Prognosen und Nachfrage des Schienengüterverkehrs bei Schienenneubaustrecken (Antwort zu Drs. 21/8031)
Text
Prognosen und Nachfrage des Schienengüterverkehrs bei Schienenneubaustrecken (Antwort zu Drs. 21/8031)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/8593
21. Wahlperiode 14.10.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Stefan Henze, Wolfgang Wiehle,
René Bochmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/8031 –
Prognosen und Nachfrage des Schienengüterverkehrs bei
Schienenneubaustrecken
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Bundesregierung bewertet die Wirtschaftlichkeit von
Infrastrukturprojekten über eine Nutzen-Kosten-Analyse (NKA) im Rahmen des
Bundesverkehrswegeplans (BVWP). Das Methodenhandbuch zum
Bundesverkehrswegeplan 2030 nennt hierzu Bewertungsvorschriften (vgl. www.bmv.de/Share
dDocs/DE/Anlage/G/BVWP/bvwp-methodenhandbuch.pdf?__blob=publicatio
nFile). Das ermittelte Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) eines
Schienenneubauvorhabens ist demnach auch abhängig vom prognostizierten
Schienenpersonen- und Schienengüterverkehr (SGV).
1. Welche in den vergangenen 25 Jahren in Betrieb genommenen
Neubaustrecken der Deutschen Bahn (DB) AG sind neben dem
Schienenpersonenverkehr auch für den Schienengüterverkehr, also für Mischverkehre,
ausgelegt, und welche nicht?
Nach Auskunft der DB InfraGO sind wesentliche neu in Betrieb genommene
Strecken Köln–Rhein/Main, Nürnberg–Ingolstadt, Erfurt–Leipzig/Halle,
Ebensfeld–Erfurt sowie Wendlingen–Ulm. Für Köln–Rhein/Main erfolgte die
Trassierung für den schnellen Personenverkehr. Für Nürnberg–Ingolstadt, Erfurt–
Leipzig/Halle, Ebensfeld–Erfurt sowie Wendlingen–Ulm erfolgte die
Trassierung auch für den Güterverkehr.
2. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil des
Schienengüterverkehrs in Prozent (auf Grundlage der ermittelten
Trassenkilometer) auf der Strecke 5934 zwischen Nürnberg und Ingolstadt im Jahr
2025, und wie hoch war der prognostizierte Anteil des SGV zum
Zeitpunkt der Nutzen-Kosten-Berechnung Analyse zum Zeitpunkt des
Baubeginns?
Der prognostizierte Anteil des Güterverkehrs basiert auf den Zugzahlen der
Verkehrsprognose 2015 und der der Verflechtungsprognose für das Zieljahr
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr vom 12. Oktober 2026
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
2025. Schienengüterverkehr (SGV)-Anteil an Trassenkilometern: Prognose
2025: 22 Prozent, Prognose 2015: 37 Prozent.
3. Wie viele Güterzüge pro Tag wurden auf dieser Strecke bei Baubeginn
eingeplant, und wie viele waren dies im Jahr 2025?
Es wurde von etwa 100 Güterverkehrszügen am Tag ausgegangen. 2025 galt
auf der Strecke ein Tunnelbegegnungsverbot. Vereinzelt wurde die Strecke von
SGV-Zügen befahren, überwiegend im Umleiterverkehr.
4. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil des SGV in
Prozent (auf Grundlage der ermittelten Trassenkilometer) auf der
Strecke 5919 zwischen Erfurt und Halle bzw. Leipzig (bis Abzweig Planena)
im Jahr 2025, und wie hoch war der prognostizierte Anteil des SGV zum
Zeitpunkt der Nutzen-Kosten-Berechnung Analyse zum Zeitpunkt des
Baubeginns?
Der prognostizierte Anteil des Güterverkehrs basiert auf den Zugzahlen der
Verkehrsprognose 2015 sowie auf den Zugzahlen der
Verkehrsverflechnungsprognose 2025. SGV-Anteil an Trassenkilometern: Prognose 2025: 53
Prozent; Prognose 2015: 54 Prozent.
5. Wie viele Güterzüge pro Tag wurden auf dieser Strecke (vgl. Frage 4) bei
Baubeginn eingeplant, und wie viele waren dies im Jahr 2025 pro Tag?
Auf der Strecke 5919 zwischen Erfurt und Halle (S.) bzw. Leipzig (bis
Abzweig Halle-Planena) wurden zum Zeitpunkt der Planfeststellung (1996)
131 Güterzüge pro Tag prognostiziert.
Nach Auskunft der Deutschen Bahn AG befuhren im Jahr 2025 die Strecke 449
SGV-Züge. Dies ergibt gemittelt 1,2 Züge pro Tag.
6. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil des SGV in
Prozent (auf Grundlage der ermittelten Trassenkilometer) auf der
Strecke 5919 zwischen Ebensfeld und Erfurt im Jahr 2025, und wie hoch war
der prognostizierte Anteil des SGV zum Zeitpunkt der Nutzen-Kosten-
Berechnung Analyse zum Zeitpunkt des Baubeginns?
Der prognostizierte Anteil des Güterverkehrs basiert auf den Zugzahlen der
Verkehrsprognose 2015 sowie auf den Zugzahlen der
Verkehrsverflechtungsprognose 2025. SGV-Anteil an Trassenkilometern: Prognose 2025: 77
Prozent, Prognose 2015: 71 Prozent.
7. Wie viele Güterzüge pro Tag wurden auf dieser Strecke (vgl. Frage 6) bei
Baubeginn eingeplant, und wie viele waren dies im Jahr 2025 pro Tag?
Auf der Strecke 5919 zwischen Ebensfeld und Erfurt wurden zum Zeitpunkt
der Planfeststellung (1996) 168 Güterzüge pro Tag prognostiziert. Nach
Auskunft der Deutschen Bahn AG befuhren im Jahr 2025 651 SGV-Züge die
Strecke. Dies ergibt gemittelt zwei Züge pro Tag.
8. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil des
Schienengüterverkehrs in Prozent (auf Grundlage der ermittelten
Trassenkilometer) auf der Strecke 4813 zwischen Ulm und Wendlingen im Jahr
2025, und wie hoch war der prognostizierte Anteil des SGV zum
Zeitpunkt der Nutzen-Kosten-Berechnung Analyse zum Zeitpunkt des
Baubeginns?
Der prognostizierte Anteil des Güterverkehrs basiert auf den Zugzahlen der
Verkehrsprognose 2015 sowie auf den Zugzahlen der
Verkehrsverflechtungsprognose 2025. SGV-Anteil an Trassenkilometern: 2025 Prognose: 10
Prozent, 2015 Prognose: 0 Prozent.
9. Wie viele Güterzüge pro Tag wurden auf dieser Strecke (vgl. Frage 8) bei
Baubeginn eingeplant, und wie viele waren dies im Jahr 2025 pro Tag?
Zum Zeitpunkt des Baubeginns der Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm im
Jahr 2010 wurde auf Basis der Verkehrsverflechtungsprognose 2025 von
16 Zugpaaren des Güterverkehrs ausgegangen. Nach Auskunft der Deutschen
Bahn AG befuhren im Jahr 2025 die Strecke 160 SGV-Züge. Dies ergibt
gemittelt 0,4 Züge pro Tag.
10. Welche prozentualen Anteile unterstellt nach Kenntnis der
Bundesregierung die Vorhabensträgerin auf Grundlage der prognostizierten
Trassenkilometer im Ergebnis der Vorplanung für die Ausbaustrecke bzw.
Neubaustrecke Hannover–Hamburg für den Streckenabschnitt zwischen
Meckelfeld und Celle für den SGV, den Schienenpersonenfernverkehr
(SPFV) und den Schienenpersonennahverkehr (SPNV), und wie viele
Güterzüge pro Tag sind eingeplant?
Es wird auf die im Internet veröffentlichen Informationen auf der Homepage
des BMV verwiesen, abrufbar unter: www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/G/v
erkehrsprognose-2040.html. Zu beachten ist dabei, dass zum Zeitpunkt der
Erstellung der Eisenbahnverkehrsprognose 2040 Verbindungskurven zwischen
der NBS Hannover–Hamburg und Amerikalinie (Verden–Soltau–Uelzen) in
Soltau für den Güterverkehr unterstellt wurden. Deshalb ist die NBS
Hannover–Hamburg in einen Nord- und Südabschnitt aufgeteilt.
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ISSN 0722-8333
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