschaftlichen Vereinigungen in Deutschland zur Stärkung der bilateralen Beziehungen zwischen
Deutschland und Israel. Das AA fördert die DIG sowohl institutionell als auch projektbezogen. Dadurch wird
ein breites Spektrum an Projekten zur Vertiefung deutsch-israelischer Beziehungen ermöglicht.
Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung (DPWS)
Die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung DPWS mit Sitz in Frankfurt (Oder) wird seit 2008 gemeinsam
vom Bund, dem Land Brandenburg und der Republik Polen getragen. Die Stiftung wurde ins Leben gerufen, um
die Wissenschaft und Völkerverständigung zu fördern. Durch die Förderung wissenschaftlicher Vorhaben trägt
sie dazu bei, Grundlagen und Erkenntnisse zu erschließen, die das gegenseitige Verstehen und Verständnis
zwischen Deutschen und Polen fördern. Die DPWS unterstützt innovative Projekte in beiden Ländern und neue
Modelle der Zusammenarbeit. Sie fördert deutsch-polnische Kooperationsvorhaben im Bereich der Geistes-,
Kultur-, Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Über 500 Projekte mit einem Fördervolumen von rund
16 Mio. Euro hat die Stiftung bis dato gefördert.
Deutsches Studienzentrum in Venedig (DSZV)
Das Deutsche Studienzentrum in Venedig ist eine interdisziplinäre Einrichtung, die wissenschaftliche Arbeiten
sowie künstlerische Projekte zur Geschichte und Kultur Venedigs fördert. Es vergibt Stipendien an
Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, deren Vorhaben Bezüge zu Venedig aufweisen, sowie an
Kunstschaffende verschiedener Sparten. Das Jahresprogramm umfasst internationale Tagungen, Vorträge,
Konzerte und weitere kulturelle Veranstaltungen. Einmal jährlich veranstaltet das Deutsche Studienzentrum einen
interdisziplinären Studienkurs. Das DSZV ist Herausgeber von drei wissenschaftlichen Buchreihen. Die
wissenschaftlichen und künstlerischen Aktivitäten des Deutschen Studienzentrums in Venedig werden neben BKM
durch die Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung und die Dr. Christiane Hackerodt Kunst- und
Kulturstiftung gefördert.
Deutsche UNESCO-Kommission (DUK)
Die UNESCO hat als einzige unter den UN-Sonderorganisationen nach ihrer Verfassung Nationalkommissionen
in jedem Mitgliedstaat. Die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) ist damit Deutschlands Mittlerorganisation
für die Zusammenarbeit mit der UNESCO in Bildung, Wissenschaft, Kultur und Medienpolitik. Sie berät die
Bundesregierung, den Deutschen Bundestag und alle anderen zuständigen Stellen in allen Fragen, die sich aus
der Mitgliedschaft Deutschlands in der UNESCO ergeben, und wirkt aktiv an der Mitarbeit Deutschlands in der
UNESCO mit. Sie unterstützt und koordiniert die Umsetzung der Ziele und Programme der UNESCO in
Deutschland. Die internationale Zusammenarbeit fördert sie insbesondere im Rahmen des weltweiten Netzwerks
von UNESCO- Nationalkommissionen; aktuelle Schwerpunkte ihrer Arbeit betreffen u. a. den Austausch mit
der Ukraine unter den UNESCO-Projektschulen sowie die „Fair Culture“ Initiative.
Deutsche Welle (DW)
Die DW ist Deutschlands öffentlich-rechtlicher Auslandssender. Ihre Organisation und ihr Auftrag sind im
Deutsche-Welle-Gesetz geregelt, das der DW eine unabhängige Berichterstattung sichert. Auf der Grundlage
freiheitlich demokratischer Werte, die Deutschland repräsentieren, stellt die DW Informationsangebote in
32 Sprachen bereit, und erreicht wöchentlich rund 337 Millionen Personen weltweit.
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste (DZK)
Das von Bund, Ländern und Kommunen 2015 errichtete Deutsche Zentrum Kulturgutverluste (DZK) ist
national und international der zentrale Ansprechpartner und Akteur zu Fragen der Umsetzung der Washingtoner
Prinzipien in Deutschland. Neben dieser Hauptaufgabe der Aufarbeitung des nationalsozialistischen
Kulturgutraubs zählen kriegsbedingt verbrachte Kulturgüter sowie Kulturgutverluste in der sowjetischen
Besatzungszone und der DDR wie auch Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten zu den Handlungsfeldern des Zentrums.
Das mit BKM-Mitteln ausgestattete Zentrum bietet finanzielle Unterstützung für Provenienzforschungsprojekte,
die kulturgutbewahrenden Einrichtungen wie Museen, Bibliotheken und Archive in ihren Beständen
durchführen. Auch Privatpersonen werden gefördert. Liegt ihr Hauptwohnsitz außerhalb Deutschlands, können sie für die
Suche nach NS-Raubgut in Kooperation mit einem inländischen Partner Förderungen erhalten. Zur Umsetzung
der Washingtoner Prinzipien und zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten siehe oben 2.3.4
Rückführung von Kulturgütern.
Franz-Hessel-Preis
Der deutsch-französische Franz-Hessel-Preis für zeitgenössische Literatur wird seit 2010 an einen deutsch- und
einen französischsprachigen Autor oder eine Autorin verliehen. Ziel ist die Vertiefung des literarischen Dialogs
zwischen Deutschland und Frankreich und die Förderung zeitgenössischer Autorinnen und Autoren, die im
Nachbarland noch nicht bekannt und in der Regel auch noch nicht übersetzt sind. Trägerorganisation ist die von
der BKM geförderte Stiftung Genshagen, deren besondere Aufmerksamkeit den deutsch-französischen und den
deutsch-polnischen Beziehungen sowie dem Weimarer Dreieck gilt.
Europäisches Hochschulinstitut (EHI)
Das Europäische Hochschulinstitut (engl. European University Institute) mit Sitz in Fiesole gehört zu den
weltweit führenden Forschungsinstituten und Hochschuleinrichtungen im Bereich der Rechts-, Wirtschafts-, Politik-
und Geschichtswissenschaften. Seit der Einrichtung des Hochschulinstituts 1972 durch die sechs
Gründungsmitglieder der Europäischen Gemeinschaften, darunter die Bundesrepublik Deutschland, hat sich das EHI einen
einzigartigen und exzellenten Ruf als Europas Zentrum für sozialwissenschaftliche Forschung und
Doktorandenausbildung erworben. Aktuell sind 23 EU-Länder Mitglieder des EHI. Das BMFTR vertritt Deutschland
in den Leitungsgremien und finanziert aus seinem Haushalt den deutschen Anteil für das EHI.
Gesellschaft für deutsche Sprache e. V. (GfdS)
Die Gesellschaft für deutsche Sprache e. V. (GfdS) mit Sitz in Wiesbaden wurde im Jahr 1947 gegründet und ist
eine politisch unabhängige Vereinigung zur Pflege und Erforschung der deutschen Sprache. Mit über 100
ehrenamtlich geleiteten Zweigvereinen im In- und Ausland leistet die GfdS einen wichtigen Beitrag zur
Sprachkultur und -vermittlung. In der deutschen Öffentlichkeit ist die Einrichtung durch die Auswahl der Wörter des
Jahres und die jährliche Statistik der beliebtesten Vornamen bekannt. Die GfdS wird institutionell von den
Ländern und aus dem Haushalt des BKM gefördert.
German-Israeli Foundation (GIF)
Die Deutsch-Israelische Stiftung für Wissenschaftliche Forschung und Entwicklung unterstützt gemeinsame
Forschungsprojekte deutscher und israelischer Forscherinnen und Forscher und fördert über ihr
Nachwuchsprogramm auch junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und deren Vernetzung. Sie wurde 1986 durch
bilateralen Vertrag zwischen Israel und Deutschland gegründet und paritätisch finanziert. 16 Nobelpreisträger
beziehungsweise Nobelpreisträgerinnen erhielten eine Förderung durch die GIF.
Goethe-Institut (GI)
Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Es setzt sich für den
internationalen Kulturaustausch ein, fördert den Zugang zur deutschen Sprache und unterstützt die freie
Entfaltung von Kultur und Wissenschaft. 154 Institute in 98 Ländern bilden zusammen mit zahlreichen
Partnereinrichtungen ein globales Netzwerk. Das GI wird vom AA institutionell gefördert, agiert als eingetragener Verein
eigenverantwortlich, parteipolitisch ungebunden und rechtlich selbstständig.
Hannah-Arendt-Initiative
Die HAI ist ein Schutz- und Unterstützungsprogramm für bedrohte Medienschaffenden in Krisen- und
Konfliktregionen. Die HAI wird gemeinsam getragen vom AA und BKM und von zivilgesellschaftlichen Organisationen
(Netzwerkpartnern) in eigener Verantwortung umgesetzt. Wichtigste Netzwerkpartner der Hannah Arendt
Initiative sind derzeit: „Media in Cooperation and Transition (MiCT)“, „European Centre for Press and Media
Freedom (ECPMF)“ und „DW Akademie“ für die Auslandslinie sowie der „JX Fund – European Fund for
Journalism in Exile“ für die Inlandslinie. Eine Koordinierungsstelle tritt gegenüber der Öffentlichkeit als
Ansprechpartner auf, koordiniert die im Netzwerk vorhandene Expertise und betreibt die Website www.hannah-arendt-
initiative.de
Haus der Kulturen der Welt (HKW)
Das Haus der Kulturen der Welt ist ein Geschäftsbereich der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin
GmbH, deren Alleingesellschafterin die Bundesrepublik Deutschland ist. Seit 1989 ist das Haus der Kulturen
der Welt in der ehemaligen Kongresshalle in Berlin ein kosmopolitischer Ort für die internationalen
zeitgenössischen Künste und ein Forum für aktuelle Entwicklungen und Diskurse, in dem sich Wissenschaft und Kunst
verbinden. Die Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH wird institutionell aus dem BKM-Haushalt
finanziert.
Institut für Auslandsbeziehungen (ifa)
Das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) ist eine zentrale deutsche Institution für internationale
Kulturbeziehungen und Auswärtige Kulturpolitik. Seit mehr als 100 Jahren fördert es internationalen Austausch durch
kulturelle Projekte, Kunstausstellungen und Programme, die Verständnis, Vertrauen und offene, demokratische
Gesellschaften stärken. Mit inter-/nationalen Partnerinnen und Partnern setzt sich das ifa für Freiheit in Kunst
und Wissenschaft sowie für Meinungsfreiheit, für Demokratie, Menschenrechte, zivile Konfliktbearbeitung,
Kunstaustausch und Forschung ein.
Das ifa spielt seit 1971 eine entscheidende Rolle bei der Positionierung des deutschen Pavillons auf der
Kunstbiennale in Venedig und übernahm 2024 die Gesamtverantwortung. Ifa-Ausstellungsprojekte tragen dazu bei,
Kunst aus Deutschland international und in peripheren Räumen sichtbarer zu machen. Sieben ifa-
Förderprogramme unterstützen zivilgesellschaftliche und künstlerische Akteure sowie Organisationen in ihrem
Engagement für Menschenrechte, Frieden und offene Gesellschaften weltweit. Die Elisabeth-Selbert-Initiative
(ESI) bietet gefährdeten Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidigern Schutz und Unterstützung in
Deutschland und an sicheren Orten in der Herkunftsregion. Die Martin-Roth-Initiative (MRI), wird vom ifa und
Goethe-Institut umgesetzt und unterstützt bedrohte Kunst- und Kulturschaffende, die sich für Kunstfreiheit,
Demokratie und Menschenrechte einsetzen. Mit der Förderung der deutschen Minderheiten in Ländern des
östlichen Europas und Zentralasiens stärkt das ifa gezielt die dortigen demokratischen Zivilgesellschaften sowie
die Beziehungen Deutschlands und Europas zu dieser Region. Es entsendet Kulturmanagerinnen und -manager
sowie Redakteurinnen und Redakteure und fördert mit Projekten wie jährlich stattfindenden internationalen
Sommercamps das länderübergreifende Verständnis junger Menschen füreinander und ermöglicht den
Austausch in deutscher Sprache. Das Förderprogramm zivik des ifa unterstützt zivile Akteure bei der
Krisenprävention, Konfliktbewältigung und Friedensförderung durch Beratung und finanzielle Förderung. Das Programm
richtet sich an lokale und internationale NGOs in Krisen- und Konfliktregionen und fördert den Austausch und
die Vernetzung ziviler Akteure. Das CrossCulture Programm des ifa bietet Stipendien für berufsbezogene
Aufenthalte von Berufstätigen und ehrenamtlich Engagierten aus über 40 Ländern aus den Bereichen Kultur,
Bildung, Menschenrechte, Wissenschaft und Medien. Die Kunstförderprogramme des ifa unterstützen
internationale Biennalen, Ausstellungsprojekte zu gesellschaftlichen Fragestellungen sowie Mobilität und Zusammenarbeit
von Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland und aus ODA-Rezipientenländern. Das dreisprachige Online-
Portal Qantara.de, das seit 2024 vom ifa umgesetzt wird, wurde in der Folge der Terroranschläge vom 11.
September 2001 ins Leben gerufen und veröffentlicht fundierte journalistische Artikel zu Kultur, Politik und
Gesellschaft auf Deutsch, Englisch und Arabisch. Es trägt dazu bei, die Verständigung zwischen Gesellschaften in
Europa und islamisch geprägten Regionen in Westasien und Nordafrika zu stärken, Vorurteilen
entgegenzuwirken und neue Denkansätze in Debatten einzubringen. Das ifa-Forschungsprogramm gibt wissenschaftliche
Studien in Auftrag, die aktuelle Fragen an der Schnittstelle von Kultur und Außen- und Sicherheitspolitik sowie zu
Soft Power erforschen.
Kulturakademie Tarabya
Die Kulturakademie Tarabya wurde 2011 auf Initiative des Bundestags vom AA in Istanbul auf dem Gelände
der historischen Sommerresidenz des Deutschen Botschafters in der Türkei als Residenzprogramm für
Kulturschaffende gegründet. Das Gelände war 1880 ein Geschenk des osmanischen Sultans Abdülhamid II. an
Deutsches Reich zur diplomatischen Nutzung. Die Kulturakademie feierte 2021 ihr 10-jähriges Bestehen mit einem
Festakt in Berlin und mit über 40 Veranstaltungen in Deutschland. Bis 2025 haben über 200 Stipendiatinnen
und Stipendiaten in Tarabya ihre Projekte entwickelt und umgesetzt.
Mazzucchetti-Gschwend-Übersetzungspreis
Der Mazzucchetti-Gschwend-Übersetzungspreis wird alle zwei Jahre alternierend in Italien und Deutschland
vergeben und zeichnet herausragende deutsch-italienische Übersetzungskunst aus.
Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland (MWS)
Die Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland ist die einzige Einrichtung
der Bundesrepublik, die Grundlagenforschung ausschließlich im Ausland betreibt. Sie unterhält weltweit zehn
Institute sowie weitere Forschungsgruppen und Büros. Die Auslandsinstitute stehen in einem engen und
intensiven Austausch mit Wissenschaft und Gesellschaft ihrer Gastgeberländer und betreiben vielfältige
Kooperationen vor Ort. Zu den wichtigsten Kooperationspartnern gehören Universitäten, Forschungsinstitute und
internationale Netzwerke.
2024 schloss der Stiftungsrat das Deutsche Historische Institut in Moskau. Nach dem Überfall Russlands auf die
Ukraine 2022 waren Kooperationen und Veranstaltungen vor Ort bereits eingestellt worden. Seit 2023 baut die
MWS schrittweise das Max Weber Netzwerk Osteuropa auf, das mit den Standorten Helsinki/Finnland,
Vilnius/Litauen und Tbilissi/Georgien die ganze Region in den Blick nimmt.
Pädagogischer Austauschdienst der Kultusministerkonferenz (PAD)
Der Pädagogische Austauschdienst (PAD) ist im Auftrag der Länder für den internationalen Austausch und die
internationale Zusammenarbeit im Schulbereich tätig und bildet eine Abteilung im Sekretariat der Ständigen
Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK). Seine Programme richten
sich an Schülerinnen und Schülern, Lehrkräfte, angehende Lehrkräfte sowie Schulen in Deutschland und im
Ausland. Als Partner des AAs fördert der PAD jährlich mehr als 16.000 Teilnehmende und ist Teil der Initiative
„Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH). Als nationale Agentur für Erasmus+ Schulbildung ist der PAD für
europäische Programme im Bereich der Schulbildung verantwortlich.
Politische Stiftungen
Die sechs parteinahen politischen Stiftungen Friedrich-Ebert-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung, Heinrich-
Böll-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Hanns-Seidel-Stiftung und Rosa-Luxemburg-
Stiftung sind Partner des AAs im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Ihre
Begabtenförderung ausländischer Stipendiatinnen und Stipendiaten (Studierende, Graduierte, Promovierende sowie
Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern) unterstützt das AA durch Mittel für Stipendien und damit
zusammenhängende Maßnahmen. Das Netzwerk der Alumni der politischen Stiftungen umfasst wichtige
Ansprechpartnerinnen und -partner sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die Deutschland oft auch nach
der Rückkehr in ihre Heimatländer verbunden bleiben.
Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum (DIZF)
Das von Deutschland und Israel gemeinsam gegründete Deutsch-Israelische Zukunftsforum (DIZF) hat die
Aufgabe, durch zukunftsbezogene Projektförderungen engagierte junge Erwachsene aus allen Teilen der
Gesellschaft für die deutsch-israelischen Beziehungen zu gewinnen. Dabei geht es bewusst auch um zeitgenössische
Themen aus der konkreten Lebenswelt junger Menschen, bei denen Deutsche und Israelis nach innovativen
Herangehensweisen suchen können. Das DIZF organisiert jährlich den vom AA gestifteten und vom
Bundesminister des Auswärtigen verliehenen Shimon-Peres-Preis.
Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)
Die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) ist Ausdruck einer gesamtgesellschaftlichen
Verantwortung für das in der Zeit des Nationalsozialismus begangene Unrecht. Stiftungszweck waren bis 2007 die
individuellen humanitären Zahlungen an ehemalige Zwangsarbeitende sowie andere Opfer des
Nationalsozialismus. Seit Abschluss dieser Zahlungen engagiert sich die Stiftung in der dauerhaften Förderung von Projekten,
die der Völkerverständigung, den Interessen der Überlebenden des NS-Regimes, dem Jugendaustausch, der
sozialen Gerechtigkeit, der Erinnerung an die Bedrohung durch totalitäre Systeme und Gewaltherrschaft und der
internationalen Zusammenarbeit auf humanitärem Gebiet dienen. Bis 2006 konnte die Stiftung 4,37 Mrd. Euro
an ehemalige Zwangsarbeitende sowie andere Opfer auszahlen. Nach Abzug von Verwaltungs- und
Anlagekosten verbleiben aus den jährlichen Erträgen je nach Kapitalmarktlage über acht Mio. Euro als Fördermittel. 2024
wurden 146 Projekte im Umfang von 8,80 Millionen Euro aus Eigenmitteln umgesetzt. Hinzu kommen
Drittmittel und Spenden im Umfang von 17,00 Mio. Euro.
Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung (SFVV)
Im Geiste der Versöhnung soll die Stiftung die Erinnerung und das Gedenken an Flucht und Vertreibung im
20. Jahrhundert im Kontext des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Expansions- und
Vernichtungspolitik und ihrer Folgen wachhalten. Das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung
versteht sich als deutschlandweit einzigartiger, gesamteuropäisch verankerter und international sichtbarer Lern- und
Erinnerungsort. Die ständige Ausstellung befasst sich mit politisch, ethnisch und religiös begründeten
Zwangsmigrationen im 20. Jahrhundert in Europa und darüber hinaus. Ein Schwerpunkt ist die Flucht und Vertreibung
der Deutschen im europäischen Kontext der Geschichte des Zweiten Weltkrieges. Im Oktober 2024 erschien der
Katalog zur Ständigen Ausstellung im Dresdner Sandstein-Verlag. Im Jahr 2024 gingen aus einer Kooperation
mit dem UNHCR Deutschland zwei Sonderausstellungen hervor, insbesondere die Schau „Becoming Who You
are – Studium trotz Flucht“, welche einen Red Dot Award erhielt. Außerdem zeigte das
Dokumentationszentrum auf Einladung des Bundesinnenministeriums am Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung im
Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin ausgewählte Objekte ihrer Sammlung. Flucht und Vertreibung war
Gegenstand unterschiedlichster Angebote, z. B. eine Galerie-Ausstellung über das Tagebuch eines Schlesiers,
der 1945 in sowjetischer Zwangsarbeit im Donbass starb, eine Lesung aus Familienbriefen aus dem dänischen
Flüchtlingslager Oksböl oder ein Vortrag über die Umsiedlung der Deutschbalten in den sogenannten
Warthegau. Aber auch europäische Kontexte wurden aufgezeigt, etwa mit dem neuen Dokumentarfilm „My
Fathers Diaries von Ado Hasanović“ über den Völkermord von Srebrenica oder einer Galerie-Ausstellung über
die Situation von Flüchtlingen an den Rändern der Europäischen Union. Die Zusammenarbeit mit deutschen
und internationalen Museen und Forschungseinrichtungen spielt weiterhin eine wichtige Rolle. Die Stiftung
wird durch die BKM institutionell gefördert.
Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK)
Die Bund-Länder-geförderte Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist mit ihren herausragenden Museen,
Bibliotheken, Archiven und Forschungsinstitutionen eine zunehmend wichtige Akteurin der auswärtigen Kultur- und
Wissenschaftspolitik. Die SPK engagiert sich unter anderem aktiv im internationalen Kulturgutschutz. Die SPK
untersteht der Rechtsaufsicht des BKM.
Stiftungsfonds Martin-Buber-Gesellschaft (SFMB)
Der Stiftungsfonds Martin-Buber-Gesellschaft fördert herausragende Nachwuchswissenschaftler und
Nachwuchswissenschaftlerinnen in den Geistes- und Sozialwissenschaften bei der Durchführung von
Forschungsvorhaben an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Der SFMB nimmt eine besondere Rolle in der bilateralen
Zusammenarbeit ein, da sie den interdisziplinären und interkulturellen Dialog durch die Unterstützung von
Teilnehmenden aus Deutschland und Israel im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsaufenthaltes fördert.
Villa Aurora und Thomas-Mann House
Der Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. mit Sitz in Berlin fördert den deutsch-amerikanischen
Kulturaustausch. Die Villa Aurora, das ehemalige Wohnhaus von Lion und Marta Feuchtwanger in Los Angeles, dient
als Künstlerresidenz und Ort der Kulturbegegnung. Über ein Stipendienprogramm wird jährlich 12 bis
14 Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland ein mehrmonatiger Aufenthalt in der Villa Aurora ermöglicht,
um an Projekten aus den Sparten Bildende Kunst, Performance, Komposition, Film oder Literatur zu arbeiten.
Die Arbeit des bisherigen Villa Aurora e. V. wurde mit dem Ankauf des ehemaligen Wohnhauses von Thomas
und Katia Mann in Los Angeles ausgeweitet. Transatlantische Vordenker und Intellektuelle erhalten mit einem
Thomas Mann Fellowship die Gelegenheit, zu den großen Fragen unserer Zeit Stellung zu beziehen, sich mit
Institutionen und Persönlichkeiten in Los Angeles und darüber hinaus zu vernetzen und auszutauschen. Beide
Häuser halten die Erinnerung an Künstlerinnen und Künstlern und Intellektuelle wach, die in Kalifornien
Zuflucht vor NS-Verfolgung fanden und bedeutenden Einfluss auf das Kulturleben der Westküste der USA hatten.
Daneben hat der Verein ein umfangreiches digitales Programm mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten
umgesetzt und seine Öffentlichkeitsarbeit mit Ausstellungen, Konzerten, Lesungen, Filmvorführungen und
Dokumentationen erweitert. Der Villa Aurora & Thomas Mann House e. V. wird vom AA institutionell gefördert, die
Geschäftsstelle in Berlin wird von BKM im Rahmen einer Projektförderung finanziert. Darüber hinaus erhält
VATMH e. V. Mittel von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Berlin,
Medienboard Berlin Brandenburg, Musicboard Berlin, der Studienstiftung des deutschen Volkes, der Kunststiftung
Sachsen-Anhalt sowie dem Kunstsalon Köln.
Villa Romana Florenz
Der Villa Romana-Preis gilt als ältester deutscher Kunstpreis. Seit 1905 wird er jährlich an vier (in den
Anfängen an drei) junge Künstlerinnen und Künstler verliehen. Er ist mit einem mehrmonatigen Arbeitsaufenthalt im
Künstlerhaus Villa Romana, einem freien Atelier sowie einem monatlichen Stipendium verbunden. Seine
Bestimmung ist es, herausragenden jungen Künstlerinnen und Künstlern die Gelegenheit zu geben, sich während
eines längeren Aufenthalts in Florenz auf die Entwicklung ihres Werks zu konzentrieren. Neben der Förderung
durch BKM wird die Villa Romana durch die Deutsche Bank Stiftung, die Brigitte und Arend Oetker Stiftung,
das Kunsthistorische Institut in Florenz – Max-Planck-Institut und die Diener-Stiftung gefördert.
Villa Vigoni e. V.
Die Liegenschaft der Villa Vigoni wurde 1983 der Bundesrepublik Deutschland unter der Bedingung vererbt,
der Völkerverständigung zwischen Deutschland und Italien zu dienen. Seit 1986 kommt das deutsch-italienische
Zentrum für den Europäischen Dialog (Villa Vigoni e. V.) dem testamentarischen Willen mit der Förderung der
deutsch-italienischen Beziehungen in Bildung, Kultur, Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft nach.
Trägerministerien des bi-nationalen Vereins sind das BMFTR und das italienische Ministerium für auswärtige
Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit (MAECI). Die Villa Vigoni e. V. organisiert Seminare,
Konferenzen und Veranstaltungen über die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft. Sie beteiligt sich an
Forschungsprojekten, trägt aber auch zur breiten öffentlichen Debatte von politischen und wissenschaftlichen
Themen in den Zivilgesellschaften Deutschlands und Italiens bei.
Writers in Exile
Über das PEN-Zentrum Deutschland bietet das Programm „Writers in Exile“ bis zu 15 in ihren Heimatländern
bedrohten Schriftstellerinnen und Schriftstellern sowie Journalistinnen und Journalisten durch ein Stipendium
vorübergehend ein sicheres Zuhause und die Möglichkeit, geschützt vor Bedrohungen und Repressalien in
Deutschland leben und arbeiten zu können.
Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA)
Die ZfA, eine Abteilung des Bundesamts für Auswärtige Angelegenheiten, betreut von Bonn und Berlin aus
sowie vor Ort mit Fachberatungen für Deutsch als Fremdsprache die schulische Arbeit im Ausland. Dazu
zählten die 135 Deutschen Auslandsschulen, 1.088 Schulen in den nationalen Bildungssystemen, die das Deutsche
Sprachdiplom anbieten sowie 27 Deutsch-Profil-Schulen mit einem verstärkten Deutschprofil. Alle von der ZfA
betreuten Schulen führen zu Schul- oder Sprachabschlüssen, welche zum sprachlichen Hochschulzugang, zum
direkten Hochschulzugang bzw. zum Studienkollegbesuch in Deutschland berechtigen. Rund 1.800 von der ZfA
vermittelte Lehrkräfte sind in unterschiedlichen Funktionen an diesen Einrichtungen tätig.
Abkürzungsverzeichnis
AA Auswärtiges Amt
ACG American Council on Germany
ADIR Arbeitskreis deutscher internationaler Residenzprogramme
AGYA Arab German Young Academy
AHK Auslandshandelskammer
AIMS African Institutes for Mathematical Science
AKBP Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik
AvH Alexander von Humboldt-Stiftung
BDI Bundesverband der Deutschen Industrie
BfAA Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten
BIBB Bundesinstitut für Berufsbildung
BKM Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
BKP Berliner Künstlerprogramm
BMFTR Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
BMLEH Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
BMBFSFJ Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
BMI Bundesministerium des Innern
BMUKN Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
BMVg Bundesministerium der Verteidigung
BMWSB Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen
BMWE Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
BMZ Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
BOD Bildungsoffensive Deutsch
BSA Barenboim-Said Akademie
BVFG Bundesvertriebenengesetz
CHRU Cultural Heritage Response Unit
CCP CrossCulture Programm
CDCPP Steering Committee for Culture, Heritage and Landscape
CDMSI Steering Committee on Media and Information Society
ComLab Communication Lab for Exchange between Research and Media
CSTP Ausschuss für Wissenschafts-, Technologie- und Innovationspolitik
DAAD Deutscher Akademischer Austauschdienst
DAC Development Assistance Committee
DaF Deutsch als Fremdsprache
DAFI Deutsche Akademische Flüchtlingsinitiative Albert Einstein
DAG Deutsche Auslandsgesellschaft
DAHZ Deutsch-Argentinisches Hochschulzentrum
DAI Deutsches Archäologisches Institut
DAP Deutsch-US-Amerikanisches Praktikumsprogramm
DAS Deutsche Auslandsschulen
DDB Deutsche Digitale Bibliothek
DFB Deutscher Fußball-Bund
DFG Deutsch-Französisches Gymnasium
DFJW Deutsch-Französisches Jugendwerk
DGJW Deutsch-Griechisches Jugendwerk
DGZF Deutsch-Griechischer Zukunftsfonds
DIG Deutsch-Israelische Gesellschaft
digiS Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung
DIHK Deutscher Industrie- und Handelskammertag
DIJW Deutsch-Israelisches Jugendwerk
DIZF Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum
DMB Deutscher Museumsbund
DOSB Deutscher Olympischer Sportbund
DPWS Deutsch Polnische Wissenschaftsstiftung
DPJW Deutsch-Polnisches Jugendwerk
DRJA Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch gGmbH
DSD Deutsches Sprachdiplom
DTJB Deutsch-Türkische Jugendbrücke
DUK Deutsche UNESCO-Kommission
DW Deutsche Welle
DWIH Deutsche Wissenschafts- und Innovationshäuser
DZHW Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung
DZK Deutsches Zentrum Kulturgutverluste
EAIE European Association for International Education
ECPMF Europäisches Zentrum für Presse- und Medienfreiheit /
European Centre for Press and Media Freedom
EFR Europäischer Forschungsraum
EFREC European Forum for Reconciliation and Cooperation in History and
Social Sciences Education
EHRI European Holocaust Research Infrastructure
ESI Elisabeth-Seibert-Initiative
EU Europäische Union
Euro-Med Region Mitglieder der EU und Länder des Mittelmeerraums
EVZ Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft
EZ Entwicklungszusammenarbeit
FuI Forschung und Innovation
g.a.s.t. Gesellschaft für akademische Studienvorbereitung und Testentwicklung
GEP Greening Education Partnership
GDN Groningen Declaration Network
GETVICO German Teacher Virtual Conference
GfdS Gesellschaft für deutsche Sprache e.V.
GI Goethe-Institut
GIZ Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit
GNS Germany News Service
GSta PK Geheime Staatsarchiv der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
HAI Hannah-Arendt-Initiative
HiDoP Hilde Domin-Programm
HPI Hasso-Plattner-Institut
IAI Ibero-Amerikanisches Institut
iBBZ Internationale Berufsbildungszusammenarbeit
IBS Informations- und Beratungsstelle für Auslandsaufenthalte in der
beruflichen Bildung
ifa Institut für Auslandsbeziehungen
IHRA International Holocauste Remembrance Alliance /
Internationale Allianz zum Holocaustgedenken
IJAB Fachstelle für internationale Jugendpolitik der Bundesrepublik Deutschland e. V.
IJP Internationale Journalisten Programme
ILO Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen
ISF Internationale Sportförderung
IMKD Internationale Mobilität und Kooperation digital
iMOVE International Marketing of Vocational Education
IP Digital Internationale Programme Digital
IVAC International Virtual Academic Collaboration
JCC Jewish Claims Conference
JDCRP Jewish Digital Cultural Recovery Project
KEK Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts
KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau
KGR KulturGutRetter-Initiative
KI Künstliche Intelligenz
KIWi Kompetenzzentrum internationale Wissenschaftskooperationen
KKW Kultur- und Kreativwirtschaft
KMK Kultusministerkonferenz
KOSPIE Kombinierte Studien- und Praxisaufenthalte für Ingenieurinnen und
Ingenieure aus Entwicklungsländern
KOSKK Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten
(neu: Kontaktstelle für Kulturgüter und menschliche Überreste aus
kolonialen Kontexten)
KSL Kulturstiftung der Länder
LAK Lateinamerika und Karibik
LEED Leadership, Empowerment, Employability and Diversity
MAECI Italienisches Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und
internationale Zusammenarbeit
MEK Museum Europäischer Kulturen
MENA Naher/Mittlerer Osten und Nordafrika
MFC Media Freedom Coalition
MfN Museum für Naturkunde
MGG Managing Global Governance
MiCT Media in Cooperation and Transition
MINT Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik
MNHN Muséum national d’Histoire naturelle
MOOCs Massive Open Online Courses
MRI Martin-Roth-Initiative
MRV Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidigern
MSCA4Ukraine Marie Sklodowska Curie Actions for Ukraine
MWS Max Weber Stiftung
NA DAAD Nationale Agentur für EU-Hochschulzusammenarbeit im DAAD
NA Nationale Agentur
NATO North Atlantic Treaty Organization
NIMOZ National Institute for Museums and Public Collections
ODA Official Development Assistance
OECD Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
OGP Open Government Partnership
ONLAAH Online Learning on African Archaeology and Heritage
ÖPR Länder der Östlichen Partnerschaft und Russland
OSZE Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa
PAD Pädagogischer Austauschdienst des Sekretariats der Kultusministerkonferenz
PASCH Schulen: Partner der Zukunft
PSI Philipp-Schwartz-Initiative
RDZ Regionale Deutschlandzentren
SDG Sustainable Development Goal / Ziele für nachhaltige Entwicklung
SFVV Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung
SIDS Small Island Developing States
SIGRE Security and Integrity of the Global Research Ecosystem
SIM Staatliches Institut für Musikforschung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
SPK Stiftung Preußischer Kulturbesitz
STIBET Stipendien- und Betreuungsprogramm
TraX Transatlantic in Social Work-Program
UKGC UK-German Connection
UN United Nations / Vereinte Nationen
UNESCO Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur
UNESCO-UNEVOC Internationales Zentrum für Berufsbildung der UNESCO
UNHCR Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen
VATMH Villa Aurora und Thomas Mann House
WCF Berlinale World Cinema Fund
ZDH Zentralverband des Deutschen Handwerks
ZfA Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten, Zentralstelle für das
Auslandsschulwesen
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
Relationen
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