Rede von Siegfried Walch (CDU/CSU) – Vereinbarte Debatte
Teil von Protokoll der 98. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 3: Vereinbarte Debatte:.
Text
Rede von Siegfried Walch (CDU/CSU) – Vereinbarte Debatte
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und
Kollegen! Der 7. Oktober war ein Tag der Barbarei – ein
Tag der Barbarei gegen Zivilisten, gegen Frauen und
Kinder, gegen friedlich lebende Menschen. Deswegen
möchte ich mich an der Stelle gleich eingangs gegen
jede Form der Täter-Opfer-Umkehr stellen. Es ist
unerträglich. Bitte lasst uns das benennen, wie es ist: Es
war eine Attacke der Hamas auf Zivilisten in Israel,
meine Damen und Herren.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der SPD und des Abg. Dr. Anton
Hofreiter [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])
Es hat das Sicherheitsgefühl der Menschen in Israel
drastisch beeinflusst. Zu Recht heißt der zweite Teil des
Titels unserer Debatte: „Antisemitismus entschlossen
bekämpfen, jüdisches Leben in Deutschland schützen“.
Wieso zu Recht? Weil auch Jüdinnen und Juden in
Deutschland wieder Angst haben müssen, sich in
Deutschland und in Teilen Deutschlands frei zu bewegen.
Wir müssen konstatieren: Antisemitismus ist in allen
Schichten der Gesellschaft vorhanden. Es gibt ihn rechts,
es gibt ihn links, es gibt ihn in der Mitte der Gesellschaft.
Ich muss das an dieser Stelle sagen: Die AfD ist an dieser
Stelle völlig unglaubwürdig. Wenn man sich einerseits
gegen Antisemitismus ausspricht, andererseits aber nicht
klar von Rechtsextremen abgrenzt, ist man hier völlig
unglaubwürdig, meine Damen und Herren.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der SPD – Zuruf der Abg. Katharina
Dröge [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])
Dabei ist mir eines wichtig zu betonen: Es ist völlig
legitim, israelische Politik, israelische Politiker,
Regierungspolitik, was auch immer, zu kritisieren. Aber es ist
niemals legitim, das Existenzrecht des Staates Israels
abzusprechen. Es ist nicht legitim, „From the River to the
Sea“ zu brüllen, und es ist nicht legitim, wenn
Linksextremisten Kumpanei mit Islamisten betreiben, meine Damen
und Herren.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der SPD)
Was wir in den letzten Jahren erleben, ist ein
zunehmend offener, gar nicht mehr versteckter Antisemitismus,
vor allem von Akteuren der politischen Linken, übrigens
implizit, aber leider auch explizit. Die WerteInitiative.
jüdisch-deutsche Positionen e. V. bezeichnet die Berliner
Linke als Gefahr für jüdisches Leben und für die
Demokratie in Deutschland. Dem ist nichts hinzuzufügen,
meine Damen und Herren.
An Die Linke: Was erleben wir auch hier wieder? Sie
zeigen mit dem Finger auf andere. Anstatt sich des
Themas anzunehmen und die eigenen Reihen zu klären,
betreiben sie Täter-Opfer-Umkehr und wollen es nicht
annehmen. Sie haben nicht verstanden, worum es in dieser
Debatte geht, meine Damen und Herren.
Das Zweite, was wir in den letzten Jahren sehen, ist
zunehmend importierter Antisemitismus. Ja, Deutschland
hat auch ein Islamismusproblem – natürlich. Es muss
endlich enden, dass allein das Benennen von Problemen,
die mit Migration in Zusammenhang stehen, schon unter
ein Tabu fallen und dass man so tut, als dürfe man diese
Dinge nicht sagen.
Deswegen müssen wir jedem, der in dieses Land
zuwandern möchte, klipp und klar sagen: Wir integrieren
hier nicht in einen luftleeren Raum. Wer mit
islamistischen Gedanken in dieses Land kommen möchte, hat
hier nichts verloren. Wer Extremismus und
Antisemitismus vertritt, hat in Deutschland keinen Platz, meine
Damen und Herren.
Wer glaubwürdig gegen Antisemitismus arbeiten
möchte, der darf nicht mit der Linken in Berlin koalieren.
Vielen Dank.
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