Rede von Mechthilde Wittmann (CDU/CSU) – Sarah Vollath, Janine Wissler, Doris
Teil von Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 38a bis 38c: Sarah Vollath, Janine Wissler, Doris.
Text
Rede von Mechthilde Wittmann (CDU/CSU) – Sarah Vollath, Janine Wissler, Doris
Herr Präsident! Kolleginnen und Kollegen! Es ist
schon sehr, sehr viel in dieser ersten Lesung gesagt
worden, die uns in eine gute Debatte führen wird, weil die
Zahlen für sich sprechen. Wir hatten im Jahr 2025
nachgewiesene Schäden durch die Organisierte Kriminalität
in Höhe von 2,7 Milliarden Euro, konnten aber über
konfiszierte Vermögensgegenstände nur 106 Millionen Euro
einziehen. Und die Dunkelziffer – das wissen Sie – liegt
deutlich, deutlich höher. Ich sage: Sie ist nach oben fast
unbegrenzt. – Besonders erschreckend muss für uns sein,
dass sich dieser Betrag seit 2024 noch einmal gesteigert
hat und diese kriminellen Erträge für uns immer weniger
habhaft wurden. Deswegen haben wir die schon
erwähnten Maßnahmen eingeführt.
Lassen Sie mich rein zahlenmäßig einen kurzen
Vorgriff auf die Frage der Schwarzarbeit machen, die wir an
dieser Stelle auch beleuchten müssen. Denn dort konnten
wir 2025 Schäden in Höhe von 625 Millionen Euro
nachweisen. Allerdings waren es 2024 noch 766 Millionen
Euro. Das zeigt, was viele Kolleginnen und Kollegen
heute schon gesagt haben: Unser Zoll ist, was die reine
Schlagkraft seines Personals angeht, gut aufgestellt. Wir
haben tolle Zollfahnderinnen und -fahnder, die
versuchen, den Dingen auf die Spur zu kommen, um das
Geld wieder der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der SPD und des Abg. Sascha Müller
[BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])
Dennoch konnten wir auch hier noch zu wenig
abschöpfen. Darum sind mit dem Zollfinanzgerechtigkeitsgesetz
nun einige Maßnahmen auf dem Weg, die wir unbedingt
umsetzen wollen, um einen Schritt weiterzukommen.
Lassen Sie mich noch einmal zu der Einziehung
unklarer Vermögenswerte kommen. Ich kann aus den
Wortmeldungen der AfD nur schließen, dass Sie inzwischen
neben Ihren sonstigen Näheverhältnissen in den Osten
insbesondere auch Näheverhältnisse zu kriminellen
Clans aufgebaut haben
(Beifall des Abg. Dr. Michael Meister [CDU/
CSU] – Hauke Finger [AfD]: Wir? – Dr. Ralf
Stegner [SPD]: So ist es! – Johannes Schraps
[SPD]: Genau so! – Zuruf des Abg. Jörn König
[AfD])
und diese mit Ihren Vorschlägen nachhaltig stützen und
schützen wollen. Dem werden wir einen Riegel
vorschieben; das können Sie aber glauben.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie
bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE
GRÜNEN – Abg. Kay Gottschalk [AfD]
meldet sich zu einer Zwischenfrage)
Es bleibt dabei: Wenn es konkrete Anhaltspunkte gibt,
dass Vermögenswerte nicht rechtmäßiger Herkunft sind,
dann werden sie vorläufig beschlagnahmt. Wir
diskutieren gerade in der Debatte die Frage der
Beweislastumkehr für den Fall einer extrem hohen Diskrepanz.
Wir nehmen den allgemein bekannten Fall – angewendet
von vielen dieser Clans –: Man bezieht in Masse
Grundsicherung, fährt Lamborghini und wohnt in großen
Villen. – Wenn das in so eklatanter Art und Weise nicht
zueinanderpasst, dann kann eben auch eingezogen
werden: Luxusautos, Villen, teure Kunstwerke, woher auch
immer erbeutet und für spätere Verkäufe gesichert.
Relationen
- part_of → Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
- part_of_vorgang → Abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte erhalten
- part_of_vorgang → Altersteilzeit weiterhin ab 55 Jahren und im Blockmodell ermöglichen
- part_of_vorgang → Keine weitere Erhöhung der Regelaltersgrenze
- spoke_in ← Mechthilde Wittmann (Rede)