Rede von Lukas Krieger (CDU/CSU) – Beck, Dr. Moritz Heuberger, Max Lucks,
Teil von Protokoll der 99. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 8a bis 8g: Beck, Dr. Moritz Heuberger, Max Lucks,.
Das Protokoll 21/99 liegt bei DIP nur als Vorabfassung vor: Der Text endet vor dem Schluss der Sitzung, zu Protokoll gegebene Reden fehlen in polradar (der endgültige Bericht war für den 13.10.2026 angekündigt). Vollständig im Plenarprotokoll (PDF) ↗.
Text
Rede von Lukas Krieger (CDU/CSU) – Beck, Dr. Moritz Heuberger, Max Lucks,
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Wir beraten heute neun Anträge und Gesetzentwürfe in
einer Debatte. Wer diese neun Vorlagen
nebeneinanderlegt, findet immer wieder dieselbe Antwort: höhere
Steuern.
(Katharina Beck [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Nein, geringere Sozialabgaben!)
Sechsmal steht schon im Titel die Gerechtigkeitslücke:
Gerechtigkeitslücke bei Immobilien, bei Erbschaften,
bei Share Deals, bei Kryptowerten.
(Stefan Schmidt [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Ja!)
Und besonders bemerkenswert: Bei gleich drei Ihrer
Gesetzentwürfe steht unter der Überschrift „Alternativen“
genau ein Wort: Keine.
Liebe Kolleginnen und Kollegen von den Grünen, das
ist vermutlich ehrlicher, als Sie es beabsichtigt haben;
denn außer Steuererhöhungen fällt Ihnen offenbar nichts
ein.
Schauen wir uns an, was das konkret bedeutet. Sie
wollen die Zehnjahresfrist bei privaten
Immobilienverkäufen abschaffen. Damit treffen Sie nicht nur
irgendwelche Immobilienkonzerne. Sie treffen auch Menschen,
die vor 20 oder 30 Jahren eine Wohnung gekauft haben
als Altersvorsorge oder als Rücklage für die Familie. Ein
erheblicher Teil der nominalen Wertsteigerung ist dabei
schlicht Inflation. Trotzdem wollen Sie diesen Gewinn
künftig besteuern. Gleichzeitig wollen Sie die erweiterte
Grundstückskürzung abschaffen und damit
Mieteinnahmen zusätzlich mit Gewerbesteuer belasten. Wer glaubt,
dass diese Rechnung am Ende beim Vermieter bleibt und
nicht beim Mieter ankommt, der glaubt auch, dass man
Wohnungsnot mit Enteignung bekämpft.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg. Kay
Gottschalk [AfD])
Was wir brauchen, sind mehr Wohnungen. Aber was
man höher besteuert, davon bekommt man weniger; denn
Investitionen werden nicht attraktiver, indem man sie
höher besteuert.
Bei der Erbschaftsteuer dasselbe Bild: Die
Verschonung von Betriebsvermögen ist kein Geschenk an
Unternehmer. Sie ist die Entscheidung, dass ein
Familienunternehmen den Generationenwechsel überleben soll, mit
seinen Arbeitsplätzen und dem Betrieb selbst, als die
wirtschaftliche Grundlage für gute Arbeitsplätze und
die Möglichkeit, weiter in die Zukunft der Arbeitsplätze
und des Unternehmens zu investieren.
Natürlich kann man über einzelne Grenzen und
Typisierungen diskutieren, auch über die 300-Wohnungen-
Grenze. Aber wer eine typisierende Regel abschaffen
will, muss sagen, welche praktikable Regelung an ihre
Stelle treten soll. Genau diese Antwort bleiben Sie
schuldig.
Bei den Kryptowerten geht es genauso weiter. Geht
man auf Ihre Weise an die Besteuerung von
Kryptowerten heran, führt das wiederum zu neuen
Gerechtigkeitslücken, insbesondere im Vergleich zur Besteuerung von
Fremdwährungen, Edelmetallen und Wertpapieren.
Und dann zu Cum-Ex, Cum-Cum und
Umsatzsteuerkarussellen. Hier sind wir uns im Ziel einig: Steuerbetrug
ist kein Kavaliersdelikt. Wer den Staat um Milliarden
betrügt, bestiehlt die Allgemeinheit. Aber Ihr Antrag
erweckt den Eindruck, als habe der Staat bisher zugesehen.
Das ist falsch. Es gibt spezialisierte Strukturen beim
Bundeszentralamt für Steuern, gesetzgeberische Maßnahmen
gegen Cum-Cum-Gestaltung und erhebliche
Anstrengungen bei der Aufklärung und Strafverfolgung.
Meine Damen und Herren, immerhin verbinden die
Grünen all diese Steuererhöhungen mit dem Ziel, das
wir ausdrücklich teilen: kleine und mittlere Einkommen
zu entlasten.
Relationen
- part_of → Protokoll der 99. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
- part_of_vorgang → Gerechtigkeitslücke im Steuersystem schließen - 300-Wohneinheiten-Regelung in der Erbschaftsteuer abschaffen
- part_of_vorgang → Gerechtigkeitslücke im Steuersystem schließen - Share Deals reformieren, steuerliche Privilegierung von Immobilienkonzernen abschaffen
- part_of_vorgang → Gerechtigkeitslücke im Steuersystem schließen - Verschonungsbedarfsprüfung ab 26 Millionen Euro in der Erbschaft- und Schenkungsteuer abscha
- part_of_vorgang → Gesetz zu der Zusatzvereinbarung vom 8. Juni 2023 zur Mehrseitigen Vereinbarung vom 29. Oktober 2014 zwischen den zuständigen Behörden über
- part_of_vorgang → Gesetz zum Schließen einer Gerechtigkeitslücke bei der Besteuerung von Immobilienveräußerungen
- part_of_vorgang → Gesetz zum Schließen einer Gerechtigkeitslücke bei der Besteuerung von Kryptowerten
- part_of_vorgang → Gesetz zum Schließen einer Gerechtigkeitslücke in der Immobilienbesteuerung
- part_of_vorgang → Kleine und mittlere Einkommen tatsächlich entlasten und Rücklagen- und Vermögensaufbau stärken
- part_of_vorgang → Kryptowerte streng regulieren und gerecht besteuern
- part_of_vorgang → Organisierte Steuerhinterziehung wie Cum-Cum, Cum-Ex und Umsatzsteuerkarusselle auf Bundesebene stärker bekämpfen
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