Erreichter Planungsstand beim Vorhaben "Regionale Korridorsanierung" Halle (Saale) - Eichenberg (Antwort zu Drs. 21/1911)
Text
Erreichter Planungsstand beim Vorhaben "Regionale Korridorsanierung" Halle (Saale) - Eichenberg (Antwort zu Drs. 21/1911)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2428
21. Wahlperiode 27.10.2025
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Matthias Gastel, Victoria Broßart, Tarek
Al-Wazir, Swantje Henrike Michaelsen und der
Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 21/1911 –
Erreichter Planungsstand beim Vorhaben „Regionale Korridorsanierung“ Halle
(Saale) – Eichenberg
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Eisenbahnstrecke zwischen Halle (Saale) und Kassel ist seit ihrer
durchgehenden Inbetriebnahme im Jahr 1867 Bestandteil eines wichtigen Ost-West-
Korridors zwischen dem Ruhrgebiet und dem mitteldeutschen Industrierevier.
Insbesondere im Schienengüterverkehr wuchs die Bedeutung der Strecke
zwischen Halle und Nordhausen als Teil der kürzesten Verbindung zwischen
beiden Industrieräumen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs kontinuierlich an.
Die deutsche Teilung führte zur Unterbrechung der Strecke östlich von
Eichenberg und markiert eine tiefe Zäsur in der Streckengeschichte.
Nach kurzer Planungszeit und rund fünfmonatiger Bauzeit konnten die
Deutsche Bundesbahn und die Deutsche Reichsbahn am 26. Mai 1990 nach 45-
jähriger Unterbrechung den Bahnbetrieb zwischen Eichenberg und Arenshausen
wieder aufnehmen und den ersten Lückenschluss im Netz beider Staatsbahnen
feiern.
Als Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 6 elektrifizierte die Deutsche
Reichsbahn den Abschnitt Leinefelde – Eichenberg zusätzlich zum bereits seit
1990 im Bau befindlichen Abschnitt Halle (Saale) – Eichenberg. Zwischen
Halle (Saale) und Bernterode West unterblieb damals jedoch die
Modernisierung der Leit- und Sicherungstechnik weitgehend, sodass bis heute zahlreiche
alte Stellwerke unterschiedlichster Bauformen im Einsatz sind.
Die veraltete Leit- und Sicherungstechnik der Halle-Kasseler Bahn im
Abschnitt Angersdorf und Bernterode West zeichnet sich durch einen hohen
Personalbedarf aus, den die Deutsche Bahn (DB) InfraGO AG in letzter Zeit nicht
mehr zu jeder Zeit decken kann. Seit 2022 hat die Verfügbarkeit der Strecke
und damit die Verlässlichkeit des Angebots im Schienenpersonennahverkehr
(SPNV) drastisch verschlechtert, weil Stellwerke nicht wie geplant besetzt
wurden. So fielen auf den Betriebsstellen der Strecke 6343 von Januar bis
Dezember 2022 1 658 Schichten von 17 520 aus (ca. 9,5 Prozent). Von Januar bis
Juli 2023 fielen 816 Schichten von 10 176 (ca. 8 Prozent) aus (siehe Antwort
zu Frage 139 auf Bundestagsdrucksache 20/8008). Die Folge: zeitraubender
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr vom 24. Oktober 2025
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Schienenersatzverkehr im SPNV sowie kostspielige und aufwendige
Umleitungen im Güterverkehr.
In Zuge der Regionalen Korridorsanierung (RKS) Halle (Saale) – Eichenberg
sollen in vier Bauabschnitten bis Ende 2027 zunächst die veralteten
Stellwerke durch 14 elektronische Stellwerke ersetzt werden. In einer weiteren
Baustufe ab etwa 2030 soll die „Optimierung der Infrastruktur“ umgesetzt werden.
Bisher ist unklar, ob dazu auch die grundhafte Sanierung bzw. der Ersatz des
Blankenheimer Tunnels zwischen Sangerhausen und Eisleben zählt.
Im Zusammenwirken mit dem Bedarfsplanvorhaben „Kasseler Kurve“, die für
den Güterverkehr eine Umfahrung des Rangierbahnhofs Kassel ermöglicht
und so einen attraktiven Laufweg für Güterzüge in Ost-West-Relation ohne
Fahrtrichtungswechsel schafft, kommt nach Auffassung der Fragestellenden
der Modernisierung der Eisenbahninfrastruktur zwischen Halle (Saale) und
Kassel insbesondere für den Schienengüterverkehr sehr große Bedeutung zu.
1. In welchen Bauabschnitten bzw. Bauetappen erfolgt bis Ende 2027 die
Modernisierung bzw. der Ersatz der Leit- und Sicherungstechnik
zwischen Halle (Salle) und Eichenberg bzw. Angersdorf (ausschließlich) und
Bernterode West (bitte abschnittsweise die Inbetriebnahmetermine
nennen)?
Nach Angaben der DB InfraGO AG erfolgt die Inbetriebnahme des
Streckenabschnitts Angersdorf (ausschließlich) – Lutherstadt Eisleben (einschließlich)
nach derzeitigem Stand im Dezember 2026. Im Jahr 2027 ist die
Inbetriebnahme des Abschnitts Lutherstadt Eisleben (ausschließlich) – Sangerhausen
(einschließlich) und 2028 die Inbetriebnahme des Abschnitts Sangerhausen
(ausschließlich) – Leinefelde (ausschließlich) geplant.
2. In welchen Zeiträumen ist für die Umrüstung der Leit- und
Sicherungstechnik eine Vollsperrung oder Teilsperrung der Strecke geplant (bitte
abschnittsweise den Zeitraum der geplanten Streckensperrung nennen)?
Der konkrete Bedarf von Sperrpausen und deren zeitliche Einordnung werden
nach Angaben der DB InfraGO AG derzeit mit den Beteiligten (u. a.
Aufgabenträger, Eisenbahnverkehrsunternehmen) konkretisiert und in der Folge
kommuniziert.
Folgende Sperrpausen sind bereits geplant:
Hauptfenster 2026: 05/2026 – 12/2026 (abschnittsweise)
Hauptfenster 2027: 08/2027 – 11/2027 (abschnittsweise)
Hauptfenster 2028: 12/2027 – 11/2028 (abschnittsweise).
3. In welchen Streckenabschnitten erfolgt gegenüber dem Status quo eine
Blockverdichtung (bitte die Blockteilung abschnittsweise angeben)?
Nach Angaben der DB InfraGO AG ist beim Projekt „Erstinbetriebnahme der
Elektronischen Stellwerke (ESTW)“ keine Blockverdichtung geplant.
4. Mit welchen Baukosten rechnet die DB InfraGO AG für die Maßnahmen
der ersten Baustufe zwischen Halle (Saale) und Eichenberg?
Die Kosten für das Projekt „Erstinbetriebnahme der ESTW“ (inkl.
Komplexumbau in Lutherstadt Eisleben und Bau der 740 m-Gleise in Sangerhausen und
Röblingen am See) werden nach Angaben der DB InfraGO AG derzeit mit ca.
800 Mio. Euro kalkuliert. Diese Kosten ergeben sich aus den aktuellen
Vergabepreisen für die Bauleistungen sowie den marktüblichen Personal- und
Materialkosten.
5. Welchen Zeitplan verfolgt die DB InfraGO AG bei der Umsetzung der
zweiten Baustufe zur „Optimierung der Infrastruktur“?
Die Vorbereitungen für das Folgeprojekt „Flächennetz Halle – Eichenberg:
Optimierung der Infrastruktur“ sind nach Angaben der DB InfraGO AG aktuell in
Bearbeitung. Die Einreichung der Planunterlagen ist in den Jahren 2027/2028
vorgesehen. Der Baubeginn ist aktuell vorbehaltlich des erforderlichen
Planrechts des Projekts im Jahr 2030 geplant.
6. Sind für die zweite Baustufe längere Vollsperrungen der Strecke
notwendig oder wird weitgehend unter dem rollenden Rad gebaut?
Der erforderliche Bedarf an Sperrpausen ergibt sich nach Angaben der DB
InfraGO AG aus den Ergebnissen der weiteren Planungen des Folgeprojekts
„Flächennetz Halle – Eichenberg: Optimierung der Infrastruktur“ und liegt
daher derzeit noch nicht vor.
7. Welche Aus- und Umbaumaßnahmen zählen zur „Optimierung der
Infrastruktur“ der Strecke 6343?
8. Welche wesentlichen Prämissen liegen der verkehrlichen
Aufgabenstellung der zweiten Baustufe bezüglich der „Optimierung der Infrastruktur“
zugrunde, und welche Investitionen in die Eisenbahninfrastruktur leiten
sich aus der verkehrlichen Aufgabenstellung ab?
Die Fragen 7 und 8 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Aus- und Umbaumaßnahmen des Folgeprojekts „Flächennetz Halle –
Eichenberg: Optimierung der Infrastruktur“ ergeben sich nach Angaben der DB
InfraGO AG im Wesentlichen auf Grundlage der verkehrlichen
Aufgabenstellung sowie des Anlagenzustandes. Ziel ist die nachhaltige Erhöhung von
Kapazität und Betriebsqualität auf dieser Strecke.
Die verkehrliche Aufgabenstellung formuliert Anforderungen an die
Infrastruktur aus fahrplanerischer Perspektive. Nach Angaben der DB InfraGO AG
zählen dazu in diesem Fall insbesondere die Einrichtung von Gleiswechselbetrieb,
die abschnittsweise Anhebung von Geschwindigkeiten auf der freien Strecke
und in Bahnhöfen, punktuelle Blockverdichtungen, die Errichtung neuer
Bahnsteige, optimierte Fahrstraßen sowie erhöhte Nutzlängen von Güterzuggleisen
und die Neuerrichtung von Abstellgleisen.
Grundlage der Anforderungen ist nach Angaben der DB InfraGO AG ein
Betriebsprogramm im Personen- und Güterverkehr, das auf der
Zugzahlenprognose des Bundesverkehrswegeplans 2030 aufbaut. Ebenso wurden die Planungen
der SPNV-Aufgabenträger in Hinblick auf die zeitliche Lage der Züge,
Anschlüsse, Taktfolgen und den Fahrzeugeinsatz berücksichtigt. Weiterhin wurde
die bestehende Bedienung von Gleisanschlüssen im Schienengüterverkehr
betrachtet.
9. Beinhaltet die zweite Baustufe auch den Bau neuer Überleitstellen, wenn
ja, wo genau sind neue Überleitstellen geplant, und welche bestehenden
Überleitstellen werden angepasst (z. B. Einbau von Weichen mit höherer
Geschwindigkeit im abzweigenden Strang)?
Die verkehrliche Aufgabenstellung für das Folgeprojekt „Flächennetz Halle –
Eichenberg: Optimierung der Infrastruktur“ berücksichtigt nach Angaben der
DB InfraGO AG grundsätzlich den Bau neuer Überleitstellen. Die Realisierung
dieser Überleitstellen ist abhängig von den weiteren Planungen und der
erforderlichen Baufinanzierung.
10. Welche Spurplananpassungen sind in den Bahnhöfen und Betriebsstellen
der Strecke 6343 geplant, und in welchen Bahnhöfen und Betriebsstellen
wird der Spurplan vereinfacht bzw. wo erfolgen Rückbaumaßnahmen
(bitte die Rückbaumaßnahme ggf. genau beschreiben)?
Nach Angaben der DB InfraGO AG erfolgen beim Komplexumbau in
Lutherstadt Eisleben und Bau der 740 m-Gleise in Sangerhausen und Röblingen am
See Spurplananpassungen. Weitere Spurplananpassungen werden beim
Folgeprojekt „Flächennetz Halle – Eichenberg: Optimierung der Infrastruktur“ auf
der Grundlage der verkehrlichen Aufgabenstellung geprüft.
11. In welchen Streckenabschnitten der Strecke 6343 zwischen Halle und
Eichenberg wird die Streckengeschwindigkeit nach Abschluss der zweiten
Baustufe erhöht, und welche Streckengeschwindigkeit ist künftig
zulässig (bitte abschnittsweise mit Kilometrierung angeben bzw.
Fahrschaulinie übermitteln)?
12. Gab es zur möglichen Erhöhung der Streckengeschwindigkeit bereits
Abstimmungsgespräche mit den SPNV-Aufgabenträgern der Länder
Sachsen-Anhalt und Thüringen, wenn ja, was ist das Ergebnis dieser
Abstimmungen, und welche Anforderungen an die Eisenbahninfrastruktur
stellen diesbezüglich die beiden SPNV-Aufgabenträger?
13. Welche zusätzlichen Baukosten fallen für eine abschnittsweise Erhöhung
der Streckengeschwindigkeit – in Abhängigkeit von den
Trassierungsparametern – auf 120 bis 160 Kilometer pro Stunde (km/h) an?
Die Fragen 11 bis 13 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Eine abschnittsweise Erhöhung der Streckengeschwindigkeit wird nach
Angaben der DB InfraGO AG beim Folgeprojekt „Flächennetz Halle –
Eichenberg: Optimierung der Infrastruktur“ unter Berücksichtigung der Prämissen der
verkehrlichen Aufgabenstellung geprüft. Die Validierung der erforderlichen
Maßnahmen zur Geschwindigkeitserhöhung erfolgt ebenso im Rahmen des
Folgeprojekts. Die Kosten für eine etwaige Geschwindigkeitserhöhung können
erst nach erfolgter Vorplanung eingeschätzt werden. Hinsichtlich der
Einbindung der SPNV-Aufgabenträger wird auf die Antworten zu den Fragen 7 und 8
verwiesen.
14. Auf welchen Betriebsstellen der Strecke 6343 zwischen Halle und
Eichenberg stehen nach Umsetzung der in einer zweiten Baustufe
geplanten „Optimierung der Infrastruktur“ Überholgleise mit einer Nutzlänge
von 740 Metern zur Verfügung (zuzüglich der geplanten Maßnahmen in
Sangerhausen und Röblingen am See)?
15. Welche Überholgleislängen bieten die Bahnhöfe und Betriebsstellen der
Strecke 6343 bzw. 1732 zwischen Eichenberg und dem Knoten Kassel,
sind hier mittelfristig Anpassungen geplant, und wenn ja, welche?
16. Welche Bahnhöfe bzw. Betriebsstellen der Strecke 6343 weisen derzeit
bereits Gleise mit einer Nutzlänge von 740 Metern auf?
17. Erfolgte im Zuge des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 6 im
westlichen Streckenabschnitt zwischen Bernterode West und Eichenberg die
Verlängerung von Gleisen auf eine Nutzlänge von 740 Metern, etwa im
Bahnhof Leinefelde?
Die Fragen 14 bis 17 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Strecke Halle – Eichenberg verfügt nach Angaben der DB InfraGO AG
derzeit über keine 740 m-Gleise. Beim Projekt „Erstinbetriebnahme der
ESTW“ werden in den Bahnhöfen Sangerhausen und Röblingen am See 740 m-
Gleise errichtet.
Die verkehrliche Aufgabenstellung für das Folgeprojekt „Flächennetz Halle –
Eichenberg: Optimierung der Infrastruktur“ sieht weitere 740 m-Gleise in den
Bahnhöfen Roßla, Heringen, Nordhausen, Bleicherode Ost, Sollstedt,
Bernterode und Leinefelde vor. Nach Angaben der DB InfraGO AG wird die
Machbarkeit bei der technischen Planung des Folgeprojekts geprüft.
18. Ist im Bahnhof Leinefelde ggf. im Bestand durch das Versetzen von
Signalen eine Nutzlänge von 740 Metern herzustellen?
Bei der technischen Planung des Folgeprojekts „Flächennetz Halle –
Eichenberg: Optimierung der Infrastruktur“ werden nach Angaben der DB InfraGO
AG Varianten für die technische Realisierung eines 740 m-Gleises im Bahnhof
Leinefelde geprüft.
19. Ist im Knoten Nordhausen die Schaffung eines Güterzugleises bzw.
Umfahrungsgleises, das mit Streckengeschwindigkeit befahrbar ist, geplant,
damit die mangelnde Durchlässigkeit bei regelmäßig besetzten drei
Bahnsteiggleisen für den Schienengüterverkehr künftig gegeben ist, und
wenn nein, warum nicht?
Nach Angaben der DB InfraGO AG wird beim Projekt „Erstinbetriebnahme der
ESTW“ die Durchbindung von Gleis 3 geprüft. Eine Optimierung des
Spurplanes im Bahnhof Nordhausen ist Bestandteil der verkehrlichen
Aufgabenstellung für das Folgeprojekt „Flächennetz Halle – Eichenberg: Optimierung der
Infrastruktur“.
20. Welche Anpassungen sind im Bereich des Rangierbahnhofs bzw.
Güterbahnhofs Nordhausen geplant, und welche Gleise werden hier ggf.
wieder in Betrieb genommen oder zurückgebaut?
21. Erfolgen im Bereich des Rangierbahnhofs Nordhausen Anpassungen
bezüglich der Nutzlänge von Gleisen, und wenn ja, welche Gleise sollen
verlängert werden (bitte die künftige Nutzlänge angeben)?
Die Fragen 20 und 21 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Ziel des Projekts „Erstinbetriebnahme der ESTW“ ist nach Angaben der DB
InfraGO AG der Ersatz der Alttechnik im Bahnhof Nordhausen. Der weitere
Umbau des Bahnhofes ist Bestandteil des Folgeprojekts „Flächennetz Halle –
Eichenberg: Optimierung der Infrastruktur“, so dass konkrete infrastrukturelle
Anpassungen erst Gegenstand der weiteren Planungen sein werden.
22. Plant die DB InfraGO AG die westliche Anbindung des Rangierbahnhofs
Nordhausen an die Streckengleise der Strecke 6343 auf Höhe der
Straßenüberführung „Darrweg“ zu reaktivieren, und wenn nein, warum
nicht?
Die Reaktivierung der westlichen Anbindung des Rangierbahnhofes
Nordhausen wird nach Angaben der DB InfraGO AG unter Berücksichtigung der
Prämissen der verkehrlichen Aufgabenstellung beim Folgeprojekt „Flächennetz
Halle – Eichenberg: Optimierung der Infrastruktur“ geprüft.
23. Werden Anpassungen bzw. Erweiterungen von Zugangsstellen des
Schienengüterverkehrs erwogen bzw. geplant (z. B. Einrichtung bzw.
Verlängerung von Freiladegleisen), und wenn ja, an welchen Bahnhöfen bzw.
Betriebsstellen?
Eine Erweiterung von Zugangsstellen für den Schienengüterverehr ist nach
Angaben der DB InfraGO AG nicht Bestandteil des Projektes „Erstinbetriebnahme
der ESTW“. Weitere Bedarfe dahingehend können daher erst im Folgeprojekt
„Flächennetz Halle – Eichenberg: Optimierung der Infrastruktur“
Berücksichtigung finden.
24. Wird im Zuge der Umsetzung der zweiten Baustufe die vollständige
Zweigleisigkeit zwischen dem Ostkopf des Bahnhofs Eichenberg und
dem Abzweig der Strecke 1804 („Eichenberger Kurve“) hergestellt, und
wenn nein, warum nicht?
Die Herstellung der Zweigleisigkeit ist nach Angaben der DB InfraGO AG
kein Bestandteil des Projektes „Erstinbetriebnahme der ESTW“ sowie des
Folgeprojektes „Flächennetz Halle – Eichenberg: Optimierung der Infrastruktur“.
Denn der Projektumgriff mit der verkehrlichen Aufgabenstellung umfasst den
Streckenabschnitt von km 12,4 bis km 168,6 (Halle – Eichenberg
ausschließlich) und somit nicht den Bahnhof Eichenberg selbst mit dem innerhalb der
Bahnhofsgrenzen liegenden eingleisigen Teilabschnitt. Für die Ausstattung des
Bahnhofs Eichenberg mit neuer Stellwerkstechnik ist nach Mitteilung der DB
InfraGO AG die Herstellung der Zweigleisigkeit zwischen dem
Bahnsteigbereich des Bahnhofs Eichenberg und der östlichen Einmündung der
Eichenberger Kurve (Strecke 1804) noch beabsichtigt.
25. Welche weiteren Anpassungen des Spurplans sind ggf. geplant, um die
Strecke 6343 künftig besser in den Knoten Eichenberg einzubinden (z. B.
Vermeidung von Fahrstraßenausschlüssen in Ost-West-Richtung)?
Eine Anpassung des Spurplans im Knoten Eichenberg ist nach Angaben der
DB InfraGO AG kein Bestandteil des Projekts „Erstinbetriebnahme der
ESTW“ sowie des Folgeprojekts „Flächennetz Halle – Eichenberg:
Optimierung der Infrastruktur“.
26. Mit welchen Baukosten rechnet die DB InfraGO AG für die zweite
Baustufe bei der Strecke 6343 (ausschließlich Ersatz des Blankenheimer
Tunnels)?
Eine Kostenschätzung für das Folgeprojekt „Flächennetz Halle – Eichenberg:
Optimierung der Infrastruktur“ kann nach Angaben der DB InfraGO AG erst
nach Abschluss der Vorplanung erfolgen.
27. Welchen Austausch mit den Aufgabenträgern des SPNV und den
Eisenbahnverkehrsunternehmen des Schienengüterverkehrs hat die DB
InfraGO AG zur ersten und zweiten Baustufe bisher durchgeführt bzw.
welcher Austausch ist dazu noch vorgesehen?
Der Austausch mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen und den betroffenen
Anschließern findet nach Angaben der DB InfraGO AG in Form von
regelmäßigen Arbeitsgruppen statt. Die Aufgabenträger und
Eisenbahnverkehrsunternehmen werden über die Standardinformationsprozesse und
Kundengespräche (z. B. Bauinformationsdialog) über die Sperrungen und die damit
einhergehenden Infrastruktureinschränkungen informiert.
28. Welche Belange der Aufgabenträger des SPNV und der Akteure des
Schienengüterverkehrs hat die DB InfraGO AG in diesem
Zusammenhang berücksichtigt, und welche Belange werden Eingang in die Planung
finden?
Die verkehrliche Aufgabenstellung berücksichtigt nach Angaben der DB
InfraGO AG die Belange der Kunden im SPNV und Schienengüterverkehr und
bildet somit die Grundlage für die weiteren Planungen. Grundsätzlich dienen
beide Projekte der Kapazitätserweiterung, der Erhöhung der Durchlassfähigkeit
und einer hohen Betriebsqualität auf dieser Strecke. In den o. g. Arbeitsgruppen
erarbeitet die DB InfraGO AG aktuell Bedienkonzepte für die lokalen
Anschließer und stimmt sich mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen des SPNV
und Schienengüterverkehrs über die detaillierten Fahrplankonzepte ab.
29. Plant die DB InfraGO AG im Zuge der Verbesserung der Resilienz im
Netz für Umleiterverkehre in der Relation Erfurt – Halle/Leipzig
mittelfristig auch Investitionen in die Modernisierung der Strecke Erfurt –
Sangerhausen (Strecke 6300), und wenn ja, welche Investitionen in die
genannte Strecke sollen bis 2030 erfolgen?
Für die Strecke Erfurt – Sangerhausen sind nach Angaben der DB InfraGO AG
mittelfristig keine Ausbauprojekte für Umleiterverkehre vorgesehen.
30. Welchen Planungsstand haben die beabsichtigte Sanierung bzw. der
Ersatz des Blankenheimer Tunnels erreicht?
31. Welche Vorzugsvariante zeichnet sich für dieses Vorhaben ab bzw. bis
wann soll die Vorzugsvariante zum Ersatz des Blankenheimer Tunnels
feststehen, und bis wann strebt die DB InfraGO AG den Beginn und den
Abschluss der Bauarbeiten an?
Die Fragen 30 und 31 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Vorplanung und die damit verbundene Variantenentscheidung werden nach
Angaben der DB InfraGO AG vsl. bis Ende 2025 vorliegen. Vorbehaltlich der
erforderlichen planrechtlichen Genehmigungen wäre die Sanierung des
Blankenheimer Tunnels ab 2031 möglich.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
Relationen
- answered_by → Bundesministerium für Verkehr
- authored ← Bundesregierung
- part_of_vorgang → Erreichter Planungsstand beim Vorhaben "Regionale Korridorsanierung" Halle (Saale) - Eichenberg (Antwort)